Kirchenaustritte

ich habe diese Woche in einer Studie gelesen, dass sich, hier am beispiel Würzburg als Bischofsstadt,(Erzbischiff Paul-Werner Scheele), die Zahl der Kircaenaustritte letztes Jahr bei fast 600 lag.
Eine Steigerung zum Vorjahr um 8%.
Allein nur an den Steuern liegt das nicht.
Was sind denn die Gründe dieser „Kirchenflucht“?

Anm: Ich selbst bin schon in den 80ern ausgetreten. Und im Brett „Ämter und Behörden“ gab es vor kruzem schon einmal eine kleine Diskussion - wegen dem „Wie“ trete ich aus, nicht „Warum“.

Hi legionaer,

Austritte kann ich NICHT beurteilen, denn unsere Kirche hat geradezu ’ extrem hohe, heisst Zuwaechsraten in Millionenhoehen per anno seit Jahren, insbesondere in Suedamerika und Asien.

Mag’ sein, dass Menschen Glauben zu wenig verstehen, und manche Kirchen das nicht ‚abfangen‘ koennen, schade.

Bye
Hans

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Hallo!

Allein nur an den Steuern liegt das nicht.

Das ist sicher richtig. Aber die steuerlichen Aspekte können natürlich oft der ‚Auslöser‘ sein. Wenn die Steuern hoch gehen, steigen auch die Kirchenaustrittszahlen.

Was sind denn die Gründe dieser „Kirchenflucht“?

Eigentlich müsste man das ja die fragen, die austreten. Aber ich denke mal, das sind weniger ‚theologische‘ Gründe als ganz praktische Erfahrungen. Oder sagen wir mal, ganz konkrete Verärgerung. Kein Platz im Kindergarten, kein Pfarrer bei der Beerdigung, und und und
Es gibt wohl auch hier und da positive Erfahrungen, Wiedereintritte gibt es auch.

Martin

Was sind denn die Gründe dieser „Kirchenflucht“?

vielleicht sollte man statistiken fuehren. keine ahnung, ich kann
nicht ueber andere leute befinden. ich jedenfalls bin aus
ueberzeugung ausgetreten. wenn man allerdings sagt, man sei raus,
denken die meisten automatisch, es waere wegen der steuer
(studenten zahlen aber gar keine), oder weil man mit gewissen
interna nicht einverstanden ist. das trifft nicht auf mich zu.
ich akzeptiere, was die kirche intern tut oder laesst, aber ich
selbst will aus persoenlichen gruenden nicht dabei sein.

machen wir doch hier eine umfrage :smile:

Millionenhoehen per anno seit Jahren, insbesondere in
Suedamerika und Asien.

ich habe speziell die amtskirche hier in deutschland gemeint.
bei den anderen staaten und kontinenten kenne ich die zahlen nicht.

machen wir doch hier eine umfrage :smile:

das traf auch auf mich zu.
das ist Šhnlich einem verein oder club.
wenn man merkt, dass man sich mit der grundidee nicht anfreunden kann oder diese einfach nicht glauben bzw verstehen kann ( bei mir aufgrund meiner schulischen, hier recht naturwissenschaftlichen, ausbildung), dann tritt man halt aus.

anderer grundgedanke: kann ich denn nicht auch ohne die kirche an gott glauben und beten?

wenn man merkt, dass man sich mit der grundidee nicht
anfreunden kann oder diese einfach nicht glauben bzw verstehen
kann, dann tritt man halt aus.

ja, wenn man ehrlich gegenueber sich selbst ist. es gibt jedoch
nach wie vor eine menge opportunisten, die aus berechnung
katholisch bleiben, um sich vorteile, zb. einen arbeitsplatz, zu
sichern. (dass lezteres ueberhaupt moeglich ist, ist uebrigens
ein skandal. ich kenne faelle persoenlich.)

anderer grundgedanke: kann ich denn nicht auch ohne die kirche
an gott glauben und beten?

klar, was denkst du, dass die restlichen dreiviertel der
weltbevoelkerung tun?

Hi

Allein nur an den Steuern liegt das nicht.

Nein…nicht nur, aber war auch ein Grund.

Was sind denn die Gründe dieser „Kirchenflucht“?

Der Glaube der Kirche ist nicht mein Glaube. Ausserdem wachse ich mit der Kirche auf, weil meine Eltern mich haben taufen/konfirmieren lassen…ich habe mich ja nie freiwillig dafür entschieden. Ich weiss, die Konfirmation ist eigentlich die persönliche Bestätigung der Taufe, aber mit 14 ist man meiner Meinung noch zu jung dafür.

