Klassenzimmer = ist der Arbeitsplatz des Lehrers

Klassenzimmer ist der Arbeitsplatz des Lehrers hat seine Reize, die ich sicher gerne ausprobieren würde (kein ironischer Unterton). Dazu habe ich jetzt einige Fragen:

  1. Wie lässt sich das mit dem 2-3-Fachlehrerprinzip vereinbaren, z.B wird von einem Kollegen die Sporthalle (die mit 3 anderen Schulen genutzt wird), ein naturwissenschaftlicher Fachraum und dann eben ein ganz normaler Raum benötigt.

  2. Wie organisiere ich den Wechsel zwischen den Räumen, wenn der Weg recht lange ist. Wir sind schon dabei ein Doppelstundenmodell einzuführen, zwischen den Doppelstunden ist eine größere Pause, in der dieser Wechsel passieren könnte. Nur was haben die Schüler dann von der Pause, wenn sie den größten Teil der Pause damit beschäftigt sind von A nach B zu wandern. (Die Vor/Nachteile von Doppelstunden verdienen einen eigenen Thread.)

  3. Ich nehme, an, dass mit Doppelstunden und größeren Pausen zwischen diesen Blöcken ein Lehrerarbeitsplatz möglich ist. Das hat zwangsläufig auch Auswirkungen auf den Schülerstundenplan, in dem man nicht mehr auf alle Bedürfnisse der Schüler Rücksicht nehmen kann und zwangsläufig auch Stundenfolgen auftreten, die zu Ähnlichkeitshemmungen führen können, vorausgesetzt es handelt sich nicht um einen entspannten Ganztagesbetrieb. Wie kann ich das in meinem Halbtagsbetrieb mit 1-2 Nachmittagen regeln?

  4. Es ist immer wieder schön, wenn man hört, dass man einfach nur will und das dann durchsetzt. Ich will einfach nur das Unterrichtsende um 15 Minuten nach hinten schieben. Wie ändere ich jetzt ganz einfach den Fahrplan der Bundesbahn? (Wenn dieser eine Zug verschoben wird dann funktioniert der ICE-Anschluss am Ende der Strecke nicht mehr. Das ist für unsere Schüler nicht wichtig, aber für die Bahn.)Nein, das Landratsamt wird den Teufel tun und uns Busse hinstellen. Da zählt kein einziges Argument.

  5. Für mich sieht „Klassenzimmer ist der Arbeitsplatz des Lehrers“ einfach danach aus, dass das Problem des Wanderns auf die Schüler abgewälzt wird. Und ich wette, dass es in den Ländern in denen dieses Prinzip verwirklicht ist eine Menge Leute gibt, die ein Schülerklassenzimmermodell wollen.

Viele dieser Probleme würden nicht auftreten, wenn wir einen Ganztagesbetrieb hätten. Den haben wir nicht und wir werden ihn auch nicht haben. Wie kann ich das Prinzip „Klassenzimmer = ist der Arbeitsplatz des Lehrers“ in meinem Halbtagesbetrieb mit 1-2 Nachmittagen umsetzen?

Mit der Bitte um konstruktive Beiträge

Martin Klaiber

ach Martin, du sprichst mir aus der Seele…
Gruß Orchidee

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ach Martin, du sprichst mir aus der Seele…
Gruß Orchidee

Von dir habe ich nichts anderes erwartet, aber das war jetzt nicht konstruktiv :wink: .

Gruß
M.

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Hallo.

  1. Wie lässt sich das mit dem 2-3-Fachlehrerprinzip
    vereinbaren

Gar nicht.

Die Mischung gibt den Ausschlag: Lehrer und Schüler ziehen durch die Schule, aber in begrenztem Ausmaße.

  1. Wie organisiere ich den Wechsel zwischen den Räumen, wenn
    der Weg recht lange ist. Wir sind schon dabei ein
    Doppelstundenmodell einzuführen, zwischen den Doppelstunden
    ist eine größere Pause, in der dieser Wechsel passieren
    könnte. Nur was haben die Schüler dann von der Pause, wenn sie
    den größten Teil der Pause damit beschäftigt sind von A nach B
    zu wandern.

Du siehst, Du stellst eine rhetorische Frage.
Bei vorgegebener starrer Infrastruktur wird diese Idee nicht umsetzbar sein.

