(Klein)kind und der Arztbesuch

Guten Morgen,
unsere Tochter ist 2 ½ und macht, kurz gesagt, bei fast jedem Arzt „Theater“ (beim Augenarzt geht es); im Wartezimmer geht es im allgemeinen aufgrund der Spielsachen. Kommt sie dann in den (kleinen) Behandlungsraum, guckt sie sich einmal um und wendet sich zur Tür, nur noch brüllend und lässt sich nicht mehr beruhigen.

Beim letzten Besuch am Montag war eine intensivere Untersuchung wohl nicht nötig, aber vermutlich unmöglich gewesen (es ging um Warzen an der Daumenlutschhand und am Kinn). Jegliches Anfassen durch den Arzt ist bei einem „Angstanfall“ fast ausgeschlossen (man will sie ja nicht in den Schraubstock nehmen, und dazu bräuhte man noch mindestens eine weitere Person); durch Mama im Übrigen auch.

Der Kommentar des Arztes, sinngemäss: da bekommen Sie aber noch mal Spass bzw. Schwierigkeiten, wenn sie wirklich mal etwas ernstes hat.
Zugutehalten muss man dem Arzt evtl, dass wir den Termin kurz vor seinem Feierabend hatten.

Allerdings fand ich seinen Kommentar trotzdem wenig hilfreich, und der eigentliche Grund des Besuchs wurde (hoffentlich nicht) verhamlost ( „Die Warzen gehen schon von selbst wieder weg…“), so nach dem Motto: Wie werde ich die Frau mit dem brüllenden Kind so schnell wie möglich los.

Wir hatten auch eine grosse Handpuppe mit, an der der Arzt seine Untersuchungen hätte exerzieren können; dies hat er nicht in Anspruch genommen. Unserer Tochter war die Puppe auch kein Trostspender. (Vielleicht nehmen wir nächstes Mal etwas anderes mit; ein bestimmtes Lieblingstier o.ä. hat sie nicht, wo man ziemlich sicher sein kann, dass dies sie trösten/beruhigen würde.)

Als sich die „Untersuchung“ dem Ende näherte, beruhigte sich langsam unsere Tochter, wobei ich nicht weiss, ob sie merkte, dass der Arzt keine Anstalten mehr machen würde, sie zu untersuchen, oder ob sie nach 5-10 Minuten Gebrüll nicht mehr konnte (normalerweise kann sie zuhause auch länger brüllen, wenn sie etwas nicht bekommt, was sie möchte).

Ich bin ziemlich ratlos, und natürlich habe ich vor jedem Arzttermin, der ansteht, langsam selbst Angst, wie es wird. Mir ist klar, dass ich das meiner Tochter nicht allzusehr zeigen darf, damit sie nicht angesteckt wird: was meiner Mama Angst macht, muss mir auch Angst machen.
Aber ein ähnliches Verhalten hat unsere Tochter auch gezeigt, als ihre Tagesmutter mit ihrem Kind zum Arzt musste; die Tagesmutter war sehr überrascht von dem Verhalten, das sie nur vom Hörensagen durch uns kannte.

Kann mir jemand von Euch/Ihnen sagen, was wir machen können, damit die Kleine weniger Angst hat bzw. sich von Ärzten anfassen lässt, Vertrauen bekommt?

Sie braucht unserer Einschätzung nach in neuen Räumlichketen und mit fremden Menschen immer eine gewisse Zeit des Vertrautwerdens; aber wie kann man das mit dem Zeitplan eines Arztes (Warten im Wartezimmer, Warten im Untersuchungszimmer usw.) abstimmen? Man will ja keine Exrtrawurst bzw. -behandlung.

Vielen Dank für Eure Erfahrungen und Ratschläge,
Deborah

Hallo Deborah,

Wir hatten mit unserer Ältesten ein ähnliches Problem.
Bei uns hat sich das „erledigt“, als wir einmal zu einem anderen Arzt mussten (Urlaub). Dieser verhielt sich ganz anders, hatte als erster Kinderarzt, den ich kennen gerlernt habe, einen Kittel an und ließ sich durch nichts aus der Ruhe bringen.
Sie durfte sogar mit den einfachen Instrumenten kurz spielen.

