Hi Mike,
tut das nicht jeder Drehbuchautor, Regisseur, Autor?
Es gibt keine geschichtlichen Beweise über Arthus, Sohn des Pendragon und Lady Viviane. Tintagle ist alt, Reste kann man noch sehen, kommt aber als Geburtsort nicht in Frage, weil nicht alt genug. Alleine der Name Arthus ist unbekannt in historischen Quellen. Camelot gab es nie, die Tafelrunde auch nicht, Lancelot, Parsival, Merlin und Morgaine sind „Geister aus einer anderen Märchenwelt“, höchstwarscheinlich der bretonischen (keltischen), inkl. christliche Einflüsse (Gral).
Wenn du ganz tief bohrst dann ist die erste Arthus-Saga auch nur ein Zusammenpappen von „Sagenvorlagen“ aus mündl. Überlieferung, mit Minnedienst, mittelalterlichen Werten und viel Phantasy. Malory war der erste Phantasyschreiber des Mittelalters mit dieser Geschichte.
Die Grundzüge der Arthuslegende gehen auf alte, vielleicht sogar vor-keltische, Sagen und Mythen zurück. Und sie ist deshalb so beliebt und aktuell, weil sie alles beinhaltet was den Menschen „bewegt“, selbst Inzest.
Daher kann, gerade bei Arthus, Merlin & Co. jeder mit vollem Recht daherkommen und aus dem Stoff machen was er will und was sich verkaufen lässt.
Schade finde ich immer nur die Ausarbeitung des Stoffes, das schwarz/weiss malen, die Angst sich mit der Warscheinlichkeit der Mytheninhalte filmisch zu beschäftigen. Darauf warte ich noch, das wäre ein Film der nicht „nur“ mit Action unterhält, der unter die Haut gehen könnte.
Aber Action ist schneller, billiger (?), einfacher zu drehen und erfolgreicher an der Kinokasse. Die Leute wollen im Kino Abwechslung und Action, kein niveauvolles Dokudrama und das ist nunmal die Ausrichtung der Produzenten!
Gruß
Helena