Doppelstunden haben übrigens fast nur Vorteile, können aber nicht in jeder Schulform eingesetzt werden.

In der Unterstufe und den Anfängen der Mittelstufe wäre es Gift und eine Zumutung für die Kinder. Später aber schlagen ziemlich viele Vorteile durch und ich bin heute noch dankbar, daß mein Gymnasium damals den Stundenplan mit einem leistungsfähigen Computerprogramm und Doppelstundenbasis ausgearbeitet hat. So konnte man an einem langen Tag auch eine 10. oder 11. Stunde überstehen.

  1. Ich nehme, an, dass mit Doppelstunden und größeren Pausen
    zwischen diesen Blöcken ein Lehrerarbeitsplatz möglich ist.
    Das hat zwangsläufig auch Auswirkungen auf den
    Schülerstundenplan, in dem man nicht mehr auf alle Bedürfnisse
    der Schüler Rücksicht nehmen kann und zwangsläufig auch
    Stundenfolgen auftreten, die zu Ähnlichkeitshemmungen führen
    können, vorausgesetzt es handelt sich nicht um einen
    entspannten Ganztagesbetrieb. Wie kann ich das in meinem
    Halbtagsbetrieb mit 1-2 Nachmittagen regeln?

Von welcher Schulform redest Du?

Am Gynasium geht es ohne Nachmittagsunterricht nicht. In den höheren Klassen der Realschule auch nicht mehr.

Fragt sich also, warum Du das im Aussterben befindliche Halbtagssystem noch zur Diskussion stellst. Okay, sicherlich deshalb, weil es bei euch leider noch verwendet wird, aber das ist kein Zustand.

  1. Es ist immer wieder schön, wenn man hört, dass man einfach
    nur will und das dann durchsetzt. Ich will einfach nur das
    Unterrichtsende um 15 Minuten nach hinten schieben. Wie ändere
    ich jetzt ganz einfach den Fahrplan der Bundesbahn? (Wenn
    dieser eine Zug verschoben wird dann funktioniert der
    ICE-Anschluss am Ende der Strecke nicht mehr. Das ist für
    unsere Schüler nicht wichtig, aber für die Bahn.)Nein, das
    Landratsamt wird den Teufel tun und uns Busse hinstellen. Da
    zählt kein einziges Argument.

Tja, diese Probleme kenn ich auch zur Genüge :smile:

Es hilft nur eins: freundlicher Umgang.
Man kann immer wieder nur höflich fragen, ob nicht „das und das“ möglich wäre oder „das und das“. Wenn man keine Unmenschen im zuständigen Verkehrsbetrieb sitzen hat, kann man schon ein wenig an den Fahrplänen herumbiegen.

Im Prinzip hast Du aber recht: Keiner kann etwas tun, wenn die zuständigen Stellen keine Fahrplananpassung oder Schulbusaufstockung wollen.

  1. Für mich sieht „Klassenzimmer ist der Arbeitsplatz des
    Lehrers“ einfach danach aus, dass das Problem des Wanderns auf
    die Schüler abgewälzt wird. Und ich wette, dass es in den
    Ländern in denen dieses Prinzip verwirklicht ist eine Menge
    Leute gibt, die ein Schülerklassenzimmermodell wollen.

Wie gesagt, die Wahrheit liegt wie immer dazwischen. Beide Pendeln in beschränktem Maße. Eine bewährte und umsetzbare Lösung.

Viele dieser Probleme würden nicht auftreten, wenn wir einen
Ganztagesbetrieb hätten. Den haben wir nicht und wir werden
ihn auch nicht haben.

O.O

Wie bitte?!

MfG

Hallo Martin,

konstruktiv? Hm, naja, mal sehen.

  1. Wie lässt sich das mit dem 2-3-Fachlehrerprinzip
    vereinbaren, z.B wird von einem Kollegen die Sporthalle (die
    mit 3 anderen Schulen genutzt wird), ein
    naturwissenschaftlicher Fachraum und dann eben ein ganz
    normaler Raum benötigt.

