ich habe mich mit meinem Anliegen schonmal an ein paar Experten gewandt und auch ein paar gute Ratschläge bekommen, aber da ich jetzt auch öffentlich posten darf, dachte ich ich wende mich mal an alle.
Also seit 1 1/2 Wochen haben mein Freund und ich kleine Katzen. Sie waren 6 Wochen alt, eine Katze (Carrie) und ein Kater (Doug). DIe Umstände waren leider so, daß sie schon mit 5 Wochen von der Mutter getrennt wurden und der neue Besitzer sie dann doch nicht haben wollte und sie als Übergangslösung bei einem Bekannten von mir waren, der allerdings nicht die Zeit hat sich um Katzen zu kümmern.
WIr wollten sie sofort, da wir sowieso demnächst ins Tierheim wollten um uns 2 Katzen zu holen.
Jedenfalls waren die beiden sehr scheu und ängstlich, verständlich nach dem ganzen hin und her…
Carrie macht auch gute Vortschritte, hat zwar immer noch schiss vor uns und rennt weg , wenn wir auf sie zukommen, aber in der *Katzenecke*, wo die beiden liegen lässt sie sich streicheln und schnurrt genüsslich. Also zum Problem…bei ihm tut sich nichts …er faucht wenn wir den Raum betreten bzw ihm zu nahe kommen und hat einen ängstlichen Gesichtsausdruck (erweiterte Pupillen, angelegte Ohren). Dem Tierarzt hat er vor Angst die halbe Praxis zerlegt und gefaucht und gebissen…wenn Carrie nicht dabeigewesen wäre hätten wir den nie wieder eingefangen…
jedenfalls …ich denke eigentlich müsste er doch inzwischen gemerkt haben, daß wir es gut mit ihm meinen, da seine Schwester ja auch mehr und mehr Vertrauen faßt…inzwischen sogar mal mit uns spielt und er sitzt daneben und schaut zu…keine Spur von Spieltrieb…
Vielleicht hat ja jemand schon ähnliches erlebt und kann berichten wie es sich bei euch so entwickelt hat?
Wir haben auch eine total verängstigte Katze aufgenommen, die wohl Schlimmes mit Menschen erlebt hat und längere Zeit sich selbst überlassen war.
Jetzt ist sie nicht mehr scheu, aber zwischendurch gibt es immer wieder Situationen, die bei ihr Angst hervorrufen, z. B. fremde Menschen.
Ich bin überzeugt, dass man mit viiiiiel (!!!) Geduld auch eine änglistliche Katze wieder zutraulich „machen“ kann - dies kann aber lange dauern! Es lohnt sich aber auf jeden Fall!!!
Wenn du dich deinem Kater nähern willst, beuge dich nicht herunter, sondern geh in die Knie (viele Katzen haben Angst, wenn sich jemand über sie beugt). Ausserdem solltest du ihm nicht zu lange in die Augen schauen, da dies auch Angst auslösen kann. Besser die Augen zwischendurch wieder etwas länger schliessen oder wegschauen.
Vielleicht kannst du auch versuchen, mit Doug zu spielen? Versuchs am besten mit einer Schnur, die du vor ihm herziehst.
Also zum Problem…bei ihm tut sich nichts …er faucht wenn wir den
Raum betreten bzw ihm zu nahe kommen und hat einen ängstlichen
Gesichtsausdruck (erweiterte Pupillen, angelegte Ohren).
Vielleicht hat ja jemand schon ähnliches erlebt und kann
berichten wie es sich bei euch so entwickelt hat?
lass ihn ihn Ruhe - komplett - ignorier ihn… er kommt von ganz alleine auf euch zu wenn er das Bedürfnis dazu hat
Schau ihn nicht direkt in die Augen (=Drohung) - schau ihn immer nur aus den Augenwinkeln an (=Einladung)
Meiner war am Anfang auch entsetzlich verschüchtert und hatte Panik vor allem und jedem, jedes unbekannte Geräusch (am Anfang waren alle unbekannt) haben ihn unter mein Bett flüchten lassen.
Die Angst gibt sich mit der Zeit - manche brauchen wenige Tage, andere brauchen Monate und manche 1 Jahr bis sie soweit Vertrauen gefasst haben. Und auch dann kannst du deine zwei nicht miteinander vergleichen
Manche spielen gern mit Menschen andere garnicht, manche lassen sich gern kraulen, andere garnicht, manche lassen sich zwar durchkraulen gehen aber nicht auf den Arm etc.
Es ist möglich, dass der Kater niemals ganz handzahm wird.
