Kindstaufe trotz Kirchenaustritt der Eltern

Hallo,
wir möchten gerne, dass unsere Tochter getauft wird. Beide sind wir aus verschiedenen Gründen) natürlich auch wegen der Kirchensteuer aus der Kirche ausgetreten. Dennoch sehen wir uns nach wie vor als Mtglieder der Kirche an („Mitglied“ der Kirche wird man durch die Taufe. Wer getauft ist, gehört unwiderruflich zur Gemeinschaft mit Jesus Christus und zur Gemeinschaft derer, die an Jesus Christus glauben. So verstanden gibt es keine Kündigung, keinen Austritt aus der Gemeinschaft der Gläubigen).
Wir erwarten jedoch, dass der Pfarrer unserer Gemeinde gute Gründe hören möchte, warum wir ausgetreten sind und warum wir dennoch unser Kind taufen lassen möchten.
Wer hat Erfahrung damit gemacht und/oder kann uns mit ein paar Tipps helfen?
Vielen Dank und Grüße
Simone

Warum?
Hi Simone,

wenn ihr Beide gute Gründe hattet aus der Kirche auszutreten, was ich sehr gut verstehen kann,
dann geht mir nicht in den Kopf warum Ihr Euer Kind taufen lassen wollt.
Wartet doch einfach bis es alt genug ist selbst darüber zu entscheiden was es will.
Diese Bevormundung der Kinder finde ich sowieso ganz schrecklich. Ich bin römisch katholisch
getauft und niemand hat mich damals gefragt und ich konnte mich nicht dagegen wehren. Sobald
ich alt genug war, habe ich diese Handlung soweit das möglich ist rückgängig gemacht.
Überlegt mal ob ihr eurem Kind mit der Taufe wirklich etwas Gutes tut.

Gruss
Tom

Wie dann auch ?

Hi Simone,

Hallo Tom,

wenn ihr Beide gute Gründe hattet aus der Kirche auszutreten,
was ich sehr gut verstehen kann, dann geht mir nicht in den Kopf
warum Ihr Euer Kind taufen lassen wollt.

vielleicht gibts so was Ähnliches wie ein „Spirituelles Bedürfnis“.

Wartet doch einfach bis es alt genug ist selbst darüber zu
entscheiden was es will.

Das kann das Kind später immer noch tun, was an Deinem Beispiel deutlich zu sehn ist.

Diese Bevormundung der Kinder finde ich sowieso ganz
schrecklich. Ich bin römisch katholisch getauft und niemand hat mich
damals gefragt und ich konnte mich nicht dagegen wehren. Sobald
ich alt genug war, habe ich diese Handlung soweit das möglich
ist rückgängig gemacht.

*grins* In welcher Sprache hätten Deine Eltern Dich Baby denn fragen sollen ? Sie haben Dir doch auch einen Namen gegeben. Aber vielleicht sollten wir die zeitweisen Namen einführen, sodass Du den problemlos später dann auch ändern kannst.

Überlegt mal ob ihr eurem Kind mit der Taufe wirklich etwas
Gutes tut.

Wer weiß das schon wirklich ?

Gruss
Tom

Grüße zurück
Wolkenstein

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Hallo Wolkenstein.

vielleicht gibts so was Ähnliches wie ein „Spirituelles
Bedürfnis“.

Klar gibt es das. Aber soll das spirituelle Bedürfnis der Eltern so einfach auf das Kind projeziert
werden? Man sollte sein spirituelles Leben, seinen Glauben, als originäre, ureigene Privatsache
betrachten, die man keinem anderem Individuum so einfach überstülpen kann.

Das kann das Kind später immer noch tun, was an Deinem
Beispiel deutlich zu sehn ist.

Bis dahin habe ich aber lange mit mir gerungen. Da hängt ja viel mit dran. Auch viele Ängste die
man schon als Kleinkind implementiert bekommt. Letztlich war meine Religion für mich niemals ein
Segen. Ich konnte das aber lange Zeit nicht artikulieren.

Diese Bevormundung der Kinder finde ich sowieso ganz
schrecklich. Ich bin römisch katholisch getauft und niemand hat mich
damals gefragt und ich konnte mich nicht dagegen wehren. Sobald
ich alt genug war, habe ich diese Handlung soweit das möglich
ist rückgängig gemacht.

*grins* In welcher Sprache hätten Deine Eltern Dich Baby denn
fragen sollen ? Sie haben Dir doch auch einen Namen gegeben.
Aber vielleicht sollten wir die zeitweisen Namen einführen,
sodass Du den problemlos später dann auch ändern kannst.

