Klavier am PC?

Hallo Experten,

in grauer Vorzeit habe ich mal (recht gut) Klavier gespielt. Jetzt würde ich gerne wieder damit anfangen, habe aber keinen Platz, so einen Trumm aufzustellen.

Jetzt habe ich aber etwas gehört von MIDI-Keyboards, die man an den PC anschließen kann. Bin da (MIDI und elektr. Musik) totaler Laie!

Hat da jemand Erfahrungen damit und kann mir sagen

  • ob das auch wirklich nach Klavier klingt (und nicht nach Kinderorgel)
  • ob es das auch mit großer Klaviatur und Anschlagdynamik gibt
  • ob ein Standalone-Gerät doch besser ist
  • was sowas kostet
  • wovon man besser die Finger weg lassen sollte

Ach ja, der PC, an den ich es anschließen würde ist ein PentiumIII, 500 Mhz, 256MB RAM, Soundblaster PCI128 Karte.

Vielen Dank im Voraus!
Stefan

Hi Stefan!!!

In der Tat brauchst Du kein Klavier mehr!

Also von Anfang an.

Um mit Deinem PC Musik machen zu können brauchst Du ein Programm, welches Midi (Midi ist nicht die Musik sondern lediglich eine Anreihung von Steuerdaten die mit dem Anschlag
der Tasten gesendet werden)verarbeiten kann.
Die Spitzengruppe dieser Programme besteht aus dem Programm „Cubase“ der Firma Steinberg (www.Steinberg.de) und Logic Audio
(www. Adresse nicht bekannt).Beide „Sequenzer“ kosten um die 1000,- DM.

Weiterhin brauchst Du ein „Midikeyboard“. Die kleinsten Boards (Firma Terratec) beispielsweise kosten um die 100.- DM. Hierbei gibt es keine „gewichteten Tasten“ oder Drehregler u. ä…
Teurere Modelle haben so was natürlich, schlagen aber dann mit mehrern 100 DM zu Buche.

Sinn und Zweck ist folgender:

Du schließt Dein Midikeyboard an den Midianschluß Deiner Soundkarte an, öffnest den Sequenzer, klickst eine Midispur an, stellst den Ausgang der Midispur auf einen Klagenempfänger (in dem Fall der Klangerzeuger Deiner Sounkarte) und hörst somit die Töne.

Die im Sequenzer bereitstehenden „Instrumente“, 128 an der Zahl (von Bass über Strings, Drumms usw.) können in dieser Art und Weise von Dir gespielt werden.

Das ist aber noch nicht alles.

Zusätzlich gibt es von zahlreichen Anbietern originalgetreu „nachgebaute“ Instrumente die auch in der realen Welt, also in jedem Musikladen verkauft werden.

Anbei Beispiele:

Fa. Native Instruments Waldord PPG

Fa. Native Instrumente Hamond Orgel B4

Fa. Waldorf Mecury usw.

Das bedeutet, dass Du mit Deinem Midikeyboard diese „virituellen Geräte“ und deren Klänge live spielen kannst.

In dieser Hinsicht kannst Du ein Klavier vergessen, da die Vielfahlt der Möglichkeiten einfach erschlagend sind.

Schau doch mal auf der Seite von Native Instruments.de vorbei.

Ein weiterer Vorteil ist, dass Du mit diesen Sequenzerprogrammen nicht nur Midi be- und verarbeiten kannst, sondern auch Deine Audiodaten in einer kompletten Studioumgebung (mit Mischpult und allen anderen)mischen, schneiden und arrangieren kannst.

Die Möglichkeiten sind auch hier unglaublich.

Eine andere Frage ist die der Soundkarte.

Hierbei kommte es maßgeblich auf die vorhandene „Latenz“ an.
Latenz ist die Zeit, die zwischen Tastenanschlag und Tonausgabe vergeht.

Bei Sounkarten der Firma Soundblaster (also Deine) sind die Latenzzeiten nicht sehr berühmt. Meine alte AWE 64 hatte eine Latenzzeit von 750 Millisekunden und war somit für den Betrieb von virituellen Instrumenten absolut unzureichend.

