Kleinkind wehrt sich nicht

hallo xana,

nein, du musst dir keine sorgen machen: dein kind ist so wie es ist ein toller kleiner mensch und du kannst darauf stolz sein.
natürlich, denselben weg, den du gehen musstest, und vor dem du angst hast,den muss es wie jeder kleine mensch ebenso gehen. egal ob du das möchtest oder nicht.
aber: dein kind ist nicht du, sondern eine eigene persönlichkeit.
du hast alles richtig gemacht!

strubbel
§:open_mouth:)

Eine Erzieherin sollte aber auf verschiedene Wesenseigenarten
eingehen können und gezielt fördern - vor allem akzeptieren,
wie ein Kind ist.

Hilfreich hat sich bei uns gezeigt, wenn
ICH im Sandkasten den anderen Kindern klar gemacht habe, dass
unsere Sandburg eben nicht kaputt gemacht wird: „Dann darfst
Du nicht mit uns spielen. Wer kaputt macht, ist raus. Bau Dir
eine eigene, die darfst Du zerstören.“
Oder zum Thema Spielzeug"klau" (wir haben immer 2 Schippen
dabei - eine für ihn, eine für mich): „Du kannst Dir gern was
von den Sandspielzeugen nehmen. Die Schippe aber brauch ICH
gerade selbst.“ Ich habe auch die Schippe meines Sohnes auf
diese Weise „bewacht“.
Das hat mein Sohn wohl beobachtet. Er macht es mittlerweile
auch so. Fordere also nicht zu früh, dass er allein um seine
Dinge kämpft. Sondern zeig ihm ganz selbstverständlich wie,
ohne es weiter zu thematisieren.

Übrigens habe ich ihm auch angeboten, nach vollbrachter
Bauleistung das Werk selbst zu zerstampfen (hier in
Berlin macht es sonst kurz nachdem wir den Sandkasten
verlassen haben ein anderer).

Ich geh mit meinem Sohn auch regelmäßig zum Kindersport.

hallo Claudia,

du glaube, du ast so Recht, ich fordere wohl zu früh von meinem Sohn die Selbstständigkeit in diesen Sachen.
Es ist ja so, die meisten Mütter aus meinem Bekanntenkreis lassen ihre Kinder einfach im Sandkasten spielen und sitzen in Sichtweite. Da wird mit Sand herumgeworfen und mit Schaufeln auf den Kopf gehämmert, es gibt Gebrüll und Geheule, meinem Sohn ist es ungeheuer und er will immer weg. Die Mütter meinen dann, ich soll ihn auch einfach lassen, sonst lernt er es nie, sich durchzusetzen. Es tut mir aber weh, da einfach nur zuzusehen, weil mein Sohn auch nicht gleich brüllt, wenn es ihm weh tut. Weil er so großwüchsig ist, vergesse ich dann selber, daß er noch so klein ist und möchte, daß er schon alleine weiß, was zu tun ist.
Ich habe es auf jeden Fall vor, mit ihm zum Sport zu gehen, sobald er 3 ist, zur Zeit gehn wir zum Kinderturnen, ab und zu macht es ihm auch schon Spass :smile:

Liebe Grüße, Xana

Hallo Tychi,

Etwas Idealimus verbreiten:

Ich kann zwar nicht nachvollziehen,
wieso Du so eine positive Reaktion
bekommst, aber ich akzeptiere es :wink:

Komisch, nicht wahr: Sich durchsetzen koennen,
sich nichts gefallen lassen, deutlich zwischen
mein und dein zu unterscheiden - diese „Werte“
unserer Gesellschaft sind uns schon so selbst-
verstaendlich geworden, dass man sich Sorgen
macht, wenn jemand die Einstellung hat "Hey
Bruder, wenn du das Spielzeug haben willst,
dann nimm es nur.

Hier hast Du Dich klar vergriffen (imho).

