Knurrendes welpen

hallo!

wir haben seit zwei wochen ein vier monate altes welpen. es ist eine sie und heisst joya.
sie darf bei uns nicht ins schlafzimmer, schlaeft aber bei meinem neun jaehrigen sohn im bett.

nun hat sie meinen sohn aber schon einige male angeknurrt.
und zwar bei folgenden situationen: sie liegt auf seinem bett und kaut an einem knochen, er streichelt sie, sie knurrt ihn an.
sie will schlafen, er streichelt sie und sie knurrt.

zuerst bin ich sehr erschrocken. nun aber denke ich, ist die situation die: die huendin sieht das bett meines sohnen als ihr „revier“. das knurren war ein signal „lass mich jetzt in ruhe!“. ich habe meinem sohn gesagt, er soll das respektieren wenn sie in ruhe gelassen werden moechte.
sie ist ein zwar ein ganz kleiner hund, aber sie ist ein hund und kein spielzeug.

ich habe gelesen, dass hunde kinder nie als „chef“ akzeptieren, sondern sie immer als auf der gleichen ebene, als kamerad anschauen.

ich habe noch nicht viel erfahrung mit hunden (ist mein erster hund), darum wollte ich euch fragen: habe ich die situation richtig eingeschaetzt?
oder darf man ein knurren gegen ein familienmitglied nicht akzeptieren? ist das normal?

liebe gruesse
india

Hallo India,

wir haben seit zwei wochen ein vier monate altes welpen. es
ist eine sie und heisst joya.
sie darf bei uns nicht ins schlafzimmer, schlaeft aber bei
meinem neun jaehrigen sohn im bett.

Das halte ich schon für falsch. Hunde, so klein sie auch sein mögen, gehören nicht ins Bett. Meine Hündin hatte das auch ganz am Anfang versucht, aber das habe ich nicht toleriert.

nun hat sie meinen sohn aber schon einige male angeknurrt.
und zwar bei folgenden situationen: sie liegt auf seinem bett
und kaut an einem knochen, er streichelt sie, sie knurrt ihn
an.

Was macht der Hund auf dem Bett deines Sohnes? Das kann nie und nimmer ihr Platz sein! Und anknurren darf sie ihn auch nicht. Dein Sohn ist vielleicht ein wenig zu jung, um sich in der Hierarchie oberhalb des Hundes durchzusetzen. Dann musst du das aber übernehmen und der Hündin unmissverständlich klar machen, dass sie den niedrigsten Platz im „Rudel“ einnimmt und ihr so etwas nicht durchgehen lassen.

sie will schlafen, er streichelt sie und sie knurrt.

Wenn sie schlafen will (auf einem ihr zugewiesenen festen Schlafplatz), dann solltet ihr sie auch in Ruhe lassen.

zuerst bin ich sehr erschrocken. nun aber denke ich, ist die
situation die: die huendin sieht das bett meines sohnen als
ihr „revier“. das knurren war ein signal „lass mich jetzt in
ruhe!“. ich habe meinem sohn gesagt, er soll das respektieren
wenn sie in ruhe gelassen werden moechte.
sie ist ein zwar ein ganz kleiner hund, aber sie ist ein hund
und kein spielzeug.

Du sagst es selbst: Hunde sind keine Spielzeuge. Sie brauchen Erziehung, und zwar eine konsequente. Fehlverhalten darf von Anfang an nicht toleriert werden, sonst habt ihr irgendwann garantiert keine Freude mehr an dem Tier, weil sie sich zu einem unberechenbaren Tyrannen entwickelt.
Meine Hündin hat als Welpe (sie war vielleicht 4 - 5 Monate) einmal nach mir geschnappt, weil ich sie zurecht gewiesen und am Halsband gepackt hatte, als sie wieder mal einen Jogger angesprungen hatte. Eine blitzschnelle Drehung mit ihrem Kopf und schon hatte ich ihre Zähne im Handrücken. Ich habe ihr dann eins mit der Leine auf das Hinterteil übergezogen - was anderes hatte ich grad nicht zur Hand - aber es hat ein für allemal gewirkt. Nein, nein, ich prügle meinen Hund nicht, aber in diesem Fall hat sie das schon gespürt. Seitdem springt sie keine Jogger mehr an und nach mir geschnappt hat sie auch nie wieder!

ich habe gelesen, dass hunde kinder nie als „chef“
akzeptieren, sondern sie immer als auf der gleichen ebene, als
kamerad anschauen.

