Gemach
Hallo Ralf,
Oder Du
kennst sie, und dann ist das, was du hier betreibst,
unverschämte Geschichtsklitterung.
Na, na, lassen wir mal die Kirche im Dorf und zitieren die Quelle:
„Wer die Rasse, oder das Volk, oder den Staat, oder die Staatsform, die Träger der Staatsgewalt oder andere Grundwerte menschlicher Gemeinschaftsgestaltung […] aus dieser ihrer irdischen Wertskala herauslöst, sie zur höchsten Norm aller, auch der religiösen Werte macht und sie mit Götzenkult vergöttert, der verkehrt und fälscht die gottgeschaffene und gottbefohlene Ordnung der Dinge.“
(Mit brennender Sorge, Ziffer 12)
Du schreibst:
Kein Wort von „Rassismus“ - geschweige denn,
dass irgendwo im Text das Wort „Juden“ oder „jüdisch“
auftaucht.
Also? Wie können gerne diskutieren, aber bitte schön wissenschaftlich und nicht unter der Gürtellinie.
Auch wenn die Sprache der Enzyklika geschwollen ist, z.T. verquer daher kommt - geschenkt. Aber wie heißt schon im NT? Wer Ohren hat, der höre. Ich denke schon, dass die Zeitgenossen wussten, was gemeint ist.
Quellenkritik bedeutet ja, die Quelle in ihre Zeit (1937: nach den Rassegesetzen, vor der „Kristallnacht“), Umstände (Vervielfältigung und Veröffentlichung in einem totalitären Staat) und ihre Absichten (es noch einmal im Guten zu versuchen) einzuordnen.
Noch eine persönliche Bemerkung. Ich gebe zu: mir passen die ganzen besserwisserischen Magister-Historiker (bin selbst einer) nicht, die natürlich präzise nachweisen und anklagen, wie man (im Zweifel sie selbst) es damals richtigerweise gemacht hätte.
Gruß,
Andreas