Klickertraining in einer Gruppe, geht das überhaupt?

Hallo,

vom Klickertraining weiß ich nur, daß es eine Einzelerziehungsmaßnahme ist. Funktioniert das auch in einer Hundegruppe, wo jeder Hundehalter mit seinem Hund klickert und letztlich die Hunde vom Klickern verwirrt werden?

Ich selbst halte Klickern nicht für gut, weil einmal das Klickgeräusch nicht gut für die Hundeohren (im Übrigen auch bei anderen Tieren) ist. Das scharfe, sehr kurze Klickgeräusch unterwandert den Schutzmechanismus des Gehörs, sodaß das Geräusch direkt das Innenohr erreicht. Ich finde es besser, den Hund anzusprechen und ihm mit kurzen klaren Worten zu sagen, was er tun soll.

Ich frage hier, weil unsere Hundegruppe mit Klickern anfangen möchte und ich gern von Erfahrungen anderer hören möchte.

Gruß
Pauli

Hallo Pauli,

der Klicker ist ein Hilfsmittel, mit dem ich exakt auf den Punkt den Hund in seiner Verhaltensweise „bestätigen/belohnen“ kann. Welches Geräusch ich erzeuge, ist vollkommen egal, wichtig ist lediglich das Timing. (Im Delphintraining wird seit langem eine Pfeife verwendet.)

Das ist kein Problem. Bei der Konditionierung auf den Klicker ist es natürlich sinnvoll, etwas Abstand zum Nachbarn zu halten. Sobald der Hund kapiert hat, worum es geht, stören „fremde“ Klicks nicht. Der Hund weiß ja dann, dass der Klick nicht irgendein Geräusch aus dem Äther ist, sondern ein Versprechen auf ein Leckerchen von seinem Besitzer - d. h. während des Trainings befinden sich Hund und Besitzer in konzentrierter Kommunikation miteinander.

Hast du für diese Behauptung auch eine ernstzunehmende Quelle?
Falls du Bedenken hast, steck den Klicker in eine Babysocke o. ä.

Falls er aber noch nicht gelernt hat, eindeutig zu verstehen, was ich von ihm haben will, kann ich viel erzählen - in einer ihm unverständlichen Sprache. Irgendwann wird er an meinem Verhalten natürlich auch merken, ob er auf dem richtigen Weg ist.

Gerade beim Neuerlenen von zukünftigen Befehlen hat der Klicker einen großen Vorteil, da ich freiwillig gezeigte (spontane) Bewegungen oder Verhaltensweisen punktgenau und auf Distanz „einfangen“ kann, ohne mit dem Hund sprechen oder ihn berühren zu müssen.
Hab ich das Neuerlernte dann mit einem Befehl belegt, kann ich diesen dann auch ohne Klicker verwenden.

Ein weiterer nicht zu unterschätzender Vorteil des Klickerns ist auch die geistige Auslastung des Hundes, da es für ihn bei richtiger Anwendung eine hochkonzentrierte Beschäftigung in positiver Atmosphäre darstellt - eine ideale Voraussetzung für motiviertes uns nachhaltiges Lernen (… und auch zum Festigen der Bindung zwischen Halter und Hund.)

Nicht umsonst hat sich dieses gewaltfreie Hilfsmittel inzwischen in vielen Bereichen der Tiererziehung bewährt; z. B. um wehrhafte Tiere wie Affen oder Elefanten - mit deren durch Klickern eingeübte Mitwirkung - gefahrlos durch schützende Gitter untersuchen zu können, ohne sie sedieren zu müssen.

Im Netz gibt es massig Beispiele und Filme für Klickertraining, befass dich mal unvoreingenommen und kritisch damit.
Vieles geht auch ohne Klicker, aber nicht unbedingt besser :wink:

Gruß

Johnny

Hallo Johnny,

danke für Deine ausführliche Antwort.

Gruß
Pauli

…ich habe noch etwas vergessen:

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung schreibt in einer Broschüre, in der die Lärmgefährdung von Kindern und Jugendlichen beschrieben ist, daß im Abstand von 25cm ein Knackfrosch 120-122dB erzeugt. Dieser enorme Impuls wird aber nicht als laut empfunden, da er so kurz ist, dennoch erreicht er das Innenohr.

Gruß
Pauli

Hallo Pauli,

man kann den Klicker durch Einpacken oder in der Faust halten gut dämpfen. Natürlich sollte dem Hund auch nicht direkt ins Ohr geklickt werden, das würden die meisten eh als unangenehm empfinden.

Da es beim Klickern nicht auf Lautstärke, sondern auf Punktgenauigkeit ankommt, kann man den Hund genauso gut auf einen Kugelschreiber konditionieren.

Gruß

Johnny