Kirchenaustritt

Hallo!Ich selbst bin erst kürzlich aus der Kirche ausgereten.Meine Großmutter war überzeugte Katholikin und eine Tante von mir ist seit vielen Jahren in einem Kloster.Vor wenigen Tagen erst verstarb meine Schwiegermutter nach einer langen und sehr schmerzhaften Krankheit.Wir mußten dann feststellen das vor Gott nicht alle Menschen gleich sind.Da sie keiner Kirche angehörte war kein Pastor oder Pfarrer bereit die Beerdigung zu übernehmen.In unserer Trauer waren wir ganz allein und ich weiß das mein Schritt aus der Kirche auszutreten der richtige war.Denn auch meine Schwiegermutter war getauft und nur durch Ihre Heirat mit einem Zeugen Jehovas aus der Kirche ausgeschlossen worden.

Bitte nicht verwechseln!

Wir mußten dann
feststellen das vor Gott nicht alle Menschen gleich sind.Da
sie keiner Kirche angehörte war kein Pastor oder Pfarrer
bereit die Beerdigung zu übernehmen.

Hallo Gisela,

vor Gott sind alle Menschen gleich!!

Und zwar nicht nur, ungeachtet welcher Religion er angehört, sondern auch ungeachtet der Art wie er beerdigt wurde.

Dass sich allerdings kein Pfarrer zuständig fühlte, liegt daran, dass die Religion institutionalisiert wurde.
Wer kein Mitglied ist, hat auch keine Rechte. Leider ;-((

Gruss Harald

Gulp und hallo,

Recht muss ich ihm geben.
Vor Gott sind alle gleich.
Das sich kein Pfarrer gefunden hat, obwohl sie doch von Berufswegen immer von Menschlichkeit und Nächstenliebe predigen, ist allerdings echt hart. Aber die Kirche besteht aus einzelnen Menschen und man muss klar deferenzieren, was sagt der Mensch und was sagt der Glaube oder irre ich mich?

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Hi,
du sprichst über 2 unterschiedliche Themen. Das eine ist der Glaube an und für sich, das andere betrifft die Kirche als Institution.
Der Glaube ist eine persönliche Sache. Man braucht weder die Kirche noch die Meinung eines anderen, weil jeder Mensch ein eigenes Gottesbild hat. Auch der Atheist hat seine Vorstellung vom Überirdischen, selbst wenn er nicht an ein Leben nach dem Tod glaubt. Der Mensch setzt sich sein Leben lang mit dem Glauben und den Religionen auseinander. Dieser Prozeß hat bei dir zur Zeit viel Frust erlebt. Das ist verständlich. Aber es wird sich wieder ändern. Die Lebenserfahrung und die Erfahrung von Gott geht ja weiter. Sie hört heute und mit dem heute Erlebten nicht auf.
Das andere Thema ist die Kirche. Hierbei gebe ich dir Recht. Es ist der richtige Schritt gewesen, aus diesem Verein auszutreten.
Wenn ich Mitglied eines Vereins bin, kann ich von dort Unterstützung erwarten, wenn ich diese brauche und wenn der Verein gerade diesen Bereich für sich in Anspruch nimmt.
Es ist bezeichnend für die Kirche des 21. Jahrhunderts, arrogant und herablassend mit ihren Gläubigen umzugehen. Ich habe vor einiger Zeit die Enzyklika des Papstes „Dominus Jesus“ gelesen und bin erschüttert, wie weltfremd dieser alte Mann in seiner Kirche herrscht. Ich möchte diesem Verein, aus dem ich vor 30 Jahren ausgetreten bin, nicht wieder angehören.
Gruß,
Francesco

Beerdigungen von Nichtkirchenmitgliedern
Hallo Gisela,

wenigen Tagen erst verstarb meine Schwiegermutter nach einer
langen und sehr schmerzhaften Krankheit.Wir mußten dann
feststellen das vor Gott nicht alle Menschen gleich sind.Da
sie keiner Kirche angehörte war kein Pastor oder Pfarrer
bereit die Beerdigung zu übernehmen.In unserer Trauer waren
wir ganz allein und ich weiß das mein Schritt aus der Kirche
auszutreten der richtige war.Denn auch meine Schwiegermutter
war getauft und nur durch Ihre Heirat mit einem Zeugen Jehovas
aus der Kirche ausgeschlossen worden.

