Hallo Atlacamani,
zuerst einmal möchte ich mich meinen Vorrednern in allen
wichtigen Punkten anschließen: Wenn sich irgendjemand
bereiterklärt, Horden von Touristen in seine Privatwohnung zu
lassen, dann kann er dafür auch einen ordentlichen Preis
verlangen, solange sich noch die Horden von Touristen
einfinden, die jeden Preis zu zahlen bereit sind, damit sie
ein wenig in fremden Häusern herumtrampeln können. Solltest Du
den Wunsch hegen, Dich von all diesen Touristen zu
unterscheiden, dann geh entweder wirklich nicht hin oder lass
Dich auf ein längeres Leben mit dem Volk ein, um es wirklich
zu verstehen, denn was Du auf der Führung zu sehen bekommst,
ist dann doch nur das, was Ausländer sehen wollen.
Der Grund, weshalb ich schreibe, ist jedoch ein anderer als
die Unterstützung der vorangegangenen Strafpredigten, nämlich
ein dem Frendsprachenbrett hoffentlich würdiger Beitrag:
Die Massai haben eine eigene Sprache, die mit Kisuaheli nicht
verwandter ist als mit Englisch. Die beiden letztgenannten
sind Umgangssprachen in Kenia und Tansania, die von Kindheit
an gelernt werden. Wenn Du also wirklich auf deiner Affront
den Massai gegenüber bestehst, kannst Du den Spruch genausogut
auf Englisch auf Dein T-Shirt schreiben.
Gruß,
Immo
Ich weiß: Das hier ist ein Sprachen-Forum, dennoch möchte ich hier „off topic“ Stellung beziehen.
Hallo Immo,
ich danke dir für deinen konstruktiven Beitrag. Ich bin auch dafür, dass jemand, der mir einen „Gefallen“ tut, mich beispielsweise seine Wohnung ansehen lässt, dafür entlohnt werden soll. Es kann aber nicht sein, dass ich als Hobbyfotografin für 5 oder 6 Bilder mehr als den Wochenlohn einer Kindergärtnerin hinblättern soll. Da ist für mich das Maß übervoll. Zu allem hat man zwar die Möglichkeit zu sagen: „Das ist mir zu teuer, ich fotografiere nicht.“ Doch das nützt nichts. Die Massai (insbesondere diejenigen , die ich als Touristin bereits erlebt habe und das sind diejenigen, zu denen die Touristenhorden hingekarrt werden, bestehen darauf, trotzdem zu zahlen und eben - wie oben gesagt - nicht wenig. Das ist Abzocke pur!
Richtige, urtümliche Massai kämen gar nicht auf die Idee. Das habe ich auch erlebt. Und dort lässt man dann gerne etwas liegen. So habe ich einer Massai-Schule Bücher, und weil lernen nicht alles ist, auch Spiele gespendet (Memory), habe den ganzen Tag mit den Schulkindern gespielt und ihnen von unseren Kindern und unserem Kindergarten erzählt. In englisch, was deren Lehrer in eine mir weizgehend unbekannte Sprache übersetzt hat. Des weiteren habe ich Bilder von „meinen“ Kindern dort gelassen und später die in der Massai-Schule gemachten Bilder an den Lehrer geschickt, der mir eine P.O.-Adresse in Mombasa aufgeschrieben hat. An diese Massai ist meine „Botschaft“ NICHT gerichtet.
Es geht gegen die „touristisch hochgezüchteten“, die in röter Kluft und mit wildem Gehüpfe „Massai“ spielen, mächtig abkassieren und hernach ihr Gewand aus- und Jeans anziehen, ihre fette goldene Uhr überstülpen und zuhause per Handy anrufen, dass es wieder „geklappt“ hat. An diese Massai ist meine Botschaft gerichtet. Insofern haben Sie, Immo, recht. Diese können auch englisch. Daran habe ich nicht gedacht.
@all (außer Immo)
Sie können sich sicher vorstellen (nein Sie können es nicht, was die Anmerkungen belegen), dass man als Erzieherin weiß, wie man mit Menschen umgeht. So viel zu meiner Frage.
Wenn Sie meine Frage nicht beantworten können oder wollen, dann lassen Sie es einfach sein. Ich untersage Ihnen jedoch, mir „Gutmensch-gefärbte“ Tipps geben zu wollen. Hätte ich diese gewollt, hätte ich im Psychologie-Forum gefragt. Dies hier aber ist ein Sprachen-Forum!
Liebe Grüße
Atlacamani