Hallo,
ganz unten hier im Brett steht noch meine Frage „Kippa für Nichtjuden“, die ich wegen meiner Teilnahme gestern an einer Gedächtnisfeier zur Reichskristallnacht gestellt hatte. Iris hatte mich gebeten, zu berichten, und Harald den Absatz deswegen vor dem Versinken ins Archiv bewahrt. Weil da unten aber kaum noch jemand hinguckt und ich zwei neue Fragen habe, melde ich mich hier.
Es waren etwa 300 bis 350 Personen da, die Männer hielten sich alle an das Kopfbedeckungsgebot. Es waren zwei dabei, von denen ich weiß, dass sie keine Juden sind, die Kippa trugen, das fiel aber nicht sonderlich auf.
Die Kränze wurden zu Anfang niedergelegt, dann hielt die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde eine kurze Ansprache. Danach kündigte ein Mann ein hebräisches Lied und den oder das Chadish an (so habe ich das verstanden). Die Veranstaltung fand ihre Fortsetzung in einer nahe gelegenen Kirche, an der aber nur noch rund hundert Personen teilnahmen. Hier hielt der Oberbürgermeister eine Ansprache, und dann eine Frau Dr. Lidia Benjamin aus Bukarest in recht gutem Deutsch ein Referat über die Verfolgung der Juden von 1940 bis 1944 in Rumänien, die Zeit in der es mit dem Deutschen Reich verbündet war.
Stellen sich mir zwei neue Fragen:
Was ist der oder das Chadish (oder so ähnlich)?
Wieviel Hebräisch versteht eigentlich ein nicht sonderlich religiös orientierter nichtisraelischer Jude? In der katholischen Kirche wurden die Messen bis vor einigen Jahrzehnten ja auf Lateinisch gehalten, und ein älterer Katholik erzählte mir mal, er hätte damals absolut nichts verstanden. Versteht ein Jude in der Synagoge auch nichts?
Grüße
Carsten
