Kiss ?

Hallo, liebe WWW-ler!

Eigentlich sollte man sich hier ja kurz fassen, aber ich glaube, diesmal muss ich wohl etwas ausschweifen…

Unsere Tochter, 3 Monate alt, hatte schon unmittelbar nach der Geburt eine Lieblings-Schlafseite (auf dem Rücken liegend, auf der rechten Gesichtshälfte). Ihr Kopf war auch schon recht bald auf dieser Seite leicht eingedrückt.
Die Kinderärztin empfahl, sie wechselseitig ins Bett zu legen, was wir auch machten.
Außerdem sollten wir zur Krankengymnastik (machen wir auch!).

Das Problem schien damit für uns so gut wie gelöst. Zumal man uns hier bei WWW auch alle Bedenken nahm.

(!) Allerdings könnte es laut Krankengymnastin sein, dass das Problem doch umfassender ist, wovon wir aber noch nicht so ganz überzeugt sind (Bitte nicht denken, wir würden sozusagen der Wahrheit nicht ins Auge blicken wollen!):
Die Krankengymnastin meint, unsere Tochter habe ganz bestimmt das sogenannte KISS-Syndrom, weswegen wir zu DEM SPEZIALISTEN für Manipulation nach Köln fahren sollten. Unsere Tochter neigt nämlich auch dazu, ihren Kopf nach hinten in den Nacken zu legen.
Bei der Manipulation wird eine Fehlstellung des ersten od. zweiten Halswirbels wieder eingerenkt.
Sie gab uns auch ein Buch über KISS - geschrieben von eben diesem Herrn Spezialisten, Dr. B. aus Köln.
Wenn man das Buch liest, wird man allerdings den Verdacht nicht los, da wolle jemand auf Teufel komm raus den Eltern Angst machen, um sie dazu zu bewegen, sich der -nicht ganz billigen- Manipulation anzuvertrauen.
In unseren Augen alles andere als eín informatives Sachbuch. Etwaige Spätfolgen bei Nichtbehandlung werden hier in den dunkelsten Farben beschrieben.

Wir gingen auch zu einem Orthopäden, der die Kleine gründlich untersuchte (Abtasten der Halswirbel, ausgiebiges drehen des Kopfes). Sein Befund: Alles sei symmetrisch, er sehe z.Zt. keinen Grund, die Manipulation durchführen zu lassen, wir sollen ihn in ein paar Wochen nochmal aufsuchen.

Frage: Hat jemand Erfahrung mit dieser „Manipulation“ gemacht. Kennt hier jemand den Spezialisten Herrn Dr. B. in Köln? Ist dieser Dr. in Köln wirklich der einzige, der die Manipulation durchführen kann?
Oder hat jemand sonst eine Meinung zu diesem Thema?

Gerne schicken wir auch per E-Mail ein Foto, auf dem man die Kopfhaltung unserer Tocter erkennen kann, sowie den kompletten Namen des Herrn Doktor in Köln.

Danke schon jetzt für alle Beiträge!
Viele Grüße
Matthias

Hallo Matthias,

(!) Allerdings könnte es laut Krankengymnastin sein, dass das
Problem doch umfassender ist, wovon wir aber noch nicht so
ganz überzeugt sind (Bitte nicht denken, wir würden sozusagen
der Wahrheit nicht ins Auge blicken wollen!):
Die Krankengymnastin meint, unsere Tochter habe ganz bestimmt
das sogenannte KISS-Syndrom, weswegen wir zu DEM SPEZIALISTEN
für Manipulation nach Köln fahren sollten. Unsere Tochter
neigt nämlich auch dazu, ihren Kopf nach hinten in den Nacken
zu legen.

meine Tochter ist bereits 25 (damit nicht irgendwer hier wieder von „die Kleine“ schreibt). Sie hatte ähnliche Fehlhaltungsneigungen wie Du sie hier beschreibst.

Die einzige „Korrektur“, die ich neben dem Lagern im Kinderbettchen machte, war, das Kind in einem Tragehöschen (kein Snuggly, sondern etwas engeres, die Marke habe ich hier nicht mehr zur Hand) möglichst eng am Körper zu tragen, wenn ich mit ihr rausging. Da konnte sie sich nicht „fehlhalten“, auch der Kopf war erst deutlich entlastet, wurde dann später (die Größe machte es) gut frei gehalten. Als sie etwas größer war und sitzen konnte, gab es eine Rückentrage.

