Kleinkind und Antibiotikum - viral /bakt

Hallo,

ist es richtig, dass Antibiotikum nur bei einem bakteriellen Infekt hilft und nicht bei einem viralen?

Woher weiß man denn, ob der Arzt unnötig Antibiotkum verschreibt? Viele Ärzte sind ja mit Antibiotikum schnell bei der Hand. Muss dann ein bestimmter Test gemacht werden damit man weiß, ob etwas viral oder bakteriell ist?

Mein Kind selbst ist jetzt nicht betroffen ich frage nur generell, da aus unserem Bekanntenkreis viele Mütter (haben Kinder im Alter von 2 - 4 Jahren) erzählen, dass es hier und da dann Antibiotikum gibt (zuletzt bei einer Mittelohrentzündung). Das scheint so selbstverständlich zu sein. Gerade für so Kleine ist das doch eher schädlich, besonders, wenn es auf Dauer ist bzw. immer wieder oder bin ich da falsch informiert? Dann soll man mich aus meiner Traumwelt rausholen. :wink:

Danke für Rückmeldungen.

kosh

Hallo,

ist es richtig, dass Antibiotikum nur bei einem bakteriellen
Infekt hilft und nicht bei einem viralen?

Ja

Woher weiß man denn, ob der Arzt unnötig Antibiotkum
verschreibt? Viele Ärzte sind ja mit Antibiotikum schnell bei
der Hand. Muss dann ein bestimmter Test gemacht werden damit
man weiß, ob etwas viral oder bakteriell ist?

Nicht unbedingt. Aus dem Krankheitsverlauf und bestimmten Symptomen lässt sich manchmal schon unterscheiden, ob Bakterien oder nicht.

Mein Kind selbst ist jetzt nicht betroffen ich frage nur
generell, da aus unserem Bekanntenkreis viele Mütter (haben
Kinder im Alter von 2 - 4 Jahren) erzählen, dass es hier und
da dann Antibiotikum gibt (zuletzt bei einer
Mittelohrentzündung). Das scheint so selbstverständlich zu
sein. Gerade für so Kleine ist das doch eher schädlich,
besonders, wenn es auf Dauer ist bzw. immer wieder oder bin
ich da falsch informiert? Dann soll man mich aus meiner
Traumwelt rausholen. :wink:

es gibt überall gute und weniger gute Ärzte.
„Mein“ Kinderarzt isz z.B. sehr sparsam mit Antibiotika, bei Deinem Beispiel einer Mittelohrentzündung, welche gerade im genannten Kleinkindalter häufig auftritt, ist seine Vorgehensweise: erstmal 2 Tage abwarten - bei einem Virusinfekt klingt die Krankheit dann von alleine ab, wenn es nicht besser wird, ist es ein bakterieller Infekt und die Antibiotikumgabe wird nötig…
Manhcmal sind es auch die Eltern, die Antibiotika einfordern, weil sie z.B. hoffen, dass das Kind dann schneller gesund wird o.ä.

LG Beatrix

Hallo,

ist es richtig, dass Antibiotikum nur bei einem bakteriellen
Infekt hilft und nicht bei einem viralen?

Ja, das Antibiotikum greift keine Viren an.

Woher weiß man denn, ob der Arzt unnötig Antibiotkum
verschreibt? Viele Ärzte sind ja mit Antibiotikum schnell bei
der Hand. Muss dann ein bestimmter Test gemacht werden damit
man weiß, ob etwas viral oder bakteriell ist?

Es gibt Test und diese werden auch durchgeführt, wenn man sich unsicher ist. Die meisten Ärzte haben aber (gerade bei so häufig auftretende Beschwerden, wie Mittelohrenzündung, Nebenhöhlen etc., und wo man zudem auch noch „reingucken“ kann, einen Blick dafür, ob gerade ein Virus am Werk ist oder Bakterien. Außerdem haben sie auch Erfahrungen damit, wie sich eine Krankheit typischerweite entwickelt. Eine leichte Mittelohrenzündung kann viral beginnen und wenn das Kind warm und ruhig gehalten wird, die Schmerzen auszuhalten sind und keine Reise mit Flugzeug ansteht, kann es auch ohne Antibiotika die Krankheit durchstehen - Voraussetzung ist, dass man den Verlauf genau beobachtet, nach ein Paar Tagen auch vom Arzt.