Das ist schon das erste Problem in Deutschland, denke ich. Die meisten Lehrer hier haben nur ein Fach und brauchen daher auch nicht zig Räume für ihren Unterricht. Meine Schule hat z.B. gar keine Sporthalle, sondern der Sportunterricht findet entweder draußen oder in der Versammlungs-/Sport-/Essenshalle statt. (Nicht besonders toll und wird sich hoffentlich bald ändern…)

  1. Wie organisiere ich den Wechsel zwischen den Räumen, wenn
    der Weg recht lange ist. Wir sind schon dabei ein
    Doppelstundenmodell einzuführen, zwischen den Doppelstunden
    ist eine größere Pause, in der dieser Wechsel passieren
    könnte. Nur was haben die Schüler dann von der Pause, wenn sie
    den größten Teil der Pause damit beschäftigt sind von A nach B
    zu wandern. (Die Vor/Nachteile von Doppelstunden verdienen
    einen eigenen Thread.)

Gut, eine Schulstunde dauert an meiner Schule 60 Minuten, es gibt einen Zwei-Wochen-Stundenplan (also Woche A und Woche B) mit jeweils 5 Stunden pro Tag zwischen 8:50 Uhr und 15:20 Uhr. Die Wege sind nicht so furchtbar lang, in max. 5 Minuten kommt man von einem Ende der Schule zum anderen, selbst wenn man sich durch Massen von Schülern kämpfen muss.

  1. Ich nehme, an, dass mit Doppelstunden und größeren Pausen
    zwischen diesen Blöcken ein Lehrerarbeitsplatz möglich ist.
    Das hat zwangsläufig auch Auswirkungen auf den
    Schülerstundenplan, in dem man nicht mehr auf alle Bedürfnisse
    der Schüler Rücksicht nehmen kann und zwangsläufig auch
    Stundenfolgen auftreten, die zu Ähnlichkeitshemmungen führen
    können, vorausgesetzt es handelt sich nicht um einen
    entspannten Ganztagesbetrieb. Wie kann ich das in meinem
    Halbtagsbetrieb mit 1-2 Nachmittagen regeln?

Hier läuft die Schule bis zum Nachmittag, und das ab der 1. Klasse.

  1. Es ist immer wieder schön, wenn man hört, dass man einfach
    nur will und das dann durchsetzt. Ich will einfach nur das
    Unterrichtsende um 15 Minuten nach hinten schieben. Wie ändere
    ich jetzt ganz einfach den Fahrplan der Bundesbahn? (Wenn
    dieser eine Zug verschoben wird dann funktioniert der
    ICE-Anschluss am Ende der Strecke nicht mehr. Das ist für
    unsere Schüler nicht wichtig, aber für die Bahn.)Nein, das
    Landratsamt wird den Teufel tun und uns Busse hinstellen. Da
    zählt kein einziges Argument.

*grins* Wir haben Schulbusse…wer nach Hause laufen kann, der läuft. Gibt’s bei euch denn nach Schulschluss keine weiteren Züge/Busse mehr? Ließe sich das denn nicht irgendwie regeln? Selbst meine deutsche Gesamtschule hatte damals Schulbusse (und hat sie heute wohl auch noch).

  1. Für mich sieht „Klassenzimmer ist der Arbeitsplatz des
    Lehrers“ einfach danach aus, dass das Problem des Wanderns auf
    die Schüler abgewälzt wird. Und ich wette, dass es in den
    Ländern in denen dieses Prinzip verwirklicht ist eine Menge
    Leute gibt, die ein Schülerklassenzimmermodell wollen.

Klar, das Problem verschiebt sich. Die meisten Schüler, die ich kenne, schleppen aber selten Klassensätze an Heften/Büchern/Ordnern oder CD-Player/Projektoren/sonstwas mit sich rum. Die Bücher und Hefte befinden sich meist in den Klassenzimmern und bleiben oft auch dort, deswegen schleppen die also auch nicht ihre eigenen Bücher. Ich frag mich manchmal, was die überhaupt mit sich rumschleppen, schließlich muss ich ja Papier und Stifte und sonstiges austeilen. *Stirn runzel*

Ich glaube, es ist schwierig sowas in Deutschland umzusetzen ohne am Schulsystem zu rütteln. Allerdings hatte ich gedacht, Deutschland geht auch langsam auf Ganztagsschulen zu. Bin ich da falsch informiert?
Bei Lehrern mit verschiedenen Fächern, die dann auch noch verschiedene Räume brauchen, ist es schwieriger einfach in einem Raum zu bleiben.

