in den USA haben manche leute gegen Zigarettenhersteller erfolgreich geklagt da sie süchtig geworden sind. Hätte in Deutschland eine Klage gegen die Hersteller von Alkohol, also Brauereien und Winzer, die ja keine Warnhinweise angeben das ihre Produkte Süchtig machen können Erfolg?
Hi Martin,
Alkohol ist ein Genussmittel und kann süchtig machen. Muss es aber nicht. Genauso sind Artikel wie Pommes oder Süssigkeiten Genussmittel die süchtig machen können. Ganz streng genommen kann eigentlich fast alles süchtig machen. Ich zum Beispiel vergöttere Tomaten und Gurken.
Natürlich gibt es Sachen die weniger oder mehr süchtig machen. Aber die Hersteller gleich deswegen verklagen? Nur weil deren Produkte von einigen vielen missbraucht werden?
in den USA haben manche leute gegen Zigarettenhersteller
erfolgreich geklagt da sie süchtig geworden sind.
Die deutsche Rechtsprechung kannst du nicht mit der der USA vergleichen. Dort kannst du deine Argumente mit Fallbeispielen untermauern, hier ist das nicht möglich. Da musst du schon ein vorhandenes Gesetz als Argument für deine Klage vorbringen und den Richter überzeugen.
Hätte in
Deutschland eine Klage gegen die Hersteller von Alkohol, also
Brauereien und Winzer, die ja keine Warnhinweise angeben das
ihre Produkte Süchtig machen können Erfolg?
Deutsche Brauereien und Winzer gehören zur deutschen Kultur. Wie willst du per Gesetz kulturelle Eigenschaften eines Volkes verbieten wollen? Nur weil deren Produkte (sowie "Kinder"schokolade, Nestle oder Cornflakes) süchtig machen könnten?
Deine Beweggründe in Ehren, aber übertreibst du da nicht einbisschen?
Gruss
Paula
Es gab mal einen Richter, der gegen Süßigkeitenhersteller geklagt hat, weil er auf Grund hohen Konsums von Cola und Schokoriegeln erkankt zu sein glaubte. Insofern muss man sagen: Ja, es gibt Richter, die so einen Unsinn für Recht halten.
M. M. nach - und ich nehme an, hier würden mir die meisten Gerichte argumentativ folgen -, kann man, selbst wenn der Nachweis der Kausalität zu führen ist (was in dem o. g. Fall vermutlich nicht möglich war) der Klage schon deswegen nicht stattgeben, weil es an der Zurechenbarkeit fehlt. Es ist gewissermaßen ein Eigenverschulden des Konsumenten und nicht das des Herstellers.
Levay
Andere Rechtssysteme
Hallo,
bei uns hätte so eine Klage wohl keinen Erfolg, da unser Rechtssystem mit dem der USA nicht zu vergleichen ist.
Die Unterschiede kann vielleicht ein Experte besser darstellen als ich
Gruß
Samira
Hallo,
geklagt hat, weil er auf Grund hohen Konsums von Cola und
Schokoriegeln erkankt zu sein glaubte. Insofern muss man
sagen: Ja, es gibt Richter, die so einen Unsinn für Recht
halten.
naja, aber in seiner Eigenschaft als Privatperson. Welches Urteil er als Unbeteiligter fällen würde, ist ja nicht bekannt.
Meines Wissens wurden bisher alle Prozesse dieser Art verloren bzw. die Klagen abgewiesen, so auch diese:
http://www.123recht.net/Lakritz-Fan-mit-Klage-gegen-…
Gruß
Christian
Moin,
in den USA ticken die Leute ganz anders (m.E. nicht ganz richtig).
Wo sollte man dann anfangen und wo aufhören?
Bei Autos müsste ein Warnhinweis auf evtl. Unfälle angebracht sein, bei der Bügelsäge ein Hinweis auf mögliche Schnittverletzungen etc.
Rauchen kann tödlich sein, Alkohol kann süchtig machen, mit scharfen Gegenständen kann man sich schneiden.
In null komma nix wären alle Gerichte völlig überlastet wenn man dagegen klagen könnte das ein Warnhinweis fehlen würde der auf rein theoretische Möglichkeiten hinweisen würde.
Man wird ja nicht süchtig, nur weil es Alkohol gibt. Warum sollte man also den Hersteller verklagen können?
Fast alles kann schädigen, sofern man es übertreibt, sogar Sport.
