ich habe vor ein paar Tagen eine Diskussion geführt, über den Verbleib der Kirchensteuer.
Mir wurde erzählt, dass die sozialen Einrichtungen der Kirche vom Staat finanziert werden. Ich kann das nicht so ganz glauben.
Kann mir jemand sagen, wohin und zu welchem Anteil, die Kirchensteuer hinfließt?
ich habe vor ein paar Tagen eine Diskussion geführt, über den
Verbleib der Kirchensteuer.
Mir wurde erzählt, dass die sozialen Einrichtungen der Kirche
vom Staat finanziert werden. Ich kann das nicht so ganz
glauben.
Kann mir jemand sagen, wohin und zu welchem Anteil, die
Kirchensteuer hinfließt?
Hallo,
wenn von „sozialen Einrichtungen der Kirche“ die Rede ist, sind Einrichtungen wie z. B. Kindergärten, Krankenhäuser. Schulen, Berufsförderungswerke gemeint, für die eine Kirche als Träger fungiert. Mit der Übernahme von Kostenlasten hat das nichts oder nur am Rande etwas zu tun. Eine generelle Regelung gibt es nicht. Regelmäßig aber werden die Kosten mindestens weit überwiegend aus Gemeindekassen oder anderen staatlichen Töpfen bestritten. In jedem Einzelfall ist es schwierig, einen Überblick über die Finanzierung einer vermeintlich kirchlich finanzierten Einrichtung zu erhalten; es werden verschiedene Zahlen gehandelt, die durchaus alle richtig sein können. Die Kirche erbt ein Grundstück, die Gemeinde errichtet darauf für einen Kindergarten ein Gebäude, sorgt für die Einrichtung und die laufenden Instandsetzungen. Das Personal wird nach Kirchentarif bezahlt, angeblich von der Kirche. Aus einem ganz anderen Haushalt, z. B. des Landes, erhält die Kirche einen Zuschuß für Personal. Die Eltern bezahlen Beiträge für die Kindergartenplätze an die Kirche, eingezogen von Gemeindepersonal in den Räumen der Gemeindeverwaltung. Gleichzeitig zahlt die Gemeinde für jeden Kindergartenplatz an die Kirche. Und nun erzähle mir, zu welchem Prozentsatz dieser Kindergarten von der Kirche finanziert wird…
Das System ist auf Vernebelung ausgerichtet, nicht auf Transparenz. Wer sich dennoch die Mühe macht, die Finanzierung einer Einrichtung in kirchlicher Trägerschaft zu durchschauen, muß sich durch Einzelposten in verschiedenen Haushalten wühlen. Dabei ist zu bezweifeln, daß es irgendwo eine staatliche Stelle gibt, die einen detaillierten Überblick über die Gesamtheit der Zahlungen an die Kirche hat. Die schon aus einem Einzelhaushalt etwa der Gemeinde entnehmbaren Zahlen ergeben jedenfalls regelmäßig die fast vollständige Finanzierung aus z. B. dem Gemeindehaushalt. Wer dann auch noch z. B. im Falle des Kindergartens die Elternbeiträge hinzu rechnet, kommt bald dahinter, daß Geld der Kirche nicht beteiligt ist.
Du hast Dein Posting mit „Kirchensteuer“ überschrieben. Einen Überblick über das gesamte Kirchensteueraufkommen kann man sich aus öffentlichen Quellen verschaffen. Das aber ist nicht zu verwechseln mit kirchlichen Einnahmen und schon überhaupt nicht mit kirchlichem Vermögen. Einnahmen, Vermögen und Geldflüsse der Kirche liegen im Dunkeln.
Tatsächlich: Nur 5-10% von der Kirchensteuer findet (direkt) Anwendung für soziale Zwecke, es sei denn man betrachtet die Verkündung der „Frohen Botschaft“ auch als soziale Maßnahme, denn rund 2/3 der Kirchensteuer gehen für die Gehälter von Pfarrern und Kirchenangestellten drauf. Wer weiß das schon.
Das Dollste aber ist: das Führungsmanagement der christlichen Kirchen in Deutschland (Bischöfe, Erzbischöfe) werden vom Staat bezahlt, d.h. auch Atheisten und Moslems zahlen sie mit!
Da sage noch einer, wir haben einen religionsneutralen Staat.
Das Dollste aber ist: das Führungsmanagement der christlichen
Kirchen in Deutschland (Bischöfe, Erzbischöfe) werden vom
Staat bezahlt, d.h. auch Atheisten und Moslems zahlen sie mit!
Theologische Fakultäten an den Unis sowie Gehälter für Lehrer konfessionellen Religionsunterrichts werden ebenfalls aus dem Staatssäckl bezahlt. Im Klartext: Der Fiskus bezahlt die Ausbildung des gesamten akademischen Personals der Kirchen und trägt einen erheblichen Teil der Gehälter und Pensionen.
Da sage noch einer, wir haben einen religionsneutralen Staat.