Mein Kind selbst ist jetzt nicht betroffen ich frage nur
generell, da aus unserem Bekanntenkreis viele Mütter (haben
Kinder im Alter von 2 - 4 Jahren) erzählen, dass es hier und
da dann Antibiotikum gibt (zuletzt bei einer
Mittelohrentzündung). Das scheint so selbstverständlich zu
sein. Gerade für so Kleine ist das doch eher schädlich,
besonders, wenn es auf Dauer ist bzw. immer wieder oder bin
ich da falsch informiert? Dann soll man mich aus meiner
Traumwelt rausholen. :wink:

Die bakterielle Infektion kann unterschiedlich auftreten - entweder als Erstinfektion oder auch später. Da leisten die Viren sozusagen die Vorarbeit und wenn man denkt alles ist gut, haut es einem nochmal um, weil sich Bakterien „ins gemachte Nest“ gesetzt haben (Superinfektion).
Wenn ein Arzt sich ein Kind anschaut und ohne zu fragen ein Antibiotika verschreibt, kann man als Eltern nachfragen: ist es wirklich notwendig?
Dann antwortet der Arzt entweder mit ja oder nein, bestenfalls begründet er noch sein Antwort. Es gibt halt Ärzte, die nicht sehr kommunikativ sind (wobei das bei Kinderärzten eher selten ist).

Viele Grüße

Danke für Rückmeldungen.

kosh

Moin,

ist es richtig, dass Antibiotikum nur bei einem bakteriellen
Infekt hilft und nicht bei einem viralen?

wie schon gesagt ist das richtig.

Viele Ärzte sind ja mit Antibiotikum schnell bei
der Hand.

Auch das ist leider richtig.
Mein Arzt wollte mir auch mal bei einem viralen Infekt ein Antibiotikum verschreiben und auf meine Gegenfrage, ob das nicht blödsinnig sei, weil viral, meinte er nur:
OK da hast Du recht und ließ es bleiben.

Sprich also den Arzt darauf an.
Leider it es nämlich umgekehrt auch so, daß die Patienten irgend etwas verschrieben haben wollen, sonst sind sie unzufrieden.
Vielleicht sollte es eine Liste mit Placebos geben zu diesem Zweck.

Gandalf

Hallo,

ist es richtig, dass Antibiotikum nur bei einem bakteriellen
Infekt hilft und nicht bei einem viralen?

Das ist richtig. Es ist aber auch so, dass durch den viralen Infekt geschwächte Schleimhäute sich als Sekundärinfektion Bakterien obendrauf setzen. Das Antibiotikum dient dann auch als Prophylaxe.

Der ein oder andere Kinderarzt verschreibt bei einem grippalen Infekt (viral bedingt) aber auch mal ein Antibiotikum eher „zur Beruhigung der Mutter“…sie hat dann das Gefühl etwas zu tun und ein Medikament zu geben, das wirkt…das bringt Ruhe in die Situation und hat den positiven Nebeneffekt, dass sich keine bakterielle Sekundärinfektion einstellt.

Woher weiß man denn, ob der Arzt unnötig Antibiotkum
verschreibt?

Wenn bei Erkältungskrankheiten der Schleim grünlich/gelblich ist, sind Bakterien am Werk, bei Virusinfektionen (grippale Infekte) bleibt der Schleim klar bis weisslich.

Viele Ärzte sind ja mit Antibiotikum schnell bei
der Hand. Muss dann ein bestimmter Test gemacht werden damit
man weiß, ob etwas viral oder bakteriell ist?

Man kann ein Antiobiogramm machen lassen, da wird geschaut ob Bakterien vorhanden sind bzw in übermäßiger Anzahl und welches Antibiotikum wirksam ist… aber so eine Prozedur dauert ca 10 Tage da ja auch erstmal Kulturen wachsen müssen…

Bei Mittelohrentzündung bei Kleinkindern (die diese aufgrud der besonderen Anatomie häufiger bzw leichter bekommen) ist auf jeden Fall eine adäquate Behandlung geboten.
http://de.wikipedia.org/wiki/Akute_Mittelohrentz%C3%…
Der Arzt kann anhand der Untersuchung recht zuverlässig erkennen, welche Form vorliegt, wie man dem Link entnehmen kann.

Nasentropfen sollten auch immer zusätzlich gegeben werden um ein Abschwellen der Schleimhäute zu ermöglichen. Ständige Ergüsse hinter dem Trommelfell beeinträchtigen das Hörvermögen, so dass sich später eine auditive Wahrnehmungs und Verarbeitungsstörung entwickeln kann, weil das Kind in der wichtigen Entwicklungsphase häufig nicht richtig hören konnte.