Kel

Hallo Kel,

Ich glaube, es ist schwierig sowas in Deutschland umzusetzen
ohne am Schulsystem zu rütteln. Allerdings hatte ich gedacht,
Deutschland geht auch langsam auf Ganztagsschulen zu. Bin ich
da falsch informiert?

Langsam ist etwas übertrieben, es geht eher seeeeeeeeeehr langsam. Von der letzten Bundesregierung wurden die IZBB-Mittel mit viel Brimborium gefeiert. Jedem musste klar sein, dass diese 4Mrd € nie und nimmer den ganze Ganztagsschulbedarf decken können. Vor allem weil in vielen Ländern immer noch nicht klar ist wo das Personal herkommen soll, wenn das ganze nicht als Spielplatz verpuffen soll.

Bei Lehrern mit verschiedenen Fächern, die dann auch noch
verschiedene Räume brauchen, ist es schwieriger einfach in
einem Raum zu bleiben.

Sag ich ja.

Aber wer weiss, vielleicht werden wir einfach die Umstrukturierung des Lehramtstudiums abwarten müssen, mit Bachelor und Masterabschlüssen und wir dann die Unterscheidung zwischen SEK1 und SEK2 (nein nicht Sondereinsatzkommando sondern Sekundarstufe 1 Klasse 5-9/10; Sekundarstufe 2 Klasse 9/10-12/13) bekommen. Vielleicht werden da noch Kämpfe zwischen den Kultusministerien, Hochschulen und Lehrerverbänden ausgetragen, vielleicht kommt auch eine Entscheidung von einem europäischen Gericht, dass die deutschen Staatsexamina einfach nicht haltbar sind, … wir werden es vielleicht noch erleben, dass es einen einheitlichen Abschluss für Lehrer gibt, oder auch nicht, mit allen Konsequenzen.

Gruß
MK

Hallo nochmal, Martin.

Langsam ist etwas übertrieben, es geht eher seeeeeeeeeehr
langsam. Von der letzten Bundesregierung wurden die
IZBB-Mittel mit viel Brimborium gefeiert. Jedem musste klar
sein, dass diese 4Mrd € nie und nimmer den ganze
Ganztagsschulbedarf decken können. Vor allem weil in vielen
Ländern immer noch nicht klar ist wo das Personal herkommen
soll, wenn das ganze nicht als Spielplatz verpuffen soll.

Hier geht es ehrlich gesagt eher rückläufig. Unsere hiesige Gesamtschule fängt früher and und hört auch schon so gegen 2 Uhr nachmittags auf. Generell sollen Schulen hier aber in Zukunft länger auf haben…und mehr anbieten. Na, mal sehen, was draus wird.
(Personal? Och, ich komme gerne wieder zurück…irgendwann mal. Habt ihr dann noch Hauptschulen, die Lehrer wollen? *grins*)

Sind die Mittel denn einfach nicht da, oder werden sie nur nicht bereitgestellt? Der Erfolg oder Misserfolg eines Schulsystem lässt sich also nicht an solch relativ banalen Dingen wie Klassenräumen festmachen. Meist liegt noch viel mehr im Argen. In vielen Fällen kann man immer noch irgendwas besser machen.
Tröste dich also, auch GB ist alles andere als perfekt. Hier gibt es jetzt Teaching Assistants, die Klassen übernehmen sollen um Lehrer für Papierkram freizustellen (ich meine, andersrum könnte man es ja noch nachvollziehen…), Klassen mit regelmäßig 30+ Schülern, keine Möglichkeit Schüler mal durch irgendwas durchfallen zu lassen (nee, du müssen mitgeschleppt werden!), Schulen, die von Unternehmen gekauft werden…und wenn Eltern sich keine Privatschule für ihre Schätzchen leisten können, enden sie auf Schulen wie meiner…da rettet auch ne Ganztagsschule nix mehr. Versteh mich nicht falsch, ich mag meine Schule und die Schüler, mit denen ich arbeite, sehr. Für viele würde ich mir aber eine „bessere“ Schule wünschen. In einem anderen Umfeld könnten sie so viel mehr erreichen.

