Ich nicht, liebe ExpertInnen - das ist ein Buchtitel (Martina Rellin, Rowohlt). So zumindest steht’s im Spiegel, dem ich durchaus zutraue, die Titel in der Bestsellerliste so zu schreiben wie es der Verlag vorgibt. Zu meiner Zeit (jaja, weiß schon - Uhu, Gruftie, Steinzeit) hieß es immer: „Du kannst nie ein Schildermaler werden!“ und heute? Heute wird man mit solchen Künsten ein Lektor? Wer ist in einem Verlag eigentlich für Rechtschreibung zuständig?
Heute wird
man mit solchen Künsten ein Lektor? Wer ist in einem Verlag
eigentlich für Rechtschreibung zuständig?
Ja, es ist ein Kreuz! Lektoren sind schon lange eingespart, da nicht mehr in Blei
gesetzt wird. Für die Rechtschreibung ist heute die Schlussredaktion
verantwortlich.
Gruß
Bolo2L
Hallo,
kenne ich den Titel zwar nicht, aber kann es nicht sein, dass der Autor damit den slawischen Akzent darstellen will?
Dann passt nämlich…;~)
Grinsende Grüße
Was ist denn nun genau an der Orthographie auszusetzen?
ich sprach von Rechtschreibung, wobei mir nicht klar ist, ob Grammatik, Syntax oder gar Semantik auch darunterfallen, ist mir immoment aber auch wurscht. Alsdann, schaun wir mal, was wir da heraus- oder hineinlesen können: „Klar, bin ich eine Ost-Frau!“
Üblicherweise steht das Subjekt vorne. Wenn die Dame allerdings sehr weit aus dem Osten kommt, kann das schon mal andersrum stehen, dann hätte ich aber „Klar, bin ich Ost-Frau!“ erwartet. Oder genauer: „Korrekt, Alder, bin isch Ost-Frau!“ (Ost-Frau wäre dann auch falsch, aber das lassen wir jetzt mal so stehen).
Vielleicht war eine Frage gemeint: „Klar, bin ich eine Ost-Frau?“ Dagegen wiederum spricht das „Klar“ als Vorspann. Das müssten wir dann ersetzen durch „Hömma“ oder ähnliches.
Könnte ein Creativer beabsichtigt haben, mit dieser Missbildung einen Blickfang (englisch: eyecatcher, dummdeutsch: Hingucker) zu erschaffen releasen? Dann, meine ich, hat er sich schwer verhoben. Wer mit Sprache spielen will, muss sie erstmal beherrschen. Ist so.
Fazit: Der Titel bringt den einen oder anderen Kümmmelspalter wie mich ins Grübeln. Nach etlichem Basteln eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten, der Zeile irgend einen (in Worten: irgend einen ) Sinn zu geben. Wozu braucht’s da überhaupt noch Titel? „Buch“ oder „Neues Buch“ - das wär’s doch.
Schon toll, was ein überflüssiges Komma so alles anrichten kann…
deine Überlegungen sind ganz richtig; ebenso wie deine Kritik.
Diese Ansammlungen von Worten ergibt nur einen Sinn, wenn man das Komma weglässt und das „klar“ als ein Modaladverb betrachtet.
Also:
„Klarerweise (selbstverständlich, natürlich, ohne Zweifel) bin ich eine Ostfrau.“
Aber was kritisiertst du Verlage, die Bücher verkaufen wollen?
Schau dir unser Brett hier an! Wie wird doch gerade hier gegen Sprachregeln verstoßen.
Da steht „Verwandschaftsbeziehungen“ im Titel und ein halbes Dutzend Leute antwortet, ohne an dem fehlenden „t“ bei „Verwandtschaft“ Anstoß zu nehmen.
Da wird nach einem Problem der Groß- und Kleinschreibung gefragt, und man antwortet in chronischer Kleinschreibe, um die anderen Schnitzer mal gar nicht zu erwähnen.
Und wenn eine Schreiberin dies moniert, wird sie von der Seite angemacht.
Auf das „ss/ß“-Problem will ich gar nicht eingehen.
Nota bene: Schweizer und Inhaber ß-loser Tabelaturen sind hier nicht gement.
Und all das redet sich mit Individualität und Kreativität heraus.
Mich erinnert das an die Raucher, die ihre Sucht erklären wollen, um sie nicht aufgeben zu müssen.
Aber ich habe vermutlich schon wieder zu viel geklagt und gesagt.
Aber was kritisiertst du Verlage, die Bücher verkaufen wollen?
weil ich immer noch einen gewissen Reschpeckt vor Gedrucktem habe: Die Leute werden schließlich dafür bezahlt, dann erwarte ich auch Professionalität.
Schau dir unser Brett hier an! Wie wird doch gerade hier gegen Sprachregeln verstoßen.
Da schlägt PC zu: Ein Hinweis auf Fehler könnte dem Verfasser schließlich weh tun.
Und wenn eine Schreiberin dies moniert, wird sie von der Seite angemacht.
Die Rüpel sind unter uns.
Und all das redet sich mit Individualität und Kreativität heraus.
Manchmal wird’s aber wirklich schön: Auf die Frage „Wie viel Geld zur Konfirmation schenken?“ würde ich am liebsten antworten: „Ungern!“ Wenn wir derartige Missverständnisse konstruieren sollten, täten wir uns schwer.
Manchmal wird’s aber wirklich schön: Auf die Frage „Wie viel
Geld zur Konfirmation schenken?“ würde ich am liebsten
antworten: „Ungern!“
Ein gutes Beispiel dafür, dass mangelhafte Zeichensetzungsfähigkeit zu falschen Antworten führt - hinter das „wie“ gehört natürlich ein Komma (Antwort: Nein!).