Kleinkind: Angst vor Insekten

Hallo liebe WWWler,

meine Tochter (2einhalb) hat inzwischen Angst vor fast allen Tieren, von Marienkäfer bis Elefanten. Gut, Elefanten kann man ja aus dem Weg gehen, aber bei Fliegen ist dies schon schwieriger.
Sie spielt am liebsten draußen, aber kaum taucht so ein Krabbeltier auf, kommt gleich „ich mag die Fliege/ den Käfer nicht“ und „die Fliege wegscheuchen“. Wie könnte man denn da gegensteuern?

Von uns abgeschaut kann sie sich das eigentlich nicht haben, wir sind beide Biologen und fassen jedes Krabbeltier, was nicht stechen kann, hemmungslos an. Allerdings weiß ich nicht, was sie in der Krippe aufgeschnappt hat.
Als Baby hatte sie keine Probleme damit, Käfer und Regenwürmer anzufassen, und von weitem findet sie das auch sehr interessant (wir zeigen ihr auch öfter mal interessante Tiere).

Ein ängstliches Kind ist zwar irgendwie einfacher zu beaufsichtigen als ein forsches, aber im Moment, wo ein gelbes T-shirt schnell schwarz von Käfern ist, ist es ein echtes Problem, mit ihr rauszugehen.
Ich weiss auch nicht recht: Ist es besser, nach dem Motto „hab dich nicht so“ zu handeln, aber dann nimmt man ja das Kind irgendwie nicht ernst. Wenn ich die Sache aber ernst nehme, bestätige ich sie dann nicht auch noch in ihrer Angst?

Ich würde mich sehr über Eure Meinungen freuen!

Vielen Dank schon mal und viele Grüße

Bianca

Vielleicht Literatur?
Hallo, Bianca!

Das ist bestimmt nur eine Phase, sofern sie keine schlechten Erfahrungen gemacht hat.

Vielleicht hilft es, wenn Ihr Bücher vorlest, die von Insekten handeln.
Ich hatte ein süßes Buch als Kind: „Hänschen im Blaubeerwald“, in welchem das Hänschen auf einmal ganz klein wird, so klein wie Insekten, die ihm dann helfen, ganz viele Beeren zu sammeln.
Eventuell bringt diese „Schrumpfung“ auf Insektengröße und damit das Eintauchen in diese Welt selbige Eurer Tochter näher?

Für Filme wie „Das große Krabbeln“ wird es noch zu früh sein, aber ich glaube, in der Richtung gibt es einige niedliche Kinderliteratur.

Viel Glück!

Lea

Viel Glück!

Hallo Bianca,

meine Tochter (2einhalb) hat inzwischen Angst vor fast allen
Tieren, von Marienkäfer bis Elefanten.

das erinnert mich doch sehr an unseren Betagne-Urlaub im Jahre 1982: Meine Tochter 3, mein Neffe 2 Jahre alt.

Sie spielt am liebsten draußen,

Haben die zwei dort auch getan.

aber kaum taucht so ein Krabbeltier auf,

bei unseren waren es die Vögel.

Wie könnte man denn da gegensteuern?

Wir haben immer gesagt: „Der Vogel tut Dir nichts!“ So richtig liebevoll, damit den Kleinen klar war, dass wir sie mit ihrer Angst ernst nehmen, ihnen aber die Angst auch nehmen wollen.

Nach 3 Wochen kamen sie von alleine reingeflitzt: „Vodel duddir nits?“, was natürlich gleich wieder mit: „Richtig, der Vogel tut Dir nichts“ bestätigt wurde. Da liefen sie raus, sangen schon fast: „Vodel duddir nits“ und die Episode blieb eine Episode.

Allerdings weiß ich nicht, was sie in der Krippe aufgeschnappt hat.

Unsere haben in dieser Situation mit Sicherheit nichts aufgeschnappt, denn im ganzen Umfeld sprach keiner außer der Bewohner des Ferienhauses (meine Schwester mit Familie, ich nur mit der Tochter, und meine Mutter) keiner Deutsch. Also, sie hätten es schon pantomime von wo anders her haben müssen, um die Angst von einem Franzosen zu übernehmen.

Ein ängstliches Kind ist zwar irgendwie einfacher zu
beaufsichtigen als ein forsches, aber im Moment, wo ein gelbes
T-shirt schnell schwarz von Käfern ist, ist es ein echtes
Problem, mit ihr rauszugehen.

Nö, ich finde ein ängstliches Kind viel mühseliger. Irgendwann kannst Du sie gar nirgendwohin mehr mitnehmen.

Ich würde mich sehr über Eure Meinungen freuen!

Hoffe, geholfen zu haben.

Gruß, Karin

Aufklärung?
Hi,

wie wäre es denn, ein klein wenig das Interesse zu wecken?
Leiht Euch doch nen Bino übers WE und guckt Euch gemeinsam einen
Marienkäfer an. Vielleicht nicht gerade die Mandibeln etc. einer
Kakerlake (was habe ich mich seinerzeit beim ersten Blick mit
zigfacher Vergößerung erschreckt…). Oder noch besser, einen
Schmetterling, irgendwas, was (ein Kind) vom Hocker haut, weil in
Vergrößerung beeindruckend ist.
Kann natürlich nach hinten losgehen, weil sie dann alles anschleppt,
aber damit kann man als Biologe umgehen, zumimdest die meisten :wink:
CU
Lalle *der auf die Zeit wartet*

Hallo Bianca,

meine Tochter (3 1/2) hat ziemlich genau im gleichen Alter auch damit angefangen. Vor allem Fliegen aber natürlich auch alles andere was so kreucht und fleucht wurde plötzlich zum Problem.

Wir haben das ähnlich wie Karin gemacht und sie versucht zu überzeugen, dass Fliegen nichts tun. Das hat sich dann auch schon wesentlich gebessert. Aber ein einschneidendes Erlebnis war dann der Besuch beim Imker, den der Kinderladen gemacht hat. Ich dachte noch so bei mir: na ob das mal gut geht. Aber danach war sie wie geheilt von der Angst und heute kommt es selten vor, dass sie vor Fliegen oder ähnlichem Angst hat.

Vielleicht auch eine Idee für dein Kind?

Gruß
Tim

Hat sie sich vielleicht gepiekt oder ist ihr ein Insekt in Mund/Auge/Ohr geflogen? Oft reicht es, wenn ein Kind sich vor was erschreckt um erstmal Angst zu haben.

Manchmal reicht es, den Kindern Mittel zu geben sich zu „Verteidigen“ wenn auch Placebos :wink:
z.B. war es in meiner Kindheit sehr beliebt den Kindern zu sagen, sie sollen ganz laut „Sauer Sauer“ rufen, weil Wespen und Bienen nix saures mögen und dann abhauen :wink:
Das hat natürlich gar nix gebracht, wenn man das Tierchen nicht grad wegpustete, aber das Spielen auf dem wespenverseuchten Spielplatz doch ein wenig erleichtert.

Wichtig ist den Kindern abzugewöhnen, nach den Tieren zu schlagen. Eine Fliege tut zwar nix, aber wenn sie dann mal nach ner Wespe schlägt kann das übel ausgehen.