Kleine Katzen, die im Alter zwischen 2 und 6 Wochen keinen oder keinen positiven oder zuwenig Menschenkontakt haben, behalten oft eine Restscheu zurück. Nach einiger Zeit lassen sie sich zwar anfassen, aber z.B. nicht hochheben oder festhalten.
Nichtsdestotrotz steht einem schönen Leben als Hauskatze bei Dir nichts im Wege. Du brauchst nur mehr Geduld. 1 1/2 Wochen sind gar nichts. Das schlimmste für Katzen sind Veränderungen. Selbst eine eigentlich zutrauliche Katze kann durch einen Umzug (und hier waren es ja wohl schon 2) zeitweise verstört werden.
Nun die Tipps:
den Kater nicht bedrängen, er soll von selbst auf Euch zukommen
nicht direkt anstarren oder versuchen ihn anzufassen
setze Dich ins Zimmer auf den Boden und sprich leise mit den Katzen. Du kannst auch aus einem Buch vorlesen.
wenn sie Interesse an Spielzeug haben, versuche mal einen Lederschnürsenkel verführerisch über den Boden zu ziehen. So weckt man den Spieltrieb
ein Zerstäuber mit Feliway oder Felifriend (künstliche Katzenpheromone, die Wohlbefinden fördern) könnte ebenfalls hilfreich sein. Du bekommst das Zeug beim Tierarzt und im Netz
es kann Wochen oder Monate dauern, bis Du eine Verbesserung siehst. Ich bekam meine Kater (Wildfänge) mit 5 Monaten, es dauerte 4 Wochen bis der erste ein Leckerli aus meiner Hand nahm. Nach 3 Monaten ließen sie sich streicheln. Nach 6 Monaten saß er das erste Mal neben mir auf dem Sofa. Nach 6 Jahren das erste Mal auf dem Schoß. Hochheben geht immer noch nicht.
ich hab mir eine wilde Katze aus dem Tierheim geholt, die ein knappes Jahr alt war. Sie ist jetzt 7 Jahre alt, und wenn man einen hastigeren Schritt macht, rast sie immer noch ein paar Meter weg. Ansonsten ist sie schmusig und kommt (auch mal) auf den Schoß und schläft ein. Ihr Vertrauen ist da, aber immer mit einer großen Prise Vorsicht.
Die Tipps der anderen finde ich schon gut, ich hab meine Katze auch noch damit beruhigt, dass ich sehr häufig ihren Namen oder ein bestimmtes anderes Wort gesagt habe, sehr lieb, besonders, wenn „schöne Sachen“ dran waren, wie sie am Rücken oder auf dem Kopf berühren, Füttern etc.
Die Gleichförmigkeit und das Immerwiederkehrende haben ihr Angst genommen.
Wichtig: Geduld. Es dauert seine Zeit, aber es ist auch ein wunderschöner Prozess, wenn so ein Tier langsam Vertrauen schenkt.
Dass er beim Spiel schon mal zuschaut - das ist doch was! Hast Du mal ein bissl Baldrian auf die „Maus“ gemacht? Vielleicht traut er sich dann, hinterherzuflitzen.
Das kommt schon.
Also Fazit ist wohl…geduldig sein (bin ich) und in Ruhe lassen.
Ich hab auch schon den Tip bekommen die beiden mehr oder weniger zur Gesellschaft zu *zwingen*, was ich bei Doug aber nicht machen wollte.
Carrie hab ich schon 2mal mit auf die Couch genommen, sie gestreichelt und sie halt machen lassen…sie ist kurz sitzengeblieben…dann bisschen durchs Wohnzimmer gelaufen und geschnüffelt und dann zurück in die Ecke. Für ihn wär das aber glaub ich nix…
Ich hab aber noch ne Frage …
Die beiden haben sich ihre Ecke im Bad gesucht…was wohl daran liegt, daß die beiden an Bäder gewöhnt sind, da sie vorher auch immer im Bad waren.
Jetzt sind mir Bedenken gekommen ob das nicht vielleicht zu feucht für sie ist und sie sich schneller erkälten? Vor allem weil Carrie gerade erst nen Katzenschnupfen hinter sich gebracht hat…???
Ausserdem gibts kein Tageslicht…wir machen die Tür natürlich nicht ganz zu, sodas Licht aus dem Flur hineinfällt.
