Kleinst-, Klein-, mittelständische, Großbetriebe

Hallo, Wirtschaftsfachleute,

die Begriffe oben werden oft gebraucht und jeder glaubt zu wissen, was damit gemeint ist.

Ich meine, dass

ein Kleinstbetrieb höchstens fünf Mitarbeiter,
ein Kleinbetrieb bis zu fünfig,
ein mittelständischer bis etwa fünfhundert Mitarbeiter hat.

Dann beginnen die Großbetriebe, dann kommen Konzerne, schließlich Multis, oder neuerem Sprachgebrauch folgend, globale Spieler.

Liege ich ganz falsch?

Und gibt es in der wissenschaftlichen Beschreibung diese Verhältnisse einen Kanon? Eine Richtlinie? Eine allgemein anerkannte, sachlich fundierte, festgelegte Definition?

Gruß Fritz

Hallo Fritz!

die Begriffe oben werden oft gebraucht und jeder glaubt zu
wissen, was damit gemeint ist.

Ich meine, dass

ein Kleinstbetrieb höchstens fünf Mitarbeiter,
ein Kleinbetrieb bis zu fünfig,
ein mittelständischer bis etwa fünfhundert Mitarbeiter hat.

Dann beginnen die Großbetriebe, dann kommen Konzerne,
schließlich Multis, oder neuerem Sprachgebrauch folgend,
globale Spieler.

Liege ich ganz falsch?

Ganz nicht aber auch nicht mehr so ganz richtig.

Und gibt es in der wissenschaftlichen Beschreibung diese
Verhältnisse einen Kanon? Eine Richtlinie? Eine allgemein
anerkannte, sachlich fundierte, festgelegte Definition?

Ja aber auch die sind nicht ganz einheitlich.

Siehe:
http://www.ifm-bonn.org/index.htm?/dienste/daten.htm
oder EU Definition der KMUs
http://www.voeb.de/frameset.html?http://www.voeb.de/… (auf den obersten Link klicken)

Gruß Stefan

Hallo Fritz,

ein Kleinstbetrieb höchstens fünf Mitarbeiter,
ein Kleinbetrieb bis zu fünfig,
ein mittelständischer bis etwa fünfhundert Mitarbeiter hat.

fast: http://de.wikipedia.org/wiki/Kleinbetrieb

Diese Definition stützt sich auf die Maßgaben der EU-Kommission.

Dann beginnen die Großbetriebe, dann kommen Konzerne,
schließlich Multis, oder neuerem Sprachgebrauch folgend,
globale Spieler.

http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Funternehmen liefert auch noch einiges. Konzern, Multi und „Global Player“ sind dann eher funktionale Unterschiede - zumindest geht man da wohl nicht mehr nach Mitarbeiterzahlen.

Gruß,

Malte

Hi !

Wie immer kommt es darauf an, in welchem Zusammenhang man die jeweilige Frage betrachtet. So kennt zum Beispiel das Handelsrecht (§ 267 HGB) eine Einteilung die sich an zwei Komponenten aus:

  • Bilanzsumme,
  • Umsatz,
  • Mitarbeiterzahl
    messen lassen soll.

Andere Rechtszweige haben meines (Halb-)Wissens nach auch noch eigene Definitionen. Und bei den WiWi’s finden sich noch mal sehr unterschiedliche Auffassungen.

Daher gilt mein erster Satz, immer gucken, mit wem man sich unterhält und danach die jeweiligen Größen anpassen.

BARUL76

Nur mal so zum Lachen: Der Hessische Wirtschaftsminister hat auf dem RKW-Beratertag im letzten Jahr nach meinem Verständnis den Vogel abgeschossen. Thema waren u.a. der Mittelstand und damit einher gehend KMUs. Die Referenten waren zum größten Teil aus produzeirenden Unternehmen so bis 100 MA und das Handwerk, was halt so im Volksmund als Mittelstand bezeichnet wird. Bei seinem Vortrag hat sich dann aber der Minister ausführlich auf das Unternehmen Opel, als klassisches Beispiel für mittelständische Unternehmen bezogen ;o) Was sind dann die anderen Unternehmen??? Und welche Rolle spielen dann die kleineren Firmen in unserer Wirtschaft, wenn Opel der klassische Mittelstand ist ;o)Wenn das das allgemeine Verständnis unserer Politiker vom Mittelstand ist, dann wundert mich gar nichts mehr.

Der Mittelstand

Nur mal so zum Lachen: Der Hessische Wirtschaftsminister hat
auf dem RKW-Beratertag im letzten Jahr nach meinem Verständnis
den Vogel abgeschossen. Thema waren u.a. der Mittelstand und
damit einher gehend KMUs. Die Referenten waren zum größten
Teil aus produzeirenden Unternehmen so bis 100 MA und das
Handwerk, was halt so im Volksmund als Mittelstand bezeichnet
wird. Bei seinem Vortrag hat sich dann aber der Minister
ausführlich auf das Unternehmen Opel, als klassisches Beispiel
für mittelständische Unternehmen bezogen ;o) Was sind dann die
anderen Unternehmen??? Und welche Rolle spielen dann die
kleineren Firmen in unserer Wirtschaft, wenn Opel der
klassische Mittelstand ist ;o)

Nach allem was man so hört, ist Opel zumindest in Fragen des Controllings und Reportings eher auf dem Niveau eines Handwerkers als eines Mittelständlers.

Aber im Ernst: Die Definition ist schwierig, auch wenn Opel ganz sicherlich nicht zum Mittelstand gehört. Die Definition der EU ist ein Ansatz, der des HGB auch.

Tatsächlich aber lassen sich nach meinem Empfinden keine zahlenmäßigen Regeln finden, die der Sache wirklich gerecht werden. Die Frage, ob ein Unternehmen zum Mittelstand gehört, kann m.E. nur durch weiche Faktoren geklärt werden:
Gesellschafterstruktur, Entscheidungswege, Ausbau der Stabfunktionen, Strategie/Ziele, generelles Selbstverständnis, Aufbauorganisation usw.

Hier ist derzeit alles Mittelstand, was sich im Umsatz zwischen 10 und 500 Mio. bewegt. Da für Mittelstand und Großkunden verschiedene Zuständigkeiten und Kreditprozesse gehören, ist eine klare Definition sinnvoller, als ständige Diskussionen darüber, ob Unternehmen A Mittelständler oder Großkunde ist.

Tatsache ist aber auch, daß es Unternehmen gibt, die mit einem Umsatz von weniger als 100 Mio. ganz offensichtlich keine mittelständischen Strukturen aufweisen und genauso weltweit agierende Unternehmensgruppen mit einer Mrd. Euro Umsatz gibt, bei denen der Patriarch morgens als erstes die Post persönlich aus dem Briefkasten holt und anschließend durch die Werkshallen spaziert und sich nach dem Befinden der Kinder der Mitarbeiter erkundigt.

Gruß,
Christian