Knorpelrand deutlich sichtbar. Was bedeutet das?

Kurz zur Vorgeschichte. Ich bekam vor ca. einem Jahr eine Knorpelzelltransplantation (ACT) unter der Kniescheibe. Im September hatte ich eine Nach-Op in der man dann feststellte, dass mein Transplantat noch weich ist und es ganz leicht franste. Nun ist es leider so, dass ich wieder Probleme bekomme. Neben den Schmerzen ist auch ein deutliches knacken und reiben beim Treppen gehen vernehmbar und ich habe beim in die Knie gehen oder beim bergauf und ab gehen das Gefühl das die Kniescheibe irgendwo drüber rutscht oder rutschen will. Ab und an habe ich auch ganz leichtes brennen im Knie. Da es auch beruflich etwas zu klären gab musste ich zu einem Gutachter. Der röntge und meinte das ein deutlicher Knorpelrand auf den Bildern sichtbar sei. Da man beim röntgen noch nie etwas gesehen hatte auch den großen Defekt nicht, mache ich mir nun etwas Sorgen was das bedeuten könnte. Auch habe ich Angst das eine weitere Op nötig wird. Könnt ihr mir einen Rat geben? Vielen lieben Dank schon mal.

Hallo,

würde es sich um einen intraoperativen, sprich arthroskopischen (Gelenkspiegelungs-) befund handeln würde ich denken, daß eine Stufenbildung am Knorpel zu sehen ist. („Bordsteinkante“: eine Fläche ist abgenutzt, am Übergang Knorpelfläche)
Im Röntgen kann man so etwas nicht sehen, aber wenn sich im seitlichen Röntgenbild des Kniegelenkes ein (schwarzer) Zwischenraum zwischen Kniescheibe und den Oberschenkelrollen zeigt, bedeutet das dass hinter der Kniescheibe noch ausreichend dicker Knorpel vorhanden ist.

In der Hoffnung weitergeholfen zu haben

MfG

F.Syré

Hallo, auf einem normalen Röntgenbild sieht man überhaupt keinen Knorpel, sondern nur den Knochen. Was der Gutachter gesehen haben will, kann ich deshalb nicht beurteilen. Den Knorpel kann man nur auf MRT-Bildern sehen oder arthroskopisch, auf einem Röntgenbild allenfalls, wenn man vorher ein Kontrastmittel in das Gelenk gespritzt hat, aber das tut heute keiner mehr.
Wenn es beim Treppengehen wieder knackt und reibt, dann spricht Einiges dafür, dass die ACT nicht oder allenfalls teilweise erfolgreich war. Die Kniescheibengelenkfläche ist eh nicht die geeigneteste Stelle für eine ACT, man muss mit einer gewissen Versagerquote rechnen. Wenn man einen Knorpeldefekt an der Kniescheibengelenkfläche mit einer Kürrette richtig anfrischt und den darunterliegenden Knochen mit kleinen Bohrungen zum Bluten bringt, führt das in der Regel zu befriedigenden Ergebnissen. Eine evidenzbasierte Überlegenheit der ACT konnte nicht nachgewiesen werden.
Gruß
DrChandra

Leider kann ich hierbei nicht weiterhelfen.
Es handelt sich hierbei um wirklich etwas spezielles, was auch wirklich nur ein Facharzt beurteilen kann und sollte.

Viele Grüße
Nicole

Wie man ja weiß, kann man auf einem Röntgenbild erst mal „nur“ festes Gewebe sehen. Standardmäßig Knochen. Bei einer vermeintlichen Arthrose sieht man dann, daß der Gelenkspalt deutlich verkleinert ist. Eventuell sieht man auch noch sogenannt Osteophyten. Das sind Knochenwucherungen, die dem verletzten Gelenk zusätzliche Stabilität geben soll. Im schlimmsten Fall sieht man, daß die Gelenkflächen schon aufeinaner reiben.
So, wie sich das im Moment anhört, würde ich mich mal auf eine weitere arthroskopische OP einstellen.
Was der Arzt mit seiner Aussage ausdrücken wollte, weiß ich leider nicht.

Hallo Ninette85,

wahrscheinlich haben Sie den Gutachter falsch verstanden:
Richtig schreiben Sie nämlich, dass man KNORPEL auf den Röntgenbild nicht sehen kann, also weder Defekte noch noch Ränder!

