Hallo,
woher kommt denn das, dass die sogenannte Klarsichtfolie, wenn man sie ein Stück vom Papier weg hält, man die Schrift nicht mehr lesen kann, sondern alles verschwommen sieht?
Legt man die Folie aber ganz nahe ans Papier, ist sie durchsichtig.
Das klappt nicht mit jeder, aber es gibt solche Klarsichthüllen für Dokumente. Die sind dann nicht ganz glatt, sondern die Oberfläche ist etwas rau.
Ich habe leider überhaupt keine Idee.
Vielen Dank für Lösungsvorschläge.
grundsätzlich: wie funktioniert sehen? eine lichtquelle senden einen lichtstrahl aus. der wird an einem objekt reflektiert. der reflektierte lichtstrahl gelangt ins auge und wird dort auf die netzhaut gebündelt. die sehzäpfchen auf der netzhaut erzeugen aufgrund der lichtimpulse elektrische impulse, die ans hirn weitergeleitet werden. das hirn interpretiert diese impulse und baut wieder ein bild zusammen.
eine linie sehe ich dann als scharf, wenn alle reflektierten lichtstrahlen mehr oder weniger aus der selben richtung kommen.
eine rauhe klarsichtfolie ist im prinzip wie eine linse, die licht ablenkt. liegt die folie direkt am papier auf, dann fällt die ablenkung nicht weiter auf - das bild bleibt scharf. entfernt man die folie, werden plötzlich lichtstrahlen auf das auge umgelekt, die normalerweise am auge vorbeigehen würden. umgekehrt werden lichtstrahlen, die normaleweise ins auge gehen würden, daran vorbeigelenkt. der effekt ist, dass die lichtstrahlen, die zuvor noch grösstenteils aus der selben richtung gekommen sind, nun plötzlich aus verschiedenen richtungen kommen. das hirn interpretiert dass dann als unschärfe. je weiter die folie vom papier entfernt wird, desto mehr von den direkt reflektierten lichtstraheln wird am auge vorbeigelenkt und desto mehr „streulicht“ wird ins auge umgeleitet. folge: das bild wird milchig trüb.
versuch einfach mal, auf einem blatt papier den weg der lichtstrahlen nachzuzeichnen - dann sollte es dir recht bald klarwerden.
der Effekt, den du meinst nennt sich in der Fachsprache Clarity (frei übersetzt kann man Bildschärfe sagen). Er entsteht durch eine Nahwinkelstreuung innerhalb oder auf der Folie, erzeugt durch eingelagerte Streuzentren. Das können z.B. Luftblasen sein. Auf jeden Fall sind die Teilchen so groß daß Licht sowohl durch sie hindurchgeht als auch an der Oberfläche gestreut wird. Diese Streuung fällt wegen des kleinen Winkles erst in einigem Abstand der Folie vom durch die Folie betrachteten Objekt auf. Ist die Folie nahe am Objekt ist der Streuwinkel so klein, dass das Auge ihn nicht wahrnimmt.
Sind die Streuzentren kleiner, dann entsteht eine Weitwinkelstreuung, die sich durch eine milchige Trübung, eine Kontrastverminderung äussert. Das nennt man dann Haze.