Kn- und schlu-

Hallo,

in lustiger Runde fiel uns auf, dass erstaunlich viele Wörter, die mit „kn“ beginnen, irgendetwas Zusammengequetschtes, Gestauchtes bezeichnen - eben so, wie auch die Zunge gegen die Vorderzähne gedrückt wird: Knebel, Knödel, Knie, knacken, knistern…

Für „schlu“ fielen uns nur Schlucht, schlucken (schlürfen) und Schlund ein - was alles mit einem Abgrund zu tun hat. Stimmt diese etymologische Vermutung?

LG Hahu

Hallo,

in lustiger Runde fiel uns auf, dass erstaunlich viele Wörter,
die mit „kn“ beginnen, irgendetwas Zusammengequetschtes,
Gestauchtes bezeichnen

Knall?

  • eben so, wie auch die Zunge gegen die

Vorderzähne gedrückt wird: Knebel, Knödel, Knie, knacken,
knistern…

Knie?
knistern??
knacken???

Was ist daran zusammengequetscht?

Für „schlu“ fielen uns nur Schlucht, schlucken (schlürfen) und
Schlund ein - was alles mit einem Abgrund zu tun hat.

Schlummer? Schlupfzeit? Schlurfen? Schluss? Schlutzkrapfen?

Stimmt
diese etymologische Vermutung?

Eher nicht.

Gruß,
Max

Hallo,

dass erstaunlich viele Wörter,
die mit „kn“ beginnen, irgendetwas Zusammengequetschtes,
Gestauchtes bezeichnen - eben so, wie auch die Zunge gegen die
Vorderzähne gedrückt wird: Knebel, Knödel, Knie, knacken,
knistern…

in der Tat geht ein Teil dieser Wörter zurück auf idg. *gen- bzw. *ken-: zusammendrücken, kneifen, knicken, ballen, Geballtes, Zusammengedrücktes

Siehe auch http://www.utexas.edu/cola/centers/lrc/ielex/U/P0565…
http://www.ieed.nl/cgi-bin/response.cgi?flags=endnnn…

Für „schlu“ fielen uns nur Schlucht, schlucken (schlürfen) und
Schlund ein - was alles mit einem Abgrund zu tun hat. Stimmt
diese etymologische Vermutung?

Da ist es nicht so eindeutig; evtl. *(s)leug-, (s)leuk-
http://www.ieed.nl/cgi-bin/response.cgi?flags=endnnn… (letzter Eintrag)

Gruß
Kreszenz

Hallo,

in lustiger Runde fiel uns auf, dass erstaunlich viele Wörter,
die mit „kn“ beginnen, irgendetwas Zusammengequetschtes,
Gestauchtes bezeichnen - eben so, wie auch die Zunge gegen die
Vorderzähne gedrückt wird: Knebel, Knödel, Knie, knacken,
knistern…

also: mein Knie ist nicht gestaucht.
Und: Mitleid mit den Knaben, falls die Theorie stimmte.

Zweifelnde Grüße
Barney

Hallo,

Über Ähnliches hab ich mir auch schon Gedanken gemacht.

Mir fiel auf, daß eine Reihe von Wörtern, die mit schn- beginnen, etwas mit Mund/Nase zu tun haben, bzw. mit den Funktionen dieser Organe wie vor allem Atmen und Lautäußerungen:

schnaufen,
schnattern
schnauben
schnacken
Schnauze
Schnorchel
Schnabel
schniefen
schneuzen
schnurren
schnuffeln
Schnuller
Schnupfen

Natürlich gibt es viele Worte, die damit nichts zu tun haben wie Schnee, schnell, Schnur etc., aber irgendwie erscheinen mir die Worte, die sich auf Mund/Nase beziehen, signifikant häufig.

Ähnlich verhält es sich auch im Englischen mit Wörtern, die mit sn- beginnen:

snack - Imbiß
snear - spöttisch grinsen
sneeze - niesen
sniff - schnuppern
sniffle - schniefen
snigger - kichern
snooty - hochnäsig
snore - schnarchen
snort - schnauben
snot - Rotz
snout - Schnauze
snuffle - schniefen

Ein Ähnliches Phänomen bei einer Reihe von Wörtern auf zw-, die etwas mit einer Zweiheit zu tun haben:

zwei
zwacken, zwicken (Man zwackt mit zwei Fingern, mit den beiden Hälften eines Schnabels, mit den beiden Wangen einer Zange.)
Zweig (Jedesmal, wenn ein Zweig sich vom Stamm/Ast abzweigt, entsteht eine Gabelung: zwei Wege: der weitergehende Stamm/Ast und der sich davon abzweigende Zweig.)
Zweifel (Man weiß nicht, welche von zwei Alternativen das Richtige ist)
Zwiesel (landsch. für Gabelung)
Zwinge (hat zwei Wangen, zwischen die das Werkstück geklemmt wird; dann aber müßte auch das Verb „zwingen“ „ursprünglich“ ein Zwingen bedeuten, das dadurch zustande kommt, daß man „zwei“ Ausweichmöglichkeiten (etwa vor und zurück) vereitelt)
Zwirn (aus zwei Fäden wird ein Zwirn gedreht)
zwischen (etwas ist immer zwischen zwei Dingen)
Zwist (Streit zwischen zwei Entzweiten)
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