Sag es doch einfach, dass es dir wurscht, weil so ist die
Marktwirtschaft, wenn mittelfristig die unteren Schichten für
heute überbillig angebotene Produkte sehr viel mehr bezahlen
müssen, weil die kleinen Konkurrenten vom Markt verschwunden
sind.
worüber reden wir eigentlich? Die kleinen Konkurrenten, die Einzelkämpfer, die über den Preis im Konsum- und Massenmarkt mitspielen, gibts doch gar nicht oder nur in seltenen Ausnahmefällen. Der kleine Höker hat weder die Einkaufsmacht noch das Vertriebspotential, um billigst über den Preis anbieten zu können. Wer es dennoch versucht, geht schnell baden. Ich halte es deshalb für vorgeschoben, mit dem angeblichen Schutz unterer Schichten weitere Regularien einführen zu wollen.
Natürlich kommt es vor, daß auch der kleine Fachhändler gelegentlich ein Schnäppchen anbietet. So einen Blickfang braucht man vielleicht hin und wieder. Als Basis des Fachgeschäfts ist das aber nichts für den Kaufmann. Die meisten merken schnell, daß sie dann die Schüler anlocken, die sich mit langen Wunschlisten endlos im Laden herum drücken, für den Kauf eines Druckerkabels ein Dutzend Vergleichsangebote besorgen und ansonsten den einzigen Verkäufer von der Arbeit abhalten, weil der nämlich aufpassen muß, daß nichts geklaut wird.
Mir ist der Einzelhandel nicht fremd. Ich hab vor vielen Jahren in so einem Betrieb eine Lehre als Fernsehtechniker gemacht und vom Verkauf bis zur Weihnachts-Geschenkverpackung der damals heiß begehrten Heintje-Platten alles kennen gelernt. Auch damals gabs schon die viel billigere Konkurrenz der technischen Kaufhäuser. Die schleppten dem Kunden den Fernseher aber nicht noch am gleichen Tag nach Hause ins Dachgeschoß, um ihn anzuschließen und die 2 verfügbaren Sender einzustellen. Die kamen nicht am Sonnabend Nachmittag, um die Flimmerkiste rechtzeitig vor dem Fußballspiel zu reparieren. Das Geschäft existierte bis zum Tod des Inhabers sehr gut in einem Umfeld billigerer Anbieter. Zum Einkaufen kamen alle Schichten von der bepelzten Dämlichkeit mit Chauffeur bis zum fast Mittellosen, dem man einen Automaten an den Fernseher montierte, der mit einem Markstück gefüttert werden mußte, um eine Stunde in die Röhre zu gucken. Auch das war ein Service, den die Billiganbieter nicht boten.
Kannst mir also gerne abnehmen, daß die Diskussion an den Realitäten des Handels vorbei geht.
Kannst mir also gerne abnehmen, daß die Diskussion an den
Realitäten des Handels vorbei geht.
Nein, glaube ich nicht. Weil es nicht stimmt. Noch nicht stimmt.
Schau dir mal den Computerbereich an. Noch gibt es Computer in Fachgeschäften, die preislich auch mit Aldi-Computer mithalten können (frag z.B. mal Christian, der kann dazu auch einiges erzählen). Noch gibt es diese Fachgeschäfte, die das können.
Wenn die Märkte erst einmal bereinigt sind, ist das nicht mehr notwendig.
So etwas gibt es nicht nur im Computerfachhandel (das ist ja nur ein Beispiel). Deine Aussage, dass kleine Einzelhandelsfachgeschäfte preislich mit den Discountern nicht mehr mithalten können, ist daher schlicht falsch. Noch können sie.
Wenn der Markt aber erst einmal bereinigt ist, ziehen die Preise an. Und es ist sicherlich nicht verkehr, eine Ministerin zu haben, die nicht von 12 bis mittag denkt.
he,he oder Gott sei Dank: Schröder erteilt Abfuhr!
Schröder erteilt Künast klare Absage
Berlin (AP) Bundeskanzler Gerhard Schröder hat der Forderung von Verbraucherministerin Renate Künast (Grüne) nach schärferen Gesetzen gegen Preis-Dumping eine klare Absage erteilt. «Ich würde dafür plädieren, dass man das dem Markt überlässt und der freien Wahl der Konsumenten», sagte Schröder am Freitag in einem Interview des Fernsehsenders N24. Er habe keine Einwände dagegen, dass die Konsumenten preisbewusst einkauften. «Ich will auch, dass die Bedingungen dafür bestehen bleiben.»
Künast hatte sich über Superbilligangebote der Discounter beklagt, die Produkte unter Einkaufspreis feilböten. Es gehe ihr keinesfalls darum, die Marktwirtschaft abzuschaffen, sondern darum, «dass Qualität und Sicherheit ihren Preis haben».
Schröder sagte, der Ansatz der Ministerin, Qualität speziell im Lebensmittelbereich zu sichern, sei richtig. «Ob man dazu gesetzliche Maßnahmen braucht, das wage ich zu bezweifeln.»