Wenn man jetzt den Hersteller des Heimtrainers verklagen würde weil man untrainiert jeden Tag unzählige Übungen macht und irgendwann tot vom Heimtrainer kippt…
Es wäre etwas anderes, wenn auch bei bestimmungsgemässem Gebrauch Schäden entstehen würden. Aber es gibt ja auch genügend Menschen, wie auch mich, die gern mal ein Bier oder einen Wein trinken und nicht Alkoholsüchtig sind.
Gruss Jakob
naja, aber in seiner Eigenschaft als Privatperson.
Selbstverständlich. Ein Richter kann ja nicht als Richter klagen.
Welches
Urteil er als Unbeteiligter fällen würde, ist ja nicht
bekannt.
Wenn er konsequent ist …
Levay
OT
Hallo
in den USA ticken die Leute ganz anders (m.E. nicht ganz
richtig).
Wo sollte man dann anfangen und wo aufhören?
Bei Autos müsste ein Warnhinweis auf evtl. Unfälle angebracht
sein, bei der Bügelsäge ein Hinweis auf mögliche
Schnittverletzungen etc.
Das finde ich nicht so. Ein Auto verursacht meistens nur Unfälle, wenn es gefahren wird, und dafür benötigt man ja einen Sachkundenachweis (Führerschein). - Die Funktion eine Säge ist ja, dass sie Gegenstände zerschneidet, dann wird auch niemand erstaunt sein, wenn sie es tatsächlich tut.
Rauchen kann tödlich sein, Alkohol
kann süchtig machen, mit scharfen
Gegenständen kann man sich schneiden.
Ich weiß nicht, wieso Leute, die Genussmitel und -gifte verkaufen und bewusst auf deren Gefahren nicht hinweisen, nicht zur Verantwortung gezogen werden sollen. Im Gegenteil, die ganze Alkoholika-Industrie könnte ja dichtmachen, wenn da nicht die vielen Alkoholiker wären. Das wissen die doch auch. - Es ist der Zigarettenindustrie ja auch längst - ich glaub seit ca. 50 bis 60 Jahren - bekannt, dass Rauchen süchtig und krank macht, das haben sie aber geheimgehalten. Wieso sollten sie nicht dafür zur Verantwortung gezogen werden?
Die Süßigkeitenindustrie ebenso, die setzen da doch sehr viel (meiner Meinung nach kriminelle) Energie darein, die Kinder von Anfang an süchtig zu machen. Wieso sollen die nicht zur Verantwortung gezogen werden? Versteh ich nicht.
Ein Dealer, der Reklame für Heroin macht und die Kinder auf dem Schulhof süchtig macht, der wird doch auch dafür zur Verantwortung gezogen. - Gut, ich seh schon noch den Unterschied zwischen einem Bier oder Schokolade und Heroin, aber eine ganz grundsätzlichen Unterschied sehe ich eigentlich nicht.
Das gehört aber nicht ins Rechtsbrett, ich geb’s ja zu.
VG Simsy
Moin,
Das finde ich nicht so. Ein Auto verursacht meistens nur
Unfälle, wenn es gefahren wird, und dafür benötigt man ja
einen Sachkundenachweis (Führerschein).
Und damit bringst Du es auf den Punkt:
Nicht der Hersteller des Autos ist also verantwortlich, sondern der Fahrer. Und nicht der Hersteller des Alkohols ist verantwortlich, sondern der Konsument.
Wenn der Konsument, entgegen allen Erkenntnissen, mit Dingen dann missbräuchlich umgeht, dann trifft die Schuld daran nicht den Hersteller.
Ich finde den Gedanken grundsätzlich falsch die Verantwortung für eigenes Fehlverhalten auf andere abzuwälzen. Wenn alles reglementiert wird, der Mensch jegliche Eigenverantwortung abgibt, ja dann schreien wieder alle dass sie in ihrem Handeln gesetzlich eingeschränkt sind.
Klebstoffe sind auch nicht zum Schnüffeln gedacht…
Willst Du die Bank verklagen weil sie Dir einen Kredit gab und Du Dich durch Fehlspekulationen in Schulden gestürzt hast?
Wie gesagt, wo willst Du dann anfangen und wo soll es enden?
Gesetzliche Regelungen anstatt gesundem Menschenverstand?
Das kann, mit Verlaub, nicht der richtige Weg sein.