Aber wer weiss, vielleicht werden wir einfach die
Umstrukturierung des Lehramtstudiums abwarten müssen, mit
Bachelor und Masterabschlüssen und wir dann die Unterscheidung
zwischen SEK1 und SEK2 (nein nicht Sondereinsatzkommando
sondern Sekundarstufe 1 Klasse 5-9/10; Sekundarstufe 2 Klasse
9/10-12/13) bekommen.

Von der Umstellung in Deutschland bekomme ich hier nicht so viel mit, wie läuft das denn? Was meinst du denn mit „Unterscheidung zwischen SEK1 und SEK2“? (Ich weiss, was ne Sekundarstufe ist. *lächel*) Ich mache nämlich auch „nur“ nen BA und ab September meinen Aufbaustudiengang. Allerdings hab ich danach keinen Master, sondern nur ein PGC (Postgraduate Certificate).

Kel

Auch nochmal Hallo

Hier geht es ehrlich gesagt eher rückläufig. Unsere hiesige
Gesamtschule fängt früher and und hört auch schon so gegen 2
Uhr nachmittags auf. Generell sollen Schulen hier aber in
Zukunft länger auf haben…und mehr anbieten. Na, mal sehen,
was draus wird.

Was macht eigentlich in GB die arbeitende Bevölkerung mit ihren Kindern in den Ferien, bzw. nach 14:00 Uhr? Vor allem im Primarbereich, wenn die echt noch klein sind?

(Personal? Och, ich komme gerne wieder zurück…irgendwann
mal. Habt ihr dann noch Hauptschulen, die Lehrer wollen?
*grins*)

Willst du dann als Lehrerin bezahlt werden oder als Betreuungskraft, die sich bei 7€ die Betreuungsstunde bewegt? Bei Hauptschulen kenne ich mich nicht aus, (OT: aber die Hauptschule bei mir um die Ecke hat garantiert Bedarf. Sie liegt idyllisch in einem Flusstal in einer Kleinstadt, weit ab von teuren Mietwohnungen, Bauplätze sind bezahlbar. Man ist in einer 3/4 Stunde in einer Großstadt. Alle weiterführenden Schulen sind vor Ort und das Leben ist bezahlbar. Ärzte, Apotheken sogar ein Krankenhaus liegen in dieser von einer mittelalterlichen Mauer begrenzten Stadt, die sogar noch schuldenfrei ist, was sich natürlich auch teilweise auf die gute schulische Ausstattung auswirkt (der Kämmerer ist ein Geizkragen und das ist gut so). Keine Ahnung warum alle Lehramtsbewerber in die Unistädte rennen, wobei sie dort keinen Cent mehr bezahlt bekommen.)

Sind die Mittel denn einfach nicht da, oder werden sie nur
nicht bereitgestellt? Der Erfolg oder Misserfolg eines
Schulsystem lässt sich also nicht an solch relativ banalen
Dingen wie Klassenräumen festmachen. Meist liegt noch viel
mehr im Argen. In vielen Fällen kann man immer noch irgendwas
besser machen.

Die Mittel, zumindest die für Baden-Württemberg, sind komplett verteilt.

Von der Umstellung in Deutschland bekomme ich hier nicht so
viel mit, wie läuft das denn? Was meinst du denn mit
„Unterscheidung zwischen SEK1 und SEK2“? (Ich weiss, was ne
Sekundarstufe ist. *lächel*)

Die Umstellung läuft noch überhaupt nicht. Die Kumis wollen ihr eigenes Staatsexamen behalten, manche Verbände wollen es abschaffen und im Zuge vom Bologna-Prozess sollte das ja auch passieren. Man wird sehen.

Ich mache nämlich auch „nur“ nen
BA und ab September meinen Aufbaustudiengang. Allerdings hab
ich danach keinen Master, sondern nur ein PGC (Postgraduate
Certificate).

Versuch einfach mal deinen Abschluss in verschiedenen Bundesländern anerkennen zu lassen und ich könnte mir vorstellen, dass du erstaunt sein wirst, wo er warum akzeptiert wird und was du dann damit machen darfst.

Gruß
M.

