Hallo,
Kommt drauf an wie man Dick definiert. Wenn ich unsere immer
Fetter werdende Industrienationsgesellschaft sehe, kann ich
darauf verzichten, auch so zu sein. Und ja: Ich finde
normalgewichtige oder athletische Menschen hübscher /
ästhetischer.
Das kannst Du für Dich so sehen, das löst nun aber nicht das Problem mit dem Untergewicht Deiner Tochter.
Nein, wir essen normal, meine LG sogar gerne viel süß, ich
auch öfter mal süßes. Wir essen auch bis wir satt sind, keines
unserer Kinder bekommt den Teller weggenommen, aber wir
zwingen auch keines unserer Kinder und uns selbst nicht, den
Teller leer zu essen. Wir wissen, wann wir satt sind und hören
auf. Also ganz klar: Es wird niemand gezwungen schlank zu
sein, aber ich werde heute wie später auch nicht tatenlos
zusehen, wenn sich die Mädels anfangen Pfunden anzufressen.
Typische Elternaussagen: Ich habe da gar nichts mitbekommen
(oder auch wenn es dann ums saufen und kiffen geht).
Dieser Gedankenansatz (ich möchte es ja nun nicht Angst nennen) scheint aber völlig unbegründet - nach dem Problem des eher Untergewichts Deiner Tocher und dem Normalgewicht der gesamten Familie. Warum hast Du überhaupt solche Gedanken?
Selbst unsere beiden Mädchen sind vollkommen unterschiedlich,
das ist auch gut so. Aber eben nur im Aussehen und Verhalten,
nicht in der Figur. Wir hoffen auch, daß wenn die jüngere nun
endlich dauerhaft läuft (krabbelt noch teilweise), daß sie
einen größeren Hunger entwickelt.
Das glaube ich eher nicht. Essverhalten ist ein sensibles Thema und Kinder sind sehr empfänglich dafür was wir ihnen da vorleben. Hinzu kommt noch, dass sie mit dem Laufen mehr Energie verbraucht (Kinder laufen nicht, sie rennen) und sie in dieser Phase eher ab- als zunehmen.
Sie ißt ja von sich aus wenig, schlägt einem oft nach ein paar
Bissen das Essen aus der Hand. Bei uns gibt es
abwechslungsreiches, Gemüse wird nicht totgekocht, kommt aus
dem Dampfgarer, bleibt ungewürzt.
Ich bin auch ein Befürworter von gesundem Essen - Getreide, Gemüse, Fisch, Huhn - klingt alles sehr lecker und auch gesund. Das ist aber nicht unbedingt immer das, was ein Kind gerne isst. Was isst denn eure Tochter am liebsten? Was ist ihr Lieblingsessen?
Von gedünstetem Gemüse hat noch keiner zugenommen und darum geht es aber nun. Das bedeutet nicht, dass sie gleich ungesund essen soll (weil Du die Süßigkeiten Deiner LG erwähnst) - es gibt noch andere Alternativen: z.B. Nudeln mit Gemüsepüree, Käsesauce mit Reis, gebratener Fisch mit Kartoffeln und Sauce - wichtig ist, dass das Kind auch Fette zu sich nimmt - stellt ihr doch ein Kännchen Sauce hin, was sie sich über das gedünstete Gemüse kippen kann oder mache ihr einen Klecks Butter auf das Gemüse, eine kleine Schüssel mit geriebenen Käse.
Das was ihr esst mag von der Menge her „normal“ sein, aber das was Du schreibst klingt nach zu wenig Kalorien und unattraktiv für ein kleines Kind.
Das ist es ja, bei der jüngeren steht es nicht so im guten
Verhältnis zum Alter. Selbst der Oberarzt in der Kinderklinik
meinte daß wir „sehr zarte Mädchen“ hätten…
Ja, die gibt es und auch ohne dass sie dabei krank sind oder Essstörungen entwickeln, aber ich würde das dennoch genau beobachten und den Fitnesswahn etwas zurückschrauben.
Die Gene spielen mehr eine Rolle, als manche meinen. Oftmals
schlagen auch die Großeltern durch…
Zudem ist das
Anfressen der Pfunde leichter, als das runterhungern.
Übergewicht kann man sich auch antrainieren, es gibt Personen
die kennen kein „satt“, oder wie mein 160kg
Ex-Busfahrer-Kollege: Aber das schmeckt doch so gut und dann
sofort wieder hinter das Lenkrad.
Weißt Du, als ich einen pubertären übergewichtigen Jungen auf
der Mauer an der Bushaltestelle sitzen sah, der ein
Fleischkäsebrötchen mit 2cm dickem Belag in sich reinstopfte,
dann gebe ich Dir Recht, die Gene haben nicht immer Schuld !
Da ist es dann die Psyche und das Versagen der Eltern. Nur
müssen diese Maßlosigkeit die Kinder ausbaden !
Diesen ganzen langen Absatz über Übergewichtige finde ich in diesem Zusammenhang völlig deplatziert.
Deine Frage richtet sich ja um das eher niedrige Gewicht und die Apetitlosigkeit Deines Kindes. Warum schreibst Du so viel über Deine Beobachtungen von Übergewichtigen? Ich finde, das klingt alles in allem nicht gesund.
Wenn Eltern mit ihrem Kind zum Arzt gehen, dann untersucht der Arzt das Kind meist isoliert.
Wenn Eltern mit ihrem Kind zum Kinderpsychologen gehen, dann wird das direkte Umfeld des Kindes miteinbezogen, denn das Verhalten eines Kindes hat fast immer dort ihren Ursprung.
Wenn nun Eltern mit ihrem Kind den Psychologen aufsuchen, weil es aggressiv und aufmerksamkeitsfordernd ist, dann wird sich der Psychologe zunächst mit den Eltern unterhalten. Dann wird die Mutter vielleicht erzählen, dass sie immer da ist für das Kind. Bei näherem Hinschauen kann man aber feststellen, dass sie eben nicht dem Kind so zugewandt ist, dass man das „Aufmerksamkeit“ nennen kann. Das Kind erlebt in dem Fall, dass die Mutter mit ihm puzzelt, in Gedanken aber ganz woanders ist (nur als Beispiel und das kann sich so durch den ganzen Tag ziehen).
Wenn Du nun mit Deinem Kind zum Psychologen gehst, dann würde er sicherlich nach den Essgewohnheiten der Eltern und der Geschwister fragen. Wenn Du dann erzählst dass es bei euch gedünstetes ungewürztes Gemüse gibt und Du ein absolutes Unverständnig gegenüber Übergewichtigen hast - was denkst Du wird er Dir dann sagen?
Viele Grüße