Beerdigungen bei Nicht-Kirchenmitgliedern sind mittlerweile ansich durchaus nicht unüblich, Ich weiss jetzt nicht, warum das gerade bei euch nicht geklappt hat.

Andererseits gehe ich erstmal davon aus, dass Menschen, die nicht (mehr)in der Kirche sind, auch nicht kirchlich beerdigt werden wollen. Ich kenne genug Leute, die es sich tunlichst verbitten lassen würden, nach ihrem Tod kirchlich beerdigt zu werden, nur weil die Verwandten das wollen. Schließlich hatten die ja einen relevanten Grund aus der Kirche auszutreten. Die Kirche ist ja eine Glaubens-Gemeinschaft.

Es gibt ansonsten mittlerweile auch Angebote für Nichtgläubige und andere Menschen, ohne kirchliche Zeremonien einen geliebten Menschen zu beerdigen.

Viele Pfarrer beerdigen Nicht-Kirchenmitglieder aber manchmal trotzdem, schlicht und einfach aus seelsorgerischen Gründen gegenüber den Hinterbliebenen.

Sträflich finde ich an der Sache also weniger die Nicht-Beerdigung eines Nicht-Kirchenmitgliedes, sondern das Im Stich-Lassen der Angehörigen, die seelsorgerischen Trost gebraucht hätten. Wobei ich jetzt natürlich nicht die genauen Umstände kenne, wie sehr du so einen Trost dann überhaupt noch annehmen wolltest. (Wenn du sagst sagst, dass du auch aus der Kirche ausgetreten bist)

Dass jemand aus der Kirche ausgeschlossen wird, weil er mit einem Nicht-Kirchenmitglied verheiratet ist, glaube ich ehrlich gesagt nicht. Da würden mich zumindest die näheren Umstände interessieren.

Viele Grüße,

Barbara

Mir kommen die Traenen…

Hallo!Ich selbst bin erst kürzlich aus der Kirche
ausgereten.Meine Großmutter war überzeugte Katholikin und eine
Tante von mir ist seit vielen Jahren in einem Kloster.Vor
wenigen Tagen erst verstarb meine Schwiegermutter nach einer
langen und sehr schmerzhaften Krankheit.Wir mußten dann
feststellen das vor Gott nicht alle Menschen gleich sind.Da

Wieso vor Gott? Wo spielt Gott da eine Rolle? Die Tatsache das Kirchenleute(also Menschen) die Beerdigung nicht uebernehmen wollten sagt doch nichts ueber Gottes Meinung dazu aus…

sie keiner Kirche angehörte war kein Pastor oder Pfarrer
bereit die Beerdigung zu übernehmen.In unserer Trauer waren

Was ich mich frage, da sie zu den Zeugen Jehovas gehoerte, machen die nicht auch Beerdigungen? Es waere doch passend gewesen dass von dort einer die Sache in die Hand genommen haette.

wir ganz allein und ich weiß das mein Schritt aus der Kirche
auszutreten der richtige war.Denn auch meine Schwiegermutter

Nun, ich verstehe nicht wieso Du so viel Wert auf einen Pastor oder Pfarrer legst, der ja deine Schwiegermutter nicht kannte(da diese ja nicht in der Kirche war). Der haette doch sowieso entweder nur eine Allgemeine Predigt gehalten oder was vom Himmel gelogen nach dem Motto „Was wir wieder fuer einen lieben Menschen verloren haben.“ Es ist nun mal so, nirgends wird soviel gelogen wie bei einer Beerdigung(Zitat eines Pastors). Suchst du Seelsorgerliche Unterstuetzung wird sich dein Pastor/Pfarrer(da du ja noch vor kurzem in die Kirche gingst) sicherlich zu einem persoenlichen Gespraech bereit erklaeren…

war getauft und nur durch Ihre Heirat mit einem Zeugen Jehovas
aus der Kirche ausgeschlossen worden.

Nun, ich finde es gibt etliche Gruende aus der Kirche auszutreten, aber die Gruende die Du nennst sind einfach nur KINDISCH. Im grunde hast Du wie ein kleines Kind reagiert, dass enttaeuscht wurde, und sozusagen als Rache jetzt die Kirche verlaesst.

Tut mir leid, ich war sehr direkt, der Text klingt haerter als wenn ich mit Dir haette persoenlich sprechen koennen…

Gruss Abe…

PS: ich bin selbst nicht Mitglied in den offiziellen Kirchen sonder gehe in eine kleine freie Gemeinde, die sich selbst ueber Wasser halten muss…

Dass jemand aus der Kirche ausgeschlossen wird, weil er mit
einem Nicht-Kirchenmitglied verheiratet ist, glaube ich
ehrlich gesagt nicht. Da würden mich zumindest die näheren
Umstände interessieren.