Eine solche „Haltung“ ist nur etwas wert,
wenn sie eine ‚informed decision‘ ist; d.h.,
wenn eine realistische und verfügbare Alter-
native besteht (die im „Behalten“ liegt).

Fuer Aussenstehende mag es aussehen wie „Na der
wird ja total ausgenutzt und untergebuttert“.
Aber das sollten sie nicht aus ihrer Ellbogen-
Einsetz-Mentalitaet beurteilen,

Die Absurdität Deiner Ansicht wird bereits
deutlich, wenn es z.B. von „Verfügung über mein
Spielzeug“ zu „Verfügung über meinen Körper“
geht.

sondern sehen,ob es dem scheinbar Ausgenutzten
wirklich weh tut oder ob er zufrieden damit
ist.
Wenn letzteres, dann sehe ich keinen Korrekturbedarf,
eher wuerde ich das Verhalten foerdern.

Ja, was aber - wenn gar keine Alternative besteht,
weil sie nicht an üblichen Surrogaten (Spielzeug)
trainiert wurde?

Ich möchte z.B., dass mein Kind sein Spielzeug
verteidigt, weil es das Fehlverhalten des Kindes
gegenüber erkennt und richtig bewertet. Danach
(wenn die Rangordnung klargestell ist) soll es sein
Spielzeug teilen, sofern es sich dafür entscheidet.

Grüße

CMБ

6 „Gefällt mir“

Hallo Tychi,

Etwas Idealimus verbreiten:

Ich kann zwar nicht nachvollziehen,
wieso Du so eine positive Reaktion
bekommst, aber ich akzeptiere es :wink:

Dass du das nicht nachvollziehen kannst, zeigt dein Gefangensein im
konventionellen Denken. Eigentlich untypisch fuer dich.

Komisch, nicht wahr: Sich durchsetzen koennen,
sich nichts gefallen lassen, deutlich zwischen
mein und dein zu unterscheiden - diese „Werte“
unserer Gesellschaft sind uns schon so selbst-
verstaendlich geworden, dass man sich Sorgen
macht, wenn jemand die Einstellung hat "Hey
Bruder, wenn du das Spielzeug haben willst,
dann nimm es nur.

Hier hast Du Dich klar vergriffen (imho).

Eine solche „Haltung“ ist nur etwas wert,
wenn sie eine ‚informed decision‘ ist; d.h.,
wenn eine realistische und verfügbare Alter-
native besteht (die im „Behalten“ liegt).

Im Umkehrschluss: Angenommen die Option „Behalten“ existiere nicht,
z.B. weil der Aggressor uebermaechtig ist. Dann ist die Haltung „hier
nimm ruhig“ nichts wert. Das bedeutet, der Uebermacht wuerdest du
trotzen, dem Schwachen aber gerne geben. Der zweite Teil ist ja in
Ordnung aber der erste doch dumm.
Ich weiss schon, wie du es meinst: Grosszuegig kann nur der sein, der
die Freiheit dazu hat. Wer erdulden muss, dass ihm etwas weggenommen
wird, der ist in dem Moment nicht grosszuegig, sondern Opfer.
Dabei setzt du aber voraus, dass der Junge, um den es hier geht, sich
wehren will, aber es nicht wagt. Und genau diese Annahme zweifele ich
an.

Fuer Aussenstehende mag es aussehen wie „Na der
wird ja total ausgenutzt und untergebuttert“.
Aber das sollten sie nicht aus ihrer Ellbogen-
Einsetz-Mentalitaet beurteilen,

Die Absurdität Deiner Ansicht wird bereits
deutlich, wenn es z.B. von „Verfügung über mein
Spielzeug“ zu „Verfügung über meinen Körper“
geht.

