Klinik wg. nicht mehr klarkommen im Leben?

Hallo!

Wenn jemand zu einem Psychologen oder Psychater geht, um sich einweisen zu lassen, weil er einfach nicht mehr mit seinem Leben klarkommt, und nicht mehr Leben will, was wird dann da mit ihm gemacht?
Also, ohne das er einen Suizidversuch unternommen hat, aber lange nachdem er aufgehört hat, mit seinem Leben klarzukommen, und ohne das Süchte gleich welcher Art eine Rolle spielen.

Vielen Dank im Vorraus!
Ph.

Moien

Wenn jemand zu einem Psychologen oder Psychater geht, um sich
einweisen zu lassen, weil er einfach nicht mehr mit seinem
Leben klarkommt, und nicht mehr Leben will, was wird dann da
mit ihm gemacht?

Es wird erstmal geklärt wieso eingewiesen werden soll. Je nach Zustand und Auftretten des Patienten wird das ein mehr oder weniger langes Gespräch, evtl. zieht sich die Sache auch über mehrere Sitzungen. Sowas kommt schon öfter vor und die Leute wissen i.d.R. wen sie zum drüber-schlafen nach Hause schicken können und wer direkt per Taxi oder gar NRW eingewiesen wird.

Wenn die Person eingewiesen wurde versucht man oft Ruhe in die Sache zu bringen und von schlechten Einflüssen abzuschirmen. D.h. wenig Kontakt nach aussen, wenig Stress, viel Gespräche. Wie es weiter geht entscheidet dann der Arzt nach Absprache mit dem Patienten. Kann Wochen, kann Monate, kann Jahre dauern.

Einweisen ist allerdings ein recht grosser Schritt und niemand wird einen Patienten einfachso aus Spass an der Freud einweisen.

Also, ohne das er einen Suizidversuch unternommen hat, aber
lange nachdem er aufgehört hat, mit seinem Leben klarzukommen,
und ohne das Süchte gleich welcher Art eine Rolle spielen.

Es geht um den inneren Zustand der Leute, nicht unbedingt um ihre tatsächlichen Handelungen.

cu

Hallo,

ich denke es kommt darauf an, was derjenige unter „nicht klarkommen“ versteht. Beispiel: Die Masse denkt über ein Problem etwa gleich nach, ein einzelner aber denkt völlig entgegengesetzt, ist das normal?
Was ist Normalität, was ist mit dem Leben klarkommen? Bedeutet mit dem Leben klarkommen, so zu sein, wie es die Masse ist und von Dir erwartet oder ist es einfach die Eigenheit eines einzelnen Menschen?

Gruss
H.

Tach!

Es wird erstmal geklärt wieso eingewiesen werden soll. Je nach
Zustand und Auftretten des Patienten wird das ein mehr oder
weniger langes Gespräch, evtl. zieht sich die Sache auch über
mehrere Sitzungen. Sowas kommt schon öfter vor und die Leute
wissen i.d.R. wen sie zum drüber-schlafen nach Hause schicken
können und wer direkt per Taxi oder gar NRW eingewiesen wird.

Hmmm, geht letztlich darum, das Patient unregelmäßig isst, untergewichtig und tendenz fallend, seine Wohnung im Chaos versunken ist, und er normalerweise seine Tage in Selbsthass brütend am Schreibtisch verbringt.
Die finanzielle Lage ist desolat, weil er nicht mehr dazu in der Lage ist, seine Rechnungen zu überweisen.
Keine Motivation zu gar nichts, und als einzigen Wunsch der Wunsch nicht mehr weiterzuleben.

Wenn die Person eingewiesen wurde versucht man oft Ruhe in die
Sache zu bringen und von schlechten Einflüssen abzuschirmen.
D.h. wenig Kontakt nach aussen, wenig Stress, viel Gespräche.
Wie es weiter geht entscheidet dann der Arzt nach Absprache
mit dem Patienten. Kann Wochen, kann Monate, kann Jahre
dauern.

Also, der Patient bleibt erstmal da und wird dann psychologisch betreut?
Wird er medikamentös behandelt?

Einweisen ist allerdings ein recht grosser Schritt und niemand
wird einen Patienten einfachso aus Spass an der Freud
einweisen.

Das ist mir schon klar :smile:

Es geht um den inneren Zustand der Leute, nicht unbedingt um
ihre tatsächlichen Handelungen.

OK, danke, das hilft mir jedenfalls schon mal weiter.

Viele Grüße!
Ph.

Moien

Die finanzielle Lage ist desolat, weil er nicht mehr dazu in
der Lage ist, seine Rechnungen zu überweisen.

(Ganz ehrlich: da kann eher ein Schuldenberater helfen. Und durch 2-3 Monate Auszeit wird das nicht unbedingt besser. OK, danach kann der Patient damit besser umgehen … )

Also, der Patient bleibt erstmal da und wird dann
psychologisch betreut?

Bei schweren Fällen: ja. Sobald das eigene oder das Leben anderer in Gefahr ist bleiben die Leute 24/7 da. Aber wieso einem leichten Fall die Freude am … spazierengehen nehmen wenn kein grosses Risiko besteht ? Auf Station ist es auch nicht so interessant.

Wird er medikamentös behandelt?

Hängt 100% vom Fall ab. Es gibt Fälle in denen der Patient erst durch Medikamente ansprechbar (im schlimmsten Fall beherrschbar) wird und in denen mehr-oder-weniger so gearbeitet werden muss. Es gibt aber durchaus auch Fälle in denen Medikamente unnötig und kontraproduktiv sind. Man will ja schliesslich die Patienten nicht abhängig machen.

Der Fall hört sich nicht so aussergewöhlich an. Sowas sollte das Personal schon kennen und es sollte auch recht klare Ansagen geben wie sowas zu handhaben ist. Ich schätz mal da wird ambulant gearbeitet.