Seit dem Tag ging es auch bei der „Hauskinderärztin“ und bei den später langen und schmerzhaften Untersuchungen im Krankenhaus.

Vielleicht hilft der (einmalige) Besuch bei einem anderen Arzt etwas. Evtl. kann ein Doktorkoffer, mit dem euer Kind seine Lieblingspuppe untersuchen kann, etwas helfen.

Warum hat der Arzt eigentlich die Puppe nicht verwendet? War es evtl. eine Handpuppe? Dann hättest du doch bei der Warterei im Untersuchungszimmer schon mal „vorspielen“ können.

Evtl. hilft auch deine Idee, eine Puppe (Kuscheltier) mitzubringen.

Es ist nicht einfach, aber das Wichtigste hast du ja bereits selbst erkannt: Lass dir um Himmels willen nicht anmerken, dass dir vor dem Arztbesuch graut.

Gruß
HaWeThie

Das kann an verschiedenen Dingen liegen.

Trägt der Arzt einen Kittel, wenn ja, solte er es mal ohne versuchen, dann ist er eher ein „normaler“ Mensch. Unser Kinderarzt macht das immer so und wir haben keine Probleme.

Hast Du vielleicht irgendwann mal mit einem Arzt gedroht, vielleicht auch indirekt (wenn Du das nicht läßt oder tust (Daumenlutschen, Gemüseessen etc.), wirst Du krank und mußt zum Arzt)?
Kinder merken sich so was sehr gut und entwickeln schnell eine ziemliche Angst.

Wie ist Dein Verhältniss zu Ärzten, eher angstvoll oder nicht.

Hast Du schon mal ängstlich von Ärzten gesprochen, z.B. über den allseits beliebten Zahnarzt?

Es ist manchmal auch gut für Kinder, wenn die Mutter/der Vater vor dem Kind „untersucht“ wird, damit es sieht, daß es nichts schlimmes ist.

Wichtig ist auch, daß der Arzt das Kind ernst nimmt und mit ihm spricht und nicht über das Kind mit den Eltern spricht. Kinder sind da sehr sensibel.

Gandalf

Hallo Hawethie,

Vielleicht hilft der (einmalige) Besuch bei einem anderen Arzt
etwas.

Wir waren bis jetzt beim Kinderazrt (wo sie, wahrscheinlich den prägensten negativen Eindruck bekommen hat, obwohl er nicht im Kittel herumläuft, aber die U7 hat er knallhart durchgezogen, obwohl sie die ganze Zeit gebrüllt hat; am liebsten wäre ich rausgegangen. ich denke, ich werde zu ihm nicht mehr gehen.), beim Augenarzt und beim Hautarzt.

Evtl. kann ein Doktorkoffer, mit dem euer Kind seine

Lieblingspuppe untersuchen kann, etwas helfen.

Diese Idee finde ich gut. Obwohl sie diese Gerätschaften eigentlich noch gar nicht kennengelernt hat, könnte man ihr mal einen Arztkoffert schenken (ist das schon was für 2 1/2 Jährige?)

Warum hat der Arzt eigentlich die Puppe nicht verwendet?

Weiss ich auch nicht; vielleicht hat er sie nicht gesehen oder als Handpuppe identifiziert.

Wes evtl. eine Handpuppe? Dann hättest du doch bei der Warterei
im Untersuchungszimmer schon mal „vorspielen“ können.

Da habe ich dann aus „Vor-Angst“ auf der Leitung gestanden! Im Nachhinein denke ich, ich hätte schon mit der Puppe an der Hand in das Untersuchungszimmer geehen sollen und die Puppe mit meiner Tochter reden lassen sollen. Dann habe ich es wohl wegen meiner Angst tatsächlich „vermasselt“. Da muss ich wirklich lockerer dran gehen.

Vielen Dank,
Deborah

Das kann an verschiedenen Dingen liegen.

