Kleinkind wehrt sich nicht

guten Abend, keine Ahnung, ob ich hier richtig bin (oder besser im Brett Psychologie), habe eine Frage an Kinderpsychologen und Eltern, die das gleiche Problem haben/hatten. Mein Sohn ist im Sommer drei und kommt im Herbst in den Kindergarten. Er war schon immer vom Verhalten her ganz anders als die anderen Kindern: er hat nie um das Spielzeug gerauft (egal, eigenes oder fremdes), hat immer alles gegeben und geschenkt, von Anfang an alles mit mir geteilt (habe ihm nicht beigebracht), nie Skandale gemacht und geschrien, wenn er was nicht bekommen hat, wie alle seine Spielkameraden. Ein wenig beunruhigend ist es jedoch für mich, daß er sich nicht wehren und nicht durchsetzen kann, was auch die Kiderkrippenleitung bestätigt hat. Muss ich mir schon jetzt Sorgen machen und etwas unternehmen, da es im Kindergarten womöglich für ihn nicht leicht sein wird? Gruß, Xana

Hallo!

Dein Kind schein zweifellos chronisch „nett“ oder sogar „lieb“ zu sein (siehe ICD10-92734).

Diese für einen Menschen völlig untypischen Eigenschaften sind (vor allem im Umgang mit anderen) oft sehr schädigent und sollten deswegen so schnell wie möglich durch therapeutische Massnahmen oder Medikation beseitigt werden. Aber keine Angst, da die Symptome so früh erkannt wurden besteht eine gute Chance auf Heilung.

Arschlöcher habens immer leichter.

( Mal im Ernst - ein kurzer Besuch beim Kinderpsychologen kann auf keinen Fall schaden. EIN Besuch, keine zwei oder mehr - lasst euch nix einreden. Ich hör die Ärzte schon „Autismus!!!“ schreien. Ansonsten würd ich die Sache solang unter „das Kind ist eben so“ abhaken, bis sich tatsächlich Probleme für das Kind daraus ergeben oder sich eine Gefährdung seiner weiteren Entwicklung erkennen lässt.)

VIel Glück!

Hallo

Mal im Ernst - ein kurzer Besuch beim Kinderpsychologen kann
auf keinen Fall schaden. EIN Besuch, keine zwei oder mehr -
lasst euch nix einreden. Ich hör die Ärzte schon „Autismus!!!“
schreien.

Darin kann ich überhaupt keinen Sinn erkennen - außer, dass die Fragestellerin mit dem Kind zum Kinderpsychologen gehen soll mit dem festen Vorsatz, sich bestätigen zu lassen, dass alles in Ordnung ist, und alle eventuell anderslautenden Aussagen dieses Psychologen auf keinen Fall anzunehmen.

Ich würde mich allerdings wirklich lieber im Psychologiebrett oder bei einem Psychologen (das Kind muss ja nicht mitkommen) erkundigen, ob es normal sein kann für Kinder, wenn sie so sind.

Meiner unmaßgeblichen Meinung nach kann es normal sein. Nach der kurzen Schilderung habe ich den Eindruck, dass er Spielsachen einfach nicht so wichtig findet, und dass er deswegen nicht darum kämpft. Vielleicht hatte er immer genug Spielsachen, oder findet es sowieso wichtiger, sich mit Menschen zu befassen, oder was weiß ich.

Wenn Zweifel bestehen, würde ich mich aber nur professionell beraten lassen.

Viele Grüße
Thea

hallo Xana,
nicht daß ich der Meinung bin, so wärs - aber mit einbeziehen könnte man, daß Dein Kind hochbegabt sein könnte in eine Richtung, daß es die Ereignisse der Umgebung/ die Beobachtungen des Augenblicks / die Menschen bzw. sozialen Beziehungen als wichtiger wahrnimmt als die Verteidigung seines Eigentums oder seiner Position, und dadurch abgelenkt ist.
Kann es zu anderen Kindern Kontakte/ Freundschaften aufbauen? Und wie geht es denn mit Tieren um? Liebt es Musik, wie verhält es sich mit Musikinstrumenten? Jedenfalls ginge ich mit dem Kind zuallererst zu einem besonders „guten“ Kindertherapeuten. Es ginge ja tatsächlich anfangs um ein Erfassen einer Grundrichtung, evtl. Entwerfen eines diagnostischen Plans. Gruß, I.