Der Vergleich hinkt etwas, nicht war? Das eine, der Name, ist ein Ding, ein Wort, nicht mehr.
Genau wie die Kleider die ich damals tragen musste oder die Frisur die ich verpasst bekam. Aber
der Glaube ist doch eine Erfahrung die man nicht initiieren kann. Ungleich wichtiger als Namen und
derlei Dinge. Man sollte sein Kind ernst genug nehmen es selbst bestimmen zu lassen zu welchem
Glauben es sich bekennt.

Gruss
Tom

Hallo Simone,

meine Frau und ich sind aus Überzeugung aus der Kirche ausgetreten, haben unsere Kinder aber taufen lassen, weil meine Mutter innigst darum gebeten (gefleht) hat. Um den Familienfrieden zu erhalten, haben wir uns dann dazu durchgerungen.

Probleme hat es keine gegeben. Bei der Anmeldung unseres ältesten hat die Dame im Pfarrbüro zwar etwas gezuckt als sie hörte, daß beide Eltern aus der Kirche ausgetreten sind und zudem ein Pate ein Evangele war, aber zur Taufe zugelassen wurde er trotzdem. Einige Tage später tauchte der Pfarrer zum Taufgespräch auf und ich war gespannt, was da käme. Keine Missionierungsgespräche, kein Unverständniss, eher ein lockerer Plausch über Humanismus (Thomas von Aquin), unsere Vorstellung der Erziehung, ziemlich entspannt.

Beim zweiten dito. Ich seh da kein Problem. Übrigens leben wir in einem kleinen Dorf und nicht in der Großstadt.

Gandalf

Hallo,
wir möchten gerne, dass unsere Tochter getauft wird.

Hallo Simone,
durch die „Kindertaufe“ sollen die Eltern das Kind im christlichen GLauben erziehen. Wenn ihr nicht zu Kirche gehört, vielleicht auhc vom Glauben nichts wissen wollt,
wird es schon schwierig mit einer chr. Erziehung.
Wie schon in einer anderen Antwort steht, wäre es sinniger das heranwachsende Kind selber über die Taufe entscheiden zu lassen.

Beide

sind wir aus verschiedenen Gründen) natürlich auch wegen der
Kirchensteuer aus der Kirche ausgetreten. Dennoch sehen wir
uns nach wie vor als Mtglieder der Kirche an („Mitglied“ der
Kirche wird man durch die Taufe. Wer getauft ist, gehört
unwiderruflich zur Gemeinschaft mit Jesus Christus und zur
Gemeinschaft derer, die an Jesus Christus glauben.

-> Darüber könnte man sich streiten, da es in der hl. Schrift mehrere Stellen gibt in denen vom Glauben als Grundvorraussätzung für die Taufe gesprochen wird; bei der im Mittelalter eingeführten Kindestaufe sollen dieses die gläubigen Eltern übernehmen/vorleben…

So

verstanden gibt es keine Kündigung, keinen Austritt aus der
Gemeinschaft der Gläubigen).

-> Die hl. Schrift spricht von Abwanderung im Glauben, ist das nicht ein Austritt?

Wir erwarten jedoch, dass der Pfarrer unserer Gemeinde gute
Gründe hören möchte, warum wir ausgetreten sind und warum wir
dennoch unser Kind taufen lassen möchten.

-> s.o.

Wer hat Erfahrung damit gemacht und/oder kann uns mit ein paar
Tipps helfen?
Vielen Dank und Grüße
Simone

Hallo Wolkenstein.

Klar gibt es das. Aber soll das spirituelle Bedürfnis der
Eltern so einfach auf das Kind projeziert werden? Man sollte sein
spirituelles Leben, seinen Glauben, als originäre, ureigene
Privatsache betrachten, die man keinem anderem Individuum so einfach
überstülpen kann.

Gut, prinzipiell geb ich Dir recht. Auf die meisten Eltern trifft das zu, was Du sagst. Meine Kinder sind katholisch getauft, wie ihre Mutter; ich selber bin evangelisch. Spiritualität läßt sich Kindern auch vermitteln, ohne ihnen etwas überzustülpen. Allerdings ist das nicht ganz einfach. Stell Dir eine Hand vor, deren Zeigefinger auf den Mond weist (dieses Bild kennst Du vielleicht). Wenn Du als Elternteil in der Lage bist, Deinen Kindern den Mond zu zeigen - und nicht beim Zeigefinger stehen zu bleiben -, dann stülpst Du ihnen Deine eigene Spiritualität nicht über.