Es gibt Leute, denen koerperliche Unversehrtheit nicht besonders
wichtig ist (Jesus: Halte die andere Backe hin!), aber soweit will
ich gar nicht gehen.
Formal scheitert dein Gegenargument daran, dass es ein
Analogieschluss ist (Koerper=Spielzeug), den ich einfach nicht
mitgehe.
Davon abgesehen verallgemeinerst du den Gueltigkeitsbereich meiner
Rede gegen Gegenaggression. Ich stelle jetzt klar, dass ich durchaus
der Ansicht bin, dass man sich nicht alles gefallen lassen
darf. Das ist aber ein Unterschied zu „man darf sich nichts
gefallen lassen“. In dem konkreten Fall geht es um Spielzeug. Und
davon habe ich geredet. Von sexuellem Missbrauch, auf den du meine
Aussagen scheinbar bezogen hast, habe ich nicht geredet.

sondern sehen,ob es dem scheinbar Ausgenutzten
wirklich weh tut oder ob er zufrieden damit
ist.
Wenn letzteres, dann sehe ich keinen Korrekturbedarf,
eher wuerde ich das Verhalten foerdern.

Ja, was aber - wenn gar keine Alternative besteht,
weil sie nicht an üblichen Surrogaten (Spielzeug)
trainiert wurde?

Wir koennen davon ausgehen, dass jemand, der sein Spielzeug resolut
verteidigt, alles resolut verteidigen wird.
Ob nun jemand, der sein Spielzeug nicht verteidigt auch sonst nichts
verteidigen wird, ist eine offene Frage, die du wohl ohne Zoegern mit
Ja beantwortest. Was aber, wenn der Knirps ein Wertesystem hat, das
differenzierter ist als nur „meins“ und „nicht meins“. Was wenn er
sein Eigentum auch noch mit „wichtig“, „nicht so wichtig“ und
„unwichtig“ markiert?

Ich möchte z.B., dass mein Kind sein Spielzeug
verteidigt, weil es das Fehlverhalten des Kindes
gegenüber erkennt und richtig bewertet. Danach
(wenn die Rangordnung klargestell ist) soll es sein
Spielzeug teilen, sofern es sich dafür entscheidet.

Warum soll dein Kind sich denn um die Erziehung des Ruepels kuemmern?
Ich bin ja auch der Ansicht, dass das Wegnehmen von Spielzeug ein
Fehlverhalten ist und ich habe selbst auch einen normalen Sinn fuer
Eigentum. Aber welche Reaktion auf die Verletzung meiner
Eigentumsansprueche richtig ist, da bin ich mir nicht so sicher wie
du. Denn immer, wenn ich auf Aggression mit Gegenaggression reagiere,
kommt es zur Separation zwischen zwei Menschen, zu vielleicht
unnoetigen Machtspielen, die immer der Harmonie und dem Frieden
entgegenstehen.
Schon im Sandkasten bildet sich die Grundlage fuer
Schulhofschlaegereien, fuer aggressives Autofahren und je nach
Machtposition auch fuer furchtbare Kriege.
Manchmal geht es jemandem, der Spielzeug wegnimmt, darum den anderen
zu verletzen oder seine Macht zu beweisen. Wenn der Angegriffene sich
aber als unverletzbar erweist und auf die Attacken mit Gleichmut
reagiert, dann kann es vorkommen, dass der Aggressor ein
Schluesselerlebnis hat. Leider jedoch, und da gebe ich dir Recht,
kommt es eher zu einer Steigerung der Gewaltdosis, bis das Opfer dann
doch reagiert.
Wie immer, weiss ich nicht, was richtig ist. Aber es ist mir wichtig
jenen, die glauben sie kennten die Wahrheit, Alternativen zu zeigen
und ihre Vorurteile in Zweifel zu ziehen.

Gruss, Tychi

1 „Gefällt mir“

Hallo Tychi,

Dabei setzt du aber voraus, dass der Junge, um den es hier
geht, sich wehren will, aber es nicht wagt. Und genau
diese Annahme zweifele ich an.

Genau das.