Anm: Ich selbst bin schon in den 80ern ausgetreten. Und im
Brett „Ämter und Behörden“ gab es vor kruzem schon einmal eine
kleine Diskussion - wegen dem „Wie“ trete ich aus, nicht
„Warum“.

Aber das sagt doch schon alles: ich muss zum Amtsgericht, um aus der Kirche auszutreten. Warum ist dafür nicht die Kirche zuständig ?

Ciao
Holger

Hi

machen wir doch hier eine umfrage :smile:

*hehe*, klar, da mach ich doch mit. Also ich hab auch schon recht früh gemerkt, daß ich mich mit den Glaubensinhalten des Christentums nicht so recht anfreunden kann. Als kleines Kind hab ich natürlich erst mal alles geglaubt, was meine Eltern etc. mir erzählt haben (einschließlich Weihnachtsmann und Osterhase :smile:). Irgendwann wurde ich dann skeptisch. Zuerst hab ich gemerkt, daß mein Vater den Weihnachtsmann spielt, später (so mit Beginn der Pubertät) hab ich mich dann gefragt, ob an der Sache mit Gott mehr dran ist als an der mit dem Weihnachtsmann *lach*.

Habe für mich die Frage dann mit einem eindeutigen NEIN beantwortet. Anschließend habe ich auch aufgehört in die Kirche zu gehen, zu beten etc. (wozu, wenn es keinen Gott gibt??). Mit 18 bin ich dann endgültig ausgetreten.

Ein wichtiger Auslöser für meine Skepsis in bezug auf die Glaubensinhalte der katholische Kirche war übrigens das Frauenbild, das hier vertreten wurde (und immer noch wird). Ich war schon immer ziemlich selbstbewußt und das hat sich mit der Rolle der Frau in der kath. Kirche und so einigen Aussagen in der Bibel gebissen.

Daher habe ich angefangen, die Sache zu hinterfragen und dann immer mehr Punkte entdeckt, die mit meiner persönlichen Überzeugung nicht vereinbar waren. Bis ich dann schließlich bei der Frage nach Gott selber angekommen bin.

So, das müsste doch jetzt schon ein bisschen Stoff für eine kleine Studie geben, oder?

Viele Grüsse,
Lisa

Was sind denn die Gründe dieser „Kirchenflucht“?

Hallo

Ich würde sagen, weil Traditionen einfach nicht mehr viel zählen - und das meine ich noch nicht einmal negativ.

Die Art und Weise, wie die Amtskirche ihre Schäfchen bekommt (Babytaufe, Firmung oder Konfirmation) erzeugt fast zwangsweise jede Menge Karteileichen, also Menschen, die zwar zu Mitgliedern zählen, aber in Wirklichkeit nichts mit den Glaubensinhalten anfangen können. Dazu kommt noch, daß die Kirche sich kaum Mühe gibt, diese Glaubensinhalte echt zu vermitteln, vielmehr führt sie sich bestenfalls auf wie ein Sozialverein.

Früher ist man in der Kirche geblieben und Ostern und Weihnachten hingegangen - weil es eben so Tradition war.

Schaut man auf die Kirchen in Deutschland, die diese Strukturen nicht haben (freie-evangelische, Baptisten), dann stellt man hier eine Stagnation oder sogar Zuwachs der Mitgliederzahlen fest. Aber diese Kirchen befinden sich zahlenmässig natürlich auf einem viel niedrigeren Niveau als die Amtskirchen.

Gruß
Thomas

Hallo!

es gibt
jedoch
nach wie vor eine menge opportunisten, die aus berechnung
katholisch bleiben,

Die Menge halte ich für relativ überschaubar.
Sie ist sicher nicht größer, als die Menge derjenigen, die aus Berechnungen in einer Partei sind, in einer Gewerkschaft, in einem Taubenzüchterverein oder im Kinderschutzbund. Was aber in allen Fällen ja nicht per se den Sinn der Einrichtung in Frage stellen sollte.

um sich vorteile, zb. einen arbeitsplatz,
zu
sichern. (dass lezteres ueberhaupt moeglich ist, ist uebrigens
ein skandal. ich kenne faelle persoenlich.)