Eine Trennung von Staat und Kirche gibt es in D nicht. Vielmehr läuft die gesamte Kirchenfinanzierung, soweit sie nicht aus Erbschaften sowie Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung stammt, über staatliche Stellen und zum erheblichen Teil unmittelbar aus staatlichen Töpfen.
Ernsthafte Ansätze, hier eine grundlegende Änderung herbei zu führen und D zu säkularisieren, erkenne ich nirgends. Bei uns ist die Entrüstung über z. B. islamische Gottesstaaten verbreitet, die keine Trennung von Ethik und Glaubensgrundsätzen zulassen wollen. In der Ausprägung gibts gravierende Unterschiede, grundsätzlich aber sind Staat und Kirche bei uns ebenfalls aufs Engste verwoben. Weil ich Glauben jeder Coleur, den organisierten Glauben in besonderer Weise, für den Feind aufgeklärten und freien Denkens halte, sollte die strikte Trennung von Staat und Kirche in einem Gemeinwesen, in dem Selbstverwirklichung und individuelle Freiheit einen hohen Stellenwert besitzen, eine Selbstverständlichkeit sein.
Nett, man kann ja auch mal faktenfrei diskutieren und irgendwelche seltsamen Zahlen in den Raum stellen. Warum nicht einfach mal bei der Kirche nachfragen? Jede katholische Pfarrei muss ihren Haushaltsplan auslegen, ebenso jedes Bistum. Bei den Bistümern kann man auch entsprechende Haushaltsaufteilungen erhalten - nach Posten getrennt. Und da sieht man dann schon, dass sehr viel Kirchensteuer in soziale einrichtungen fließt (Schulen, Sozialstationen, die Caritas!, Krankenhäuser etc.). Natürlich sind diese mischfinanziert, sie stehen auch jedem offen. Das ist aber bei jedem anderen Träger (DRK etc.) nicht anders.
Fakt ist: Würde die Kirchensteuer wegfallen, gäbe es in der BRD den sozialen Kollaps. Denn das, was die Kirchen leisten, könnte der Staat gar nicht hinbekommen.
Jetzt bekomme ich bestimmt wieder eins auf den katholischen Deckel, weil ich mal wieder nicht in den allgemeinen Chor der Kirchenhasser miteinstimme…
Fakt ist: Würde die Kirchensteuer wegfallen, gäbe es in der
BRD den sozialen Kollaps. Denn das, was die Kirchen leisten,
könnte der Staat gar nicht hinbekommen.
Jetzt bekomme ich bestimmt wieder eins auf den katholischen
Deckel, weil ich mal wieder nicht in den allgemeinen Chor der
Kirchenhasser miteinstimme…
Hallo Gerd,
sich an Zahlen und Fakten zu halten, hat nichts mit Kirchenhaß zu tun.
Zur finanziellen Verflechtung von Staat und Kirche: Die Kirchensteuer wird zu ca. 90 % für innerkirchliche Belange verwendet. Der Staat gibt zusätzlich zur Finanzierung sozialer Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft >7 Mrd € p. a. für Kirchenbelange aus. So finanziert der Fiskus die komplette Ausbildung des akademischen Kirchenpersonals und zahlt Gehälter und Pensionen kirchlicher Spitzenfunktionäre (Bischöfe etc).
Zur Finanzierung sozialer Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft führte Dr. Norbert Feldhoff, Generalvikar des Erzbistums Köln, ehem. Caritasdirektor, in der Kirchenzeitung des Erzbistums Köln, 21.9.90 aus:
"Vielfach geht man von falschen Tatsachen aus und operiert mit Scheinargumenten. So wird der Kirche immer wieder unterstellt, sie benötige die Kirchensteuer, um ihre umfangreiche Sozialarbeit zu finanzieren. Die Gegner der Kirchensteuer haben mit diesem Argument leichtes Spiel, weil es in der Tat nicht stimmt und meines Wissens auch noch nie von einem Kenner der Sache so vorgetragen worden ist. Wie wird die Sozialarbeit der Kirche tatsächlich finanziert, und welche Rolle spielt dabei die Kirchensteuer? Die meisten Sozialeinrichtungen ‚verdienen‘ die Mittel, die sie benötigen, als Leistungsentgelte und die Finanzierung ist durch staatliche Kostenträger weithin gesetzlich geregelt. "
Natürlich sind diese mischfinanziert, sie
stehen auch jedem offen.
Stehen jedem offen ??!! als Arbeitnehmer jedenfalls nicht.
Denn dann könnte es ja evtl. Schluss sein mit der Indoktrination in Euren Einrichtungen, die auch von Nichtkatholiken finanziert werden darf.
Einrichtungen, die nach „Gutsherrenart“ geführt werden und das wird auch noch rechtlich unterstützt. (Tendenzbetriebe)
Da hattet Ihr ja Glück, das Nachkriegsrumpf-Sumpf-Deutschland
über Rhöndorf wesentlich mitverunstalten zu können.
Freue mich auch schon auf die Sonnwendfeier.