es gab mal einen fall in bayern.
hier war eine putzstelle in einem kindergarten ausgeschrieben.
einzige bewerberin war ein türkische frau. diese wurde mit der
begründung nicht katholisch zu sein nicht eingestellt.
war damals ganz groß in der örtlichen presse. man sprach da
sogar von katholische intoleranz.
Hi allerseits,
da fällt mir eine Anekdote eines englischen (oder irischen?) Komikers ein: Das Ganze spielt in Südafrika (mit Apartheid) oder in einem US-Südstaat der frühen 60er Jahre. Ein (natürlich weißer) Pfarrer betritt seine Kirche und sieht im Vorraum einen kleinen schwarzen Jungen mit einem Lappen den Boden wischen. Ruft der Pfarrer erstaunt: „Was machst du denn hier? Weißt du nicht, dass diese Kirche nur für Weiße ist?“ Antwortet der Junge: „Ja, aber ich putze hier doch nur!“ „Ach so,“ sagt der Pfarrer erst verständnisvoll nickend, dann streng: „aber dass du mir ja nicht betest!“
Ich denke mal, wen eine Statistik darüber geführt wird,
wieviel der Schäflein überhaupt noch in die Kirche gehen,
Es gibt regelmäßig Besucherzählungen in den Gottesdiensten. Die Zahl liegt bei -grober Durchschnitt- etwa 10% der Gemeindemitglieder. Das mag nicht unbedingt das non plus ultra eines Kriteriums sein, aber gemessen an der Mitglieder-Mobilisierung anderer Organisationen ist das immer noch viel.
Martin
Meiner Meinung nachtreten viele(junge) Leute aus der Kirche aus weil sie sich nicht mehr mit Ammenmärchen oder Gruselgeschichten beeindrucken lassen. Die Leute sind besser informiert und lassen sich nicht mehr von alten Männern in Röcken bevormunden.
Meiner Meinung nachtreten viele(junge) Leute aus der Kirche
aus weil sie sich nicht mehr mit Ammenmärchen oder
Gruselgeschichten beeindrucken lassen. Die Leute sind besser
informiert und lassen sich nicht mehr von alten Männern in
Röcken bevormunden.
es gibt aber auch eine soziale, kulturelle und traditionelle
religiositaet. man kann ueberzeugt sein, dass dieser und jener
glaubensinhalt ein maerchen ist, aber nichtsdestotrotz mitglied
einer gemeinde sein, weil man entweder die tradition
aufrechterhalten will oder eingebettet in ein soziales umfeld ist.
auf der anderen seite sind gewisse elemente des (christlichen)
glaubens immer noch fest in der (oesterreichischen) gesellschaft
verankert. wenn nur mehr 10% mitglieder in kirchen sind und dies
mit fehlendem glauben zu tun haben soll, muesste weihnachten nur
mehr in jeder 10. familie gefeiert werden. dem ist aber nicht so.
die wenigsten sind so konsequent, nach dem austritt ein voellig
areligioeses leben zu fuehren.
deswegen glaube ich im konkreten falle der kirche, dass nicht
sosehr das fehlen des glaubens die ursache fuer die kirchenflucht
ist, sondern das zerbrechen sozialer strukturen. die gemeinde hat
ihre bedeutung verloren. traditionen verlagern sich in die
familien. weniger religioes (im sinne von gelebter tradition)
sind die menschen aber nicht unbedigt, wohl aber weniger glauebig.
Hatte eigentlich vor, meinen Sohn nicht taufen zu lassen, da die kirchliche Vertretung auf Erden mir massives Bauchweh bereitet. Zum Schulanfang versuchte ich mit dem Pfarrer zu verhandeln, um einen Besuch des Religionsunterrichts, und dadurch eine gute Basis für eine freiwillige Entscheidung meines Kinder pro oder kontra Kirche zu erreichen. Knallhart wurde mir gesagt, daß er entweder getauft ist, und die 3 Stunden Religionsunterricht besuchen, oder aber 3 Stunden pro Woche vor der Türe sitzen kann. Da in einer Niederbayrischen Dorfschule keine Alternative wie Ethikunterricht angeboten wird, (wohl auch deshalb, weil der Ausländeranteil gegen 0 tendiert) blieb mir nichts anderes übrig, als ihn mit 6 Jahren taufen zu lassen.Wer seine Mitglieder mit solch unlauteren Mitteln einfängt, darf sich nicht wundern, wenn sie ihm wieder weglaufen. Dabei hätte der unverbindliche Unterricht ein echtes und überzeugtes Mitglied hervorbringen können. Warum haben die wohl selbst so wenig Vertrauen in ihre Botschaft? Johanna
wurde mir gesagt, daß er entweder getauft ist, und die 3
Stunden Religionsunterricht besuchen, oder aber 3 Stunden pro
Woche vor der Türe sitzen kann.
Das darf die Schule doch nicht, so weit ich das noch weiß. Entweder auf die Eckstunden legen, mitmachen lassen oder Einzelbetreuung.
Wobei, das ist natürlich graue Theorie. Die ‚Folgen‘, auch für das Kind, sind ja im Falle der konsequenten Auseinandersetzung bestimmt nicht so angenehm.
Wer seine Mitglieder mit solch unlauteren
Mitteln einfängt, darf sich nicht wundern, wenn sie ihm wieder
weglaufen.
Richtig.
Warum
haben die wohl selbst so wenig Vertrauen in ihre Botschaft?
Ich glaube mal, da fehlt weniger das Vertrauen in die Botschaft an sich, als in die Art und Weise der Vermittlung.
Hallo, Johanna,
Um es vorweg zu sagen ich bin kein Kirchenmitglied, aber protestantisch erzogen.
Wir haben unseren Sohn bewußt als „Heidenkind“ groß werden lassen. Aber wir haben darauf bestanden, dass er am Religionsunterricht in der Schule teilnimmt. Denn schließlich muß er ja seine erwachsene Entscheidung für oder gegen eine Kirche auf solide Informationen gründen können.
Religionsunterricht ist auch in Bayern nicht unbedingt eine Indoktrination. Die Lerninhalte sind auch dort festgelegt.
Allerdings halte ich es schon für wichtig, dass dem Kind klargemacht wird, warum die Eltern nicht in der Kirche sind, welche Gründe sie dafür haben.
Dem Kind eine Sonderrolle in der Klasse zuzuweisen, dadurch dass er sozusagen teilweise außerhalb der Klassengemeinschaft steht, halte ich gerade auf dem Land für nicht ganz unproblematisch für das Kind und seine Entwicklung.
Grüße
Eckard