Keynesianische Wirtschaftspolitik basiert zum Beispiel darauf,
die Sparquote zu vermindern. D.h. die Leute sollten demnach
weniger Sparen und mehr Konsumieren, weil nach Keynesianischer
Ansicht gespartes Kapital dem Volkswirtschaftlichen Kreislauf
entzogen wird.
Was natürlich falsch ist. Gespartes Geld kommt der Wirtschaft als Investitionskapital zugute, entweder über Kredite oder Eigenkapital. Eine geringere Sparquote kann allenfalls einen kurzfristigen Effekt haben. Langfristig mindert sie die Fähigkeit einer Volkswirtschaft zur Eigenfinanzierung.
Übrigens ist der ganze Keyensianismus auf kurzfristige Effekte ausgelegt, was aber insbesondere die Politik nicht begriffen hat.
Ein weiterer Ansatz sind antizyklische Staats-Ausgaben. Soll
heißen, wenn die Konjunktur gut läuft, soll der Staat weniger
ausgeben, als er einnimmt und diese Überschüsse zurücklegen
(oder bereits gebildete Schulden zurückzahlen). Im Fall einer
Konjunktur-Flaute dagegen soll mehr Geld ausgegeben werden als
eingenommen wird. Man macht also Schulden oder verbraucht das
zuvor angesammelte Kapital. Eingesetzt sollte das Kapital zum
Konsum-Anreiz werden. Die Sozialhilfe bzw. Arbeitslosengeld
ist sogesehen ein derartiges Instrument. Wenn die Wirtschaft
gut läuft, gibt es wenige Arbeitslose, wenn die Wirtschaft
schlecht läuft, gibt es mehr Arbeitslose und durch diese
Sozialleistungen wird der Konsum teilweise aufrecht erhalten.
Auch das funktioniert nur kurzfristig. Außerdem bringt das nur etwas, wenn man im Zeitverlauf rechtzeitig mit dem Staatskonsum beginnt. Dummerweise klappt das in der Praxis nicht, weil es da lästige Probleme gibt. Dazu gehört einerseits, daß Daten zur Wirtschaftsentwicklung nicht zeitnah genug zur Verfügung stehen und andererseits, daß der Staat Formalismen wie Haushaltsgesetze und ähnliches beachten muß.
Weiterer Keynesianischer Punkt wäre die Ausdehnung der
Geldmenge (expansive Geldpolitik). Auch dies sollte eine
Nachfrage-Steigerung zur Folge haben.
Mit einem Zeitversatz von 18-24 Monaten, genau das richtige, um kurzfristig auf eine Rezession zu reagieren.
Unter dem Strich könnte man Keynesiansiche Maßnahmen als
nachfrage-orientiert bezeichnen.
Oder als theoretisch interessant aber praktisch untauglich.
Gruß,
Christian