Vor kurzem habe ich mir eine Karte der Firma Midiman (www.midiman.de) gekauft -420.- DM. Latenz hierbei

20 Millisekunden

Das ist schon was anderes.

Die restliche Ausstattung Deines PC´s reicht für den Anfrang dicke aus.

Aber wie gesagt, einige Programme wirst Du noch brauchen.

Zur Einarbeitung in den Bereich Audio und Mid bietet die Firma Steinberg aber auch eine „light Version“ Cubasis 3.0 an.
Ich glaube die liegt so um die 250.- DM.

An Literatur würde ich Dir die Bücher rund um die Musik der Firma Wizoo (www. wizoo.de) empfehlen, das sie Dir den Einstieg in die Welt von Midie und Wave sehr hilfreich sein können.

Besondere Fragen, die Du in den Bücher nicht beantwortet bekommst, gehören dann in dieses Forum.

Ich hoffe ich konnte Dir weiterhelfen.

Gruß

Arno

Hallo Arno!

Junge, wat’ kompliziert! Will doch nur ein wenig klavierspielen… :wink:

Mal schauen, ob ich das kapiert habe:

  • Das MIDI-Keyboard ist ein Eingabegerät, welches selber noch keinen Klang erzeugt, sondern nur Steuercodes an den Rechner sendet.
  • der eigentliche Klang wird von der Sequenzersoftware in Verbindung mit der Soundkarte erzeugt
  • meine Soundkarte hat wohl einen spürbaren Abstand zwischen dem Drücken der Tasten und dem Erklingen des Tons.

Ein paar Fragen habe ich trotzdem noch :wink:

  • das midiplus 61 (http://www.miditech.de/produkted.htm) ist ein Bundle samt Cubasic. Wäre das was zum Starten?
  • ich kenne es von (sehr viel) früher bei so Billigkeyboards, das man nur eine begrenzte Anzahl von Tönen hat, die gleichzeitig ertönen können. Wenn man also z.B. mehr als 7 Tasten gedrückt hat, hatten diese keine Wirkung mehr. Wie ist das hier?
  • mal abgesehen von dem delay - wäre meine alte SB128 vom Klang her für den Hausgebrauch geeignet, oder fallen jemanden der ein „echtes“ Piano gewohnt ist die Ohren ab?

Schon mal schönen Dank für Deine Hilfe!

Stefan

Hallo Arno!

Junge, wat’ kompliziert! Will doch nur ein wenig
klavierspielen… :wink:

Mal schauen, ob ich das kapiert habe:

  • Das MIDI-Keyboard ist ein Eingabegerät, welches selber noch
    keinen Klang erzeugt, sondern nur Steuercodes an den Rechner
    sendet.

Normalerweise kann ein Mdikeyboard auch selber ertönen.
Hat eingebaute Lautsprecher und Kopfhöreranschluß sowie
Audio-out für Anschluß an die Stereoanlage (besserer Klang).

  • der eigentliche Klang wird von der Sequenzersoftware in
    Verbindung mit der Soundkarte erzeugt

Das geht auch. Der PC kann dann weitere Instrumentenstimmen
spielen.
Mir entsprechender Software geht eben noch vieles mehr:
-> aufnehmen und speichern der gespielten Musik in Midi-Files
-> Umwandeln der gespielten Musik in Noten
und viels mehr.

  • meine Soundkarte hat wohl einen spürbaren Abstand zwischen
    dem Drücken der Tasten und dem Erklingen des Tons.

Ein paar Fragen habe ich trotzdem noch :wink:

  • das midiplus 61 (http://www.miditech.de/produkted.htm) ist
    ein Bundle samt Cubasic. Wäre das was zum Starten?
  • ich kenne es von (sehr viel) früher bei so Billigkeyboards,
    das man nur eine begrenzte Anzahl von Tönen hat, die
    gleichzeitig ertönen können. Wenn man also z.B. mehr
    als 7 Tasten gedrückt hat, hatten diese keine Wirkung mehr.
    Wie ist das hier?
  • mal abgesehen von dem delay - wäre meine alte SB128 vom
    Klang her für den Hausgebrauch geeignet, oder fallen jemanden
    der ein „echtes“ Piano gewohnt ist die Ohren ab?

