Kleines Linux mit GUI

Moin,
also man hört ja immer mehr von Linux und ich hab mich auch schon mehrmals damit abgequält aber immer wieder aufgegeben - meist weil die Versionen von diversen Computerzeitschriften-CDs einfach viel zuviel Speicher benötigten.

Jetzt habe ich aus allen möglichen Einzelteilen einen einfachen PC mit 100MHz und 8Mb RAM zusammengebastelt, und möchte auf dessen 250Mb-Platte gern ein Linux zum laufen bringen. Und zwar für folgende Zwecke:

  • primitive Textverarbeitung mit Exportmöglichkeit für den „großen“ Windows-PC

  • Grafische Oberfläche…damit’s halt nicht so langweilig aussieht :smile:

  • zum Kennenlernen von Linux

Ich weiss, die beiden letzten Stichpunkte widersprechen sich schon fast aber wenn ich nur vor einem vollgetexteten Bildschirm sitze verlier ich doch gleich die Lust :smile:

Also, was gibt’s denn da für ein Linux? Kosten darf’s natürlich nix und allzugroß sollte es auch nicht sein. Dass ich blutiger Anfänger in Sachen Linux bin brauch ich ja nicht zu erwähnen.

Ok, genug geschrieben, ich lass mich mal von den Experten überraschen… :smile:
MfG. Ali

hi Ali,

mein Vorschlag: http://sunsite.dk/mulinux/

ist klein, bunt :wink: und auf deiner box sicherlich auch sehr performant.

cu micha

The Box said: „Requires Windows 95, NT or better“, so i installed Linux

Hallo Ali,

es ist ein Gerücht, dass Linux wenig Speicher braucht. Genaugenomen muss es heissen, ein Linux-Server braucht wenig Speicher. Und das ist so, weil man die GUI dann nicht braucht. Bei Windows geht es aber ohne GUI auch auf dem Server nicht.

Mit anderen Worten: mit 8 MB und deinen Anforderungen wirst du keinen Spaß mit Linux haben. Bei allem unter 32 MB vergiss GUI auf Linux! Auch kenne ich keine Textverarbeitung, die auf 8 MB läuft und nach MS-WinWord (das meinst du doch sicher) exportieren kann - jedenfalls nicht mit ordentlicher Qualität.

Zum Lernen und für einige Serverzwecke (Nameserver, Mailserver z.B.) ist der Rechner ok.

Alles Gute wünscht
Michael

Hallo Ali,

Du könntest es mit SuSE-Linux und dem Windowmanager fvwm2 versuchen. SuSE ist die in Deutschland verbreitetste Distribution. Der fvwm2 ist ein Windowmanager der mit weniger Arbeitsspeicher auch noch akzeptabel läuft. Ich selbst habe einen 133Mhz-Intel mit 32MB Ram und verwende den Windowmanager gnome, vorher KDE (läuft zwar nicht schlecht, manchmal aber etwas lahm). Ein Freund hatte mal einen 90Mhz-Pentium und 8MB: fvwm2 (SuSE 5.3) lief damals richtig ordentlich.

Allerdings kann man bei einem solchen Rechner nicht mit allen möglichen Programmen arbeiten. Von StarOffice solltest Du die Finger lassen (hinkt schon bei meiner Kiste). Wenn Du mit textbasierten Programmen arbeitest, geht’s.

Ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig weiterhelfen ohne zu verwirren.

Pascal

Hi Pascal,

IMHO sollte man(n) nicht versuchen, aus neueren Suse-Versionen so ein schlankes Linux aufzubauen. ich hab es versucht, auf einem 486 mit 8 MB Ram und 300 MB HD zu installieren. Erstmal war der plattenplatz extrem schnell aufgebraucht (noch bevor ich alle fuer mich relevanten Packete installiert hatte [das teil sollte eigentlich nur ein router und druckserver werden…ohne jeglichen grafik-schnickschnack]) und dann lief die Kiste extrem laaaangsam (man darf da schon mal ne viertel stunde warten, bis man auf einem terminal mit ner telnet-session den yast-anfangsbildschirm zu gesicht bekommt[linux moechte halt gerne ram ohne ende…]) drum hab ich gestern auch die platte porentief rein gemacht, und der box die neueste muLinux-version gegoennt…da reichen 40 MB Plattenplatz voellig aus, es laeuft mit 8MB akzeptabel schnell, und es hat (fast) alles, was man von einem Suse Rechner auch haben kann…

cu micha

P.S. ich weisz natuerlich nicht bescheid, wie es sich da mit aelteren suse-versionen verhaelt… :frowning:

Hallo Ali, hallo Michael,

es ist ein Gerücht, dass Linux wenig Speicher braucht.