Auch bakterielle Halsentzündungen (häufig auch als Sekundärinfektion) verraten sich durch Eiterstippchen auf den Mandeln.

Gruß
M.

…in diesem Zusammenhang empfahl uns mal ein Vertretungsarzt, man solle dem Kind bei den ersten Anzeichen frischen Knoblauch oder Ingwer aufs Brot schmieren und Rote Beete Saft trinken lassen (darüber wie man diese nicht gerade kleinkindtauglichen Geschmacksrichtungen in das Kind hineinbekommen sollte schwieg er sich allerdings aus.)

Hühnersuppe ist aber auch ein gutes Hausmittelchen und nach Möglichkeit das Kind hochlagern, das nimmt etwas den Druck von den Ohren.

Mittelohrentzündungen werden in der Regel durch Bakterien ausgelöst.
Wenn man einen grippalen Infekt hat, dann kann man an Hand des Schleims vom Husten oder der Nase erkennen, ob es viral oder bakteriell ist.
Viral: Durchsichtig, flüssig, gelblich
Bakteriell: Zäh, grünlich.
Grippale Infekte werden zu 90% von Viren ausgelöst und nur 10% der Fälle sind bakteriellen Ursprungs.
Oft kommen aber zu viralen Infekten noch bakterielle Erreger hinzu, was den Schleim dann doch auch noch grün verfärbt.

Für einen grippalen Infekt ist ein Antibiotikum natürlich Schwachsinn, es ist 1) nicht angebracht (wegen der 90/10 ratio) und 2) ist es nicht nötig, solch einen Infekt mit Antibiotika zu behandeln. Das tut zum einen wegen der Resistenznildung nicht gut und zum anderen steht dieser unsachgemäße Gebrauch von Antibiotika im Verdacht Allergien und andere Problemchen auszulösen.
Das Problem bezieht sich aber nicht nur auf die medizinische Anwendung von Antibiotika, sondern auch in der Lebensmittelindustrie (Prophylaktische Antibiotikagabe bei Schlachttieren).

Bei einer Mittelohrentzündung siehts da wieder anders aus. Es muss direkt nicht sein, hier ein Antibiotikum zu geben, aber es ist auch nicht schlecht es nicht zu geben. Wenn sich die Entzündung ausbreitet, dann können die Gehörknöchelchen in Mitleidenschaft gezogen werden oder sich aufs Innenohr ausbreiten (und das ist nicht so gut).
Ich hätte da einen Vorschlag:
Bei der nächsten Mittelohrenzündung kann man versuchen, einen Wattebausch mit Kampher/ Kampheröl großzügig zu beträufeln und diesen dann zum betreffenden Ohr auf die Ohrmuschel legen und befestigen (mit einer Bandage z.B.). Lassen Sie es über die Nacht z.B. oben und nehmen sie das am nächsten Tag wieder runter.
Wenn das in den ersten 2 Tagen nicht hilft, sollte vielleicht nach einer antibiotischen Behandlung geschaut werden.

Hallo,

auch wenn Sie viel geschrieben haben. Sie mussten wiederholt beweisen, dass sie ein paar Fremdwörter in einen Satz anordenen und den Rest aus google zusammengeschrieben haben. Der Tip zum nächsten Kinderarzt zu gehen, der ARZT ist und sich mit den Dingen auskennt hätte gereicht.

V.a. der letzte Tip mit dem Wattebausch gehört gelöscht.

Wie kann man ohne medizinische Grundbasis und Erfahrungen Tips geben, die eine erhebliche Konsequenz nach sich ziehen. *kopfschüttel*

Wie gesagt, sobald eine Möglichkeit vorhanden würde ich sie bei misslingen einer ihrer Tips rechtlich belangen.

Ohne Gruß

Anja

Davon mal ab … Ich persönlich würde meinem Kind über Nacht weder Ohrenstäbchen noch sonst was an die Ohren binden.

Vielen Dank an die anderen, die sich die Zeit genommen haben so ausführlich zu antworten.

Dann nehmen Sie weiter brav Ihre Antibiotika.

Mein Kind ist gesund. Es geht nicht um meinen Nachwuchs sondern war eine generelle Frage, die Sie offensichtlich nicht verstanden haben.