Um den Klang Deines PC zu testen, spiele doch einfach mal
Midi-Files mit dem Midiplayer von Windoofs ab.
Entsprechende Files gib’s auch im Internet.

Eine sehr schöne Software ist auch Sibelius (gibs auch als
Demo im Internet).

Mein Bruder hat seinem Sohn vor kurzem ein sehr schönes
Keyboard zum Klavierüben gekauft. Hat volle Länge einer
Klavieratur (incl. Pedale) und besitzt ziehmlich gleiches
dynamisches Anschlagverhalten wie Klavier. Sieht auch aus
wie echte Klaviatur.Kosten aber 2000…3000 DM.
Gruß Uwi

MIDI-Keyboards
Hallo Uwe!

Normalerweise kann ein Mdikeyboard auch selber ertönen.
Hat eingebaute Lautsprecher und Kopfhöreranschluß sowie
Audio-out für Anschluß an die Stereoanlage (besserer Klang).

Na ja, was heißt „normalerweise“? Es gibt hier doch ganz verschiedene Konzepte. Klar gibt es viele „normale“ Keyboards (so wie du sie beschreibst), mit eigener Klangerzeugung und einer MIDI-Schnittstelle. Aber genauso gibt es halt auch Keyboards ohne eigene Klangerzeugung (Stichwort: Masterkeyboard), die tatsächlich nur MIDI-Daten senden um damit einen externen Klangerzeuger anzusteuern. Beides ganz „normal“!
Was da für einen besser ist, muß man selbst entscheiden.

Für einen „richtigen“ Pianisten kommt wohl mur eine gewichtete Hammerklaviatur in Frage, das Spielgefühl eines Klaviers ist mit einer Anschlagsdynamik micht zu imitieren! Klar schlägt solch ein Keyboard gleich mit deutlich mehr Geld zu Buche, aber das sollte man sich dann schon gönnen, denke ich.
Wegen der Suondqualität: Ich selbst habe eine SB 128, MIDI kommt über den Yamaha SXG-Software-Synthesizer. Ob einem der Klang zusagt, kommt ganz auf die Ansprüche an, die man stellt: Als ich zum ersten Mal die Wavetable-Pianos gehört habe, war ich richtig hin und weg (verständlich beim Umstieg von der herkömmlichen FM-Synthese…), aber mittlerweile höre ich doch „feiner“, insbesondere weil ich weiß, wie gut ein künstliches Klavier wirklich klingen kann (unser Keyboarder spielt das Korg SGX Stage-Piano) und daher klingt das Klavier aus dem PC in meinen Ohren sehr steril und „nach Plastik“. Uwe hat Recht, du solltest dir unbedingt ein paar MIDI-Files aus dem Netz ziehen und mal probehören. Dann weißt du, ob dir der PC-Klang reicht oder ob du doch ein externes Piano-Modul bevorzugen würdest.

Viel Erfolg,
Christian

Hi Stefan,

wenn du eher vom Klavier kommst, solltest du dir vieleicht auch mal ein par Digitalpianos anschauen. Der Klang ist um einiges besser als bei den Keyboards oder den Soundchips der Soundkarten. Das ganze hat zusätzlich den Vorteil, das du das Instrument auch ohne Computer nutzen kannst. Sämtliche konfiguration/instalations Arbeit fällt weg.
E-pianos gibt es von allen grösseren Musikfirmen (Roland, Yamaha, Korg, Kurzweill,…). Die Tastaturen sind um einiges „pianoähnlicher“ als bei ungewichteten Keyboardtastaturen. Solche Dinge wie Saitenresonanzen, Pedalverhalten werden auch um einiges besser nachgebildet als bei Keyboards.

Leider kommst du mit ein paar hundert Mark nicht weit. DM 2000-5000 sind da schon möglich. Im unteren Preissegment spielt z.B. das P80 von Yamaha. Da kenne ich einige Leute die dieses Instrument schätzen, nicht zuletzt auch wegen der guten transportabilität. Vom Klang haut es mich nicht so um, aber das ist Geschmacksfrage. Mein Favorit ist das Kawai MP 9000, was allerdings auch gleich mit ca DM 4000,- ins Kontor haut.