Ja und nein. Erziehen sollte ein Erwachsener den Hund, nicht ein neunjähriges Kind. Und in dieser Erziehung muss sie lernen, dass auch Kinder in der Rangordnung über ihr stehen. Meinem Hund kann ich alles wegnehmen, selbst den gefüllten Fressnapf…

ich habe noch nicht viel erfahrung mit hunden (ist mein erster
hund), darum wollte ich euch fragen: habe ich die situation
richtig eingeschaetzt?
oder darf man ein knurren gegen ein familienmitglied nicht
akzeptieren? ist das normal?

Sie muss das richtige Verhalten noch lernen. Konsequente Erziehung mit viel Lob und Belohnungen funktioniert am besten.
Auf jeden Fall empfehle ich dir, gerade weil es auch euer erster Hund ist, unbedingt den Besuch einer Hundeschule. Da lernen nicht nur die Hunde das richtige Verhalten, sondern auch ihre Menschen. Und dein Sohn soll mitkommen, damit auch er lernt, wie man mit Hunden umgeht.

Viel Erfolg und noch viel Spaß mit eurem neuen Familienmitglied wünscht

Uschi

hallo uschi

erstmals herzlichen dank fuer deine antwort!

Hallo India,

wir haben seit zwei wochen ein vier monate altes welpen. es
ist eine sie und heisst joya.
sie darf bei uns nicht ins schlafzimmer, schlaeft aber bei
meinem neun jaehrigen sohn im bett.

Das halte ich schon für falsch. Hunde, so klein sie auch sein
mögen, gehören nicht ins Bett. Meine Hündin hatte das auch
ganz am Anfang versucht, aber das habe ich nicht toleriert.

warum denn nicht?
bei hunderassen, die dominat sind, wuerde ich auch eher abraten.

in einem wolfsrudel hat das alphatier plaetze die fuer die anderen tabu sind. um seine rolle als alphatier heraus zustreichen, ist es bei dominaten hunden sicher gut, wenn man gewisse plaetze wie bett, sofa, etc verbietet.
bei einem dominanten hund ist die wahrscheinlichkeit auch gross, dass er dann niemand anderen im bett neben seinem herrchen, frauchen duldet… :frowning:

bei einem kleinen hund, mit dem mann keine dominanzprobleme hat ist es doch aber einfach geschmacksache. die einen finden es unhygienisch oder wollen das bett fuer sich, die anderen finden es schoen wenn der hund im bett schlaeft.

aber wie gesagt, hab ich noch nicht viel (praktische) erfahrung mit hunden und lasse mich gerne eines besseren belehren.

liebe gruesse
india

Dominanz
Hallo, India,

Dominanz hat bei Hunden weder etwas mit der Größe noch mit der Rasse zu tun! Wenn euer Hund knurrt, wenn er auf dem Bett deines Sohnes liegt, habt ihr bereits ein Problem: er verteidigt den Platz, den er als den vermeintlich „seinen“ ansieht. Die Aussage, daß ein Hund Kinder innerhalb einer Familie höchstens als gleichberechtigt, aber nicht als „höherstehend“ akzeptiert, ist so auch nicht richtig - denn ab wann ist ein Kind dann „groß genug“ bzw. „alt genug“, damit der Hund weiß: „Aha, jetzt ist er doch erziehungsberechtigt.“? Ein Hund sollte von Anfang an lernen, daß er in der Rangfolge innerhalb der Familie als Letzter kommt, sonst gibt es früher oder später ziemliche Probleme. Suche dir eine gute Hundeschule in deiner Umgebung, in der du zunächst an einer Welpenspielgruppe teilnehmen kannst und später einen Kurs besuchst. Außerdem kann ich dir das Buch „Hundeerziehung“ von Sabine Winkler empfehlen. Die Autorin ist studierte Biologin (Schwerpunkt Verhaltensforschung) und gemeinsam mit Beate Poetting Gründerin der „aHa“-Hundeschulen (aHa = die andere Hundeausbildung).