Hi,

Was macht eigentlich in GB die arbeitende Bevölkerung mit
ihren Kindern in den Ferien, bzw. nach 14:00 Uhr? Vor allem im
Primarbereich, wenn die echt noch klein sind?

Grundschulen enden meist nach 15:00 Uhr, und wenn Eltern dann noch keine Zeit haben, können sie sie z.B. zwischen 17 und 18 Uhr aus dem Hort abholen. Oder man lässt sie von sonstwem abholen (Babysitter, Geschwister, Oma/Opa).
In den Ferien kann man die Schätzchen zu einem Summer Camp schicken (gibt’s meist auch während den anderen Ferien). Die werden entweder von privaten Stellen oder vom Council angeboten. Ansonsten, Großeltern, Fernseher, ältere Geschwister…
Was machen denn deutsche Eltern in den Ferien oder nach der Schule mit ihrem Nachwuchs?

Willst du dann als Lehrerin bezahlt werden oder als
Betreuungskraft, die sich bei 7€ die Betreuungsstunde bewegt?

Also, Lehrerin wäre ja schon schön (darauf studier ich ja schließlich hin). Ich weiss nur nicht, wie die Chancen dafür stehen würden. Bei ner Fächerkombi von Geschichte/Englisch (an meinen Erweiterungsfächern Mathe und DaF arbeite ich noch…) und einer Grundschulspezialisierung wird es wahrscheinlich nicht so leicht. :confused:
7€ pro Stunde? Da verdien ich ja jetzt schon mehr fürs Babysitten…äh, für den Einzel-/Kleingruppenunterricht in der Gesamtschule. :smile:

Bei Hauptschulen kenne ich mich nicht aus,

Ich geh auch gern in eine andere Schulform. :smile: Die meisten Schüler, mit denen ich momentan arbeite, bewegen sich aber eher auf Hauptschulniveau und soweit komme ich mit ihnen ganz gut klar. Mal sehen, wie es nächstes Jahr läuft, wenn ich die gesamte Klasse und alle Niveaustufen unterrichten darf/soll/muss. Wie ist denn die Stellensituation in Deutschland generell? Vielleicht, wenn man mehr Lehrer einstellen würde, könnte man a) kleinere Klassen habe und b) Lehrern ihren eigenen Raum geben, weil sie dann hauptsächlich nur ein Fach unterrichten müssten.

Die Mittel, zumindest die für Baden-Württemberg, sind komplett
verteilt.

Und wie lässt sich da jetzt noch was machen? Kann die Regierung nicht wenigstens die Gelder bereitstellen, die gebraucht werden um Ganztagsschulen ausbauen zu können, wenn sie das schon so groß anpreisen? Andererseits könnte man ja stattdessen auch versuchen Schulen irgendwie mit den örtlichen Vereinen zu koppeln. Dann wäre das Personal mit den nötigen Wissen zumindest schonmal da. Oder man versucht die Nachmittagsbetreuung der verschiedenen Schulen in einem Gebiet zusammen zu legen.

Versuch einfach mal deinen Abschluss in verschiedenen
Bundesländern anerkennen zu lassen und ich könnte mir
vorstellen, dass du erstaunt sein wirst, wo er warum
akzeptiert wird und was du dann damit machen darfst.

Wieso? Meinst du, dass ich auf große Unterschiede stoßen würde?
Ich hatte mal in Hessen angefragt und die Antwort war eigentlich recht positiv. Ich weiss auch von einigen Leuten, die diesen Abschluss in D. bereits anerkannt bekommen haben. Ob das Teil jetzt Master oder PGC heisst, sollte ja nun kein so furchtbarer Unterschied sein. (Die Zulassungsbeschränkungen für den PGC sind viel höher angesetzt als für den MA). Meinen Master in Erziehungswissenschaften kann ich schließlich später auch noch drauf setzen. Der bringt mir aber praktisch gesehen recht wenig, da es numal ein wissenschaftliches Studium ist.

Schönen Gruß,
Kel

Hi Martin,

Klassenzimmer ist der Arbeitsplatz des Lehrers hat seine
Reize, die ich sicher gerne ausprobieren würde (kein
ironischer Unterton).

