Kirlian-Fotografie für Dummies

Hi,

wie erklärt man einem Nicht-Physiker die Funktionsweise der in Eso-Kreisen so beliebten Kirlian-Fotografie?
Was sieht man damit, und wie kann man die abgebildeten Strukturen naturwissenschaftlich erklären, ohne wüste Aura-Spekulationen ?

Grüße,

Hasta Lavista

Keine Ahnung, aber…
Servus Hasta,

keine Ahnung, wirklich. Aber ich habe einmal mit einer defekten Sofortbildkamera ähnliche Effekte erzielt. Aura wars sicher keine, außer Autos haben eine…

Servus
Herbert

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

wie erklärt man einem Nicht-Physiker die Funktionsweise der in
Eso-Kreisen so beliebten Kirlian-Fotografie?

etwa so: Unter einer Glasplatte befindet sich eine Metallfolie oder Platte. Auf dieses Metall werden hochfrequente Hochspannungsimpulse von ca. 20 kV gegeben. Auf der Glasplatte liegt ein Fotopapier auf das man z.B. die Hand legen kann. Die Glasplatte isoliert die Hochspannung und verhindert direkte Überschläge zur Hand. Auf der Glasoberfläche bilden sich wegen der hohen Spannungsdifferenz zwischen Hochspannung und Hand jedoch Koronaentladungen. Koronaentladungen verursachen ein bläuliches Leuchten, das man dann später auf dem entwickelten Film sehen kann.

Was sieht man damit,

Man sieht die Entladungskanäle, die sich vorwiegend von den Fingerspitzen mehr oder weniger zufällig über die Glasplatte/Fotopapier ziehen.

und wie kann man die abgebildeten
Strukturen naturwissenschaftlich erklären, ohne wüste
Aura-Spekulationen ?

Koronaentladungen konzentrieren sich auf Bereiche hoher Feldstärke, die sich vor allem an den Fingerspitzen befinden. Die Entladungskanäle werden aber auch durch Oberflächenbeschaffenheit/Verunreinigung der Glasplatte, des Fotopapiers und Luftfeuchtigkeit bestimmt. Natürlich spielt auch die Hautfeuchtigkeit eine gewisse Rolle. Alle weiterführenden Schlüsse aus den entstandenen Strukturen gehören dann doch eher in die Esotherik-Ecke.

Jörg

Hallo,

vielen Dank für die Ausführungen.
Ein paar kleine Nachfragen habe ich noch:

  1. mit was für Frequenzen wird dabei üblicherweise gearbeitet?
  2. gibt es eine zusätzliche/andere Methode, um nachzuweisen, das es sich bei den bläulichen Strukturen um Koronaentladungen handelt?
    3a) gibt es auch einen sinnvollen (nicht esoterischen) Anwendungszweck dieser Fotografietechnik?
    3b) Wozu interessiert man sich überhaupt für die räumliche Verteilung von Koronaentladungen?

Grüße,
Hasta Lavista

Hallo,

vielen Dank für die Ausführungen.
Ein paar kleine Nachfragen habe ich noch:

  1. mit was für Frequenzen wird dabei üblicherweise gearbeitet?

ob es „übliche“ Frequenzen gibt, weiss ich nicht; der Bereich ist da relativ groß. Realistisch sind Impulsfrequenzen zwischen 100 Hz und einigen kHz. Die Hochfrequenz dürfte zwischen 50 und 500 kHz liegen.

  1. gibt es eine zusätzliche/andere Methode, um nachzuweisen,
    das es sich bei den bläulichen Strukturen um Koronaentladungen
    handelt?

hmmm… wie weisst man Koronaentladungen nach ? … Vielleicht mit der Nase. Dabei entstehen in erheblichem Maße Ozon und Stickoxyde.

3a) gibt es auch einen sinnvollen (nicht esoterischen)
Anwendungszweck dieser Fotografietechnik?

ist mir nicht bekannt. Es soll aber in der UDSSR Versuche dazu gegeben haben, z.B. bei geologischen Untersuchugen, um Bodenschätze zu finden. Eine nette Spielerei ist es auf jeden Fall.

3b) Wozu interessiert man sich überhaupt für die räumliche
Verteilung von Koronaentladungen?

Naja, die Bilder sind doch recht hübsch. Was liegt näher, als zu versuchen, daraus irgendwelche Rückschlüsse auf das Fotografierte Objekt zu ziehen. In der Esoterik-Szene stürzt man sich ja ganz gerne auf alles, was einen Hauch von Mystik verbreitet :smile:

Jörg

2 „Gefällt mir“