Viel Spaß mit Joya,
Sams

Hallo, India,

Dominanz hat bei Hunden weder etwas mit der Größe noch mit der
Rasse zu tun!

hallo sams

da muss ich dir widersprechen!
dominanz hat sehr wohl etwas mit der hunderasse zu tun…
es gibt hunderasse die sind fuer ihre dominanz bekannt und gehoeren nur in erfahrene haende.

Wenn euer Hund knurrt, wenn er auf dem Bett
deines Sohnes liegt, habt ihr bereits ein Problem: er
verteidigt den Platz, den er als den vermeintlich „seinen“
ansieht.

ich bin mir einfach nicht sicher, ob es nicht ein „lass mich jetzt mal in ruhe“-knurren ist. darf man das knurren gegenueber einem familienmitglied konsequent nicht akzeptieren?
der sohn ist auch einfach noch zu jung, um sich beim hund durchzusetzen. ich muesste dem hund das knurren verbieten…

Die Aussage, daß ein Hund Kinder innerhalb einer
Familie höchstens als gleichberechtigt, aber nicht als
„höherstehend“ akzeptiert, ist so auch nicht richtig - denn ab
wann ist ein Kind dann „groß genug“ bzw. „alt genug“, damit
der Hund weiß: „Aha, jetzt ist er doch erziehungsberechtigt.“?

fruehestens ab 14 jahren koennen kinder sich bei einem hund durchsetzen. ein kind hat einfach noch nicht das auftreten dazu.

Ein Hund sollte von Anfang an lernen, daß er in der Rangfolge
innerhalb der Familie als Letzter kommt, sonst gibt es früher
oder später ziemliche Probleme. Suche dir eine gute
Hundeschule in deiner Umgebung, in der du zunächst an einer
Welpenspielgruppe teilnehmen kannst und später einen Kurs
besuchst.

das ist eine gute idee…

Außerdem kann ich dir das Buch „Hundeerziehung“ von
Sabine Winkler empfehlen. Die Autorin ist studierte Biologin
(Schwerpunkt Verhaltensforschung) und gemeinsam mit Beate
Poetting Gründerin der „aHa“-Hundeschulen (aHa = die andere
Hundeausbildung).

hab ich!

empfohlen wurde mir auch das buch von fenell " mit hunden sprechen": das wirkt auf mich auch sehr, sehr gut!

liebe gruesse
india

Viel Spaß mit Joya,
Sams

ein paar Argumente
Hallo India,

wie bei den meisten Dingen im Leben ist es natürlich auch Geschmackssache, ob man einen Hund im Bett schlafen lässt oder nicht.
Ich kann dir aber gerne ein paar Argumente nennen, warum ich es für falsch und unhygienisch halte:

