Kleinkind: Schreien und Quitschen

Hallo Ihr,

meine Schwester ist 3 Jahre und eigentlich auch ganz lieb. Wenn es aber nicht nach ihrem Kopf geht, fängt sie an lauter zu werden, was sich dann in ein regelrechtes Quietschkonzert steigern kann. Auch wenn wir ihr widersprechen brüllt sie uns die Antwort regelrecht entgegen.
So richtig weiß ich damit nicht damit umzugehen. Meine Mutter ist auch ein wenig hilflos und lässt ihr meistens ihren Willen. Das ist doch nicht so optimal, oder (denke ich zumindest)?
Ich versuche sie dann zu ignorieren (gelingt mir aber nicht so gut, vorallem wenn wir einkaufen sind o.ä.).
Habt Ihr Anregungen, wie man besser mit ihr klarkommt und ihr vielleicht das Quiecken und Schreien abzugewöhnen?
Danke für Eure Hilfe, unsere Trommelfelle danken es Euch.

Liebe Grüße
Rebecca

Hallo, Rebecca,
ein 3jähriges Kind hat noch nicht den Wortschatz und die Fähigkeit seine Gefühle, Ängste und Bedürfnisse auszudrücken. Es verwendet daher das Instumentarium, das ihr von der Natur schon mitgegeben wurde: Lautstärke und schrilles Kreischen.

Mit zunehmender Sprachkompetenz werden diese Rückfälle in den „Baby-Ton“ weniger.

Und da kommst du ins Spiel: beschäftige dich mit deiner Schwester. Sprich mit ihr, erzähle ihr etwas - egal was. Kinder lernen Sprache durch Nachahmen, also gib ihr etwas, was sie nachahmen kann. (Natürlich nicht nur du allein, sondern auch wer immer sich Zeit dazu nehmen kann.)
Gruß
Eckard

Dass du versuchst, es zu ignorieren ist in meinen Augen schon einmal eine gute Methode, auch wenn es sicher oft nicht einfach ist, vor allem für deine Mutter; erstmal weil man sein Kind nicht „unglücklich“ sehen will und andererseits weil oft noch andere Personen das mitbekommen, wie du schon geschrieben hast.

Kann es sein, dass ihr ihr mehr Beachtung schenkt, wenn sie dieses Verhalten an den Tag legt? Dabei ist es egal ob negative oder positive Aufmerksamkeit… auf jeden Fall solltet ihr es vermeiden, sie zu tadeln, wenn sie denn losheult und auch Versuche, sie still zu bekommen sind meiner Meinung nach genauso unangebracht wie ihren Wünschen nachzukommen. Falls ihr es schaffst solltet ihr recht gute Ergebnisse erzielen indem ihr:

  1. Ihren „Wünschen“ erst nachkommt, wenn sie schon eine Weile wieder still ist (wenn überhaupt)
  2. Sie ständig ein kleines bisschen mehr beachtet, wenn sie sich „angemessen“ verhält und ihr diese Aufmerksamkeit sofort entzieht, wenn sie Laut wird. Dazu zählt auch und vor allem Blickkontakt.
  3. In gerechtfertigten Fällen SOFORT reagieren, nicht erst wenn sie laut wird. Wenn ihr die ersten Anzeichen erkennt sollte es garnicht erst dazu kommen, wenn jemand dich sofort mit ihr beschäftigt.

Natürlich kann es nicht schaden, sich mal mit einem Fachmann zusammen zu setzen; der sitzt dann auch direkt an der Quelle und kann viel besser beraten (und weniger „falsch machen“).

Hallo Rebecca,

ich will mal versuchen, meinen Senf dazuzugeben.
Hoffentlich überzeichne ich nicht zu drastisch :wink:

meine Schwester ist 3 Jahre und eigentlich auch ganz lieb.
Wenn es aber nicht nach ihrem Kopf geht, fängt sie an lauter
zu werden, was sich dann in ein regelrechtes Quietschkonzert
steigern kann. Auch wenn wir ihr widersprechen brüllt sie uns
die Antwort regelrecht entgegen.

Ein 3-jähriges Kind weiss schon genau, wen es wie besiegt –
wenn auch oft nur unterbewusst. Das Kind führt ein
Gefecht nach seinen Bedingungen - und gewinnt!

So richtig weiß ich damit nicht damit umzugehen. Meine Mutter
ist auch ein wenig hilflos und lässt ihr meistens ihren
Willen. Das ist doch nicht so optimal, oder (denke ich
zumindest)?

Das ist schon für das Kind der optimale Fall. Es gewinnt
ja. Für das Kind ist das ohrenbetäubende Schreien eine
erfolgvesprechende Interaktion. Das Kind wäre dumm, wenn
es das nicht nutzen würde.

Ich versuche sie dann zu ignorieren (gelingt mir aber nicht so
gut, vorallem wenn wir einkaufen sind o.ä.).
Habt Ihr Anregungen, wie man besser mit ihr klarkommt und ihr
vielleicht das Quiecken und Schreien abzugewöhnen?
Danke für Eure Hilfe, unsere Trommelfelle danken es Euch.

Mit einem kleinen Kind geht man grundsätzlich so um wie
mit einem neuen Soldaten beim Militär :wink: Man muss erst
einmal für sich selbst die Rolle des „Vorgesetzten“
akzeptieren. Vielen Eltern fällt dies schwer. Und man
muss einem Soldaten immer eine gewisse Achtung entgegen-
bringen, auch wenn er sich falsch verhält. Der neue
Soldat von heute ist der Kamerad von morgen.

Im grossen und ganzen beschäftigt man sich ja die
meiste Zeit liebevoll mit dem Kind, dass kann so
bleiben :wink: - das muss so bleiben und darf auch
nicht von dessen „Disziplinverstößen“ beeinflusst werden.

Wenn aber doch „Verstösse“ vorkommen, ist es die Pflicht
des Vorgesetzten, diese sofort zu unterbinden und sofort
eine geeignete Reaktion zu bringen. Welche Reaktion das
im Einzelfall ist, dafür gibt es 1000 Erziehungsratgeber
und auch Eltern-Foren. Es geht aber ums Prinzip; dass
eben Disziplinverstösse gleich (konsistent!) und
verhältnismäßig hart beantwortet werden.

Auf keinen Fall darf man (meiner Meinung nach) aber
einem so kleinen Kind seinen Fehler nachtragen. Damit
erzeugt man eher Wunden beim Kind. Man sollte möglichst
immer zeigen, wie das positive Verhalten aussieht und
dies dann honorieren.

Die Frage ist eben auch, wie weit die Frontlage bei
Euch (durch Inkonsequenz) bereits eskaliert ist.

Grüße

CMБ