Bis dahin habe ich aber lange mit mir gerungen. Da hängt ja
viel mit dran. Auch viele Ängste die man schon als Kleinkind
implementiert bekommt. Letztlich war meine Religion für mich niemals
ein Segen. Ich konnte das aber lange Zeit nicht artikulieren.

Ich hab mich immer bemüht, meinen Kindern keine Angst zu vermitteln. Religiöse Ängste sind so mit das Dümmste, was man als Elternteil seinen Kindern antun kann.

Der Vergleich hinkt etwas, nicht war? Das eine, der Name, ist
ein Ding, ein Wort, nicht mehr.

Naja, nicht so ganz, wie Du denkst. Es gibt auch Völker, in denen Du den Namen änderst. Und ganz ohne Zweifel übt Dein Name einen Einfluss auf Dich aus, ist also mehr als ein Ding.

Aber der Glaube ist doch eine Erfahrung die man nicht initiieren
kann.

Den Satz versteh ich jetzt nicht. Initiieren heißt, mit einem Ritual in einen Kreis aufnehmen. Taufe, Erstkommunion und Firmung sind eine Art von Aufnahme-Ritual.

Ungleich wichtiger als Namen und derlei Dinge. Man sollte sein
Kind ernst genug nehmen es selbst bestimmen zu lassen zu welchem
Glauben es sich bekennt.

Das Problem, glaube ich, ist dann viel kleiner, wenn Du als Elternteil Deinen Glauben eben nicht als absolute Wahrheit ansiehst. Das habe ich nie gemacht und meine Kinder wissen das.

Gruss
Tom

liebe Grüße zurück
Wolkenstein

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Hallo Simone,

wie sollen wir Deine Frage beantworten? Ihr seid aus der Kirche ausgetreten; der einzige Grund, der genannt wurde, war die Kirchensteuer. Das ist eigentlich etwas wenig, damit wir Dir helfen können.

Warum Ihr Euer Kind taufen lassen möchtet, hast Du hier nicht geschrieben. Glaube, Gruppenzwang, Verwandtenberuhigung? Wissen wir nicht. Ich denke auch nicht, daß der Pfarrer unsere Argumente hören möchte, sondern Eure Meinung. Sagt ihm das einfach so, wie Ihr es empfindet - wenn er Eure Gründe nicht nachvollziehen kann, nützt auch unsere Hilfe nichts.

Gruß
mowei

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Guten Morgen!

Religiöse Ängste sind so mit das Dümmste, was man
als Elternteil seinen Kindern antun kann.

Da stimme ich Dir voll und ganz zu. Allerdings habe ich Kirche immer nur so erlebt. Ritualisiert bis
zum geht nicht mehr, und jede Handlungsanweisung verbunden mit der Androhung von Strafe bei
Nichteinhaltung. Ich bekam im Religionsunterricht der 3 Klasse noch Backpfeifen weil ich die
Apostel nicht auswendig wusste. Übrigens war es der Gemeindepfarrer höchstpersönlich der die
Schellen verteilte. Was ich sagen will: Es waren nicht die Eltern sondern die Vertreter der Kirche
die Ängste schürten.

Aber der Glaube ist doch eine Erfahrung die man nicht initiieren
kann.

Den Satz versteh ich jetzt nicht. Initiieren heißt, mit einem
Ritual in einen Kreis aufnehmen. Taufe, Erstkommunion und
Firmung sind eine Art von Aufnahme-Ritual.

Nein, da liegt ein Missverständnis vor. Initiieren heisst wecken. Den Glauben in jemanden wecken.
Darauf kommt es an. Der Rest ist doch nur leeres Ritual. Ob ich getauft bin oder nicht hat für mich
absolut keine Bedeutung. Für meine Grosseltern dagegen war es das wichtigste überhaupt.
Das ich mich den christlichen Werten verpflichtet fühle hat nichts mit Taufe oder Kommunion zu tun.
Viel mehr ist eine humanistisch-liberale Erziehung dafür verantwortlich.

Das Problem, glaube ich, ist dann viel kleiner, wenn Du als
Elternteil Deinen Glauben eben nicht als absolute
Wahrheit ansiehst. Das habe ich nie gemacht und meine Kinder
wissen das.