Meine Tochter hat heute keine irgendwie gearteten Fehlhaltungen oder sonstige Behinderungen behalten.

Bei der Manipulation wird eine Fehlstellung des ersten od.
zweiten Halswirbels wieder eingerenkt.

Dieser Satz erinnert mich an den Bericht einer Ex-Kollegin, bei deren Kind ein solches Problem (Fehlstellung Halswirbel, Symptomnamen sind mir nicht erinnerlich) nicht ausreichend diagnostiziert wurde. Das Kind war aber von Geburt an verhaltensauffällig und in seiner Entwicklung verzögert. Falls also Deine Tochter sich bisher bis auf die Fehlhaltung normal entwickelt (greifen usw.), dann halte ich es für unwahrscheinlich, dass die Fehlstellung des Halswirbels vorliegt.

Ich würde sagen: Lass Deine Tochter nicht unnötig rumliegen (z.B. im Kinderwagen), das trainiert die Halswirbelsäule nach meiner Vermutung. Vielleicht habe ich damals ohne es zu wissen mit meiner Abneigung gegen Kinderwägen genau richtig gemacht, weil meine Tochter ihren Kopf gegen die Schwerkraft viel besser gerade zu halten gelernt hat, als sie es in Kinderwagen und Co. je gelernt hätte.

Gruß, Karin

hallo auch,

nicht das ihr denkt ich will zu allem und jedem meinen Senf dazugeben, und vorweg auch nur soviel ich habe nicht wirklich eine Ahnung.

Bei Bekannten von uns war es ähnlich wie bei euch, der Kopf sah auch schon ganz gruselig aus und die Bewegungen waren im Verhältnis zu anderen Kindern im gleichen Alter sehr eingeschränkt.

Die Ärzte die unsere Bekannten aufgesucht haben sind wohl auch die gleichen wie bei euch, jedoch hatte man bis zum ca. 7 Monat abgewartet wie sich das Kind entwickelt und die Wirbel dann eingerenkt. Soweit ich weis wurde es aber von einem Arzt gemacht der sich nicht wirklich auf Kiss spezialisiert hat.

Nun das ganze ist jetzt sechs Wochen her und der kleine geht regelmäßig zur Gymnastik. Seit dem hat sich die Kopfform super entwickelt und der kleine hat einen riesigen Schub gemacht.

Ob es alles so normal war wie es bei denen gelaufen ist weiss ich nicht, ich bin nur froh das es ihm wieder gut geht.

Viele Grüße
M

Hallo Matthias!

Lass mich mal raten…die Behandlung ist nicht billig, und Ihr müsst sie privat bezahlen, oder?

Wenn Du am Ort jemanden hast, der sich mit Osteopathie auskennt, so würde ich (kostet ca. 50 Euro) mir dort einen (einmaligen) Termin holen und das Baby dort vorstellen.

Manchmal werde ich das Gefühl nicht los, es wird den Eltern immer mehr Angst gemacht, ja nicht alles für ihr Kind getan zu haben.
Und damit kann man feines Geld verdienen!
Im Übrigen kenne ich kein Baby, das keine Lieblings-Schlafposition hat!

Angelika, auch mit Lieblings-Schlafhaltung und dennoch normaler Kopfform

Hallo Matthias & Familie!

Auch bei meinem Sohn wurde damals (er war ca. 5 Monate alt) das Kiss-Syndrom diagnostiziert. Allerdings nicht vom Kinderarzt, sondern von der Krankengymnastin. Diese empfahl uns dann, einen Orthopäden aufzusuchen, der sich auch mit Babies/Kindern auskennt. Von einem „Spezialisten“ war da allerdings nie die Rede (unser Arzt kommt aus HH)! Der Kinderarzt hat uns auch mit der Empfehlung „legen sie ihn mal auf die andere Seite“ nach Hause geschickt und fertig. Nur auf mein Drängen hin hat er uns die Krankengymnastik verschreiben.

Unsere Tochter

neigt nämlich auch dazu, ihren Kopf nach hinten in den Nacken
zu legen.

Das liegt offenbar an der fehlenden Kopfkontrolle, die durch die Atlas-Blockade hervorgerufen wird.

Bei der Manipulation wird eine Fehlstellung des ersten od.
zweiten Halswirbels wieder eingerenkt.