Viele Grüße,

Barbara

Liebe Barbara,

1970 habe ich als Katholikin meinen evangelischen Mann geheiratet
und wir wurden evangelisch getraut.
So weit - so gut.

1975 starb meine Mutter. Als ich mit meinem Vater bei unserem kath.Gemeindepfarrer war um die Beerdigung zu besprechen, fragte
dieser meinen Vater nach seiner Tochter und ob diese auch an der Beisetzung teilnehmen würde.
Daraufhin fragte mein Vater den Pfarrer, welche Tochter er denn meine, denn er habe davon zwei und einen Sohn.

Darauf sagte der Pfarrer, in unserem Kirchenarchiv ist nur von einer Tochter die Rede, von den anderen zwei Kindern wisse er nichts.
Mein Vater reagierte sehr empört darüber und sagte dem Pfarrer, daß alle drei Kinder in dieser Gemeindekirche getauft und zur ersten hl. Kommunion gegangen sind.
Dann fragte ich, ob es vielleicht damit etwas zu tun habe, daß mein Bruder und auch ich ev. getraut wurden.
Da erhellte sich das Gesicht des Gottesmannes und er erwiderte:

„Sicher, denn durch die ev. Heirat wurden sie beide exkommuniziert und sind seit der Zeit für die kath. Kirche nicht mehr existent.“

Soviel zu Deiner Aussage, daß Du nicht glaubst, daß man durch eine anderweitige kirchl. Heirat aus der vorherigen Kirche ausgeschlossen wird.

Viele Grüße

Hannelore

‚Mischehen‘
Hallo Hannelore,

ich wollte niemand Unwahrheit oder so unterstellen. Ich habe nur selbst 1 1/2 Jahre als Hiwi in einem Landeskirchlichen Zentralarchiv gearbeitet- allerdings evangelisch- und hatte da ne Menge „Mischehen-Akten“ zu verzeichnen (so hieß das noch weit in die 1970er, wenn Katholiken und Protestanten untereinander heirateten!!). Und zwar aus dem Zeitraum Anfang/Mitte des 19. Jahrhunderts- bis Mitte der 1970er. Ich versichere dir, dass es hier nie zu einem Kirchenzwangsaustritt kam, ich habe auch den umgekehrten Fall: sie/er katholisch und musste aus seiner, der katholischen, Kirche raus, nie gesehen. Im Gegenteil, die Pfarrer und die Priester stritten sich höchst hefig darüber, wer die Kinder zur Taufe „bekommt.“ Was ja eine andere Politik gegenüber den „Mischgehelichten“ voraussetzt.

Beste Grüße, Barbara

Hallo Barbara,

ich wollte niemand Unwahrheit oder so unterstellen. Ich habe
nur selbst 1 1/2 Jahre als Hiwi in einem Landeskirchlichen
Zentralarchiv gearbeitet- allerdings evangelisch- und hatte da
ne Menge „Mischehen-Akten“ zu verzeichnen (so hieß das noch
weit in die 1970er, wenn Katholiken und Protestanten
untereinander heirateten!!).

Die Anerkennung der Mischehen lief, glaube ich, ab ca. Mitte der 70er Jahre. Da ich aber 1970 geheiratet hatte und 1975 vom Pfarrer meiner ehemaligen Kirchengemeinde erfahren hatte, daß ich in der Kirchenkartei überhaupt nicht existiere gehörte ich also noch zu dennen die exkommuniziert wurden, wenn sie eine Mischehe eingingen.

Und zwar aus dem Zeitraum

Anfang/Mitte des 19. Jahrhunderts- bis Mitte der 1970er. Ich
versichere dir, dass es hier nie zu einem
Kirchenzwangsaustritt kam, ich habe auch den umgekehrten Fall:
sie/er katholisch und musste aus seiner, der katholischen,
Kirche raus, nie gesehen. Im Gegenteil, die Pfarrer und die
Priester stritten sich höchst hefig darüber, wer die Kinder
zur Taufe „bekommt.“ Was ja eine andere Politik gegenüber den
„Mischgehelichten“ voraussetzt.

Diese andere Politik setzte leider erst in der Mitte der 70er
ein.

Liebe Grüße

Hannelore