wir haben einen kleinen Pool im Garten (rund, 5m im Durchmesser). Da nun die Sommersaison vor der Türe steht überlegen wir, ob es zu den herkömmlichen Chlor- und PH-Wert regulierenden Chemikalien nicht eine Alternative gibt?
Hat jemand eine Idee oder vielleicht selber Erfahrungen?
Wenn Ihr Euch keine aufwendigen technischen Systeme anschaffen wollt, gibt es wohl keine Alternative zur Chemie. Aber es wäre eine Überlegung wert, ob das sein muss. Wird der Pool denn so stark verschmutzt? Wozu PH-Wert Regulierung? Bis sich Wasser in hautschädliche Säure verwandelt, muß schon viel passieren. Und wenn ein Pool von Badeöl, klebrigen Zucker-Getränken oder Pipi-Nitraten strotzt, worüber sich wahlweise die Algen oder Bakterien freuen, würde ich eher ab und zu Wasser wechseln als Chlor reintun. Weil verschlucken will man ja dann weder das eine noch das andere. Was den Nitrat/Nitrit-Abbau wegen Algenvermeidung angeht, könnte man sich als billige Lösung bei dem „geringen“ Volumen einen einfachen biologischen Filter vorstellen, wie er in Aquarien benutzt wird. Wir haben uns sowas gebaut, um Dachabwasser von Laubrückständen und Verfallsprodukten für die weitere Verwendung zu reinigen. Falls Du Interesse hast, meld Dich nochmal.
der Pool wird nur von der Familie benutzt (und natürlich im Sommer immer mal Kinderbesuch). Aber reinpinkel tut eigentlich niemand .
Als technische Ausrüstung haben wir einen Filter, der mit einer Handvoll Kieselgur arbeitet. Im Sommer muß der Filter ein mal pro Tag gereinigt werden. An diesen Filter kann man den „Bodensauger“ anschließen, um die groben Verunreinigungen vom Grund zu entfernen.
Den Chlorwert halten wir für gewöhnlich auch unter den angegeben Werten. Eben weil wir ja wissen, dass die Verunreinigung sich stark in Grenzen hält. Der Fachmann der Poolfirma meinte auch, dass der PH-Wert viel wichtiger ist. Warum eigentlich?
Wir haben gerade das Wasser vom letzten Jahr nur durch Filtern und Saugen aufbereitet und sind völlig erstaunt, dass es nun wieder glasklar ist .
25.000 Liter Wasser mal eben so ablassen und wieder auffüllen - da hätten wir irgendwie ein schlechtes Gewissen. Wir überlegen sogar schon, ob es möglich ist das Wasser noch ein drittes Jahr drinzulassen!?
Ich hab das nochmal nachgelesen. Also durch Pflanzenreste und Verunreinigungen entstehen organische Stickstoffverbindungen. Die bauen sich mithilfe von Sauerstoff ab zu NH3 Ammoniak (giftig) und NH4 Amonium (ungiftig). Der PH-Wert entscheidet, welche der beiden Verbindungen überwiegend entsteht. In saurem Wasser (PH unter 7) entsteht hauptsächlich Ammonium. Das ist ungiftig, freut aber die Algen. Nette Bakterien in Filtern (die im feuchten Kieselgruss zum Beispiel leben) oxidieren Ammonium über NO2 Nitrit (wieder giftig) zu NO3 Nitrat (ungiftig). Der PH-Wert scheint also für die Ammoniumbildung wichtig zu sein. Basen (Seife zum Beispiel) erhöhen ihn. Wichtig ist also Sauerstoff (sonst gammelts) und Filterung, nicht nur mechanische, um Schmutzpartikel zu entfernen, sondern biologische. Deswegen poröse Steine im Filter, um den Bakterien große Siedlungsflächen zu bieten. Der Filter, sollte regelmässig mit dem Beckenwasser duchspült werden, damit die Tierchen eine verlässliche Population bilden, die was wegoxidieren und natürlich das Filtermaterial nie mit Seife oder so was reinigen, immer nur im Beckenwasser spülen. Um den PH-Wert zu senken, kann man Torf mitreinstopfen (ungedüngten natürlich)
Grüße und schönes Planschen (im Moment ja grad wieder nicht, brrr)
Kai