Da stimme ich Dir zu. Alles andere wäre auch fundamental und engstirnig.
Aber warum ist dann die Zugehörigkeit zu einer Glaubensgemeinschaft so wichtig? Warum ist es so
wichtig Rituale zu befolgen die weitgehend sinnentleert sind und sich noch dazu im Laufe der
Jahrhunderte veränderten?

Gruss
Tom

Guten Morgen!

Hallo Tom !

Da stimme ich Dir voll und ganz zu. Allerdings habe ich Kirche
immer nur so erlebt. Ritualisiert bis zum geht nicht mehr, und jede
Handlungsanweisung verbunden mit der Androhung von Strafe bei
Nichteinhaltung. Ich bekam im Religionsunterricht der 3 Klasse
noch Backpfeifen weil ich die Apostel nicht auswendig wusste.
Übrigens war es der Gemeindepfarrer höchstpersönlich der die
Schellen verteilte. Was ich sagen will: Es waren nicht die
Eltern sondern die Vertreter der Kirche die Ängste schürten.

Dann bist Du zu bedauern. Wenn mir mein Kind erzählt, dass es von einem Pfarrer Watschen bekommen hat, ich würde den Typen anzeigen.

Aber warum ist dann die Zugehörigkeit zu einer Glaubensgemeinschaft
so wichtig? Warum ist es so wichtig Rituale zu befolgen die
weitgehend sinnentleert sind und sich noch dazu im Laufe der
Jahrhunderte veränderten?

Wenn ich das jetzt wüsste, könnt ich Dir eine Antwort geben. Eine persönliche Beobachtung: bei der Palmweihe, zu Ostern, zu Weihnachten, bei Prozessionen, bei Erstkommunion und Firmung sind unsere Kirchen meist randvoll. So voll, dass Etliche vor der Kirche stehenbleiben. Ansonsten, also bei „normalen“ Messen, sind maximal an die 70 Leute da. Ich vermein da ein spirituelles Grundbedürfnis der Menschen wahrzunehmen. Ist noch nicht mal immer nur Christlich. Beispielsweise die Palmweihe hat viel mit Aberglauben zu tun. Der geweihte Palmbusch soll nämlich das Haus vor Blitzschlag bewahren.

Gruss
Tom

Grüße retour
Wolkenstein

Hallo Tom.

Ich habe eure Debatte ( deine und Wolkenstein) und auch die anderen postings gelesen. Ich stimme euch auch weitgehend zu. Die religiösen Ängste kann ich für mich nicht nachvollziehen. Du hast das so erlebt und das ist bedauerlich für dich. In der evangelischen Kirche - und nur die kenne ich - muss man heute keine Ängste mehr haben. Gewisse Riten, die es gibt ( Liturgie z.B) kann man für sich akzeptieren oder man kann es lassen.
Kirchenaustritte aus Gründen der Kirchensteuer sind aus finanziellen Gründen vielleicht verständlich, aber für mich auch nur schwer nachvollziehbar. An diesem Fall hier sieht man ja deutlich, dass gewisse Annehmlichkeiten doch gerne in Anspruch genommen werden. Aber das ist ein anderes Thema und gehört nicht hier her.

wenn ihr Beide gute Gründe hattet aus der Kirche auszutreten,
was ich sehr gut verstehen kann,
dann geht mir nicht in den Kopf warum Ihr Euer Kind taufen
lassen wollt.
Wartet doch einfach bis es alt genug ist selbst darüber zu
entscheiden was es will.

Meine Frage ist dann hier: Kann sich ein Kind denn für etwas entscheiden, dass es nicht kennt, von dem nie einer sprach. Kann es sich entscheiden, wenn es nie eine Kirche für einen Gottesdienst besucht hat, kann es sich für eine Gemeinschaft entscheiden, die ihm völlig fremd ist.
Das ist immer das, was mich an dem Argument stört, wenn man sagt, dass die Kinder sich selbst entscheiden sollen.