Trägt der Arzt einen Kittel, wenn ja, solte er es mal ohne
versuchen, dann ist er eher ein „normaler“ Mensch. Unser
Kinderarzt macht das immer so und wir haben keine Probleme.

Das ist unterschiedlich; der Kinderarzt nicht, aber er ist ziemlich rabiat; die U7 hat er voll durchgezogen, obwohl die Kleine sich wie nichts gewehrt hat. Ich werde, denke ich, nicht mehr zu ihm hingehen.
Der ugenarzt trägt auch keinen Kittel, da geht es auch halbwegs.
Der Hautarzt trug einen Kittel, aber das Gebrüll begann in seiner Praxis, bevor er in s Zimmer kam.

Hast Du vielleicht irgendwann mal mit einem Arzt gedroht,
vielleicht auch indirekt (wenn Du das nicht läßt oder tust
(Daumenlutschen, Gemüseessen etc.), wirst Du krank und mußt
zum Arzt)?
Kinder merken sich so was sehr gut und entwickeln
schnell eine ziemliche Angst.

Nein, das haben wir nicht gemacht.

Wie ist Dein Verhältniss zu Ärzten, eher angstvoll oder nicht.

Mit Ärzten habe ich normalerweise keine Probleme.

Hast Du schon mal ängstlich von Ärzten gesprochen, z.B. über
den allseits beliebten Zahnarzt?

Über den vielleicht schon, irgendwann mal… ?

Es ist manchmal auch gut für Kinder, wenn die Mutter/der Vater
vor dem Kind „untersucht“ wird, damit es sieht, daß es nichts
schlimmes ist.

Das denke ich mir auch, aber macht das ein Arzt?

Einmal war ich erkältet und habe meine Tochter mit zum Hausarzt genommen. Da begann sie auch zu brüllen, während wir im Zimmer auf ihn wartetetn. Erst als sie merkte, dass er mich unteruschte, beruhigte sie sich…

Wichtig ist auch, daß der Arzt das Kind ernst nimmt und mit
ihm spricht und nicht über das Kind mit den Eltern spricht.
Kinder sind da sehr sensibel.

Oh ja, über das Kind hinweg reden sollte man lassen; dabei ertappe ich uns Eltern auch manchmal.

Vielen Dank für Deine Überlegungen; wie Hawethie hast Du mir ein paar Denkanstösse gegeben.

Schönes Wochenende (ohne Ärzte),
Deborah

Hallo noochmal,

Evtl. kann ein Doktorkoffer, mit dem euer Kind seine
Lieblingspuppe untersuchen kann, etwas helfen.

Diese Idee finde ich gut. Obwohl sie diese Gerätschaften
eigentlich noch gar nicht kennengelernt hat, könnte man ihr
mal einen Arztkoffert schenken (ist das schon was für 2 1/2
Jährige?)

Es steht zwar drauf: ab 3 Jahre, unsere zwei beiden haben jedoch schon mit 2 1/2 damit gespielt. Du solltest bei dem ein oder anderen Teil zeigen, wozu es benutzt wird (sei du der Doktor, sorry: die Ärztin, deine Tochter hilft).
Kleine Teile bitte vorher entfernen, soweit vorhanden.
Bitte gib dann lieber etwas mehr aus-wg. der Qualität.

Viel Spaß
HaWeThie

PS: Es ist kein Allheilmittel, bei uns hat es jedoch gewirkt

Hallo Deborah,

vielleicht könnt Ihr ja auch mal einen „ungefährlichen“ Arztbesuch probieren, wo Ihr dem Arzt vorher (telefonisch) erklärt, was Ihr vorhabt, und dann mit Eurer Tochter hingeht. Im Untersuchungszimmer wird dann nicht untersucht, sondern der Arzt unterhält sich nur ein bißchen mit ihr, und dann geht Ihr wieder nach Hause… Vielleicht nimmt das der Kleinen ja ein bißchen die Angst? Und eventuell geht sie ja lieber zu einem Arzt, mit dem sie schon „Freundschaft geschlossen“ hat…

Zu diesem rabiaten Kinderarzt würde ich keinesfalls wieder gehen; ich weiß ja nicht, wo Ihr wohnt (auf dem Land ist manchmal die Auswahl nicht so groß), aber das kann ja die Angst nur verschlimmern. Solche Leute können zum Militär gehen, aber nicht als Kinderärzte arbeiten!

Auf alle Fälle würde ich Euch empfehlen, nochmal auf die Suche nach einem einfühlsameren Arzt zu gehen und dann vielleicht erstmal ohne das Kind hinzugehen, um die Situation zu erklären und den Arzt kennenzulernen. Dann ist von seiten des Arztes vielleicht mit ein bißchen mehr Kooperation zu rechnen.

Alles Gute!
Sylvia

Hallo, von mir auch noch schnell was, was helfen kann.
Ich hab mal in einer Gruppe mitgearbeitet, wir haben Kinder auf Operationen und Krankenhausaufenthalt vorbereitet (in Deutschland gibt’s da eine Aktion Kind im Krankenhaus = AKIK aus Oberursel, aber bundesweit taetig).
Dort wurde vor allen Dingen betont: Unbedingt ehrlich sein. Nie sagen, es tut nicht weh, und dann tut’s doch. Sondern sagen: ein kleines Autsch (vielleicht um ein grosses zu verhindern).
Ansonsten kann ich nur bestaetigen, was die andern gesagt haben: such dir einen Arzt mit Zeit und Geduld und eventuell ohne Kittel, mach Rollenspiele vorher mit deinem Kind und lass dich untersuchen, untersucht und verbindet und operiert Puppen und Teddies etc., und geh mal hin, wenn absolut nichts los ist. Vielleicht auch mal nur ein Besuch im Wartezimmer und wieder gehen, ohne dass ihr ueberhaupt im Sprechzimmer wart. Und ich hab meine zwei Jungs immer mitgenommen, wenn ich zum Arzt musste, damals notgedrungen, mangels Babysitter, aber es hatte auch positive Auswirkungen (z.B. durften sie mir beim Zahnarzt die Hand halten).

Mit Gedult kriegst du das bestimmt auf die Reihe. Mach’s gut.
Elke

Hi Debora,

ich noch mal. Da wir mit unseren Kindern bisher noch keine Probleme mit Ärzten hatten, ist diese Idee also rein theoretischer Natur. Spiel doch mit Deinem Kind Arzt. Oder reg an, daß sie mit anderen Kindern Arzt spielen. Die Puppen oder die anderen Kinder sind mal die Patienten, dann wechseln die Rollen. Könnte vielleicht eine Besserung bewirken.

Und was m.E. sehr wichtig ist (wurde schon gesagt), nicht fuckeln, beim Arzt kann es mal wehtun und so was darf nicht unter den Teppich gekehrt werden.

Gandalf

Hallo Deborah,
auf die Gefahr hin dass ich das wiederhole was die anderen schon bereits gesagt haben (keine Zeit zum lesen) :
genau in dem Alter musste mein Kind damals ins Krankenhaus, das ist nicht dasselbe wie ein Arztbesuch, sondern viel schlimmer :smile:…und er hat sich damals ähnlich aufgeführt wie deine Tochter…
Ich habe mir Bröschüre *Kind im Krankenhaus* (Zeitschrift *Eltern* kann da bestimmt mit Adressen helfen-das gibt es noch, weiss aber die Adresse nicht mehr-ist zu lange her) bestellt, habe die Kasette von Janosch *Der Tiger ist krank* besorgt und natürlich einen Arztkoffer. Wir haben Doktor gespielt bis der Arzt kam :wink:
Der Erfolg war fantastisch, nicht nur dass man seit dem keine Probleme mehr mit dem Arzt hatten, sogar im Krankenhaus war mein Kind handzahm und liess sich alles machen.
Am Anfang musste sich der Arzt natürlich auch ein Paar mal abhören lassen, das hat er aber auch brav gemacht :smile:
Wenn du von dem jetzigen Arzt einen ungeduldigen Eindruck hast, dann wechsle den Arzt. Hört dich um wer bei dir in die Nähe mehr in Frage kommt, grade bei kleinen Kinder muß man mit guten Gefühl hin gehen. Es langt wenn du dir Sorgen um das kranke Kind machst…

Gruß,
Maja

Moin Deborah und alle die bisher Ratschläge gegeben haben,

bei unserer Tochter (Kim, 3) ist die Situation genauso angespannt. Wir haben sowohl die spielerische Variante versucht, Geschichten gelesen, Gespräche geführt, … Nichts hat richtig geholfen.

Letzte Woche war ich beim Zahnarzt und Kim war mit. Alles war toll bis der Arzt das Behandlungszimmer betrat. Wir spielten mit dem „elektrischen“ Stuhl, ich erklärte die Einrichtung und das Instrumentarium, die Stimmung war locker und entspannt. Als der Arzt (ein wirklich netter Mensch) das Zimmer betrat, gab’s Geschrei und Kim klammerte sich schluchzend an mich. Zum Glück war es nur eine Routineuntersuchung ohne Bohren, Zeihen, etc. Als wir das Behandlungszimmer verliessen und ein gewisser räumlicher Abstand zum Arzt bestand, war Kim zumindest bereir sich von Arzt und Arzthelferin zu verabschieden. Im Vorzimmer haben wir dann sogar mit der Sprechstundenhilfe geklönt. Also sehe ich doch einen Hoffnungsschimmer.

Wegen Theater beim Kinderarzt und notwendiger U-Untersuchung in diesem Jahr werden wir mal den Weg zu einer Ärztin im Nachbarort suchen. Vielleicht läuft’s da eine wenig ruhiger ab.

Mein Rat: Nicht verzagen, auch wenn die Arztbesuche für den begleitenden Elternteil sehr nervenanspannend sind. Das Kind muss lernen, dass Arztbesuche insbesondere zur Vorsorge, notwendig sind. Wir werden auch weiterhin mit Kim Arzt spielen, Kinderbücher über Arztbesuche und Krankenhäuser lesen und versuchen die Wichtigkeit im Gespräch zu erläutern. Vielleicht wird irgendwann alles gut.

Munter bleiben,
Jörg.

P.S.: Ich hatte mal eine ähnliche Anfrage in diesem Brett vor ein paar Wochen.

Hallo Hawethie,
vielen Dank für die Anmerkung. Ich dachte, das würde man mit 10, 11 Jahren spielen. Aber wenn es ab 3 J. ist, kann sie auch schon damit spielen, unter den entsprechenden Vorsichtsmassnahmen.

Viele Grüsse, Deborah

Hallo Deborah,

vielleicht könnt Ihr ja auch mal einen „ungefährlichen“
Arztbesuch probieren, wo Ihr dem Arzt vorher (telefonisch)
erklärt,

Man spicht ja immer erst mit den Arzthelferinnen. Bisher bin ich der Meinung, solche Arztbesuche, wo der Arzt nichts verdienen kann, werden nicht so gerne gesehen. Aber dann muss man es mal ausprobieren. Hat denn sowas schon jemand gemacht?

was Ihr vorhabt, und dann mit Eurer Tochter hingeht.

Im Untersuchungszimmer wird dann nicht untersucht, sondern der
Arzt unterhält sich nur ein bißchen mit ihr, und dann geht Ihr
wieder nach Hause… Vielleicht nimmt das der Kleinen ja ein
bißchen die Angst? Und eventuell geht sie ja lieber zu einem
Arzt, mit dem sie schon „Freundschaft geschlossen“ hat…

Zu diesem rabiaten Kinderarzt würde ich keinesfalls wieder
gehen; ich weiß ja nicht, wo Ihr wohnt (auf dem Land ist
manchmal die Auswahl nicht so groß),

So quasi.

Den rabiaten Kinderarzt werde ich wechseln.

Vielen dank für Deine Gedanken,
Deborah

Hallo Maja,

Ich habe mir Bröschüre *Kind im Krankenhaus* (Zeitschrift
*Eltern* kann da bestimmt mit Adressen helfen-das gibt es
noch, weiss aber die Adresse nicht mehr-ist zu lange her)
bestellt, habe die Kasette von Janosch *Der Tiger ist krank*

Vielen Dank für diese Tipps!

Wenn du von dem jetzigen Arzt einen ungeduldigen Eindruck
hast, dann wechsle den Arzt.

Es passiert bei verschiedenen Ärzten.

Geduld und eigen Ruhe bewahren, das ist wohl auch ganz wichtig.

Viele Grüsse, Deborah

Hallo Jörg,
danke, dass Du Dich als (einziger) akut Mitbetroffener geäussert hast.

etc. Als wir das Behandlungszimmer verliessen und ein gewisser
räumlicher Abstand zum Arzt bestand, war Kim zumindest bereir
sich von Arzt und Arzthelferin zu verabschieden. Im Vorzimmer
haben wir dann sogar mit der Sprechstundenhilfe geklönt. Also
sehe ich doch einen Hoffnungsschimmer.

Hinterher war auch alles wieder gut, im Gespräch mit der Arzthelferin, die unsere Tochter dann Gummibärchen anbot, aber ihr dann allerdings keine gegeben hat (:frowning:, dass ist doch auch kein Verhalten).

Mein Rat: Nicht verzagen, auch wenn die Arztbesuche für den
begleitenden Elternteil sehr nervenanspannend sind. Das Kind
muss lernen, dass Arztbesuche insbesondere zur Vorsorge,
notwendig sind.

So sehe ich das auch, deswegen möchte ich sie nicht zu sehr in Watte packen und Extra-Termine veranstalten. Aber vielleicht würde ja ein Arztbesuch ohne Untersuchung schon helfen, damit sie wieder Vertrauen findet.

P.S.: Ich hatte mal eine ähnliche Anfrage in diesem Brett vor
ein paar Wochen.

Die habe ich gar nicht gesehen.

Auch für Euch alles Gute,
Deborah

Tja Deborah,

wenn der Arzt nur aufs Geldverdienen aus ist, ist er sowieso der Falsche ;o) Davon abgesehen: wenn er logisch denkt, wird er Dir mit Freuden einen solchen „Gratisbesuch“ gewähren, weil das nämlich seine Chancen steigert, daß Du wiederkommst, während Du bei Ablehnung eben nach einem anderen Arzt suchst und ihm Deine Tochter auch in den nächsten Jahren kein Geld bringt ;o)

Aber mal ernsthaft: ein Kinderarzt, dem das Wohl des Kindes egal ist, hat seinen Beruf verfehlt. Wenn er nicht mal so viel Einfühlungsvermögen hat, daß er Deiner offenbar heillos verängstigten Tochter keinen angstfreien Arztbesuch ermöglichen will, dann soll er lieber die Finger von ihr lassen.

Alles Gute
Sylvia

Man spricht ja immer erst mit den Arzthelferinnen.

Ja, aber sprecht lieber mit dem Arzt. Laßt Euch nicht abwimmeln, Ihr habt ein Recht darauf, vernünftig behandelt zu werden. Wenn es am Telefon nicht geht, geh persönlich hin. Freundlich, aber bestimmt bleiben, das öffnet viele verschlossene Türen.

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Das Buch heißt „Ich mach Dich gesund, sagte der Bär. Die Geschichte, wie der kleine Tiger einmal krank war.“ und ist wirklich sehr zu empfehlen. Kindgerechte Sprache, viel zum Lachen (auch für den Vorlesenden: Röntgenuntersuchung - aha, Streifen verrutscht). Und es wird einiges kindgerecht erklärt, auch wenn das manchmal nicht so ganz hundertprozentig der Realität entspricht (Röntgen wird als Durchleuchten dargestellt, Narkose: kleiner blauer Traum - Tiger gesund). Viel Wert wird dort auch auf die „positiven Seiten des Krankseins“ gelegt: man bekommt Besuch, ein Verband ist hilfreich, man bekommt sein Lieblingsessen (naja, bei dem Krankenhausfraß müssen vielleicht mal die Eltern nachhelfen, aber pssst). Ganz tolles Buch!

Sylvia