Die vom Kollegen erwähnten Pianomodule stellen eine mögliche Alternative da, wenn man auf eine Tastatur weniger wert legt, als auf den Sound. Mein Tip hier: Alesis Nanopiano

Als Softwarelösung fällt mir noch das Gigapiano von Nemesis ein.
HP-Adresse weiss ich leider nicht.

Bedenke auch, wie du das Piano hören möchtest (Kopfhörer, Stereoanlage, Computerboxen). Mit Plastikboxen für DM 99,- wirst du unter keinen Umständen einen „fetten, warmen“ Klavierklang hinkriegen. Auch da können die E-pianos tw Punkte machen (Manche haben Boxen eingebaut, andere nicht; das sind dann Stagepiano).

Als Webtip vieleicht noch: keyboards.de
Das ist die HP der Fachzeitschrift, dort gibt es auch ein Diskussionsforum zu E-pianos (Auch wenn Florain Scholz wahrscheinlich diesen Webtip furchtbar findet)

Ein örlicher Musikalienhändler lohnt sich sicherlich auch mal zu besuchen.

2 grosse Internetmusikhäuser sind www.thormann.de oder musicstore.de (eventuell musst du die Links nochmal mit goggle überprüfen)

Ich hoffe ich konnte noch etwas helfen. Wenn noch Fragen sind melde dich einfach.

Gruss Mark

Ergänzung & kleine Korrektur…
Hi Mark!

2 grosse Internetmusikhäuser sind www.thormann.de oder
musicstore.de (eventuell musst du die Links nochmal mit goggle
überprüfen)

Mir fällt noch http://www.musik-produktiv.de ein, und was du meinst, heißt „Musikhaus Thomann“, nicht Thormann!

Christian

Hi Christian,

stimmt, mit den Links habe ich es nicht so.

Gruss Mark

Hi Christian,

stimmt, mit den Links habe ich es nicht so.

und die suchmaschiene heißt http://www.google.de
:wink:

Gruss Mark

ciao norbert

Hallo Arno!

  • mal abgesehen von dem delay - wäre meine alte SB128 vom
    Klang her für den Hausgebrauch geeignet, oder fallen jemanden
    der ein „echtes“ Piano gewohnt ist die Ohren ab?

jede soundkarte im preissegment zwischen 20 und 2000 mark mit MIDI schnittstelle kann midi verarbeiten, der klang ist ein anderes thema…btw. hast du auch ein passendes kabel für deine alte SB ? der 15 polige stecker ist mit dem „freudenknüppel“ anschluß kombiniert…
die Audiotrak Maya wirbt mit 6 ms latenzzeit unter win9x/me und 3 ms unter w2k, nachzulesen im test von soundkarten in der c’t 22/2001 (allerdings legten die tester mehr gewicht auf DVD wiedergabe / dolby surround 5.1 und digital anschlüße und nicht so sehr auf MIDI)

ciao norbert

Schon mal schönen Dank für Deine Hilfe!

Stefan

Danke an alle! (mit Text)
Hello all!

Erst mal schönen Dank für die reichhaltigen Tipps (auch wenn sie mich zum Teil erschlagen haben :wink:)

Ich habe inzwischen mal ein paar klassische Piano-Stücke als Midi-Files abspielen lassen und bin mit dem Klang recht zufrieden (allerdings hängt meine Soundkarte auch an einer Stereoanlage, die ein paar recht schnuckelige Boxen hat. Wenn „Nubert“ wem was sagt…)

Ein E-Piano kommt rein finanziell nicht in Frage - mehr als 1 Kilomark wollte ich dafür nicht ausgeben.

Ich werde mich jetzt mal bei ebay und sonstwo umsehen nach einem „Masterkeyboard“ mit >=76 Tasten, die anschlagdynamisch und „gewichtet“ sein sollten (was immer letzteres auch heissen mag - es scheint wichtig und gut zu sein…)

Schau’mer mal!

Gruß
Stefan