Hallo Xana,

das würde mich jetzt eher auch noch nicht beunruhigen. War auch ein eher nettes Kind und meine Cousine ebenfalls. Geteilt haben wir alles, weil wir uns drüber gefreut haben, dass sich der andere freut (so Menschen solls einfach vom Charakter her geben). Wrklich vermisst habe ich als Kind nichts, da ich genug hatte…gab also nie Grund zum Neid oder Eifersucht etc… Zum ersten Mal gekracht hat es aber richtig, als mir jemand im Sandkasten was weg genommen hat, das mir wirklich wichtig war. Kann mich dran erinnern, dass ich heulend zu meiner Mutter nach Hause gerannt bin und mein Leid geklagt habe. Die hat daraufhin in der Situation mit mir das einzig richtige gemacht: Hat mir ein Mutmachbonbon in den Mund geschoben mich drauf hingewiesen, dass ich ne Schaufel zur Durchsetzung meiner Interessen habe und jetzt in den Sandkasten runter gehen und mir das was ich haben will holen soll. Habe daraufhin all meinen Mut zusammen genommen und nachdem der Nachbarsjunge nach riesen Diskussion das gewünschte nicht her geben wollte hat er die Schippe auf den Kopf bekommen. Damit war das Thema durch. Nachbarsjunge rannte heulend zu seiner Mutter und ich habe das bekommen, was ich haben wollte. Da war ich so 5 Jahre alt und der Nachbar nen Stück älter, ansonsten hätte ich den bestimmt nicht verhauen dürfen.

Diese Episode aus meinem jungen Leben hat mir derart den Rücken gestärkt, dass ich auch heute noch kämpfe wie ein Löwe, wenn es drauf an kommt und ganz sicher nicht zu den nettesten Menschen gehöre, wenn man versucht mich über den Tisch zu ziehen…wobei ich zugegeben sagen muss, dass die Toleranzgrenze sehr groß ist, bis ich mal „zurück schlage“

Bei meiner Cousine war es ähnlich. Da gab es auch nur wenige Dinge, die ihr so wichtig waren, dass es sich gelohnt hätte eine Szene zu machen.

Also: Lass Dein Kind weiter so nett sein ermutige es dann aber im richtigen Moment auch mal seine Interessen zu vertreten. Habe nicht den Eindruck, dass es mir geschadet hat nicht zum Egoisten erzogen worden zu sein. Und wenn Du mal einen Blick auf das Profil wirfst, kann ich auch nicht behaupten, dass ich in dieser Gesellschaft irgendwie unter gegangen bin.

Kommt mir bekannt vor
Hi!

Meiner war auch so, bis er in den Kindergarten (mit 3) kam. Dann hat sich das im Laufe der Zeit aber von selbst „geklärt“.

Er ist jetzt 8, immer noch sehr nett, hatte noch keine richtige Rauferei, vertritt seine Interessen aber sehr deutlich verbal - halt nur nicht gegen jeden *g*.

So lange sich da keine Probleme ergeben (und mal ehrlich: Wieso sollten sie sich ergeben?), würde ich mir da keine Sorgen machen!

LG
Guido

Hi Xana,

ich hatte vor einigen Tagen ein gespräch mit unserem Kinderarzt, bei dem es auch um Verhalten und Gruppenkompatibilität bei einem Dreijährigen ging (leicht anders gewichtetes Problem, aber im Grunde die gleiche Richtung wie Deine Frage).

Der Arzt meinte: Bevor ein Kind in den Kindergarten geht, gibt es bei solchen soziologischen Besonderheiten überhaupt keinen Grund, sich zu beunruhigen. In fast allen Fällen schleift sich das Verhalten dann ein, wenn das Kind im Kindergarten „unter Seinesgleichen“ ist.

