Hallo,
seit zwei Jahren haben wir im Garten zwei Kiwi-Pflanzen. Die wachsen zwar auch sehr schön, bilden aber weder Blüten noch Früchte.
Der Verkäufter sagte mir damals, dass man eine männliche und eine weibliche Kiwi-Pflanze recht dicht zusammenpflanzen soll, um Früchte zu bekommen und verkaufte mir beide Pflanzen mit der Bestätigung, dass es sich um ein Weibchen und ein Männchen handele.
Meine Frage dazu nun: wie kann man das überhaupt erkennen?
Und: wieso bilden die Pflanzen noch nicht einmal Blüten aus?
Viele Grüße
Sophia
Hallo Sophia,
leider ist es so, dass schon in den Baumschulen die Geschlechtsbestimmung
im Argen liegt. Da die Jungpflanzen ja aus Zukäufen stammen, sind unsere
Gärtner darauf angewiesen, sich auf die Auszeichnung der Lieferanten zu
verlassen. Da es auch rund 3-5 Jahre bis zur ersten Blütenbildung dauert,
muss man eben abwarten. Hier mal ein paar grundsätzliche Kulturtipps:
Die Acktinidia chin. benötigt rund. 30 m2 für eine ungehinderte
Entwicklung. In jedem Fall braucht sie ein Unterstützungsgerüst
sowie Licht und Wärme. Hinsichtlich des Standortes ist die Kiwipflanze
sehr wählerisch. Geschützte Südost- bis Südwestwände sind Voraussetzung,
wobei die Früchte nicht der direkten Sonneneinwirkung ausgesetzt werden
dürfen, da dsie ansonsten Sonnenbrand bekommen würden. Der Boden muss
tiefgründig, humos, nicht zu kalkreich und gut feucht, allerdings ohne
Staunässe sein. In Trockenzeiten sind gelegentlich Wassergaben mit
Düngerbeimischungen nötig. Obwohl Kiwis allgemein als frosthart gelten und
auch so spät blühen, dass Spätfröste nur selten schädigen können, sollte
man ihnen in den ersten beiden Standjahren einen gewissen Winterschutz
geben. In rauen Lagen sind Kiwis vor allem durch Frühfröste gefährdet,
denn die Pflückreife tritt selbst in Weinbaugebieten erst im Oktober bis
November ein.
In den ersten drei bis fünf Jahren müssen sich die Ranken gleichmäßig am
Gerüst ausbreiten und verteilen. Auf Bindematerial kann man kaum
verzichten. Im Gegensatz zur Weinrebe wird die Kiwipflanze so wenig wie
möglich zurückgeschnitten. Erst nach mehreren Jahren, wenn die
Fruchtbarkeit nachhaltig eingesetzt hat und die Fruchtgröße abnimmt,
werden die Seitentriebe der gerüstbildenden Hauptranken gekürzt.
Gruß
Horst
Hallo Horst,
vielen Dank für die ausführliche Antwort. Dann kann ich ja noch Hoffnung haben, vielleicht klappt es ja dann endlich mit Früchten in den nächsten 2-3 Jahren. Der Standort ist soweit o.k., ranken können sie auch ordentlich. Und - wie gesagt - sie wachsen ja auch schon ganz gut.
Nochmal eben zum Verständnis: wenn dann mal Blüten kommen, dann kann ich männlich und weiblich unterscheiden, oder? Sehen die Blüten dann verschieden aus? D.h.: wenn die Blüten beider Pflanzen gleich aussehen, hat mich die Baumschule veräppelt??
Viele Grüße
Sophia
Da muss ich zu Hause nachschauen, wie sich die Blüten unterscheiden - bin
ja noch am Geldverdienen. Wie gesagt,ich wiederhole mich gerne,es muss
nicht böse Absicht oder Unvermögen der Baumschule sein. Wenn diese ihre
Jungpflanzen falsch ausgezeichnet bekommen, wie sollen die denn ohne je
die Blüte gesehen zu haben, verifizieren können, was der Hersteller in
Holland oder Italien da aufs Etikatt schreibt? Fehler passieren nun mal,
wie ärgerlich es sein mag, wenn sich diese erst nach Jahren
herauskristallisieren und man weitere Jahre warten muss, um endlich die
Aussicht auf Ernte haben zu können. Nu warte doch mal ab, was passiert.
Wegen der Blütenmerkmale melde ich mich noch.
Gruß
Horst
Schau mal
Ging doch schneller:
Die weiblichen Blüten (die sonst genauso wie die männlichen aussehen) sind
strahlig auseinandergespreizt.
http://img.photobucket.com/albums/v408/lantanos/Pfla…
Gruß
Horst