In diesem Sinne,
herzliche Grüße
Tritonus

Hallo Simone,
zu Recht hat jemand Dich hier darauf aufmerksam gemacht, daß es schon wichtig idt, daß Ihr Euch Gedanken darüber macht, warum Ihr Eure Tochter taufen lassen wollt.
Unter Pfarrern und Theologen ist die Taufe von Kindern nichtkirchlicher Eltern immer eine Herausforderung. Man schiebt nämlich auch mal ganz schön Frust, wenn die Leute sich zwar - finanziell - nicht beteiligen wollen, aber zu wichtigen Anlässen doch ganz gerne eine Dienstleistung in Anspruch nehmen. Um so mehr jemand Praktiker ist, desto schwieriger ist es für ihn.
Aus meiner kurzen Praxiszeit und meinen Dikussionen innerhalb der - evangelischen - Kirche dazu folgendes:
Eine Taufe ist keine Hochzeit (da bin ich gut protestantisch und streng, wer hier nicht ansonsten in der Gemeinschaft lebt, muß schon sehr sehr Gute GRünde anbringen, warum er kirchlich heiraten will - da bekommt man aber Ärger mit den „Oberen“…).
Taufe ist ein Sakrament. Die Frage ist, was bedeutet die Praxis der Kindertaufe theologisch? Sicherlich nicht, die Sicherheit für die Kirche, daß das Kind auch christlich erzogen wird. Zwar sollten Eltern und Paten darüber gut nachdenken, aber auch Kirchensteuerzahler sind ja dafür keine Garantie.
Theologisch steht die Kindertaufe für das Prä der Gnade Gottes. D.h. Gott liebt und erlöst den Menschen, ohne das dieser etwas dafür getan hat. Mit der Taufe wird der Mensche als ein Kind Gottes „eingeschrieben“, es gehört, wie Du richtig festgestellt hat, unwiderruflich dazu.
Nun kann man fragen, was denn nun mit all den Ungetauften ist. Zumindest meiner Überzeugung nach gilt die Gnade unterschiedslos, egal ob Taufe oder nicht. Das Bewußtsein des Getauftseins jedoch sollte - und hier setzt dann christliche Erziehung an - ein Trost für ein Leben voller Herausforderungen sein. Auf seine großen Selbstzweifel hat Luther z.B. immer nur ein „baptismus sum“ als Trost gehabt.
Die Kirchen, auch die evangelischen, gehen darüber hinaus von der Heilsnotwendigkeit der Taufe aus. Zumindest von meiner Kirche fordere ich, daß, solange sie das tut, auch jedes Kind, daß von den Eltern zur Taufe gebracht wird, zu taufen. Sippenhaft darf es hier nicht geben, da es ja um das Seelenheil des Menschen geht (hier ist also der UNterschied zu einer Hochzeit).

Grüße,
Taju

Hallo Tritonus.

Meine Frage ist dann hier: Kann sich ein Kind denn für etwas
entscheiden, dass es nicht kennt, von dem nie einer sprach.
Kann es sich entscheiden, wenn es nie eine Kirche für einen
Gottesdienst besucht hat, kann es sich für eine Gemeinschaft
entscheiden, die ihm völlig fremd ist.

spätestens in der Schule kommt das Kind mit anderen, „christlich erzogenen“ Kindern zusammen. Und es wird dem Kind nicht entgehen, dass diese in eine Kirche gehen, um dort einen Gottesdienst zu besuchen.
Das ist dann die Gelegenheit, Fragen zu stellen.
Einen Gottesdienst darf man auch als Ungetaufter besuchen.
Und wenn ihm das gefällt, kann es sich ja taufen lassen.

Das ist immer das, was mich an dem Argument stört, wenn man
sagt, dass die Kinder sich selbst entscheiden sollen.

Da reden die Leute immer von Freiheit und Selbstbestimmung und in diesem Fall wäre das nicht möglich?

Gruss Harald

Hallo,

ich verfolge eure Diskussion auch schon ein ganze Weile und denke, dass es schon Aufgabe der Eltern ist dem Kind erstmal einen Grundstein zu legen. Dem Kind etwas mitgeben wovon man selbst überzeugt ist ist Aufgabe der Eltern um eine (aus ihrer Sicht) gute Erziehung zu gewährleisten.

Ich denke auch dass das Kind - wenn es als Baby getauft wurde auch später eher über die Sache nachdenkt und dann einen Enschluss fasst: Ich steige aus/ich wechsle…
als wenn es nicht getauft ist und auch sonst nie mit der Kirche in berührung gekommen ist.

Es ist ja so (bitte korrigiert mich falls nicht):
Wer getauft ist kommt ganz automatisch zur Konfirmation/Kommunion in einem Alter in dem es sich schon zu einer Persönlichkeit entwickelt hat und wird somit gezwungen sich selbst die Frage zu stellen: ok - ich mach die Konfirmation oder - nein - ich steige aus.