Das heißt also: Mach Dir keine Sorgen und warte erst einmal ab, wie sich das Kind entwickelt, wenn’s im Kindergarten ist. Ich würde allerdings darauf achten, daß es in eine altergemischte Gruppe kommt, die funktionieren soziologisch oftmals besser, die Großen passen noch etwas auf die Kleinen auf. Aber mittlweile haben fast alle Kindergärten ohnehin Altermischung.

Liebe Grüße,
Nike

Meiner tut es inzwischen (jetzt bald 5). Dazu brauchte er im Kinderladen etwa 1 Jahr!
Zuvor wurde er oft (sogar von Kleineren) umgestoßen.

Sein Vater hat im Kindesalter zu einem gewalttätigen Kind gesagt: „Du mußt Dich mit Worten wehren!“. Wir wissen also woher die Milde meines Sohnes kommt.

Er ist jetzt aber nach wie vor extrem „gut erzogen“, ohne dass ich dazu gezielt beigetragen hätte… :smile:

Lass ihn, wie er ist. Bestärke ihn in seinem Wesen. Sag nicht: Du mußt Dich mal wehren, sondern mach ggf. einfach klar, dass das, was andere mit ihm machen nicht richtig ist. Nach dem Motto: die müssen es noch lernen.

Und: Sei froh über Dein Kind! Wie schön ist es doch, wenn es z.B. im Supermarkt keine Machtkämpfe gibt. Das habe ich immer genossen.

Viele Grüße
Claudia

Hi!

Laut meiner Mutter war ich so. Am Spielplatz ließ ich mir bereitwillig die Sandspielsachen wegnehmen, ich war sowieso ein Beobachter.
Sie begann schon, sich deshalb Sorgen zu machen - da kam mein kleiner Bruder (nur 16 Monate jünger) ins Sandkistenalter. Als ihm das erste Mal die Schaufel weggenommen wurde, marschierte ich zu dem Kind und holte sie („Das gehört meinem Bruder!“) zurück.

Geblieben ist mir, eher immateriell zu denken, aber die Krallen auszufahren, wenn geliebten Menschen „Schaden“ droht. Ich lebe aber ganz gut damit.

alien

P.S.: Ich bin allerdings der Meinung, daß es Aufgabe der erwachsenen Aufsichtsperson (im Kindergarten o.ä.) ist, solche Kinder zu schützen und rechtzeitig leitend einzugreifen.

danke schön für eure Antworten. ich bewundere mein kind ja auch immer, daß es so ist, und es ist klar schön von anderen zu hören ‚soooo ein braves kind‘. das problem ist, ich war auch ein sehr braves kind und habe nicht gelernt mich zu wehren und durchzusetzen und habe damit ziemliche probleme im erwachsenenleben. möchte es bei meinem kind natürlich besser machen, um so mehr daß es ein junge ist, mir fehlt aber natürlich die erfahrung, wie man es macht. mein sohn war zu alledem schon immer größer als die anderen, und das hat immer probleme gemacht: auf einem spielplatz wird er von den 4-jährigen kids als gleichaltrig behandelt, obwohl er die reaktionen noch gar nicht hat, in der kinderkrippe musste ich das personal immer wieder daran erinnern, daß er noch nicht so groß ist wie er aussieht :frowning: manchmal fühle ich mich halt einfach ein wenig überfordert, weil ich ihm als mutter keine besonders gute soziale kompetenz als vorbild bieten kann.
ich werde es auf jeden fall mal bei einem kinderpsychologen nachfragen, ob man da nachhelfen sollte und könnte.
danke fürs zuhören! lg, Xana

Lass ihn, wie er ist. Bestärke ihn in seinem Wesen. Sag nicht:
Du mußt Dich mal wehren, sondern mach ggf. einfach klar, dass
das, was andere mit ihm machen nicht richtig ist. Nach dem
Motto: die müssen es noch lernen.

das ist ein sehr guter tipp, danke.

die alarmglocken haben bei mir geläutet, da ich von der kinderkrippenleitung immer mehr höre: ‚ihr sohn spielt nicht mit anderen, er träumt immer beim essen, er redet wenig und immer nur leise, er kann sich nicht durchsetzten… es könnte ein wenig schwierig im kindergarten werden‘:frowning: als mutter möchte ich meinem kind natürlich die schwierigkeiten möglichst ersparen.

