Hallo Rebecca,
ich will mal versuchen, meinen Senf dazuzugeben.
Hoffentlich überzeichne ich nicht zu drastisch 
meine Schwester ist 3 Jahre und eigentlich auch ganz lieb.
Wenn es aber nicht nach ihrem Kopf geht, fängt sie an lauter
zu werden, was sich dann in ein regelrechtes Quietschkonzert
steigern kann. Auch wenn wir ihr widersprechen brüllt sie uns
die Antwort regelrecht entgegen.
Ein 3-jähriges Kind weiss schon genau, wen es wie besiegt –
wenn auch oft nur unterbewusst. Das Kind führt ein
Gefecht nach seinen Bedingungen - und gewinnt!
So richtig weiß ich damit nicht damit umzugehen. Meine Mutter
ist auch ein wenig hilflos und lässt ihr meistens ihren
Willen. Das ist doch nicht so optimal, oder (denke ich
zumindest)?
Das ist schon für das Kind der optimale Fall. Es gewinnt
ja. Für das Kind ist das ohrenbetäubende Schreien eine
erfolgvesprechende Interaktion. Das Kind wäre dumm, wenn
es das nicht nutzen würde.
Ich versuche sie dann zu ignorieren (gelingt mir aber nicht so
gut, vorallem wenn wir einkaufen sind o.ä.).
Habt Ihr Anregungen, wie man besser mit ihr klarkommt und ihr
vielleicht das Quiecken und Schreien abzugewöhnen?
Danke für Eure Hilfe, unsere Trommelfelle danken es Euch.
Mit einem kleinen Kind geht man grundsätzlich so um wie
mit einem neuen Soldaten beim Militär
Man muss erst
einmal für sich selbst die Rolle des „Vorgesetzten“
akzeptieren. Vielen Eltern fällt dies schwer. Und man
muss einem Soldaten immer eine gewisse Achtung entgegen-
bringen, auch wenn er sich falsch verhält. Der neue
Soldat von heute ist der Kamerad von morgen.
Im grossen und ganzen beschäftigt man sich ja die
meiste Zeit liebevoll mit dem Kind, dass kann so
bleiben
- das muss so bleiben und darf auch
nicht von dessen „Disziplinverstößen“ beeinflusst werden.
Wenn aber doch „Verstösse“ vorkommen, ist es die Pflicht
des Vorgesetzten, diese sofort zu unterbinden und sofort
eine geeignete Reaktion zu bringen. Welche Reaktion das
im Einzelfall ist, dafür gibt es 1000 Erziehungsratgeber
und auch Eltern-Foren. Es geht aber ums Prinzip; dass
eben Disziplinverstösse gleich (konsistent!) und
verhältnismäßig hart beantwortet werden.
Auf keinen Fall darf man (meiner Meinung nach) aber
einem so kleinen Kind seinen Fehler nachtragen. Damit
erzeugt man eher Wunden beim Kind. Man sollte möglichst
immer zeigen, wie das positive Verhalten aussieht und
dies dann honorieren.
Die Frage ist eben auch, wie weit die Frontlage bei
Euch (durch Inkonsequenz) bereits eskaliert ist.
Grüße
CMБ