Kniescheibe verschoben, was kann das sein?

Hallo,

obwohl ich schon bei Tante Google gesucht habe, bin ich noch nicht recht schlüssig, um was es sich handelt…

Folgender Sachverhalt: Ich hatte vor ziemlich genau 20 Jahren einen Motorradunfall, bei dem ich mir die komplette linke Seite geprellt habe. Ich habe mir nichts gebrochen (noch nie komischerweise…), wurde damals sogar zigmal geröngt, weil es keiner glauben konnte. Ich war ein einziger blauer Fleck :wink:, aber das Schlimmste war mein linkes Knie. Es war dick und fett angeschwollen und sollte ursprünglich sogar punktiert werden, was aber dann doch nicht gemacht wurde (warum weiß der Geier).

In der Folge wurde die Haut auf dem Knie zeitweise völlig gefühllos (ich hab mir sogar mal versehentlich einen Knopf drangenäht…) und es ist seither auch dicker als das andere. Als ob da irgendeine Wassereinlagerung drin wär, was aber schon ausgeschlossen wurde.
Und nun ist es so, dass die Kniescheibe nicht mehr an dem ihr zugemessenen Platz ist.
Soll heißen, wenn ich das Bein anwinkele, verschiebt sie sich komplett nach oben. Man kann richtig in den Zwischenraum zwischen Oberschenkelknochen und Unterschenkelknochen „reindrücken“. Und die Kniescheibe ist auch intakt, das wurde jetzt nochmal geröngt, aber sie ist auch auf dem Röntgenbild zu weit „vom Bein weg“ und auch nach oben verschoben. Sie ist auch für mich gut tastbar und lässt sich auch hin und her schieben. Ich hab sogar den Eindruck, wenn man nur fest genug drückt, könnte man sogar darunter greifen. (Ist auch nicht angenehm beim Knien… macht gern aua :wink:)

Und es sieht noch dazu komisch aus… Mein Orthopäde meinte dazu: „wenn das Knie mal allein hier auftauchen sollte, weiß ich gleich, wem es gehört…“ Der Scherzkeks…

Ein Riss der Patellasehne kann doch eigentlich ausgeschlossen werden, da ich das Bein völlig normal und schmerzfrei bewegen kann???
Ich war vor kurzem bei einem Orthopäden, der wollte mich gleich unters Messer legen, konnte mir aber keine gesicherte Diagnose stellen. Ich möchte es auch nur ungern operieren lassen, da es (bisher) keine oder kaum Probleme macht. Andererseits werde ich ja auch nicht jünger und wenn es später Probleme gibt, wird es ja auch nicht besser, wenn ich jetzt nix machen lasse…
Was kann das sein?

Danke und Gruß, Conny

Hallo goldfasan,
auf Orthopäden-Aussagen verlasse ich mich nicht mehr. Da geht es doch nur ratz fatz, der nächste bitte. Mich hat ein guter Orthopäde monatelang mit Spritzen auf Schleimbeutelentzündung(Schulter) behandelt. Sogar er hat sich geirrt. Ich hatte einfach eine Überlastung. Ein anderer Arzt hat durch Ultraschall festgestellt, dass nichts entzündet ist. Konnte mich selbst auch schlecht untersuchen.
Durch Spritzen können auch Bakterien in ein Gelenk getragen werden.

Aber jetzt zu Deinem Problem. Nach so langer Zeit kann es sein, dass damals das Patellofemoralgelenk etwas abbekommen hat. Das heißt, das der Patellaknorpel eine Arthrose ausgebildet hat. Dafüt gibt es verschiedene Patella-Test, die einen gute Krankengymnastin alle kennt.
Z.B. den Krepitationstest oder „Tanzende Patella“, der zeigt dann, ob ein Erguß im Knie ist, und viele Test´s mehr. Wasser im Knie, hat man auch kaum Schmerzen, weil die Anteile ja in Flüssigkeit schwimmen.
Das die Kniescheibe nicht mehr an ihrem Platz ist, kann verschiedene Ursachen haben. Veränderung(Überdehnung) an Bändern oder Sehnen, wie schon gesagt die retropatellare Arthrose.
Wenn Du noch ein paar Tage Zeit hast und eine strahlenbelastende CT-Untersuchung noch nicht machen willst, dann würde ich zu einer Krankengymnastin gehen und das Knie austesten lassen. Also beim Arzt 6x KG für das Knie aufschreiben lassen. Kannst ja sagen, Du möchtest es erst einmal mit KG versuchen. Ich würde nicht sagen, das die KG eine Diagnose stellen soll, dann sind Ärzte verständlicherweise sauer. Aber die KG hat viel mehr Zeit.
Aufgeschnitten ist das Knie schnell und vollkommen daneben, wenn man nicht weiß warum.
Hast Du schon eine Ultraschalluntersuchung machen lassen? www.orthinform.de kannst Du mal schauen „Ultraschall Kniegelenk“. Im Ultraschall sind alle Verletzungen und Entzündungen der weichen Strukturen zu erkennen. Ausschließen ist doch auch gut.
Stürze auf den Bewegungsapparat machen sich oft erst nach Jahren richtig bemerkbar.
Gute Besserung und viel Erfolg bei der DiagnosefindungLG akil…

Hallo goldfasan,
möchte noch einen Zusatz über die taube Stelle bringen.
Wahrscheinlich sind feine Äste vom N. femoralis(Nerv) durch den Unfall zerstört, gequetscht worden. Diese erholen sich sehr sehr langsam, wenn überhaupt, meist jedoch nicht, ganz ganz selten. Ausnahmen gibt es ja immer. Vielleicht mußt du Dich mit dem Taubheitsgefühl abfinden.
Ich habe zwar auch gelernt und gelesen, dass Nerven sich wieder erholen und bei Durchtrennung finden können, jedoch in der Praxis kaum erlebt.
Vielleicht hast Du aber auch noch ein anderes Problem in der Lendenwirbelsäule. Die muß auch keine Schmerzen machen und man kann trotzdem Ausfälle auf der Haut haben. Das ist dann, wenn sich die Bandscheibe etwas verschiebt und dann auf den sensiblen Anteil eines Nerves drückt.
LG akil…

Hallo,

danke für deinen Tipp. Das werde ich direkt mal probieren, sowie ich mir einen neuen Hausarzt gesucht habe (Hausärzte sind auch nicht mehr das, was sie mal waren… meiner hat mir schon in der ersten Woche des Jahres gesagt, dass sein Budget nicht ausreicht, um mir einmalig Massagen zu verschreiben, die ich aufgrund meiner Spannungskopfschmerzen und meinem total verhärteten Nackenbereich dringend bräuchte. Und das, obwohl ich ein notorischer Nicht-zum-Arzt-Renner bin, sondern nur dann gehe, wenn mir gar nichts anderes mehr übrig bleibt. Ich meine, ich würde es ja ev. verstehen, wenn ich mit jedem Zipperlein kommen würde, aber so? Nunja, auch andere Praxen haben gute Betreiber :wink:)

LG, Conny