War bei uns auch so, aber von „Manipuation“ war nie die Rede. Der Orthopäde erklärte uns, daß er lediglich die Blockade löse… nicht mehr und nicht weniger. Deshalb wurde die Behandlung auch - wie üblich - von der Krankenkasse übernommen.

In unseren Augen alles andere als eín informatives Sachbuch.
Etwaige Spätfolgen bei Nichtbehandlung werden hier in den
dunkelsten Farben beschrieben.

Ein Buch wurde uns von der Krankengymnastin ebenfalls an die Hand gegeben. Sehr informativ, aber nicht reißerisch, obwohl Spätfolgen wie Konzentrationsstörungen, Migräne etc. genau beschrieben wurden. Ob das allerdings von Herrn B. aus K. war, kann ich nicht mehr sagen - ist aber schwer vorstellbar.

Frage: Hat jemand Erfahrung mit dieser „Manipulation“ gemacht.
Kennt hier jemand den Spezialisten Herrn Dr. B. in Köln? Ist
dieser Dr. in Köln wirklich der einzige, der die Manipulation
durchführen kann?
Oder hat jemand sonst eine Meinung zu diesem Thema?

Mich irritiert in diesem Zusammenhang ganz besonders das Wort Manipulation, denn letztendlich ist es nichts anderes als die „Lösung der Atlas-Blockade“! Die Behandlung sieht so aus, als würde der Arzt dem Kind nur am Hals herumfummeln, aber ein erfahrener Orthopäde weiß ganz genau was er da macht. Unser Sohn war jedenfalls nach 4 Behandlungen seine Blockade los, und trägt den Kopf heute (er ist jetzt 7 Jahre alt) gerade auf seinen Schultern.

Gerne schicken wir auch per E-Mail ein Foto, auf dem man die
Kopfhaltung unserer Tocter erkennen kann

Ja, warum nicht. Bei unserem Sohnemann sah es jedenfalls so aus, als würde er seinen Kopf immer auf seiner linken Pausbacke abstützen (schade, damals hatten wir noch keine Digi, sonst hätte ich dir auch mal ein Vergleichsfoto geschickt). Vielleicht ist es bei deiner Tochter ja ähnlich.

Lieben Gruß
Manu

Hallo,

Bei der Manipulation wird eine Fehlstellung des ersten od.
zweiten Halswirbels wieder eingerenkt.

auch wenn ich nicht weiß, wie so eine Manipulation aussieht, habe ich vor kurzem einen ernstzunehmenden Einwand gegen Chirotherapie gelesen:

http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,308071,00.html

Hier wird ein Zusammenhang zwischen Chirotherapie und Schlaganfall festgestellt.

Gruß

Sancho

WARNUNG
Hallo Matthias!
Wie eben schon jemand geschrieben hat, wird schon lange ein Zusammenhang zwischen dem sogenannten „Einrenken“ von Halswirbeln und Schlaganfällen festgestellt. Viele Familienmitglieder und Bekannte sind im Rettungsdienst tätig. Von denen weiß ich das. Bei einem so kleinen Kind ist da sowieso ÄUßERSTE Vorsicht geboten.
Es gibt da eine geniale sanfte Methode, die ausgesuchte Physiotherapeuten anwenden. Dabei wird der Kopf sanft gehalten und nur minimalst vorsichtig langsam bewegt. Das hat bei mir nach einem Unfall wahre Wunder gewirkt. Wenn es dich interessiert, ruf ich morgen meinen KG an und frag nach, wie diese Methode heißt, ich habs leider vergessen…
Meine Tochter (auch 3 Monate!) hat übrigens auch eine Lieblingsseite und den Kopf, wenn ich sie aufrecht halte, immer nach links gewandt. Es ist in den letzten zwei Wochen besser geworden, indem ich sie jeden Tag auf den Boden (mit Decke) auf den Bauch gelegt habe. Sie hat sich von Tag zu Tag besser abstützen können und den Kopf bald auf beide Seiten gedreht. Aber du gehst ja zur KG, das ist doch ideal. Ich würde mich auf den Orthopäden verlassen.
Grüßle, IRIS

Hallo Iris,

Wie eben schon jemand geschrieben hat, wird schon lange ein
Zusammenhang zwischen dem sogenannten „Einrenken“ von
Halswirbeln und Schlaganfällen festgestellt. Viele
Familienmitglieder und Bekannte sind im Rettungsdienst tätig.
Von denen weiß ich das. Bei einem so kleinen Kind ist da
sowieso ÄUßERSTE Vorsicht geboten.

