Klausuraufgaben vorher bekannt ...?

Hallo,

habt Ihr so was schon mal gehört, dass ein Lehrer seinen Schülern einen Tag vor der Klausur den zu bearbeitenden Text und die Fragen dazu gibt? Ich kann es eigentlich kaum fassen.

„Ich habe jetzt seit 2 Jahren Spanisch und unser Kurs hatte die Klausuren immer schon vorher, weil unser Lehrer und immer genügend Informationen gegeben hat, sodass wir sie rausfinden konnten. Ich habe in diesen 2 Jahren immer jemand Nettes gefunden, der mir eine Lösung dafür geschrieben hat.“
Kommentar 5 bei http://dict.leo.org/forum/viewUnsolvedquery.php?idTh…
wo ein Schüler händeringend Hilfe sucht.

Grüße
Pit

Hallo Pit,

als Lehrerin kann ich dazu sagen, dass das eigentlich der totale Wahnsinn ist und leider trotzdem vorkommt. An der Schule, an der ich unterrichte, würde das (fast) niemand tun. Schüler gut vorzubereiten und viele Aufgabentypen im Unterricht zu bearbeiten ist ja logisch. Aber praktisch die ganze Arbeit den Schülern zu präsentieren, das geht nicht und ist ja auch total unfair den anderen Klassen gegenüber!

Ich habe einen Kollegen, der vor jeder Arbeit EXAKT die gleiche Arbeit nur mit anderen Zahlen (als Bsp. im Fach Mathe) den Schülern gibt und sie eine Musterlösung im Heft haben. Trotzdem fallen seine Noten schlecht aus (Hauptschule).

Über sowas könnt ich mich nur aufregen! Und nein, das interessiert nicht wirklich jemanden an der Schule/Schulamt etc.

Gruß
Anna

Hi gargas,

habt Ihr so was schon mal gehört, dass ein Lehrer seinen
Schülern einen Tag vor der Klausur den zu bearbeitenden Text
und die Fragen dazu gibt? Ich kann es eigentlich kaum fassen.

So nicht direkt, allerdings haben wir damals auch oft vorher Texte bearbeitet, die es dann etwas später als Klausurtext gab.
Wer aufgepasst hat, war klar im Vorteil.

„Ich habe jetzt seit 2 Jahren Spanisch und unser Kurs hatte
die Klausuren immer schon vorher, weil unser Lehrer und immer
genügend Informationen gegeben hat, sodass wir sie rausfinden
konnten. Ich habe in diesen 2 Jahren immer jemand Nettes
gefunden, der mir eine Lösung dafür geschrieben hat.“
Kommentar 5 bei
http://dict.leo.org/forum/viewUnsolvedquery.php?idTh…
wo ein Schüler händeringend Hilfe sucht.

Das hatten wir damals in Latein.
Unser Lehrer fragte immer genau die Vokabeln ab, die in den Arbeiten vorkamen. Wir schrieben die Vokabeln auf und suchten uns den passenden Text raus. War immer zu 100% ein Treffer! :smile:

Allerdings haben die Schüler von heute noch mehr drauf. Da wundert es mich nicht, dass die die Klausuren vorher haben.

Außerdem wollen manche Lehrer einen guten Durchschnitt erreichen -hab ich auch kennen gelernt.

LG, Bomba (der die Schule trotzdem nicht fehlt)

Hi

Ja das gibt, es, an Schulen allerdings nicht so stark wie später an Berufsschulen und Unis.

Ich weiß nicht, bei Fächern wie Geschichte, Deutsch, etc. finde ich es sogar irgendwie sinnvoll, man hat ja meistens Textaufgaben und kann sich so bei Interesse darauf vorbereiten.
Die Leute, die kein Interesse haben, tun das nämlich sowieso nicht.
Und ein Lehrer ist durchaus in der Lage festzustellen, ob jemand eine Interpretation aus dem Internet auswendig gelernt hat oder sich selbst Gedanken gemacht hat.

Von den Stocksteifen Curriculumfetischisten, die nicht in der Lage sind eine Interpretation in einer Deutscharbeit zuzulassen, die nicht genauso im Lehrbuch steht, machen sowas sowieso nicht. Wozu auch, sie wollen ja eh nicht dass die Kinder/Jugendlichen denken.

Bei Naturwissenschaften sehe ich das etwas anders. Ich finde es z.B. Sinnvoll wenn es Hinweise gibt, was ungefähr dran kommt. Die selbe Aufgabe zu stellen mit verschiedenen Zahlen (entweder reden meine Vorposterin und ich über den selben Lehrer oder es ist übliche Praxis…) ist allerdings sinnfrei.
Manchmal kann es aber sinnvoll sein um Unterrichtsstoff zu selektieren. Auch weil Schüler mit dem „Oh ich weiß was ich schaff die Arbeit!“ Denken intensiver lernen, denn wenn sies nicht tun schaffen sie die Arbeit auch mit Vorherwissen nicht.

In vielen Bereichen sind Klausuren ohnehin überkommen. Grade auf Gymnasien sollten die Leute lernen anständige Referate oder Präsentationen zu halten oder sich mit der Materie auseinander zu setzen. Und was passiert? Aufgaben in KLausuren, die nun schon Standardaufgaben sind.
Ich kann gar nicht mehr zählen wie oft ich über diesen verdammten Birkenfalter schreiben musste. Halt doch ich kann. 3 Mal. Genauso oft wie wir die französische Revolution durchnahmen die ebenfalls mti den immer gleichen Fragen abgefragt wurde.