Nein, dass ist kein Geruecht! Linux ist sparsam mit Resourcen.
Wie sonst sollte es moeglich sein, ein komplettes Multitasking Betriebsystem mit Netzzugriff auf eine Diskette zu packen, mit X (graphische Oberflaeche) 1-5 Disketten.
Wie die Distributionen mit Speicher umgehen, ist eine andere Sache. Und in 0,5 - 1GB auf FB sind hunderte von Programmen.

Mit anderen Worten: mit 8 MB und deinen Anforderungen wirst du
keinen Spaß mit Linux haben. Bei allem unter 32 MB vergiss GUI

Das ist eine andere Sache. Es macht wirklich mehr Spass wenn man dazu auch gnome/kde/enlightment usw. installieren kann.
Ein kleines schlankes System hat aber sicher auch seinen Reiz.

Hab auch schonmal Slackware mit fvmw2 auf 486x66 mit 4MB gehabt.
Mein PC zuhause hatte lange Zeit 16MB.

auf Linux! Auch kenne ich keine Textverarbeitung, die auf 8 MB
läuft und nach MS-WinWord (das meinst du doch sicher)
exportieren kann - jedenfalls nicht mit ordentlicher Qualität.

Das ist schwer. Texteditoren gibt zu hunderten, aber nur fuer ascii. gnotepad kann html.

Wuerde Debian empfehlen, ist erstmal sparsam, verlangt aber ein wenig Arbeit, dafuer lernt man aber auch was. Ausserdem ist billig und meines Wissens eine der letzten Distris, die von Diskette zu booten sind.
Bootbare CD’s gibt bei http://www.lehmanns.de/
infos unter www.debian.org

Aber eigentlich wuerde ich dir auch raten: nimm deinen aktuellen PC, mach moeglichst 1GB frei und nimm Redhat oder mandrake, die
CD images gibts im Netz (http://www.linux.org/) und die Installation ist sehr einfach (Bootdisketten von Windows erstellen, du machst zwar nichts kaputt, kann aber sein, dass du den ueberblick verlierst, Booten ist eine heikle sache)

Lutz

Moin,
also mir geht es hauptsächlich darum, aus dem alten PC noch was machen zu können. Nebenbei würde ich natürlich auch noch ganz gerne Linux kennenlernen - nur irgendwie find ich das schon recht verwirrend :smile:
Hab jetzt versucht muLinux zu installieren. Das hat sogar geklappt, nur kann ich damit absolut nix anfangen, ausser dass ich mir das Datum anzeigen lassen kann *g*.

Von wegen „Textverarbeitung“ habe ich gar nicht an große Office-Packete gedacht, sondern vielmehr an einen kleineren Editor á la Wordpad mit begrenzten Möglichkeiten. Gestalten kann ich den Text dann auch auf dem „großen“ Rechner.

Würde denn Debian Linux auf einem PC mit 8Mb laufen? Wieviel Festplattenspeicher braucht das dann ungefähr? Was ist mit SuSe? Wichtig wär mir schon eine bootable CD, weil ich nur ein Diskettenlaufwerk habe und keine Lust habe, dieses immer abwechselnd vom einen Computer in den anderen zu bauen…ich glaub das ist auch nicht der Zweck eines Diskettenlaufwerks :smile:

Also dann…
…danke für eure Tipps!

MfG. Ali

Embedded Linux probieren …
Hallo,

anstatt eine der Monster-Distributionen (SuSE, RedHat, Debian, Mandrake, etc.) mühsam klein zu züchten, kannst Du Dir auch gleich eine embedded-Version besorgen.

Unter http://www.linux-embedded.com/ findest Du z.B. einen Verweis auf LEM und andere. Das passt insgesamt auf eine 8MB Partition (oder ein Flash ROM) inklusive X und Netzwerkfunktionalität.

Gruss

Jens

Moin moin,

Moin,
also mir geht es hauptsächlich darum, aus dem alten PC noch
was machen zu können. Nebenbei würde ich natürlich auch noch

Kannst auch nichts wegwerfen? :smile:

ganz gerne Linux kennenlernen - nur irgendwie find ich das
schon recht verwirrend :smile:
Hab jetzt versucht muLinux zu installieren. Das hat sogar
geklappt, nur kann ich damit absolut nix anfangen, ausser dass
ich mir das Datum anzeigen lassen kann *g*.

wenigsten mit Uhrzeit? :smile: Sollte aber nach beschreibung mehr koennen.
Somit hast Du ja schon erste Erfahrung.

Von wegen „Textverarbeitung“ habe ich gar nicht an große
Office-Packete gedacht, sondern vielmehr an einen kleineren
Editor á la Wordpad mit begrenzten Möglichkeiten. Gestalten
kann ich den Text dann auch auf dem „großen“ Rechner.