  1. Hunde sind nicht sauber. Ich kann das ja sehr gut an meiner Kleinen beobachten: nach dem Spaziergang durch Wald und Feld sieht sie bei feuchter Witterung aus „wie Sau“. Der ganze Bauch und die Beine, die normalerweise weiß sind, sind dann braun. Soll ich den Hund jedesmal nach einem Spaziergang baden?
  2. Hunde haben Zecken. Ich versuche mir gerade vorzustellen, wie ich eines dieser prall gefüllten Ekelviecher nicht auf meinem Teppich, sondern in meinem Bett finde… Gerade in der wärmeren Jahreszeit können Hunde wahre Zeckenburgen sein; und du wirst nicht jede in ihrem Fell finden, um sie zu entfernen.
  3. Hunde wälzen sich in Aas und sonstigen ekligen Dingen. Hast du schon mal diesen, für einen Hund wohl zauberhaften, Geruch in der Nase gehabt? Da ist dann allerdings ein Bad fällig…
  4. Hunde stecken ihre Nase in alles rein, wo wir Menschen unsere Nase rümpfen würden. Und dann soll ich es riskieren, dass ich in der Nacht womöglich genau diese Nase in meinem Gesicht habe?
  5. Hunde haaren. Manche mehr, andere weniger. Soll ich jeden Tag mein Bett neu beziehen, weil sich die Hundehaare nicht so einfach wegnehmen lassen?

Das mag jetzt alles so klingen, als ob ich Hunde nicht mag. Ist aber nicht so, ganz im Gegenteil. Nur bin ich der Meinung, ein Hund ist ein Hund und sollte nicht vermenschlicht werden.

Hier habe ich noch eine sehr informative Seite im Internet zur Hundeerziehung gefunden. Schau doch mal rein:
http://www.google.de/search?q=cache:VTNRefThjvEC:www…

Und falls es dich interessiert, hier kannst du mal einen Blick auf meine Kleine werfen:
http://www.webwelten.de/Jessy.htm

Gruß
Uschi

Hallo India,

da muss ich dir widersprechen!
dominanz hat sehr wohl etwas mit der hunderasse zu tun…
es gibt hunderasse die sind fuer ihre dominanz bekannt und
gehoeren nur in erfahrene haende.

Hm, bei mir lebt u.a. eine Chihuahua-Mix-Hündin, sie gehört zu den dominantesten hunden, die ich kenne.:wink:
Generell und ganz unabhängig von der Rasse gehört ein Hund nur in Hände, die es verstehen, mit Hunden umzugehen und da jeder ja mal anfangen muß, kann ich dir auch nur dringend empfehlen, eine Hundeschule zu besuchen!

Wenn euer Hund knurrt, wenn er auf dem Bett
deines Sohnes liegt, habt ihr bereits ein Problem: er
verteidigt den Platz, den er als den vermeintlich „seinen“
ansieht.

ich bin mir einfach nicht sicher, ob es nicht ein „lass mich
jetzt mal in ruhe“-knurren ist. darf man das knurren
gegenueber einem familienmitglied konsequent nicht
akzeptieren?

Nein. Aus dem Knurren könnte schlimmstenfalls Beißen werden.

der sohn ist auch einfach noch zu jung, um sich beim hund
durchzusetzen. ich muesste dem hund das knurren verbieten…

Nimm Deinen Sohn mit in die Hundeschule, wenn Ihr Eurem hund eine ordentliche Erziehung angedeihen laßt, wird auch er schnell in der Lage sein, sich dem Hund gegenüber durchzusetzen. Wenn nicht, könnte das ein ernstes Problem werden…

fruehestens ab 14 jahren koennen kinder sich bei einem hund
durchsetzen. ein kind hat einfach noch nicht das auftreten
dazu.

Blödsinn, wo hast du denn das her? ich habe bereits mit 12 Jahren mit meinem Tibet Mastiff erfolgreich die Hundeschule besucht und war dort damals nicht die einzige in meinem Alter.
Ich kann es nur noch mal wiederholen: Wenn der Hund merkt, daß Dein Sohn schwächer ist und Du auch nicht in der Lage bist, die Position Deines Sohnes in der Rangordnung Eures „Rudels“ (jawohl, sobald man mit einem Hund zusammenlebt, muß man auch Rudelverhalten erlernen) zu festigen, kann das böse enden, Für deinen Sohn sowie für den Hund.

Zum Schluß auch noch ein Buchtip von mir :smile::
Lassie, Rex und Co.
http://www.bol.de/is-bin/INTERSHOP.enfinity/eCS/Stor…
Für mich das beste und verständlichste Hundebuch.