Wieso ist das ein Skandal? Ist das nicht völlig legitim? Kirche ist ein Tendenzbetrieb, na klar. Jede Gewerkschaft doch auch. Ist doch auch in Ordnung. (Daß dies an manchen Stellen zu absurden Auswüchsen führt, steht auf einem anderen Blatt.)
Martin

Sie ist sicher nicht größer, als die Menge derjenigen, die aus
Berechnungen in einer Partei sind, in einer Gewerkschaft, in
einem Taubenzüchterverein oder im Kinderschutzbund.

du bist auch deutscher. von der sitaution in oesterreich hast du
anscheinend keine ahnung. da ist es vielleicht so wie in bayern.

Was aber
in allen Fällen ja nicht per se den Sinn der Einrichtung in
Frage stellen sollte.

natuerlich nicht. jeder darf glauben, was er will, und diesem
glauben auch ausdruck veleihen, solange er keinem anderen damit
zu nahe tritt.

Wieso ist das ein Skandal? Ist das nicht völlig legitim?

dann ist es auch legitim, wenn einer keinen job kiegt, weil er
dick oder weiblich oder maennlich oder schwul oder glatzert oder
schwarz ist?

Aber das sagt doch schon alles: ich muss zum Amtsgericht, um
aus der Kirche auszutreten. Warum ist dafür nicht die Kirche
zuständig ?

es gibt kein ‚enttaufen‘ oder so. nach religioesen gesetzen gibt
es keinen austritt aus einer gemeinde, es sei denn du wirst
exkommuniziert oder trittst einer anderen glaubensgemeinschaft
bei (was einen ausschluss nach sich zieht).

der staat sorgt fuer dich dafuer, dass die kirche dich in ruhe
laesst. der ‚vereinnahmung der person‘ wird durch diese
‚amtshandlung‘ entgegengewirkt. der austritt kostet
oft auch verwaltungsgebuehren. das ist okay so, es geschieht zu
deinem wohl!

Hallo!

von der sitaution in oesterreich hast
du
anscheinend keine ahnung.

och, so ein wenig schon
Daß der Katholizismus da eine größere Rolle spielt, ist mir schon klar. Aber das ändert doch am Phänomen Opportunismus nichts.

jeder darf glauben, was er will, und diesem
glauben auch ausdruck veleihen, solange er keinem anderen
damit
zu nahe tritt.

Ja!

dann ist es auch legitim, wenn einer keinen job kiegt, weil er
dick oder weiblich oder maennlich oder schwul oder glatzert
oder
schwarz ist?

Im ‚Tendenzfall‘ ist das durchaus legitim. Frauenbeauftragte sollte schon eine Frau sein. Und das der Verein zur Förderung der Heterosexualität keinen Schwulen einstellt (zumindest nicht als Öffentlichkeitsreferen), ist doch wohl nachvollziehbar. (Das Beispiel ‚schwarz‘ hat allerdings eine ganz andere Qualität.)

Als Tendenzbetrieb darf ich doch wohl erwarten, daß sich Mitarbeiter/innen mit der Zielsetzung auch identifizieren. Zumindest dann, wenn sie auch noch ‚inhaltlich‘ tätig sind.
Wenn allerdings bei der Stadtverwaltung oder im Kieswerk Einstellungen von etwa der Religionszugehörigeit gemacht werden, dann ist das allerdings skandalös.

Martin

Als Tendenzbetrieb darf ich doch wohl erwarten, daþ sich
Mitarbeiter/innen mit der Zielsetzung auch identifizieren.
Zumindest dann, wenn sie auch noch ‚inhaltlich‘ t‰tig sind.
Wenn allerdings bei der Stadtverwaltung oder im Kieswerk
Einstellungen von etwa der Religionszugehˆrigeit gemacht
werden, dann ist das allerdings skandalˆs.

es gab mal einen fall in bayern.
hier war eine putzstelle in einem kindergarten ausgeschrieben. einzige bewerberin war ein türkische frau. diese wurde mit der begründung nicht katholisch zu sein nicht eingestellt.
war damals ganz groß in der örtlichen presse. man sprach da sogar von katholische intoleranz.

Hallo!

es gab mal einen fall in bayern.

Solche Fälle gab (gibt) es leider öfter, und nicht nur in Bayern.

hier war eine putzstelle in einem kindergarten ausgeschrieben.
einzige bewerberin war ein türkische frau. diese wurde mit der
begründung nicht katholisch zu sein nicht eingestellt.

Keine Frage, hier ist der Bogen natürlich hoffnungslos überspannt. Da hat die Tätigkeit nichts mehr mit dem Tendenzbetrieb zu tun. ‚Katholisch putzen‘ ist schon ne sehr abstruse Vorstellung.