hm… wenn ich ganz ehrlich bin - ich hoffe, daß er nicht hochbegabt ist, ich wünsche ihm, daß er ein ganz normaler junge ist, der viel spass am leben hat. kontakte kann er aufbauen, wenn ihm eben die person gefällt oder er sie kennt, mit seinen gleichaltrigen spielt er aber nicht gern, besonders wenn sie laut und sehr aktiv sind (sind leider alle in unserem spiel- und bekanntenkreis). musik liebt er und hat ein sehr gutes rhytmusgefühl, aber ich war ja auch nicht unmusikalisch. danke trotzdem für den tipp, muss erstmal googeln, was der unterschied zw. einem kinderpsychologen und kindertherapeuten ist. lg, Xana

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Hallo

manchmal fühle ich mich halt
einfach ein wenig überfordert, weil ich ihm als mutter keine
besonders gute soziale kompetenz als vorbild bieten kann.
ich werde es auf jeden fall mal bei einem kinderpsychologen
nachfragen, ob man da nachhelfen sollte und könnte.

Was dann bestimmt hilft, wenn die Eltern selbst es irgendwie besser lernen, sich durchzusetzen, vielleicht mit Hilfe einer Therapie oder mit Hilfe einer anderen professionellen Hilfe, wenn es das gibt. Bei so einem kleinen Kind hilft das wahrscheinlich mehr als wenn das Kind selbst irgendwie therapiert würde. Und schaden tut es bestimmt nicht.

Ist aber leichter gesagt als getan.

Viele Grüße
Thea

angekommen :o)
ich habe bis jetzt auch kein großes problem draus gemacht, aber die aussagen von den kinderkrippenleitung machen mir als mutter schon ein wenig sorgen, ob sich mein kind überhaput wohl fühlen wird im kindergarten, da sind ja in einer gruppe nicht 12 kinder wie in einer ki.krippe, sonder 28.

hi Thea, in die richtung habe ich schon harte arbeit geleistet und nicht ohne erfolg, aber die angst (mein kind muss meinen weg wiederholen) sitzt einfach in den knochen. lg, Xana

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Hallo Xana

aber die angst (mein kind muss meinen
weg wiederholen) sitzt einfach in den knochen.

Das kenne ich!

… in die richtung habe ich schon harte arbeit geleistet
und nicht ohne erfolg, …

Ich denke aber, dass du dann ja schon einiges erreicht hast, was er nicht wiederholen muss.

Mal abgesehen davon habe ich doch mittlerweile den Eindruck, dass nicht alle Kinder alles wiederholen müssen, was man selbst als Kind so erlebt hat.

Und immer dran denken: Wenn die Eltern gelobt werden, fühlt sich auch das Kind gelobt. Du solltest dich also öfters mal selbst loben.

Viele Grüße
Thea

'ihr sohn spielt nicht
mit anderen,

Meiner spielt auch nach 1 1/2 Jahren im Kinderladen noch immer gern und viel allein. Mittlerweile aber zwischendurch auch mit den anderen. ´Das hat er halt dort gelernt. Er hat jetzt Freunde und übernachtet sogar ab und zu bei denen.
Eine Erzieherin sollte aber auf verschiedene Wesenseigenarten eingehen können und gezielt fördern - vor allem akzeptieren, wie ein Kind ist.

Mein Sohn ist in einem Kinderladen mit nur einer Gruppe (13 Kinder, 2-6 Jahre, 2 Erzieher(innen), ein Zivi, ab und an eine Praktikantin - guter Betreuungsspiegel also). Vielleicht ist so eine kleine Einheit für ein ruhiges Kind besser als ein großer Kindergarten. Letztlich steht und fällt aber h alles mit den Erziehern - also egal ob Kinderladen oder -garten.

er träumt immer beim essen,

Dafür quatscht er nicht immerzu mit vollem Mund :smile:

er redet wenig und
immer nur leise,

Dein Sohn ist ein Beobachter, ein Denker. Er lebt viel in seiner Phanthasie. Vielleicht wird er mal einen schaffenden Beruf wählen (Theoretiker/Autor, Designer, Musiker/Komponist…)
In einem Posting zu deiner Frage ist das Wort Autismus gefallen. Ich gebe zu, ich habe wegen meinem Sohn manches darüber gelesen. Es aber auch dabei belassen. Vielleicht gibt es sehr milde Formen von Autismus, die sich so zeigen. Ich persönlich halte es dann nicht für therapienötig.