Zur Behandelung zwingen ist allerdings nicht sinnvoll. Wenn der Leidensdruck der Patienten nicht hoch genug ist um selbst Hilfe zu suchen bringt Hilfe nix. Zwangsweise behandeln macht nur bei einer Gefahr für das Leben des Patienten oder das anderer Leute Sinn. Also nicht den Kumpel zu einer Fahrt ins Blaue einladen und ihn dann beim Arzt abliefern. Auch nicht jemanden zu dem Kumpel rufen ohne desen ausdrücklichen Wunsch.

cu

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Tach!

(Ganz ehrlich: da kann eher ein Schuldenberater helfen. Und
durch 2-3 Monate Auszeit wird das nicht unbedingt besser. OK,
danach kann der Patient damit besser umgehen … )

Da hast du wohl recht, frage ist, ob er dann ohne das was gemacht wird dazu in der Lage ist, das umzusetzen, was der Schuldenberater vorschlug.
Eher nicht.

Also, der Patient bleibt erstmal da und wird dann
psychologisch betreut?

Bei schweren Fällen: ja. Sobald das eigene oder das Leben anderer in
Gefahr ist bleiben die Leute 24/7 da. Aber wieso einem leichten
Fall die Freude am … spazierengehen nehmen wenn kein grosses
Risiko besteht ? Auf Station ist es auch nicht so interessant.

Wie wird festgestellt, ob das Leben des Patienten gefährdet ist?
Reicht da die Aussage des Patienten und/ oder der Umgebung des Patienten, oder muß da schon mal jemand versucht haben aus dem Leben zu scheiden?

Der Fall hört sich nicht so aussergewöhlich an. Sowas sollte
das Personal schon kennen und es sollte auch recht klare
Ansagen geben wie sowas zu handhaben ist. Ich schätz mal da
wird ambulant gearbeitet.

Ambulant heißt er kriegt einen Therapeuten zugewiesen, zu dem er dann regelmäßig gehen soll?

Zur Behandelung zwingen ist allerdings nicht sinnvoll. Wenn
der Leidensdruck der Patienten nicht hoch genug ist um selbst
Hilfe zu suchen bringt Hilfe nix. Zwangsweise behandeln macht
nur bei einer Gefahr für das Leben des Patienten oder das
anderer Leute Sinn. Also nicht den Kumpel zu einer Fahrt ins
Blaue einladen und ihn dann beim Arzt abliefern. Auch nicht
jemanden zu dem Kumpel rufen ohne desen ausdrücklichen Wunsch.

Das ist mir durchaus klar.
Ich will mich nur mal erkundigen.

Vielen Dank jedenfalls für deinen Antworten!
Viele Grüße!
Ph.

Moien

Wie wird festgestellt, ob das Leben des Patienten gefährdet
ist?

Im Gespräch mit dem Patienten. Nur diese Aussage und sein Verhalten zählt wirklich.

Reicht da die Aussage des Patienten und/ oder der Umgebung des
Patienten, oder muß da schon mal jemand versucht haben aus dem
Leben zu scheiden?

Die Umgebung des Patienten (Freunde, Bekannte,… usw) werden eigentlich nie gefragt. Medizinische Unterlagen (falls verfügbar) spielen eine Rolle, aber keine grosse.

Ambulant heißt er kriegt einen Therapeuten zugewiesen, zu dem
er dann regelmäßig gehen soll?

Ja. 1x die Woche, alle 2 Tage, 1x pro Monat für jeweils 30min, Stunde oder 2 … hängt vom Fall ab. Und wenn der Patient nicht kommt wird (je nach Fall) die Akte geschlossen oder nachgeforscht, telefoniert, zur Not auch mal rausgeklingelt.

cu

überlegen, wohin man sich schicken lässt!
hi,

ich möchte bei stationärer aufnahme dringend dazu raten, sich zu überlegen, wohin man denn eingewiesen werden möchte.

es gibt sehr gute institutionen und weniger gute. den arzt drauf ansprechen und auch mobil bleiben.

eventuell ein aufnahmegespräch während eines ersten besuchs der klinik vereinbaren. info´s einholen.

Hallo!

Vielen Dank für deine Hilfe!

Die Sache ist jetzt (ohne in Details gehen zu wollen) „in trockenen Tüchern“.

(Tut mir leid, das ich erst so spät antworte, ich habe keinen Internetanschluss zuhause und muß mich bei Freunden und in der Uni durchwursteln.)

Viele Grüße!
Ph.

Hallo!

Danke für den Rat.
Mobil bleiben ist bei einer depressiven Erkrankung nicht so leicht, wenn man das könnte, bräuchte man die Behandlung nicht, wa?
Ich werds mal weitergeben.

Viele Grüße!
Ph.

Ambulante Betreuung
Hallo Scrabz,
so wie Du Deine Situation weiter unten beschreibst, könnte Dir eine ambulante Betreuung helfen. (Ich betreue Menschen, die in ähnlicher Situation leben.)Diese Betreuung bekommst Du über den sozialpsychiatrischen Dienst in Deiner Stadt.Mit dieser Betreuerin gemeinsam kannst Du dann überlegen, was es für Möglichkeiten für Dich geben kann und was Du Dir wünschst zu verändern. Ich hielte in Deinem Fall zunächst einen Aufenthalt in einer Tagesklinik für psychosomatische Erkrankungen für gut.
Die Aufnahme dort kannst Du mit der Betreuerin zusammen beantragen, bzw. Sie kann Dir einen Termin dort machen und mit Dir zusammen dort hingehen. Die ambulante Betreuung wird bezahlt( i.d.R.v. Landschaftsverband).

Gruß
Kosmokatze