Sowie ich die OP verstanden habe, *ist*
genau das das Problem. Daher mein etwas
polemischer Angriff :wink:

Es gibt Leute, denen koerperliche Unversehrtheit nicht
besonders wichtig ist (Jesus: Halte die andere Backe hin!),
aber soweit will ich gar nicht gehen.

Das ist auch ein wenig das, was ich meine. Schwäche ja,
wenn sie in der Stärke ruht. Ist diese innere Stärke nicht
vorhanden, verfallen unsere Kinder früher oder später
leicht an Jugendverderber wie Jesus oder gar Sokrates.

(Man vergisst leicht, was solche Figuren heute
für unser Werteverständnis bedeuten würden :wink:

Formal scheitert dein Gegenargument daran, dass es ein
Analogieschluss ist (Koerper=Spielzeug), den ich einfach
nicht mitgehe.

OK, Dein gutes Recht - Deine Meinung. Ich denke mal, dass
man als Kleinkind souveraine Selbstbehauptung gar nicht
groß anders trainieren kann - als mit der dann
eben korrespondierenden „Ichgrenzen-Erweiterung“, also
dem Spielzeug oder dem Kuscheltier oder was weiss ich.

Davon abgesehen verallgemeinerst du den Gueltigkeitsbereich
meiner Rede gegen Gegenaggression.

:wink: Das war der polemische Wink. Vergessen wir das.

Was aber, wenn der Knirps ein Wertesystem hat, das
differenzierter ist als nur „meins“ und „nicht meins“.
Was wenn er sein Eigentum auch noch mit „wichtig“,
„nicht so wichtig“ und „unwichtig“ markiert?

Sollte er wirklich so ein „Wertesystem“ haben, dann
wird er zweifellos in der Lage sein, den „Entwicklungs-
stand“ seines aggressiven Gegenübers zu erfassen und
rational zu handeln, wie es ihm beliebt. Von so einem
psychosozialen „Reifegradienten“ war aber bei der OP
nirgendwo die Rede. Eher umgekehrt.

Aber welche Reaktion auf die Verletzung meiner Eigen-
tumsansprueche richtig ist, da bin ich mir nicht so
sicher wie du. Denn immer, wenn ich auf Aggression
mit Gegenaggression reagiere, kommt es zur Separation
zwischen zwei Menschen, zu vielleicht unnoetigen Macht-
spielen, die immer der Harmonie und dem Frieden entge-
genstehen. Schon im Sandkasten bildet sich die Grundlage
fuer Schulhofschlaegereien, fuer aggressives Autofahren
und je nach Machtposition auch fuer furchtbare Kriege.

Interessante Position, aber meiner Meinung nach zu
weit hergeholt. Im Kleinkindalter grenzt sich die
Psyche ab, versteht, was „mein/Dein“, „ich/Du“ be-
deutet und wird entweder darauf trainiert,
mit Respekt behandelt zu werden - und mit Respekt
zu behandeln (immer zusammen), oder zu lernen,
dass man selbst keine Grenze hat, die die anderen
(zu) respektieren (brauchen). Der Schluss, den ich zöge,
wäre also genau andersherum als bei Dir …

Wie immer, weiss ich nicht, was richtig ist. Aber es ist
mir wichtig jenen, die glauben sie kennten die Wahrheit,
Alternativen zu zeigen und ihre Vorurteile in Zweifel zu
ziehen.

Schon klar soweit. Noch eine Anmerkung:

IMHO ist die „Ausstrahlung“ entscheidend. Ein Kind, das
sich seiner einigermassen sicher ist, sendet „subtile“
Signale aus, die die Rabauken in der Umgebung gut verstehen.

Diese Sicherheit gewinnt man imho aus der Praxis zahlreicher
gelernter Selbstbehauptungen in der Kindheit.

Mein Senf.

Grüße

CMБ

1 „Gefällt mir“

einverstanden
Hallo Semjon

Ich denke, wir sind uns einig. Wir haben beide ein wenige provoziert,
aber im Grunde sind wir wohl auf einer Linie.