Referate? Sind doch unwichtig. Immer öfter streikten die Leute einfach, und weigerten sich selbst in 8-Personen Kursen vorzutreten. Und was geschah? Nix. War okay, hatte auch keine Konsequenzen. Manche sahen darin immerhin noch eine Arbeitsverweigerung.
Das sind dann die Leute, die an die Uni kommen und verzweifeln, und das nicht nur wegen mangelnder ENglischkenntnisse.

Ich hör mal auf zu mosern, aber unser Bildungssystem krankt doch noch an ganz andern Ecken…

lg
Kate

Hallo,

habt Ihr so was schon mal gehört, dass ein Lehrer seinen
Schülern einen Tag vor der Klausur den zu bearbeitenden Text
und die Fragen dazu gibt? Ich kann es eigentlich kaum fassen.

das war die taktik meines geschichtslehrers in der 5. klasse. deswegen hatte ich dann ne 5 im halbjahr:smile: der hat fragen und antworten gegeben und deshalb hab ich nicht mehr gelernt.
an hochschulen ist das aber normal…ich hab meine kollegin komisch angeschaut, als sie erschrocken war, dies zu hören - nach dem studium.

Hallo Pit,
ja, leider ist das auch vereinzelt meine Erfahrung, obwohl ich als Schüler darüber noch froh war, muss ich zugeben.

Ich hatte einen Mathelehrer, der weitgehend unfähig war unserer Klasse Mathe beizubringen. Wir rechneten Aufgaben vor der letzten Stunde, die nur mit anderen Zahlen dann drankamen. In der Abi-Prüfung (Pflichtfach) kam sogar eine Aufgabe 1:1 dran. Er hat sich später im Unterricht darüber beschwert, dass einige Schüler sich zu auffällig darüber gefreut hätten, weil es für ihn schlimme Konsequenzen haben könnte.

Einmal habe ich eine komplette Klausur abgeschrieben (10. Kl.), die verkehrt herum auf dem Lehrerpult lag. Heute kann ich mir kaum vorstellen, dass die Lehrerin das nicht gemerkt haben sollte. Das Resultat war, dass der Schnitt erheblich gesenkt wurde und man mit wenigen Fehlern schon eine 3 bekam. Leider fielen wenige Schüler, die nicht mehr informiert wurden oder der Sache nicht glaubten, extrem hinten runter.

Ein Bio-Lehrer wurde an unserer Schule des Schuldienstes verwiesen. Es war schon immer sehr lax und man lernte außer Ökosachen und Bildchen malen nicht viel. Deswegen wollte ich ihn auf keinen Fall im Abi haben.
Die Abituraufgaben hat er mit der Klasse vorher durchgesprochen und ihnen Musterlösungen gegeben. Bei einer Abiturprüfung fiel das auf, weil einem Schüler ein Kommentar herausrutschte als der Direktor noch anwesend war, der sofort nachhakte. Die Schüler schafften es nicht mehr, das zu vertuschen. Der Lehrer erlitt noch vor Ort einen Schwächeanfall und kam ins Krankenhaus. Die Prüfung wurde abgebrochen und musste wenige Wochen später wiederholt werden. Ein anderer Lehrer (mein Bio-Lehrer) unterrichtete die Schüler in diesen Wochen. Dass die Prüfung wohl kaum anders ausgesehen haben dürfte als die erste, dürfte wohl klar sein, denn niemand kann den Stoff aus zwei Jahren LK in wenigen Wochen nachholen. Die Vorbereitung wird sehr spezifisch gewesen sein müssen. Die armen Schüler. Schließlich kam wenige Monate später doch noch die mündliche Prüfung.

Ich kann für meine Stadt sagen, dass es große Unterschiede in der Qualität der Gymnasien gab. Mein Gymnasium würde ich zu meiner Zeit als ein "Unterschichten-"Gymnasium betiteln wollen, weil dort sehr viele Schüler aus nicht-akademischen Haushalten stammten. Gleichzeitig war es direkt an eine Real- und Hauptschule angegliedert, wodurch wohl allein durch die Nähe eine häufigerer Wechsel innerhalb der Schulformen stattfand.
Dazu mal ein Off-Topic-Bild: http://img337.imageshack.us/my.php?im

An der Uni habe ich das nicht wieder erfahren. Natürlich gibt es dort Klausuren zur Vorbereitung einzusehen. Es handelte sich aber immer um alte Klausuren. Ein spezifisches Auswendiglernen für eine Prüfung war unmöglich. Zur Vorbereitung war es sehr nützlich diese durchzuarbeiten, um sich auf den Fragestil des Prüfers einzustellen, die Schwere der Prüfung und ein Durchkommen oder Nicht-Durchkommen einzustellen.
Dass Klausuren vorher bekannt waren ist mir nie untergekommen. Ich weiß, dass die auch erst kurz vor der Prüfung vom Prof. mitgebracht, dann kopiert und verteilt wurden.
Allerdings haben auch ca. die Hälfte das Studium nicht mit Diplom beendet (Wirtschaftswissenschaften). In Sozialwissenschaften beendeten ca. 90% das Studium nicht mit Diplom, was aber viel mehr Gründe hat, als dass es nur schwer gewesen wäre. Mit Klausuren vorher kennen, war in meinem Studiengängen nichts zu machen.

Schönen Gruß.