Hallo,
ist es richtig, dass Antibiotikum nur bei einem bakteriellen
Infekt hilft und nicht bei einem viralen?
Das ist richtig. Es ist aber auch so, dass durch den viralen Infekt geschwächte Schleimhäute sich als Sekundärinfektion Bakterien obendrauf setzen. Das Antibiotikum dient dann auch als Prophylaxe.
Der ein oder andere Kinderarzt verschreibt bei einem grippalen Infekt (viral bedingt) aber auch mal ein Antibiotikum eher „zur Beruhigung der Mutter“…sie hat dann das Gefühl etwas zu tun und ein Medikament zu geben, das wirkt…das bringt Ruhe in die Situation und hat den positiven Nebeneffekt, dass sich keine bakterielle Sekundärinfektion einstellt.
Woher weiß man denn, ob der Arzt unnötig Antibiotkum
verschreibt?
Wenn bei Erkältungskrankheiten der Schleim grünlich/gelblich ist, sind Bakterien am Werk, bei Virusinfektionen (grippale Infekte) bleibt der Schleim klar bis weisslich.
Viele Ärzte sind ja mit Antibiotikum schnell bei
der Hand. Muss dann ein bestimmter Test gemacht werden damit
man weiß, ob etwas viral oder bakteriell ist?
Man kann ein Antiobiogramm machen lassen, da wird geschaut ob Bakterien vorhanden sind bzw in übermäßiger Anzahl und welches Antibiotikum wirksam ist… aber so eine Prozedur dauert ca 10 Tage da ja auch erstmal Kulturen wachsen müssen…
Bei Mittelohrentzündung bei Kleinkindern (die diese aufgrud der besonderen Anatomie häufiger bzw leichter bekommen) ist auf jeden Fall eine adäquate Behandlung geboten.
http://de.wikipedia.org/wiki/Akute_Mittelohrentz%C3%…
Der Arzt kann anhand der Untersuchung recht zuverlässig erkennen, welche Form vorliegt, wie man dem Link entnehmen kann.
Nasentropfen sollten auch immer zusätzlich gegeben werden um ein Abschwellen der Schleimhäute zu ermöglichen. Ständige Ergüsse hinter dem Trommelfell beeinträchtigen das Hörvermögen, so dass sich später eine auditive Wahrnehmungs und Verarbeitungsstörung entwickeln kann, weil das Kind in der wichtigen Entwicklungsphase häufig nicht richtig hören konnte.
Auch bakterielle Halsentzündungen (häufig auch als Sekundärinfektion) verraten sich durch Eiterstippchen auf den Mandeln.
Gruß
M.