In ihrer Ecke sind natürlich Kisschen und ein paar getragene T-Shirts von uns, damit sie es weich haben…
Jetzt sind mir Bedenken gekommen ob das nicht vielleicht zu
feucht für sie ist und sie sich schneller erkälten? Vor allem
weil Carrie gerade erst nen Katzenschnupfen hinter sich
gebracht hat…???
wenn es ihnen unangenehm wird, verziehen sie sich von allein ;o) und wenn ihnen beiden jetzt noch das Badezimmer-Klima mentale Sicherheit gibt (weil sie es eben nur so kennen) dann ist das im Moment einfach so
Ausserdem gibts kein Tageslicht…wir machen die Tür natürlich
nicht ganz zu, sodas Licht aus dem Flur hineinfällt.
… und einen Türstopper dazwischen, damit die Tür nicht versehentlich gerade dann zufallen will, wenn eine Katze durch will :-\ *quetsch*
In ihrer Ecke sind natürlich Kisschen und ein paar getragene
T-Shirts von uns, damit sie es weich haben…
;o) das reicht für den Anfang mit der Zeit suchen sie sich sicher noch andere Kuschelecken (meinen seinen PCSchreibtischstuhl, mein sein Kopfkissen, mein sein Papierkorb, mein sein Esstisch, mein sein Kleiderschrank *augenverdreh* )
Was meint Ihr?
dass sie das selber entscheiden ;o) und du deine Pullover und Kissen sicher noch ein paarmal umziehen oder noch mehr opfern musst :o)
Irgendwie werfen sich mit kleinen Katzen jeden Tag neue Fragen auf…
Uns ist gestern aufgefallen, daß Carrie und Doug nicht miauen…?
Wir dachten, daß sie sich halt noch nicht trauen, allerdings Carrie macht ja inzwischen schon auf sich aufmerksam, wenn sie Hunger hat.
Also hab ich ihr gestern mal ihr Futter vor die Nase gehalten und dann hoch gehalten, da miaut normalerweise jede Katze…
und sie hats hauch versucht…öffnete das Maul, nur kam kein Ton raus!
Beim zweiten mal kam ein ganz kurzes *Qiek*…aber es sieht wirklich öfter so aus als ob sie miauen wollte, aber sich kein Ton bildet…?
Seltsam oder? Hat sie es vielleicht nicht gelernt? Weil Stumm ist sie glaub ich nicht…sie hat ja einmal *Qiek* gemacht
das ist normal bei kleinen Katzen, sie miauen relativ wenig, sehr leise und sehr hochfrequent. Das kommt dann schon, wenn die Stimmbänder ein wenig gewachsen sind.
Auch bei erwachsenen Katzen gibt es unterschiedliche Intensitäten. Mit manchen Katzen kann man sich geradezu unterhalten (dies ist eine Verhaltensweise, die man selbst unbewusst der Katze durch positive Verstärkung beibringt).
Hallo!
Dein armer kleiner Doug…
Also ich kann euren Kater nicht mit unserem vergleichen, wir haben ihn nämlich seit Sonntag und er liegt jetzt schon mit mir auf der Couch, so halb auf mir drauf und weicht nicht mehr von meiner Seite.
Anfangs aber ist er gar nicht unter dem Sofa vorgekommen. Was gut funktioniert hat, waren 2 Sachen:
Sich auf den Boden zu setzten oder zu legen und sanft mit ihm zu reden, immer wieer seien Namen zu sagen und ihm zu erklären, dass er der schönste und liebste Kater der Welt ist und du gaaanz gut auf ihn aufpasst. Ich glaub wenn man sowas sagt, klingt die Stimme überzeugender, als wenn man nur so tut, als würde man was liebes sagen.
(Ach ja, meine andere Katze, inzwischen 13 Jahre alt, liebt leise, ruhige klassische Musik, bspw. Bach, das beruhigt sie ungemein)
Man kann sagen was man will, aber Liebe geht durch den Magen. Hast du ihm schon mal Muttermilchersatz aus der Flasche oder vom Finger geben versucht. Der Geruch und der Geschmack geben ihm Sicherheit und er kann zwischen dem Gefühl „es passt alles“ und dir eine Assoziation bilden.
Allerdings musst du das alles mit viel Liebe und Geduld und vorsichtigen Annäherungen machen. Wenn er sagt nein, dann is halt nein, dann probiers später oder am nächsten Tag nochmal.
das ist normal - kleine Katzen haben kleine Stimmen (was glaubst Du, warum einer von unseren „Mieps“ heißt? Der saß am ersten Tag vor mir, riß das Maul auf, als wollte er mich verschlingen, und es machte MIIIPS). Und eigentlich sprechen erwachsene Katzen ausschließlich mit ihren Jungen oder kreischen mal einen Gegner an - Alltagsgeplapper ist nur eine Reaktion auf uns plappernde Menschen.