meine 61 jährige Mutter hatte vor ca 7 Jahren Brustkrebs, vor 2,5 Jahren hatten sich atypische Metastasen im Darm gebildet.Beide Krebsarten wurden mit Chemotherapie behandelt Jetzt ist durch eine Thrombopenie ( Thromben um 36000) nach einer Knochenstanze wiederum Metastasen im Knochen festgestellt worden. Wie gut die Prognose gerade bei den nun so niedrigen Thrombozyten? Ist dadurch die Chemo risikoreicher? Sie bekommt natürlich nun Thrombozytenkonzentrate besonders weil noch ein Port gelegt werden muss.
Vielen Dank für eine Antwort
Grüße Claudia de Niet
70-90% der Frauen mit Mammacarcinom entwickeln Knochenmetastasen, die meist mit der Thrombonpenie nichts zu tun haben. IM Knochen befindet sich zwar das Knochenmark, aber es ist immer genügend da, auch wenn Knochenmetastasen vorliegen. Das Problem bei Knochenmetastasen ist eher, dass ide irgendwann weh tun und dann dorhen zu brechen, was je nach Ort (z.B. Wirbelsäule) mit erheblichen Problemen einhergeht.
Die niedrigen Thrombozyten sind ein Teil der Gesamterkrankung und insbesondere auch der Therapie. Wenn Cheom gegeben wird, ist 14-20 Tage danach auch ein Defizit in der Blutbildung sichtbar, was dann mit Thrombozytenkonzentraten überbrückt wird.
Wir machen begleitend meistens eine Bisphosphonattherapie, was die Ausbreitung der Metastasen im Knnochen hemmen bis stoppen kann. Der Effekt tritt nach 12-20 Wochen allerdings erst ein, also nicht zu lange warten.
Die Prognose des Krebses ist schwer abzuschätzen, da die Hormonabhängigkeit (insbesondere auch der Metastase, die oft ein anderes Verhalten aufweist) nur durch Probenentnahmen geklärt werden kann. Diese werden dann durch Pathologen und Onkologen begutachtet. In solchen Fällen muss man den onkologen eh immer fragen, da der als einziger alle Faktoren kennt, die die Prognose beinflussen. 16 davon sind wichtig zu wissen, weitere können notwendig sein.
Eine Abschätzung im Netz, ohne sie zu kennen ist unseriös und erheblich fehlerbehaftet.
Die niedrigen Thrombos sind im übrigen kein Prognosemarker und können getrostet ignoriert werden. Sie spielen eine Rolle bei hohem Blutdruck und Verletzungen (insbesondere Stürze) ansonsten für die Erkrankung Krebs an sich nicht.
Fazit: wegen der Thrombopenie keine Sorgen machen, hat keinen Einfluss, dier port wird trotzdem gelegt, wegen Prognose den betreuenden Onkologen sprechen, wenn die Knochenmetastasen schmerzen einen Tumoorthopäden aufsuchen.
Grüße,
Helmut
Universitätsklinikum Münster
Klinik für Allgemeine Orthopädie und Tumororthopädie
Lehrbeauftragter der Klinik
Dr. med. H. Ahrens
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