Ihre Beschwerdeschilderung deutet auf eine Chondropathia patellae hin, aber deshalb wurde ja offensichtlich auch die Transplantation durchgeführt.

a) leider weiss ich nicht genau was mit unter der Kniescheibe bei Ihnen gemeint ist und nehme an, dass damit vielleicht die Rückseite gemeint sein könnte (weil das mit die häufigste Stelle ist)
b) da man bei der Transplantation vorher das „Bett“ in das das Transplantat gelegt wird vorbereitet und scharfe Kanten erzeugt damit es nicht verrutscht wird man das jetzt nactürlich (im Gegensatz zu vorher) seht genau sehen können (ohne Kenntnis des genauen Befundes erstmal nicht überraschend, nicht ungewöhnlich und normal zu werten)
c) was die Beschwerden angeht, ist eine gute klinische Untersuchung wesentlich genauer als jegliche Spekulation aus dem Netz. Gehen Sie noch einmal zu Ihrem Arzt. Im Zweifelsfall kann ein Arthro-MRT mit Knorpelwichtung auch zeigen, wie es dem Transplantat geht.

Fazit: alles in allem nichts ungewöhnliches, im Zweifel noch einmal zu Ihrem Operateur gehen. in den ersten 18 Monaten nach OP ist das Endergebnis ja auch noch nicht zu erwarten. Wenn Sie einen Knochenbruch gehabt hätten, sieht man den auch 12 Moante lang im Röntgen. Die klinische Untersuchung zeigt, ob es ein Problem gibt oder nicht, nicht die Bilder!

Hallo Ninette85,
das ist sehr ungewöhnlich. wie alt bist du?
Ich würde vorschlagen, du machst eine Kernspin-MRT, da sieht man die Knorpelsituation besser als beim Röntgen. Danach müsste die Sache nochmal begutachtet werden. Du kannst dich ja dann nochmal melden.
Megadoc

Liebe Ninette,
die Aussage „Knorpelrand deutlich sichtbar“ kann ich mir nicht erklären, denn im Röntgenbild kann Knorpel normalerweise nicht gesehen werden, nur Knochen- und Kalk. Die Arthroskopie sagt da mehr über den Knorpel aus. Evtl. hilft eine OP nach Viernstein (Medialisierung der Kniescheibe) oder ein Versetzen des Patellasehnenansatzes nach distal (OP nach Bandi).
Ansonsten evtl. eine iac. Injektion mit Ostenil (Hyaluronsäure), je 1 wöchentl. Inj., insgesamt 5x in das Knie. Auch Fruchtsaftbärchen (Gelatine) aus der Apotheke (besser als Haribo wg. der Farbstoffe) soll helfen, hat bei mir jedenfalls immer geholfen.
Gute Besserung.

Hallo Ninette,
das einzige was dir Klarheit bringen wird ist ein MRT!
Ich weiß ned was der Radiologe mit Knorpelrand meint, den Knorpel ist auf den Röntgenbildern nicht sichtbar! Und der Rand vom Knorpel auf Knochen sieht man immer deutlich! Das Knacken und Reiben kann durch einen freien Gelenkskörper, bzw. einfach durch die Abnutzung hervorgerufen werden!
Lass ein MRT machen!
LG Nadine

Hallo Ninette85,
grundsätzlich erreicht man durch die Transplantation von Knorpelzellen keine normale hyaline Knorpelmatrix sondern eine Art faserigen Ersatzknorpel, dessen Textur hauptsächlich aus Bindegewebe besteht und nicht aus Kollagenfasern, wie normalerweise. Trotzdem kann an bestimmten Stellen dieser Ersatzknorpel eine Arthrose des gesamten Kniegelenks hinauszögern. Grundsätzlich ist aber eine Arthrose bereits im Gange. Man kann lediglich durch die jeweilige Art der Belastung deren Verlauf beschleunigen oder verlangsamen. Den Röntgenbefund kann ich aus der Distanz leider nicht nachvollziehen, da man Röntgenbilder immer selber sehen muss. Aus diesem Grund fällt meine Antwort leider nur derart allgemein aus.

Gute Besserung,
der Orthopäde

Hallo,
von ACT habe ich noch nichts gehört. Ein „Reiben“ und „Knirschen“ ist bei einem Knorpelschaden eigentlich typisch. Wie das nach einer ACT zu beurteilen ist, weiss ich nicht. Wie man einen Knorpelrand auf dem Rö.Bild erkennt ist mir nicht klar. Auf dem Rö.Bild sieht man doch eigentlich keinen Knorpel sondern nur den Knochen, so z.B. wie der Gelenkabstand im Knie aussieht (also eine Gelenkspaltverschmälerung im Knie, die auf Knorpelschäden hinweist) Aber ich bin kein Fachmann.
Ich bin nur Angestellte. Es können bei Knorpelschäden i.a. chondroprotektive Injektions-Behandlungen erfolgen (natürlich zahlt das die Kasse nicht). Aber dabei kommt es darauf an, wieviel Gelenkspalt noch vorhanden ist. Ist keiner mehr da, nützen auch keine Spritzen ins Gelenk mehr was.
LG