Deshalb wird ja auch nicht „Eingerenkt“ sondern so verfahren:

Dabei wird der Kopf sanft gehalten

und nur minimalst vorsichtig langsam bewegt. Das hat bei mir
nach einem Unfall wahre Wunder gewirkt.

Meine Tochter (auch 3 Monate!) hat übrigens auch eine
Lieblingsseite und den Kopf, wenn ich sie aufrecht halte,
immer nach links gewandt. Es ist in den letzten zwei Wochen
besser geworden, indem ich sie jeden Tag auf den Boden (mit
Decke) auf den Bauch gelegt habe. Sie hat sich von Tag zu Tag
besser abstützen können und den Kopf bald auf beide Seiten
gedreht.

Wenn das Kind wirklich den Kopf auf beide Seiten dreht ist ja alles okay, aber wenn nicht, müsste das behandelt werden - natürlich nach der sanften Methode, die aber auch ein kindererfahrener Orthopäde durchführen kann.

Ich
würde mich auf den Orthopäden verlassen.

Ich nicht! Falls Unsicherheiten bestehen, würde ich unbedingt eine zweite Meinung (vom Facharzt) einholen.

Tschüss - Manu

Du beschreibst Osteopathie o.w.T.
.

Hallo an alle, die sich beteiligt haben!

Erstmal vielen Dank für die wirklich brauchbaren Kommentare und Anregungen zum Thema KISS!

Ich werde mich am Wochenende nochmal bei Euch melden, dann habe ich nämlich mehr Zeit, um auf Eure Artikel einzugehen!

Bis dahin entschuldigt bitte, dass ich bisher nicht reagiert habe.

Danke nochmal!
Matthias

Hallo Manu,

Ich
würde mich auf den Orthopäden verlassen.

Ich nicht! Falls Unsicherheiten bestehen, würde ich unbedingt
eine zweite Meinung (vom Facharzt) einholen.

zwischen einem Orthopäden und einem Facharzt? Für mich war bisher der Begriff „Orthopäde“ die Kukrzform für „Facharzt für Orthopädie“.

*wunder*

Karin

Mod: Bitte im Medizinbrett
die medizinischen Details weiter erörtern!
Danke!

Vanessa

Hallo Karin,

zwischen einem Orthopäden und einem Facharzt? Für mich war
bisher der Begriff „Orthopäde“ die Kukrzform für „Facharzt für
Orthopädie“.

sorry, wollte niemanden verwirren. Natürlich meinte ich einen Orthopäden, ich dachte, daß sei klar. Facharzt tippt sich nur schneller…

Gruß
Manu

die medizinischen Details weiter erörtern!

mache ich erstmal hier weiter:

Zitat aus dem Posting von Iris:

Ich würde mich auf den Orthopäden verlassen.

Antwort von Manuela:

Ich nicht! Falls Unsicherheiten bestehen, würde ich unbedingt eine zweite Meinung (vom Facharzt) einholen.

Das klingt für mich immer noch so, dass sie den Orthopäden nicht für einen Facharzt hält. Und das finde ich nach wie vor zweifelhaft.

Karin

MOD: Bitte nicht!
Hallo Karin,

nachdem Vanessa euch bereits gebeten hatte, das Thema im Medizinbrett (oder per Mail oder wie auch immer) weiter zu erörtern, finde ich es nicht hilfreich, wenn du daraufhin feststellst, daß du’s anderswo nicht richtig aufgehoben findest und trotzdem hier weiter schreibst. Das Thema hat nichts mehr mit dem Thema des Brettes Eltern-Kinder zu tun und ist damit hier eindeutig fehl am Platz.

Gruß vom

Sams

Zitat aus dem Posting von Iris:

Ich würde mich auf den Orthopäden verlassen.

Antwort von Manuela:

Ich nicht! Falls Unsicherheiten bestehen, würde ich unbedingt
eine zweite Meinung (vom Facharzt) einholen.

Das klingt für mich immer noch so, dass sie den Orthopäden
nicht für einen Facharzt hält. Und das finde ich nach wie vor
zweifelhaft.

Jetzt noch mal gaaanz deutlich:

Ich würde mich nicht auf die Meinung des EINEN Orthopäden verlassen, sondern die Meinung eines ZWEITEN Orthopäden einholen!

Immer noch zweifelhaft?

Gruß
Manu