Immerhin kannst Du LaTex machen :wink: Hat das beste Schriftbild dass ich kenne.
Der Vorschlag ist aber nicht ganz ernst, Latex ist etwas kompliziert und umstaendlich.

Würde denn Debian Linux auf einem PC mit 8Mb laufen? Wieviel
Festplattenspeicher braucht das dann ungefähr? Was ist mit

http://www.de.debian.org/releases/stable/i386/ch-Sys…:
Als Minimum müssen Sie 12MB RAM sowie 64MB Festplattenplatz haben. …

Ich glaub die 12MB sind fuer die Installation notwendig, da beim booten ein virtuelles Linux in eine Ramdisk installiert wird.
Eigentlich sollte es mit 8MB auch gehen, bin mir aber nicht sicher.
Hier ist die deutsche Mailingliste, schau da mal rein
http://www.jfl.de/cgi-bin/debian/debian
unter www.debian.org sind die internationalen.

SuSe?

Keine Ahnung was das als minimale Installation moeglich ist.
Debian ist relativ schlank.

Wichtig wär mir schon eine bootable CD, weil ich nur ein
Diskettenlaufwerk habe und keine Lust habe, dieses immer

ftp://ftp.fsn.hu/pub/CDROM-Images/debian/2.2_rev0/i386/
oder bei lehmann 4CD’s 39DM

abwechselnd vom einen Computer in den anderen zu bauen…ich
glaub das ist auch nicht der Zweck eines Diskettenlaufwerks

Bis dann

hi Ali,

Hab jetzt versucht muLinux zu installieren. Das hat sogar
geklappt, nur kann ich damit absolut nix anfangen, ausser dass
ich mir das Datum anzeigen lassen kann *g*.

gib mal am prompt ein: „menu“ und druecke enter…sodann wirst du feststellen, das muLinux wesentlich mehr zu bieten hat, als nur die Datumsanzeige… :wink: und das schoene daran ist, dasz du dir die befehle zu den funktionen anzeigen lassen kannst…dann kannst du dir naemlich auch das normalerweise unter linux uebliche RTFM sparen… *g*

Von wegen „Textverarbeitung“ habe ich gar nicht an große
Office-Packete gedacht, sondern vielmehr an einen kleineren
Editor á la Wordpad mit begrenzten Möglichkeiten. Gestalten
kann ich den Text dann auch auf dem „großen“ Rechner.

zieh dir mal diese Seite rein http://www.ukl.uni-freiburg.de/zentral/krz/abteil_2/… und gib danach mal am prompt vi ein, und druecke enter…

…danke für eure Tipps!

schitte boen, aeehh bitte schoen, hoffe, es hilft…

micha

Nachtrag…
hi Ali,

eben habe ich noch diese seite aufgetan… http://home.germany.net/101-61706/unix-tutorial/inde… IMHO sehr nuetzlich…

micha

Nachtrag:

Ich glaub die 12MB sind fuer die Installation notwendig, da
beim booten ein virtuelles Linux in eine Ramdisk installiert
wird.

Hab grad nachgesehen, das aktuelle debian 2.2 hat bei der installation keine unterstuetzung von low memory (

[…]

Immerhin kannst Du LaTex machen :wink: Hat das beste Schriftbild
dass ich kenne.
Der Vorschlag ist aber nicht ganz ernst, Latex ist etwas
kompliziert und umstaendlich.

Was genau ist denn an LaTeX „kompliziert“ oder gar „umständlich“?? Wenn man mal davon absieht, dass es eine Markup-Sprache und kein WYSIWYG ist, ist es geradezu phantastisch einfach. Für normale Texte braucht man nur eine Handvoll Kommandos. 800 Seitige Doktorabreiten mit säckeweise Formeln, Abbildungen, Referenzen, Tabellen, etc. sind ein Kinderspiel ,wenn man mal vom eigenlichen Inhalt absieht. Ich beziehe mich jetzt auf das rein handwerkliche.

Bei LaTeX nimmt einem der Computer endlich einmal alle Arbeiten rund um das Layout meisterhaft ab und man kann sich ganz entspannt auf den Inhalt konzentrieren.

Obendrein läuft so ein LaTeX mit seinen geradezu bescheidenen Anforderungen locker auch auf einem 486’er mit 8 MB RAM.

[…]

SuSe?

Keine Ahnung was das als minimale Installation moeglich ist.
Debian ist relativ schlank.

Wie ich weiter oben bereits einmal bemerkt habe, sollte er sich mal die diversen embedded Varianten von Linux anschauen. So schlank ist eine Debian, RedHat oder SuSE so schnell nicht zu bekommen.