Gruss, Tychi

1 „Gefällt mir“

(Hallo)

Ach Herrjeh, Doppelmoral hoch zehn, mein Kind teilt alles, schlägt nie, schreit nie (und sagt Danke wenn ich es im Schrank abstelle), später kommt der alternative Kindergarten und die private Schule, denn dort werden dann nur die moralischen Werte, sprich, wie unsere Gesellschaft sein sollte, vermittelt. Das Ergebnis ist klar…irgendwann knallt einem das wirkliche Leben voll ins Gesicht. Nur wenige überleben das unbeschadet. Manche sterben wirklich daran, die meisten verbringen den Rest ihres Lebens damit die Diskrepanz zwischen Ideal und Normal auf die Reihe zu bekommen, verarbeiten vielleicht sogar ihren Frust darüber als Mitwirkende in irgendeinem nichtsagenden Gremium oder einer Verwaltung in der sie eine nichtsagende kleine Machtstellung innehaben um neidvoll Freigeister möglichst gut einschränken zu können.
Kindsein ist die spielerische, geschützte Vorbereitung auf das Überleben. Kindern eine Moral zu geben ist in Ordnung, aber nicht ohne darauf hinzuweisen, daß es Menschen mit einer differierenden Moral gibt die evtl. auch ihre Berechtigung haben. Und auch Strategien mitzugeben wie man selbst mit Menschen mit anderer Moral umgeht. Weglaufen bedeutet Isolation.

D.K.

2 „Gefällt mir“

Klare Regeln im Sandkasten etc.
HAllo Xana,

Es ist ja so, die meisten Mütter aus meinem Bekanntenkreis
lassen ihre Kinder einfach im Sandkasten spielen und sitzen in
Sichtweite.

Von „in Sichtweite sizen“ halte ich wenig. Das machen hier auch viele, trinken dann einen Kaffee und rauchen eine… (Kaffee gönne ich mir schon auch mal auf dem Spielplatz :smile:
Aber: Ich bin oft die einzige Erwachsene im Sandkasten. Wir bauen tolle Burgen etc. und viele andere Kinder kommen und wollen mitmachen. Wenn Du mit Deinem Jungen aktiv im Sand spielst, wird ihm das gefallen. Egal, was die anderen Mütter sagen.

Da wird mit Sand herumgeworfen und mit Schaufeln
auf den Kopf gehämmert, es gibt Gebrüll und Geheule,

Wenn das passiert, kenn ich nix. Da gibt es auch für fremde Kinder feste Regeln bei mir (egal, ob deren Mütter dabei sitzen oder nicht): „Nein! Das wird nicht gemacht!“ Und wenn das jeweilige Kind nicht aufhört und dessen Mutter immer noch nicht eingreift (passiert oft): „Wenn Du weiter mit Sand schmeißt, mußt Du aus dem Sandkasten raus! So einfach ist das! Hast Du das verstanden?“. Klappt in der Regel.

Zu der „Sandsieb-ins-Gesicht-Aktion“: Wenn Dein Sohn sagt, er habe dem anderen Sand ins Gesicht gedrückt, dann wird es stimmen. (insgeheim kannst Du Dich ja über solche Unverfrorenheit freuen…) Gut ist dann zu sagen: „Nein, das macht man nicht. Du (Dein Sohn, bzw. jeweils der der angefangen hat) darfst das nicht machen und Du (der andere) darfst das auch nicht machen!“

Prinzipiell denke ich, klare Regeln helfen einem unsicheren Kind und auch für die anderen sind sie gut.

meinem
Sohn ist es ungeheuer und er will immer weg.

Wir haben öfter den Sandkasten verlassen. Manchmal sogar schon unverrichteter Dinge: wir kamen, mein Sohn beobachtete eine Weile das Geschehen, wir gingen (weil er es wollte). Man muß ja sein Kind nicht etwas aussetzen, was man selbst nicht möchte. Und wann eine Situation ungemütlich ist, empfindet ja jeder anders.