Gruss Jakob
Hallo,
Ein Dealer, der Reklame für Heroin macht und die Kinder auf
dem Schulhof süchtig macht, der wird doch auch dafür zur
Verantwortung gezogen.
nicht dafür, dass die Leute süchtig werden wird er bestraft, sondern für den Verkauf der illegalen Droge.
Gruß
Sue
Es gab mal einen Richter, der gegen Süßigkeitenhersteller
geklagt hat…
Hallo,
das Klageverfahren Brinkmann ./. Coca-Cola und Masterfoods
nachzulesen bei ww.zuckersucht-berlin.de
Gruss Helmut
Hallo
Das finde ich nicht so. Ein Auto verursacht meistens nur
Unfälle, wenn es gefahren wird, und dafür benötigt man ja
einen Sachkundenachweis (Führerschein).Und damit bringst Du es auf den Punkt:
Nicht der Hersteller des Autos ist also verantwortlich,
sondern der Fahrer.
Der Schwerpunkt liegt auf dem Sachkundenachweis. Um Alkohol zu trinken oder zu rauchen, brauchst man den ja nicht. Die Hersteller oder Verkäufer sollten zumindestens auf die Gefahren aufmerksam machen (müssen sie ja mittlerweile teilweise).
Ich finde den Gedanken grundsätzlich falsch die Verantwortung
für eigenes Fehlverhalten auf andere abzuwälzen.
Genau das finde ich nämlich auch. Genau darum geht es.
Wieso können manche Industrielle die Verantwortung für ihr Fehlverhalten - und zwar völlig zielgerichtetes, absichtliches Fehlverhalten vor dem Hintergrund bester Informationsquellen - komplett auf diejenigen abwälzen, die auf ihre Tricks hereinfallen?
Ich mein übrigens weniger das Anbieten und Verkaufen irgendwelcher Erzeugnisse, sondern eher die Art, wie dafür geworben wird.
Wenn alles
reglementiert wird, der Mensch jegliche Eigenverantwortung
abgibt, ja dann schreien wieder alle dass sie in ihrem Handeln
gesetzlich eingeschränkt sind.
Ich würde nicht das Handeln gesetzlich einschränken, sondern die Menschen nach dem Verursacherprinzip verantwortlich für ihr Handeln machen.
Willst Du die Bank verklagen weil sie Dir einen Kredit gab und
Du Dich durch Fehlspekulationen in Schulden gestürzt hast?
Wenn die das absichtlich macht, wenn sie mich möglicherweise sogar dazu überredet und die Risiken herunterspielt, ja sicher. Das ist doch hinterhältig.
Gesetzliche Regelungen anstatt gesundem Menschenverstand?
Um mehr gesetzliche Regelungen geht es mir nicht.
Aber irgendwie ist die Diskussion hier etwas fehl am Platz.
MfG Simsy
Hallo
in den USA ticken die Leute ganz anders (m.E. nicht ganz
richtig).
Wo sollte man dann anfangen und wo aufhören?
Bei Autos müsste ein Warnhinweis auf evtl. Unfälle angebracht
sein
Du hast wohl noch nie ein Auto gesehen, welches direkt vom amerikanischen Hersteller nach Europa geliefert wurde?
An der Türe steht, dass man die Hände aus dem Rahmen nehmen soll, bevor man die Türe schliesst. Das selbe bei den Fenstern, dass man nicht die Fenster schliessen soll, solange noch Körperteile aus dem Fenster gehalten werden. Am Tankstutzen steht ein Hinweis, dass man nur den für das Fahrzeug geeigneten Kraftstoff einfüllen darf und dass das Auto auf keinen Fall mit Urin oder Wasser fährt. Das geht über das Ganze Fahrzeug so weiter. Das Benutzerhandbuch ist gespickt mit Warnhinweisen.
Der Warnhinweis bei der Mikrowelle, dass man keine lebende Tiere in die Mikro geben soll kommt auch nicht von ungefähr. Und schau mal bei Mc Donald die Apfeltaschen an:„Vorsicht, der Inhalt (die Füllung) der Apfeltasche kann sehr heiss sein“.
Gruss
HaegarCH
Moin,
Du hast wohl noch nie ein Auto gesehen, welches direkt vom
amerikanischen Hersteller nach Europa geliefert wurde?
Doch sicher, deshalb sage ich ja die Amis ticken nicht ganz sauber 
Gruss Jakob