Martin

Daß der Katholizismus da eine größere Rolle spielt, ist mir
schon klar. Aber das ändert doch am Phänomen Opportunismus
nichts.

doch! naemlich dass er haeufiger und ‚normaler‘ ist. in meiner
schule zb. hat es niemand gewagt, sich vom reli-unterricht
abzumelden. der direktor war religionslehrer. das keonnte boese
folgen haben, liess man uns durch die blume wissen. und das war
weder eine klosterschule noch irgendetwas dergleichen.

Im ‚Tendenzfall‘ ist das durchaus legitim. Frauenbeauftragte
sollte schon eine Frau sein. Und das der Verein zur Förderung
der Heterosexualität keinen Schwulen einstellt (zumindest
nicht als Öffentlichkeitsreferen), ist doch wohl
nachvollziehbar. (Das Beispiel ‚schwarz‘ hat allerdings eine
ganz andere Qualität.)

nein, warum? ganz und gar nicht! der auslaenderbeauftragte sollte
ruhig schwarz sein, das sieht besser aus. da hast du voellig
recht. und dass die kathpress nachschaut, dass ihre
schreiberlinge wohl auch katholen sind, ist auch okay. dagegen
sage ich ja nichts. der chef des islamischen kulturzentrums wird
kaum buddhist sein, und im zentralrat der juden werden keine
zeugen jehovas sitzen - logo.

die faelle, die ich kenne, sind aber ganz normale firmen, die
eine sekretaerin zb. brauchten. der boss sitzt im gemeinderat,
hat zugriff auf die daten der kirche, sieht nacht, ob die
bewerberin dabei ist. wenn nicht - pech gehabt. dass das so war,
hat sie hinterher ueber 5 ecken erfahren.

N’Abend!

Einigen wir uns doch einfach mal erst darauf, daß Opportunismus nichts erfreuliches ist.

in meiner
schule zb. hat es niemand gewagt, sich vom reli-unterricht
abzumelden. der direktor war religionslehrer.

Klar, viel katholisches Milieu, viel katholischer Opportunismus.
In meiner Schule war das Milieu sozialdemokratisch (jedenfalls stand das so in den Parteibüchern). Abmelden vom Reli-Unterricht war kein Problem, aber am ersten Mai nicht auf der Kundgebung…

die faelle, die ich kenne, sind aber ganz normale firmen, die
eine sekretaerin zb. brauchten. der boss sitzt im gemeinderat,
hat zugriff auf die daten der kirche

Da schließe ich mich der Beurteilung ‚skandalös‘ uneingeschränkt an. Aber das ist kein typisch katholisches Phänomen. Das ist grundsätzlich neben der Spur.

Tschö!
Martin

Da schließe ich mich der Beurteilung ‚skandalös‘
uneingeschränkt an. Aber das ist kein typisch katholisches
Phänomen. Das ist grundsätzlich neben der Spur.

ja… so habe ichs auch nicht gemeint. was soll schon typisch
katholisch sein? jede gruppe bleibt erstmal unter sich, das ist
voellig normal. das problem ist eher, dass dies bei
mehrheitsgruppen gern uebersehen wird. denen, die nicht opportun
handeln, wird dann auch noch mangelnde ‚anpassungsfaehigkeit‘
oder ‚querulantentum‘ nachgesagt. man vergleiche das einmal mit
der situation von scientology, der zeugen jehovas, juden, muslime
usw. usf. - da gibt’s sofort einen aufschrei wegen
freunderlwirtschaft und diskriminierung, wenn jene gruppen ihre
eigenen leute bevorzugen. im schlimmsten falle wird ihnen gar
‚unterwanderung‘ und anderes nachgesagt, siehe heute scientology.

Kirchenaustritt als Konsequenz finde ich ratsam
Ich denke mal, wen eine Statistik darüber geführt wird, wieviel der Schäflein überhaupt noch in die Kirche gehen, oder noch krasser, welche Menschen noch das Glauben was in der Bibel steht sieht es noch krasser aus.
Der Austritt beim Amtsgericht ist eine rein formelle Angelegenheit. Nach einem Grund wird nicht gefragt. Bin selber vor 6 Jahren ausgetreten und dachte, jetzt bekomme ich noch einen Brief bzw. Gespräch mit der Kirche warum?? Ne das interessiert die ja gar nicht! Für mich war es letztendlich die Konsequenz, nicht mehr als Karteileiche zu dienen, die Kirchensteuer wäre das geringere Übel gewesen.

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