Wenns aber so ist, dass die Eltern aus Überzeugung aus der Kirche ausgetreten sind - dann sollte das Kind auch nicht getauft werden denn (siehe oben) dann wäre es aus Sicht der Eltern nicht die beste Erziehung.
Schade wäre wenn das Kind aufgrund dessen sich niemals mit dem Thema beschäftigt.
(ein kleiner Teufelskreis)

cheers, silke

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Hallo Silke,

Ich denke auch dass das Kind - wenn es als Baby getauft wurde
auch später eher über die Sache nachdenkt und dann einen
Enschluss fasst: Ich steige aus/ich wechsle…

in der Praxis finden sich aber immer wieder Menschen, die nicht darüber nachdenken.

als wenn es nicht getauft ist und auch sonst nie mit der
Kirche in berührung gekommen ist.

Ich meine, dass es schon sehr schwer sein muss, in unserer Kultur nicht mit der Kirche in Berührung zu kommen.

Es ist ja so (bitte korrigiert mich falls nicht):
Wer getauft ist kommt ganz automatisch zur
Konfirmation/Kommunion in einem Alter in dem es sich schon zu
einer Persönlichkeit entwickelt hat und wird somit gezwungen
sich selbst die Frage zu stellen: ok - ich mach die
Konfirmation oder - nein - ich steige aus.

Es ist eher so, dass die Kinder automatisch zur Konfirmation gehen, weil es eben so Brauch ist. „Die anderen machen das auch!“ -> Gruppendynamik

Manche sehen auch mehr die Geschenke im Vordergrund.

Wenns aber so ist, dass die Eltern aus Überzeugung aus der
Kirche ausgetreten sind - dann sollte das Kind auch nicht
getauft werden denn (siehe oben) dann wäre es aus Sicht der
Eltern nicht die beste Erziehung.

Zustimmung.

Schade wäre wenn das Kind aufgrund dessen sich niemals mit dem
Thema beschäftigt.

Natürlich, aber es ist genau so schade, wenn das Kind nie darüber nachdenkt, warum es getauft wurde.

Gruss Harald

Hi Harald,

„Ich meine, dass es schon sehr schwer sein muss, in unserer Kultur nicht mit der Kirche in Berührung zu kommen.“

hm… bin mir ehrlich gesagt nicht so sicher. früher war das bestimmt so, aber heute werden viele Kinder ganz ohne Religion (aus der Überzeugung der Eltern) erzogen, und oftmals denken die tatsächlich niemals darüber nach. klar wissen sie dass es Kirchen gibt, mehr aber auch nicht.
Sätze wie:
„ich brauch keine Kirche - ich komm auhc so gut zurecht“
„die wolle doch nur mein Geld“
„da gehnn doch nur Alte leute hin“

tauchen ständig auf: aber die sind doch meistens nur nachgeplappert - das hat sich doch kaum einer wirklich gut überlegt.
ich unterstelle das einfach mal. (man sieht es den leute ja auhc oft an wie ernsthaft sie sowas sagen)

" Es ist eher so, dass die Kinder automatisch zur Konfirmation gehen, weil es eben so Brauch ist"

bitte korrigiert mich - ich weiss nicht mehr wie das bei mir war:
aber wenn man getauft ist bekommt man doch von der Kirche bestimmt einen Brief deswegen. wer nicht getauft ist, bekommt der solch einen Brief? Bekommt man überhaupt einen Brief?

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Silke,

Sätze wie:
„ich brauch keine Kirche - ich komm auhc so gut zurecht“
„die wolle doch nur mein Geld“
„da gehnn doch nur Alte leute hin“

tauchen ständig auf: aber die sind doch meistens nur
nachgeplappert - das hat sich doch kaum einer wirklich gut
überlegt.

genau das kann man auch von getauften Menschen hören.
Das allein wäre also noch kein Argument für die Taufe.

Hingegen hört man auch oft:
„ich bin getauft und das genügt.“

Hätten solche Leute sich vor der Taufe Gedanken machen müssen, ob sie getauft werden wollen, käme es vielleicht zu einer Bewusstseinsbildung, was Taufe bedeutet.

bitte korrigiert mich - ich weiss nicht mehr wie das bei mir
war:
aber wenn man getauft ist bekommt man doch von der Kirche
bestimmt einen Brief deswegen. wer nicht getauft ist, bekommt
der solch einen Brief? Bekommt man überhaupt einen Brief?

dazu kann ich jetzt leider gar nichts sagen.
Bei uns in Österreich wird das ja alles über den Religionsunterricht in der Schule geregelt.

Gruss Harald