Mein Sohn wollte mit 2 Jahren dringend Cello lernen. Bin dann als er 3 war in die Musikschule zur musikalischen Früherziehung (Gruppe 8 - 15 Kinder, Rhythmus, Bewegung, Singen, …). Das machen wir nach wie vor. Da lebt er auf. Wäre das was für Deinen Sohn?

er kann sich nicht durchsetzten…

Kommt sicher noch. Hilfreich hat sich bei uns gezeigt, wenn ICH im Sandkasten den anderen Kindern klar gemacht habe, dass unsere Sandburg eben nicht kaputt gemacht wird: „Dann darfst Du nicht mit uns spielen. Wer kaputt macht, ist raus. Bau Dir eine eigene, die darfst Du zerstören.“
Oder zum Thema Spielzeug"klau" (wir haben immer 2 Schippen dabei - eine für ihn, eine für mich): „Du kannst Dir gern was von den Sandspielzeugen nehmen. Die Schippe aber brauch ICH gerade selbst.“ Ich habe auch die Schippe meines Sohnes auf diese Weise „bewacht“.
Das hat mein Sohn wohl beobachtet. Er macht es mittlerweile auch so. Fordere also nicht zu früh, dass er allein um seine Dinge kämpft. Sondern zeig ihm ganz selbstverständlich wie, ohne es weiter zu thematisieren.

Übrigens habe ich ihm auch angeboten, nach vollbrachter Bauleistung das Werk selbst zu zerstampfen (hier in Berlin macht es sonst kurz nachdem wir den Sandkasten verlassen haben ein anderer).

Ich geh mit meinem Sohn auch regelmäßig zum Kindersport. Das hat er sich nie gewünscht, macht es aber mittlerweile sehr gern und lernt auch dort, sich durchzusetzen, bzw. mit den anderen etwas zu machen.

es könnte
ein wenig schwierig im kindergarten werden’:frowning: als mutter
möchte ich meinem kind natürlich die schwierigkeiten möglichst
ersparen.

Wie gesagt, es könnte, muß es aber nicht.
Und: ist diese Aussage das frühzeitige Kapitulieren der Erzieherin? Oder hat sie einfach das Wesen Deines Sohnes erkannt und wird nun drauf achten? Letzteres wäre doch toll.

Liebe Grüße
Claudia

2 „Gefällt mir“

Kindererziehung, oder: wie mans macht, man …
machts wohl verkehrt.