Aber ich wollte ja hauptsächlich eine Lanze für LaTeX brechen …

Gruss

Jens

menu
Also erstmal danke für den Tipp mit dem „menu“…
ich bekomm jetzt schonmal angezeigt, was ich so alles machen kann, nur weiss ich nicht wie ich die Befehle denn nun aufrufen kann. Den hervorgehobenen Buchstaben eingeben und Enter drücken klappt nicht. Den Befehl mit dem Cursor auswählen und dann Enter geht ebensowenig. Also ähm…wie geht es denn?

Sorry, Danke und bis bald…
MfG. Ali

Hi,

Immerhin kannst Du LaTex machen :wink: Hat das beste Schriftbild
dass ich kenne.

wie du siehst, bin ich selbst Fan von LaTeX. Hab selbst meine
Diplomarbeit damit gemacht. Bei der Examensarbeit meiner Freundin
hab ich besten Tortendiagramme gemacht, die die Uni bisher
gesehen hat :smile:

Was genau ist denn an LaTeX „kompliziert“ oder gar
„umständlich“?? Wenn man mal davon absieht, dass es eine
Markup-Sprache und kein WYSIWYG ist, ist es geradezu
phantastisch einfach. Für normale Texte braucht man nur eine

Ja, aber es brauch eine gewisse Einarbeitungszeit und die
richtige Literatur. Und wenn man mal spezielle Wuensche hat kann
es kniffelig werden. Das man besonders bei langen Dokumenten am
Ende wahrscheinlich weniger Zeit investiert als mit wysiwig
erkennt man am Anfang nicht.

Fuer einen kurzen Brief ist die Einarbeitung doch eher zu langwierig.

Handvoll Kommandos. 800 Seitige Doktorabreiten mit säckeweise
Formeln, Abbildungen, Referenzen, Tabellen, etc. sind ein
Kinderspiel ,wenn man mal vom eigenlichen Inhalt absieht. Ich
beziehe mich jetzt auf das rein handwerkliche.

Bei LaTeX nimmt einem der Computer endlich einmal alle
Arbeiten rund um das Layout meisterhaft ab und man kann sich
ganz entspannt auf den Inhalt konzentrieren.

Das ist aber leider meisst der Punkt. Wenn ich was anderes haben,
hab ichs meist schwer. Will ich einen anderen Font muss ich erst
mal suchen wie es geht. Ansonsten kann ich dir nur zustimmen, das
Layout ist optimal. Jeder der ein LaTeX dokument geschrieben hat
findet den Word output haesslich.

Wie ich weiter oben bereits einmal bemerkt habe, sollte er
sich mal die diversen embedded Varianten von Linux anschauen.
So schlank ist eine Debian, RedHat oder SuSE so schnell nicht
zu bekommen.

Die sind nur in Ihren Moeglichkeiten recht beschraenkt.

Aber ich wollte ja hauptsächlich eine Lanze für LaTeX brechen

Und ich wollte gar keine Lanze aufstellen!

Lutz

LaTeX
BTW: hast Du eine gute Online Einfuehrung in LaTeX?

Lutz

BTW: hast Du eine gute Online Einfuehrung in LaTeX?

Online kenne ich nur das Kochbuch

http://www.uni-giessen.de/hrz/tex/cookbook/cookbook…

sowie

http://www.dante.de/help/latex/guide/usrguide/usrgui…

Allerdings gibt es im Lieferumfang l2kurz sowohl als .dvi wie auch als .ps Datei. Diese Einführung ist für den ersten Einstieg gar nicht so schlecht. Falls Du sie wieder erwarten nicht finden kannst, schau mal hier:

ftp://ftp.dante.de/tex-archive/info/lshort/german/

Für ernsthafte Anwendung empfiehlt sich im deutschsprachigen Raum wohl der erste Band von Helmut Kopka (LaTeX – Eine Einführung) und der LaTeX-Begleiter von Michael Goossens et al. Beide sind im Addison-Wesley Verlag erschienen.

Keine Angst – es ist nicht so kompliziert, wie es zunächst scheint. Die Lernkurve ist sehr steil!

Für Software und Dokumentation rund um LaTeX siehe

http://www.dante.de

Gruss

Jens

Nachtrag

Online kenne ich nur das Kochbuch

http://www.uni-giessen.de/hrz/tex/cookbook/cookbook…

Das Kochbuch behandelt glaube ich die veraltete Version vor LaTeX2e. Es ist daher nur sehr bedingt für Einsteiger geeignet. LaTeX2e ist zwar abwärtskompatibel, aber es bietet einige neue Möglichkeiten, die Angaben im Kochbuch überflüssig machen.

Gruss

Jens