Knapp vorbei an WWIII

Hallo zusammen,

gerade ist mir aus heiterem Himmel eine Geschichte wieder ins Hirn geregnet, die ich während meiner Bundeswehrzeit gehört habe. Bis heute weiß ich nicht, ob es sich dabei um Y-Folklore gehandelt hat oder ob sie einen realen Hintergrund hatte.

Die Geschichte geht folgendermaßen: In den 1970er oder 80er Jahren hatten die Nato-Raketentruppen in der Bundesrepublik ein Manöver vor. Das Vorhaben wurde auch entsprechend der internationalen Verträge bei den Sowjets angemeldet. Dabei muss aber irgendetwas schief gegangen sein. Jedenfalls hatten die Sowjets nichts von den Manöverplänen mitbekommen. Irgendwann fuhren dann in der Eifel oder im Hunsrück die Sattelschlepper mit den Raketenattrappen aus den Kasernen und irgendwo ins Gelände, genau so, wie sie sich für einen Nuklearschlag gegen den Warschauer Pakt dezentral aufgestellt hätten. Per Funküberwachung oder Satelliten bekamen die Sowjets das mit. Darauf wurde im Warschauer Pakt Großalarm ausgelöst und der Dritte Weltkrieg konnte nur durch das Rote Telefon abgewendet werden.

So weit die Story. Im Internet habe ich sie nicht nochmal gefunden. Weiß jemand von euch, ob sich das so zugetragen hat?

Vielen Dank schon mal!

Volker

Hallo,

ich kann leider auch nichts genaueres dazu sagen, aber ich erinnere mich genau, in einem Bericht exakt diese Geschichte gehört zu haben. Meine, dass es in den 80ern gewesen sein muss.
Gruß
Dea

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ausgelöst und der Dritte Weltkrieg konnte nur durch das Rote
Telefon abgewendet werden.

Und genau dafür ist das Ding ja da!

Warum Deine Aufregung?

mfgConrad

Ich reg mich überhaupt nicht auf. Wollte nur wissen, ob es den Vorfall tatsächlich gegeben hat. Solche Missverständnisse, die den Einsatz des Roten Telefons nötig gemacht haben, werden ja mit Sicherheit nicht alle paar Monate vorgekommen sein.

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Ich reg mich überhaupt nicht auf. Wollte nur wissen, ob es den
Vorfall tatsächlich gegeben hat. Solche Missverständnisse, die
den Einsatz des Roten Telefons nötig gemacht haben, werden ja
mit Sicherheit nicht alle paar Monate vorgekommen sein.

Meistens wurden/werden Manöver vorher angekündigt, da sie sowieso nicht zu verheimlichen sind.

Und Gerüchte über Fast3.WK gibt es zu Hauf.

mfgConrd

Meistens wurden/werden Manöver vorher angekündigt, da sie
sowieso nicht zu verheimlichen sind.

Eben. Und genau diese Vorankündigung soll in dem Fall nicht funktioniert haben. Das Pikante daran war, dass es sich nicht um ein Manöver irgendwelcher Panzergrenadiere sondern um eines von Raketentruppen gehandelt haben soll, die im Ernstfall nukleare Waffen bedient hätten.

Hallo Volker

ich würde ganz im Sinne der „urban legends“ den Wahrheitsgehalt ersteinmal bestreiten. (Bis zum Beweis des Gegenteils). Ein Argument: auch ohne offizielle Ankündigung war der Ostblock dank seiner Geheimdienste recht gut über das westliche Militär informiert.

Viele Grüße,
Andreas

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Hallo Andreas,

ich würde ganz im Sinne der „urban legends“ den
Wahrheitsgehalt ersteinmal bestreiten. (Bis zum Beweis des
Gegenteils). Ein Argument: auch ohne offizielle Ankündigung
war der Ostblock dank seiner Geheimdienste recht gut über das
westliche Militär informiert.

So ist es.

„Able Archer“ ist das Stichwort.
(http://en.wikipedia.org/wiki/Able_Archer_83)

Dazu gibt es folgende Informationen:
(alle Zitate aus: http://www.isn.ethz.ch/php/documents/collection_17/t…)

 What the KGB did not do was to pass its findings 
 about the “Able Archer” to the Soviet politburo 
 or even the upper levels of the defense ministry. 
 Evidently the KGB processors of intelligence did 
 not regard the information important and urgent enough; 
 indeed, what NATO was doing was not any more alarming 
 than the Soviet Union’s own June 1982 “seven-hour nuclear war” 
 exercise that had simulating an all-out attack on the West 
 in June 1982. 
 If anybody could claim credit for preventing in 
<u>November 1983 a tragedy</u> that could have ensued from 
 the “Able Archer” being discussed in the Moscow politburo, 
 it is those unknown Soviet intelligence analysts who, 
 whether out of common sense or because of incompetence, 
 failed to provide policymakers with the potentially 
 explosive information. 

und hier die DDR-Geheimdienste zu dieser Zeit:

 ...
 What inadvertently helped to keep the relationship stable 
 was not what East German spies had been able to find out 
 about NATO but rather the information they were unable 
 to find because it did not exist. 
 NATO’s defensive doctrine and strategy was an open book 
 for them, but for evidence of an imminent enemy attack they 
 would look in vain. 
 Heinz Busch, who was responsible for analyzing and processing 
 their reports at the Stasi headquarters, pertinently testifies 
 in his unpublished memoirs that “at no time were the highest 
 organs of the Warsaw Pact provided with unequivocal evidence 
 that would have explicitly proved that [NATO’s] military 
 doctrine and strategy had changed.”

Grüße

CMБ

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Genau das scheint es gewesen zu sein. Also im Prinzip schon so ähnlich wie die BW-Legende, nur nicht ganz so dramatisch. Vielen Dank!

Hallo,

Sowjets das mit. Darauf wurde im Warschauer Pakt Großalarm
ausgelöst und der Dritte Weltkrieg konnte nur durch das Rote
Telefon abgewendet werden.

was denkst Du, wie oft die NVA Großalarm hatte, weil im Westen
irgend jemand einen Pups gelassen hat.
Ein Manöver der NATO war jedenfalls immer gut für erhöhte
Gefechtsbereitschaft mit Ausrücken ganzer Regimenter in den
Busch.
Gruß Uwi

Hallo, also ich hab die oder eine ähnliche Geschichte so 1986/87 gehört, da waren wir auf Klassenfahrt und haben irgendwelche Nachrichten nur halb mitbekommen (Bildschlagzeile im Kiosk, vorbeifahrendes Autoradio oder so)und uns dann eine Nacht um die Ohren gehauen mit Weltuntergangsstimmung „Da braucht nur einer mal aus Versehen auf den Knopf drücken“.
ZU der Zeit jedenfalls sah es im kalten Krieg ziemlich brenzlig aus, Amiland wurde von einem eitlen Schauspieler regiert und die UDSSR zickte auch irgendwie rum (war Gorbi da schon?), die DDR war ein ähnlich fremdes Land wie China und was im Politikunterricht bezüglich Grundgesetzpräambel erzählt wurde (irgendwann wird es wieder nur ein D geben)konnte nur ausgesprochener Unsinn sein. Manchmal kommt es eben anders als man denkt…
Schöne Grüße Susanne

Hi Volker,

richtig nah dran am WW III waren wir wohl eher während der sog. Kuba-Krise. Da hätte es wirklich fast geknallt. Und danach wurde ja auch das rote Telefon eingerichtet.

Gruß,

Tim