Guck, das ist doch eigentlich schon alles, was ich mit
meinem ursprünglichen Artikel wollte: dass man einfach
mal „andersrum“ denkt und nicht alles, was anders
ist, gleich reflexartig ablehnt.

  1. Wie lässt sich das mit dem 2-3-Fachlehrerprinzip
    vereinbaren, z.B wird von einem Kollegen die Sporthalle (die
    mit 3 anderen Schulen genutzt wird), ein
    naturwissenschaftlicher Fachraum und dann eben ein ganz
    normaler Raum benötigt.

Man könnte den Lehrer z.B. ein „Hauptfach“ haben lassen.
Sportlehrer, z.B., brauchen nicht die Sporthalle (oder dort
ein Extrabüro). Physik und Chemielehrer könnten zu
zweit im Wechsel zwei Zimmer haben, mit einem Zimmer eben
das Hauptzimmer des einen Lehrers. Sicher, das müsste
erstmal organisiert werden. SChöner wäre es natürlich,
wenn Schulen schon von Anfang an anders gebaut würden
(deshalb ja auch meine Bemerkung, dass niemand verlangt,
dass einzelene LEhrer das ganze System umfunktionieren
sollen.)

  1. Wie organisiere ich den Wechsel zwischen den Räumen, wenn
    der Weg recht lange ist. Wir sind schon dabei ein
    Doppelstundenmodell einzuführen, zwischen den Doppelstunden
    ist eine größere Pause, in der dieser Wechsel passieren
    könnte. Nur was haben die Schüler dann von der Pause, wenn sie
    den größten Teil der Pause damit beschäftigt sind von A nach B
    zu wandern. (Die Vor/Nachteile von Doppelstunden verdienen
    einen eigenen Thread.)

Z.B. 10 Minuten Pausen (wenn man ganz auf Doppelstunden umstellt,
leicht umzusetzen). Auch das scheint mir ein bisschen ein
Schein-Problem zu sein. Nein, ich will deine Frage ernstnehmen,
aber ich kann nicht glauben, dass in England oder Amerika
Schulen weniger weitläufig gebaut sind und dort habe ich noch
nie von diesem Problem gehört.

  1. Ich nehme, an, dass mit Doppelstunden und größeren Pausen
    zwischen diesen Blöcken ein Lehrerarbeitsplatz möglich ist.

Ups, da schreibst du es ja.

Das hat zwangsläufig auch Auswirkungen auf den
Schülerstundenplan, in dem man nicht mehr auf alle Bedürfnisse
der Schüler Rücksicht nehmen kann und zwangsläufig auch
Stundenfolgen auftreten, die zu Ähnlichkeitshemmungen führen
können, vorausgesetzt es handelt sich nicht um einen
entspannten Ganztagesbetrieb. Wie kann ich das in meinem
Halbtagsbetrieb mit 1-2 Nachmittagen regeln?

Dazu haben andere schon geantwortet. Ich halte einen
Schulbetrieb der nur bis 13:00 Uhr geht, nicht für sinnvoll.

  1. Es ist immer wieder schön, wenn man hört, dass man einfach
    nur will und das dann durchsetzt.

Ich wollte da nicht, das hab ich geschrieben, einzelne
Lehrer zum Alleingang auffordern. Dass vieles hier
an Bürokratie scheitert (und eingefahrenen Denkmustern)
ist mir klar. Ein Problem sehe ich auch in der
Kulturhoheit der Länder, der Zerstückelung des Schulsystems.
Die Aufteilung der Verantwortungsgebiete zwischen Kultus-
ministerium, Schulamt und Kreis können nur behindern
und die Bürokratie aufblähen.

  1. Für mich sieht „Klassenzimmer ist der Arbeitsplatz des
    Lehrers“ einfach danach aus, dass das Problem des Wanderns auf
    die Schüler abgewälzt wird. Und ich wette, dass es in den
    Ländern in denen dieses Prinzip verwirklicht ist eine Menge
    Leute gibt, die ein Schülerklassenzimmermodell wollen.

Ich habe noch nie davon gehört.

Viele dieser Probleme würden nicht auftreten, wenn wir einen
Ganztagesbetrieb hätten.

Ja.

Gruß
Elke

ach Martin, du sprichst mir aus der Seele…

ach, Orchidee, das war jetzt konstruktiv?

Gruß
Elke