Tanja

hallo tanja

Hallo India,

da muss ich dir widersprechen!
dominanz hat sehr wohl etwas mit der hunderasse zu tun…
es gibt hunderasse die sind fuer ihre dominanz bekannt und
gehoeren nur in erfahrene haende.

Hm, bei mir lebt u.a. eine Chihuahua-Mix-Hündin, sie gehört zu
den dominantesten hunden, die ich kenne.:wink:

meine kleine freche ist auch ein chihuahua… und ich war schon verwundert wieviel wolf in dem kleinen ding steckt :wink:

Generell und ganz unabhängig von der Rasse gehört ein Hund nur
in Hände, die es verstehen, mit Hunden umzugehen und da jeder
ja mal anfangen muß, kann ich dir auch nur dringend empfehlen,
eine Hundeschule zu besuchen!

tja, ich bin da einfach anderer meinung. jeder hat mal den ersten hund. und ich wuerde da jedem zu einem „einfachen“ hund, wie zb einem golden retriver raten.

„schwierige“ oder dominate hunde wie hirtenhunde, wolfshunde, dobermanns, etc gehoeren in SEHR erfahrene haende!

ich finde es ganz wichtig sich ueber die rasse zu informieren, bevor man sich einen hund zu tut. da kann man sich viel leid ersparen. (meine schwester ist tieraerztin, da bekommt man so einiges mit…)

es gibt nun mal ein unterschied zwischen einem goldie und einem tschechischen wolfshund. ein anfaenger der sich ein wolfshund zu tut - das kann bitter enden…
ein anfaenger der sich einen goldie zutut, der kann mit dem hund lernen und es kann durchaus eine glueckliche erste hundebeziehung werden.

Wenn euer Hund knurrt, wenn er auf dem Bett
deines Sohnes liegt, habt ihr bereits ein Problem: er
verteidigt den Platz, den er als den vermeintlich „seinen“
ansieht.

ich bin mir einfach nicht sicher, ob es nicht ein „lass mich
jetzt mal in ruhe“-knurren ist. darf man das knurren
gegenueber einem familienmitglied konsequent nicht
akzeptieren?

Nein. Aus dem Knurren könnte schlimmstenfalls Beißen werden.

der sohn ist auch einfach noch zu jung, um sich beim hund
durchzusetzen. ich muesste dem hund das knurren verbieten…

Nimm Deinen Sohn mit in die Hundeschule, wenn Ihr Eurem hund
eine ordentliche Erziehung angedeihen laßt, wird auch er
schnell in der Lage sein, sich dem Hund gegenüber
durchzusetzen. Wenn nicht, könnte das ein ernstes Problem
werden…

das werde ich!

fruehestens ab 14 jahren koennen kinder sich bei einem hund
durchsetzen. ein kind hat einfach noch nicht das auftreten
dazu.

Blödsinn, wo hast du denn das her?

hunde wie auch pferde reagieren auf die koerpersprache des menschen. bei den tieren hat das akzeptieren eines leittieres sehr viel mit koerpersprache zu tun.

ich habe bereits mit 12
Jahren mit meinem Tibet Mastiff erfolgreich die Hundeschule
besucht und war dort damals nicht die einzige in meinem Alter.

ich bezweifle dass ein kind bei einem schwierigen hund wie zb einem kangal durchsetzen kann. da haben die meisten erfahrenen erwachsenen schon ihre liebe muehe.

Ich kann es nur noch mal wiederholen: Wenn der Hund merkt, daß
Dein Sohn schwächer ist und Du auch nicht in der Lage bist,
die Position Deines Sohnes in der Rangordnung Eures „Rudels“
(jawohl, sobald man mit einem Hund zusammenlebt, muß man auch
Rudelverhalten erlernen) zu festigen, kann das böse enden, Für
deinen Sohn sowie für den Hund.

Zum Schluß auch noch ein Buchtip von mir :smile::
Lassie, