Kleine Mauer mauern?

Hallo,

kann mir jemand sagen, wie ich am einfachsten eine circa 50 cm hohe Mauer als Terassenabregnzung errichten kann ohne dafür auf diese hässlichen Fertig-Betonsteine zurückgreifen zu müssen?

Gruß
Dora

Hallo Dora,

bei einem Gartenbauunternehmen solltest du Material nach deinem Geschmack kaufen können. Grob gehauene Steine sind optisch sehr schön, zum Setzen der Mauer gehört dann aber etwas Übung, sollte bei 50 cm aber kein Problem sein. Einfacher geht es mit gesägten Steinen, diese sind mir aber zu „ordentlich“.

Bei Steinen immer nachfragen, ob sie frostbeständig sind.

Gruß

Johannes

Hallo,

kann mir jemand sagen, wie ich am einfachsten eine circa 50 cm
hohe Mauer als Terassenabregnzung errichten kann ohne dafür
auf diese hässlichen Fertig-Betonsteine zurückgreifen zu
müssen?

als Steine kann ich Dir auch Hartbrandziegel empfehlen.
Die haben eine schöne glatte Oberfläche (sehen fast wie
glasiert aus) und es gibt sie in verschiedene Farben
(-> Bausteoffhandel).

Zum Mauern von so kleinen Sachen kann man sich aus’m
Baumarkt Fertigmörtel holen (25kg-Säcke).
Den brauchst man nur noch mit Wasseranrühren und kann
dann losmauern. Ich habe das immer in einer Schubkarre
gemacht.
Beachte, daß unter die kleine Mauer ein Streifenfundament
kommen sollte, sonst kann die Mauer bald schief stehen.

Wenn Du auf die Mauer noch mal was drauf stellen willst
(z.B. Lampen, Pfeiler für Rankgerüst usw.)dann sollte
das gleich mit geplant werden. Da machen sich Verankerungen
gut, die gleich mit ins Fundament kommen (z.B.12er-Rundeisen,
auch mit Gewinde oben dran).

Am Ende kann man die Mauer auch schön verfugen.
Ist zwar alles etwas Mühselig für den Laien, aber
wenn man Zeit hat kann man sich an sowas schaffen.

Gruß Uwi

Hi,

zu den durcweg richtigen Antworten noch eine Anmerkung:
Hornbach, Obi, und wie sie alle heissen mögen, haben mittlerweile Einiges an „natürlichen“ Steinen im Sortiment.
Für Anregungen sollte die dort gebotene Vielfalt reichen.
Zudem gibt es in fast jeder grösseren Stadt einen „Natursteine-Handel“

Gruss,

Zwischenfrage

Hallo,

Hallo

kann mir jemand sagen, wie ich am einfachsten eine circa 50 cm
hohe Mauer als Terassenabregnzung errichten kann ohne dafür
auf diese hässlichen Fertig-Betonsteine zurückgreifen zu
müssen?

wenn die Steine anständig verputzt werden, sieht man doch nicht mehr, wie hässlich sie einmal waren

Grüssle
Suse

Servus Dora,

die Verwendung „Terrassenabgrenzung“ sehnt sich förmlich nach einer Trockenmauer (ohne Mörtel, bloß Sand und Statik ist im Spiel). Überall, wo kein Mörtel ist, gibts Platz für Erdbienen, Eidechsen und alles mögliche mehr an wertvollem Nutzgetier; außerdem für einen scharmanten Bewuchs aus Leinkraut, Mauerraute, Hauswurz, Steinbrech und dergleichen. Was einmal zementiert ist, lässt sich nachher nicht renaturieren: Einmal „sauber“ - immer „sauber“…

In diesem Zusammenhang ist es allemal nützlich, mit Ortsgruppe oder Kreisverband vom BUND Kontakt zu nehmen. Ich weiß nicht, wo Du wohnst, aber regional hat es sogar einzelne BUND-Gruppen, die Dir gerettetes Material (aus Niederlagen bei Flurbereinigungsmaßnahmen und anderen Zerstörungswerken) und auch know-how frei Haus liefern.

Bereits verbaut gewesene, grob zugeschlagene Steine (je nach Gegend Buntsandstein als der ökologisch wertvollste, auch verschiedene Kalksteine, Basalt etc.) sind per „Gelbe Seiten“ überall dort leicht ausfindig zu machen, wo Weinbau in der Nähe ist; ähnliche Steine aus Scheunenabbruch in weiten Teilen Neufünflands, dort besonders im Norden.

Damit so ein Dingen nicht ins Rutschen kommt, ist vor allem eine saubere Gründung (verdichteter Sand, kleinere Bruchsteine bis unter Frostgrenze) und ein guter Verbund (senkrecht durchgehende Fugen dringend vermeiden!) nützlich - vom BUND gibts zum Thema Trockenmauer meines Wissens auch ganz gutes gedrucktes Material.

Schöne Grüße

MM

Hallo Dora.

Ich weiß nicht, in welcher Gegend du wohnst. Gibt es z.B. Findlinge?
Meine Eltern haben eine Trockenmauer aus Findlingen (gerundet, Relikte der Eiszeit) im Garten als Böschungsmauer.
Die Mauer ist sehr schön, es wachsen Stauden in den Fugen.

Ich würde mich kurzum regional umschauen, was bei euch Tradition ist.
In Franken…Sandstein
In bestimmten Gegenden Bayerns… vielleicht auch Granit und oft auch Kalkstein.
Informiere dich bei eventuelle vorhandenen Steinbrüchen. Die haben oft schon passende Steinformate parat, die auch ein Laie vermauern kann.

Ich bin nicht so der Klinker-Freund.

Du musst- wie dir schon geraten worden ist- den rückwärtigen Erdschub beachten. Zu einem Streifenfundament wurde dir schon geraten.

Richte die kleine Mauer nicht lotrecht aus, sondern schräg zur Erdlast geneigt.

Die Mauer würde ich nicht verfugen, da z.B. ein zu dichter Mörtel (meist Zementmörtel) meines Erachtens komisch aussieht und ein Kalkmörtel bei eventueller Feuchtigkeit nicht haltbar ist.
Sind die Fugen offen, kann das Wasser immer entweichen.
Verfugungen sind etwas für akkurates Mauerwerk.

Noch anders

Hallo!

Du könntest auch auf einem Fundament eine Mauer aus Schwerbetonsteinen bauen, und diese dann mit Naturstein verblenden. Wie fliesen.
Das ist in unserer Gegend so üblich.

Hier kannst Du mal bischen nach Anregungen schauen,
auch Trockenmauern…
http://www.natursteinwerk-theuma.de/

Grüße, Steffen!

Hallo Martin,

Buntsandstein als der ökologisch wertvollste

wie lässt sich die ökologische Wertigkeit eines Gesteins erklären? Bei einem Baum scheint mir das relativ einfach, eine einheimische Buche bietet z.B. mehr Insektenarten eine Grundlage als eine Kastanie, bei Steinen ist mir das aber nicht so klar.

Danke und Gruß

Johannes

Servus Johannes,

man kann die Arten auszählen (quantitativ), die auf den entsprechenden Mauern vorkommen, und (qualitativ) feststellen, welche bloß da und sonst nicht oder kaum vorkommen.

Die überraschende Aussage zum Buntsandstein (ich hätte sowas wie Keuper vermutet) hab ich mündlich von einem BUND-Funktionär, der in jahrzehntelangem verbissenen (und zuletzt doch fast überall verlorenen) Kampf gegen die letzte Welle von Reblandumlegungen im Raum mittlerer Neckar - Stromberg - Remstal sozusagen das Einwohnermeldeamt für Zaun- und Smaragdeidechsen nebst allerlei Insekten und Flora gespielt hat, um verwaltungsgerecht aufbereitete Zahlenwerke zu haben. Bei diesen Zählereien zeigte sich, dass der sonst ja eher arme und nicht grad lebensfreundlich saure und kalkarme Buntsandstein, der im Einzugsgebiet des württembergischen Schwarzwaldes verbaut ist, die reichsten Wingertmauern bietet.

Schöne Grüße

MM

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Hallo Martin,

danke für die Info. Ich möchte aber noch mal kurz nachhaken:

Die überraschende Aussage zum Buntsandstein (ich hätte sowas
wie Keuper vermutet)

das wäre der Punkt um den es mir geht: warum hättest du das bei einem anderen Gestein erwartet? Durch das Zählen der Arten kann man zeigen, dass das so ist. Kann man aber aufgrund von z.B. physikalischen Eigenschaften eine Aussage über die ökologische Wertigkeit treffen?

Danke und Gruß

Johannes

Hallo Johannes,

nicht aus der Sicht des Biologen, sondern aus derjenigen des Landwirts, gilt alles, was kalkarm und eher sauer ist (Buntsandstein, Heidesand, Urgestein und davon Gewordenes; auch stark entkalkte Verwitterungsböden von jüngeren Sedimenten und Moor), als wenig fruchtbar - Kalk im extrem (Juraverwitterung) ist nicht so „schlimm“, wenn er genügend Boden hat bilden können, der nicht gleich wegschwimmt. Einen interessanten Vergleich bietet junger Sandstein aus dem Tertiär, der bei sonst ganz ähnlicher Struktur wie der ältere Buntsandstein genügend Kalk bietet und auf diese Weise ganz ordentliche Verwitterungsböden macht.

Biochemisch/Botanisch kann ich die Bedeutung von CaCO3 nicht ordentlich begründen. Technisch nur in einem Detail (von wahrscheinlich vielen): Bodenbildung ohne Regenwürmer ist immer unvollkommen, und diese können nur leben, wo genügend Kalk da ist. Die Rodungsgrenze in den Mittelgebirgen ist vielerorts die Grenze des Buntsandsteins; die späten Rodungen auf Buntsandstein z.B. in Nordhessen und Thüringen sind aus der Not geboren und aus der Not nie recht herausgekommen.

Selbst die „Idealböden“ auf Löss in der Börde, die bei der 1936er Bodenschätzung als Referenz gleich 100 (größte im Reich erzielbare Erträge) gesetzt wurden, benötigen außer dem Ausgangssubstrat Löss eine Menge Regenwurm- und Zwieseltätigkeit, um Braunerden zu werden.

Oberflächlich unterscheiden sich die bunten, artenreichen Wiesen des süddeutschen Raumes und die „bläulichen“, viel mehr von Gräsern besiedelten im Norden und Nordwesten nicht so sehr durch das Klima (kurze, eher kühle Sommer und hohe Niederschläge hat es im Voralpenraum auch), sondern vor allem durch die Verfügbarkeit von Kalk.

Ebenfalls oberflächlich kann man in den Alpen wandernderweise sehen, wo man vom Kalk ins Urgestein kommt: Es wird karger, all das Gewusel von Grashüpfern, Schmetterlingen, buntfarbigen Blüten aller Art usw. lässt nach.

Dieses sind bloß ein paar unsystematische Splitter - richtige Geobotaniker im Biobrett werden wohl Besseres dazu sagen können…

Schöne Grüße

MM

Hallo Dora,

wenns etwas ausgefallener sein soll und du die Arbeit nicht scheust, dann fahre in einen Steinbruch und hole dir genügend Material an Bruchsandstein (Anhänger oder Kleintransporter, das Zeug ist verteufelt schwer, besonders wenn nass). Nun, dort wo die Mauer hinsoll, buddelst du einen Graben (mindestens 20cm tief und breit, besser tiefer), machst ein Betonfundament zum sicheren Halt der Mauer (es muß nicht komplett aus Beton sein, reichlich Ziegelreste oder übriggebliebene Steine zur Füllung sollten schon mit rein). Mit etwas Geduld und Phantasie unter Zusatz von Trust-Mörtel wird dann mit den Bruchsandsteinen die Mauer gebaut. Bitte achte auf die Optik, mal große, mal kleine Steine, eben schön durcheinander. Schön die Fugen mit Schwamm und Wasser glätten. Lasse Stellen für Mauerbewuchs, also auch mal einen Stein etwas vorstehen lassen. Sehe gleich die Verkabelung der Elektrik (eventuelle Steckdosen, Außenbeleuchtung etc.) mit vor.

Gruß
André

Hi Dora,
pflanz ne Hecke, gut fürs Auge, die Natur…
Oder die Muaer aus Ytong, geht schnell, ist leicht, darauf Blumenkästen, an der mauer Kletterppflanzen ranken lassen…
Oder ne Reihe aus sich überlappenden Holzpfählen reinhämmern.
Gruß
Reinhard

Hallo

wenn die Steine anständig verputzt werden, sieht man doch
nicht mehr, wie hässlich sie einmal waren

das ist zwar richtig, aber eine eine solche verputzte
Wand ist so ziehmlich die häßlichste aller vorgeschlagenen
Varianten.
Auch wird die Haltbarkeit des Putzes nicht so gut sein.

Gruß Uwi

Hallo Martin,

danke für die Infos, wieder ein Thema in das ich mich wohl etwas einarbeiten werde.

Ebenfalls oberflächlich kann man in den Alpen wandernderweise
sehen, wo man vom Kalk ins Urgestein kommt: Es wird karger,
all das Gewusel von Grashüpfern, Schmetterlingen, buntfarbigen
Blüten aller Art usw. lässt nach.

das wird nächsten Sommer überprüft :wink:

Gruß

Johannes

Hallo Andre,
danke - jetzt weiss ich endlich, wie das Fundament ausschauen soll. Super gut erklärt.

Gruß
Dora