Die Mütter meinen
dann, ich soll ihn auch einfach lassen, sonst lernt er es nie,
sich durchzusetzen.

Nein! Schreite auf jeden Fall ein, wenn Du das Gefühl hast, Dein Sohn ist nicht Herr der Lage!!! Wie gesagt, er lernt von Dir. (Und er baut auf Dich.)
Wie sollen Kinder sozialen Umgang lernen, wenn die Großen es ihm nicht vorleben? Einfach die Kinder machen lassen, wie viele Mütter es handhaben, ist meines Erachtens nicht der richtige Weg. Der führt nur zu Herumgeschreie etc…

Ich habe es auf jeden Fall vor, mit ihm zum Sport zu gehen,
sobald er 3 ist, zur Zeit gehn wir zum Kinderturnen, ab und zu
macht es ihm auch schon Spass :smile:

Witziger Weise macht meinem Sohn der Sport erst richtig Spass, seit er ohne mich (mit einem Kinderladenfreund) beim Sport ist.

Aber ich glaube, Du wirst noch sehr stolz auf Deinen Sohn sein. Er beherrscht vieles, was andere nie können…

Liebe Grüße
Claudia

1 „Gefällt mir“

Hallo Xana,

dein Sohn ist noch so jung, dass er vielleicht einfach Spielregelen von daheim nach draußen trägt: Geht es bei euch vielleicht generell eher freundlich und gesittet zu? Wenn dein Sohn um etwas bittet, bekommt er es dann in der Regel? In dem Fall könnte er einfach - nach eurem Vorbild - bereitwillig Dinge abgeben (vor allem, wenn es gerade wirklich nicht so dringend ist), weil er weiß, dass er Gegenzug ja auch bekommt, was er will. Er könnte als Erstes eine Welt kennen gelernt haben, in der man teilt, daran sehe ich auch nichts Schlimmes. Er hat dann eine freundliche Grundlage, von der spätere Grobheiten lediglich Abweichungen darstellen - besser als umgekehrt.

Du schreibst weiter unten, dass du auch eher zur nachgiebigen, wenig durchsetzungsfähigen „Sorte“ gehörst. Vielleicht übernimmt er auch da etwas von dir? In dem Fall könnte es helfen, einmal über deinen eigenen Umgang mit anderen nachzudenken, und zwar eher mit Erwachsenen als mit Kindern: Was er sich hier abguckt, sind Muster zum „Umgang mit seinesgleichen“ - die aus meiner Familie geben immer nach, also muss das wohl das korrekte Verfahren sein.

Ansonsten denke auch ich, dass zu früh ist zum Sorgenmachen.

Gruß,

Beate

Liebe Claudia, diesen Bericht von dir fand ich sehr hilfreich, danke, daß du so ausführlich geschrieben hast, wie du es gemacht hast. Es ging mir persönlich auch um die richtigen Ausdrücke. Da Deutsch nicht meine Muttersprache ist, mache ich mir oft zu viele Gedanken, ob ich mich in einer bestimmten Situation richtig ausdrücke und den richtigen ‚Ton‘ treffe.
Ich bin mir darüber schon klar, was ich mir da aufgebürdet habe: meinem Sohn die Freiheiten und Werte beizubringen, die ich selbst als Kind nicht vermittelt bekommen habe (habe eine Erziehung in jener Gesellschaft genossen, wo Mundhalten und sich anpassen gern gesehene Charaktereigenschaften waren, im Gegensatz zu Initiative und Durchsetzungsvermögen). Wie komisch das jetzt auch klingen mag, merke ich, daß mich die Sandkastengeschichten ständig in meine eigene Kindheit zurückversetzen und herausfordern, anders zu reagieren, als ich es damals gelernt habe, was ehrlich gesagt manchmal verdammt schwer fällt. Hoffe der Spruch ‚Was Hänschchen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr‘ passt noch nicht zu mir und ich kriege es hin :smile: LG, Xana