Hi Xana,
mit Interesse hab ich diesen Thread gelesen.
Ich hab selbst ne Tochter (jetzt 15 Jahre alt), die so ähnlich
ist/war, wie dein Sohn. Ich hatte/hab oft Angst um sie (gehabt),
gerade weil sie so ein nettes/ruhiges Mädel war (im Gegensatz
zu ihrer Schwester).
Heute ist meine Jüngste ein gern gesehener Gast, steht zu dem,
was sie sagt oder tut, denkt bevor sie handelt, lässt sich aber
nicht übern Tisch ziehen.
Sie WAR Einzelgänger, heute reißt sich jeder um ihre Freundschaft.
Heute erst werd ich langsam ruhig und kann sagen: ja, ich hab
nix falsch gemacht. Sie ist/war halt so und es ist gut so.
Man mag sie, sie hat andern gezeigt, was Freundschaft bedeutet.
Die Erzieher (Kindergarten/Schule) bestätigen mir immer wieder,
dass sie sich keine Sorgen machen, um sie. Man geht eher davon aus,
dass sie im Leben weiter kommt als ihre „aggressiven“ Alterskameraden.
Mein Rat: Lass den Jungen seinen Weg gehen. Er wird sich seine
Freunde suchen. Als Erwachsener geht man ja auch nur auf die Leute
zu, die einem es wert sind. Sei froh, dass sich dein Kleiner nicht
bestechen lässt. In einigen Jahren wirst du merken, dass das ne
sehr wichtige Eigenschaft ist (du brauchst dir dann weniger Sorgen
machen, dass er süchtig/kriminell wird).
Hör deinem Jungen zu, wenn er sein Herz bei dir ausschüttet. Sollten
Probleme auftauchen, dann könnt ihr zusammen ne Lösung finden,
die für euch optimal sein wird. Erst dann, wenn ihr nicht weiter
kommt, könnt ihr professionellen Rat holen (keiner kennt dein Kind
so gut, wie du; keiner weiß meist besser, was deinem Kind gut tut;
keiner weiß besser, was du deinem Kind zumuten kannst).
Lass dich nicht irre machen. Jedes Kind ist anders, selbst eigene
Kinder können total unterschiedlich sein.
Fazit bei mir: ich hab versucht, mein bestes zu geben.
Ob ich alles richtig machte, werde ich wohl nie erfahren.
Manchmal denke ich: wie mans macht, man machts verkehrt.
In diesem Sinn: Geht EUREN Weg.
Alles Liebe
D.

3 „Gefällt mir“

gut so
Hallo Xana

Etwas Idealimus verbreiten:

Komisch, nicht wahr: Sich durchsetzen koennen, sich nichts gefallen
lassen, deutlich zwischen mein und dein zu unterscheiden - diese
„Werte“ unserer Gesellschaft sind uns schon so selbstverstaendlich
geworden, dass man sich Sorgen macht, wenn jemand die Einstellung hat
„Hey Bruder, wenn du das Spielzeug haben willst, dann nimm es nur.
Mein Glueck haengt nicht daran, wohl aber an Freundschaft und
Harmonie.“
Fuer Aussenstehende mag es aussehen wie „Na der wird ja total
ausgenutzt und untergebuttert“. Aber das sollten sie nicht aus ihrer
Ellbogen-Einsetz-Mentalitaet beurteilen, sondern sehen, ob es dem
scheinbar Ausgenutzten wirklich weh tut oder ob er zufrieden damit
ist. Wenn letzteres, dann sehe ich keinen Korrekturbedarf, eher
wuerde ich das Verhalten foerdern.

Gruss, Tychi

Lass ihn, wie er ist. Bestärke ihn in seinem Wesen. Sag nicht:
Du mußt Dich mal wehren, sondern mach ggf. einfach klar, dass
das, was andere mit ihm machen nicht richtig ist. Nach dem
Motto: die müssen es noch lernen.

das ist das, ihn bestärken.
ich habe im inneren irgendeinen druck, mein sohn darf sich nichts gefallen lassen. ich muss mich regelrecht überwinden, wenn ich sehe, meinem kind stößt was unangenehmes zu, da blutet gleich mein herz, aber ich will auch nicht, daß er ein weichei wird.
eine situation aus dem sandkasten:
dreh mich um und sehe, ein 4-jähriger junge drückt den sieb voller sand meinem sohn ins gesicht. als ich frage, ob er weiß, das man es nicht macht, sagt er, mein sohn habe gerade dasselbe mit ihm gemacht (habe es nicht gesehen). frage meinen sohn, er antwortet leise: ja.
ich sage, dann muss du dich nicht wundern, wenn der andere es auch macht.
meine gefühle: den 4-jährigen jungen könnte ich jetzt einfach auf der stelle dafür umbringen… ich kenne meinen sohn und weiß, daß er keinem ein sieb ins gesicht zu drücken traut, höchstens hat er den sand geschaufelt und um sich herumgestreut, und der junge stand zufällig da und hat es abbekommen.
ob meine erklärung pädagogisch sinnvoll war?..
es ist gar nicht leicht, richtig zu reagieren, wenn es DEIN kind ist…
ich merke, ich muss es erst selber lernen :smile:
lg, Xana