Hi
Ich habe selbst einen kleinen Betrieb, und wenn du sagst der kleine Einzelhandelsbetrieb könnte da mitthalten bist du falsch gewickelt. Glaubst du etwa das der gute alte Mittelstand noch da mitkommt, ich nicht. Wir brauchen uns nicht zu wundern das es immer mehr Arbeitslose gibt, der kleine Laden von neben an kann es sich nicht leisten mehr Arbeitskräfte zu beschäftigen weil er
um mitzuhalten an Personalkosten sparen muß. Ich selbst kann nur exestieren weil wir ein Famielenbetrieb sind, ich bin nicht in der lage noch einen Angestellten zu beschäftigen, da müßte ich zu machen. Es haben nicht von ungefähr soviele Betriebe wie noch nie 2002 ihr Geschäft schließen müßen. Mein Betrieb besteht schon seit mehreren Generationen (200 Jahre) und die Außsichten
das noch eine Generation dazu kommt sehen sehr schlecht aus, ich glaube nicht das meine Kinder darin noch eiene Zukunft haben.
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Klar, die Künast will doch nur ihren Ökofreunden die Pfründe sichern.
Die vielen Arbeitslosen haben kein Geld für teure Bio-Produkte, die kaufen beim Aldi.
Das darf natürlich nicht sein, da muß man eingreifen, um den Verbraucher zu schützen.
Den Verbraucher?
Wer schützt uns vor Künast und Co.?
Gruß
Rainer
hallo Ralf,
ich glaube Du hast Wolfgang falsch verstanden.
Er meinte, dass ein Einzelhändler, will er am Markt weiter existieren und verdienen, sich etwas (z.B. eine Ware) aussuchen muss, die der Aldi, Metro oder wer auch immer nicht führen kann. Denn dies sind Massenbetriebe. Massenbetriebe müssen sein um die Grundbedürfnisse der Bevölkerung zu befriedigen. Einem Douglas (Parfümerie) wird Metro nie gefährich. Er hat dazu kein Personal und ist darauf nicht eingerichtet. Wer im Kleinen (also Normalladen) existieren will, bracht eine Niesche.
Um bei dem Beispiel kartoffeln zu bleiben: der Händelr, der die gleiche Ware wir Aldi verkauft, ist dumm. Er sollte sich eine Kartoffelsorte zulegen, die Alsi nicht führt. Dann hat er eine Waffe gegen Aldi. Diese Beispiele kannst Du quer durch die Wirtschft machen, ob Ware oder Dienstleistung.
Dass so eine Politkikerin von Betriebswirtschaft keine Ahnung hat, ist eigentlich nicht schlimm. Schlimm ist nur, wenn sie keine guten Fachberater hat.
Grüße
Raimund
es gab mal eine Zeit, da hätte Microsoft am liebsten jedem Rechner 3 Office-Pakete beigefügt - aber da gab es ja auch noch
1-2-3, Paradox etc.
Und was kostet das heute ?
So ganz von der Hand zu weisen ist Ralfs Argumentation doch wohl nicht
Es geht nicht, wie du immer schreibst, um den Schutz der
kleinen Einzelhändler an sich. Sondern diese sollen geschützt
werden, damit es nicht zu einem Oligopol auf dem
Niedrigstpreissektor kommt.
Diese brauchen nicht geschützt zu werden, wenn sie gescheit auf dem Markt agieren. Und solange es diese „Kleinen“ gibt, werden die Großen nicht die Preise erhöhen können, weil sonst die „Kleinen“ ehemalige Discounter-Produkte ins Regal aufnehmen und dann wieder billiger sind, als die Großen.
Das dürfte in etwa das sein, was Wolfgang Dir die ganze Zeit sagen wollte. Wenn nicht, ist es das, was ich Dir sagen wollte
„Schluß mit billig“ hat keiner gesagt, auch Frau Künast nicht.
Vielmehr möchte sie den Dauerverkauf einer Ware unter
Einstandspreis verbieten, weil davon angeblich eine Gefahr für
den Bestand kleiner Händler ausgeht.
Kann mich mal jemand aufklären? Das Gesetzt als solches existierte doch schon. Oder ist das mit der Neuanpassung des Rabattgesetzes auch gestrichen worden.
„Nach dem Kartellgesetz sind Dumpingpreise, also Verkäufe unter Einstandspreis, unzulässig.“
Schritt:
Jetzt ist die Zeit da, den grossen Gewinn einzufahren und die
das Produkt wird für 1,5 Euro angeboten.
…und jetzt schlägt die Stunde des cleveren kleinen Kaufmanns: Er eröffnet seinen Laden direkt neben dem teuren Discounter und bietet seine Waren billiger als der an.
Ergo: Kurzfristig hat der Konsument bei diesem
Verdrängungswettbewerb einen Gewinn, langfristig wird er
abgezockt.
Schritt:
Jetzt ist die Zeit da, den grossen Gewinn einzufahren und die
das Produkt wird für 1,5 Euro angeboten.
…und jetzt schlägt die Stunde des cleveren kleinen
Kaufmanns: Er eröffnet seinen Laden direkt neben dem teuren
Discounter und bietet seine Waren billiger als der an.
Eben nicht. Der wirklich clevere kleine Kaufmann weiss genau, dass er das Produkt vielleicht eine Woche lang billiger verkaufen könnte als der Discounter, aber dann würde der zurückschlagen und das Produkt solange unter Einkaufspreis anbieten bis der kleine Kaufmann wieder pleite ist.
Daher wird es dann niemand erst versuchen, denn das Ergebnis ist leicht ausrechenbar.