Hallo,
vor einiger Zeit habe ich die Frage hier reingestellt, was ich machen sollte: Mein 5-jähriger Sohn wollte Klavierspielen lernen, wurde aber meiner Ansicht nach vom Lehrer total überfordert, hatte keinerlei Lust mehr zu üben weil ihm alles viel zu schwer war.
Ich erhielt von einigen Leuten den Rat, dem Lehrer den Laufpass zu geben und mir wurden verschiedene Hefte vorgeschlagen, die kindgerechter sind. Es gab aber auch einige, die behaupteten, ich würde bloss meine eigenen Probleme auf mein Kind übertragen und solle es erst noch weiter mit dem Lehrer versuchen, weil man doch noch gar nichts sagen könne.
Ich bin sehr froh, dass ich meinem eigenen Gefühl gefolgt bin und dem Lehrer gekündigt habe. Ich versuchte es möglichst diplomatisch, sagte mein Sohn würde streiken (was stimmte) und er brauche erstmal eine Pause.
Ich habe mir dann die Schaum-Klavierschule gekauft, dazu ein weiteres kindgerechtes Heft eingesetzt, das mir ein nettes www-Mitglied geschickt hat (welches ihm auch super gefallen hat), und ihn ein wenig selbst unterrichtet, was nach dem verkorksten Anfang nicht einfach war. Mein Kleiner traute sich kaum zu, an neue Noten (ausser C) ueberhaupt ranzugehen, verlor sehr schnell Motivation und Lust. Mit viel Geduld schaffte ich es trotzdem, ihm wieder ein wenig Spass an der Sache zu vermitteln.
In der Zwischenzeit suchte ich nach einer neuen Lehrerin - und fand auch eine. Schon weil sie ebenfalls mit Schaum arbeitet, war ich recht schnell angetan von ihr.
Ergebnis: Die Lehrerin war jetzt viermal da, und er hat wieder einen Heidenspaß an der Sache. Die Stücke in dem Heft sind leicht genug, dass er tolle Erfolgserlebnisse hat. Wenn er wieder ein Stück erarbeitet hat ist er stolz wie ein Schneekönig und spielt es immer wieder. Auf meine Aufforderung zusammen zu üben hat er kein einziges Mal mehr gejammert. Ich glaube ausserdem, dass er Begabung hat, denn ich finde, dass er in verblüffendem Tempo vorwärtskommt und die Stücke sehr sicher und im richtigen Takt spielt. Auf die Hände schaut er überhaupt nicht mehr, nur noch auf die Noten (ich habe am Anfang den Umhang eingesetzt der zu dem Heft gehört). Übrigens habe ich zusätzlich das Notenlernprogramm Klavitomat gekauft, mit dem er am PC die Klaviernoten üben kann. Ich glaube das trägt auch zu seinem Erfolg bei.
Was ich dadurch auch über die Antworten hier im Forum gelernt habe:
Es kommt sehr oft vor, dass der Fragesteller als erstes selbst in Frage gestellt wird. Das mag prinzipiell berechtigt sein, ist aber nicht immer hilfreich. In meinem Fall kann ich nur sagen, dass ich heilfroh bin, hier auch Bestätigungen für mein eigenes Gefühl gefunden zu haben, das mich nicht getrogen hat. Herzlich bedanken möchte ich mich auch bei denen, die mir die Schaum-Klavierschule oder andere gute Hefte empfohlen haben. Ich habe dadurch klarer gesehen, welche Möglichkeiten es gibt, und habe jetzt einen guten Weg gefunden.
Tja, das hier ist keine Frage. Vielleicht eher ein Gedankenanstoß für diejenigen, die zu oft meinen, die Dinge erstmal psychologisch hinterfragen zu müssen. Und Dank an die, die wirklich geholfen haben.
*freu*
Isa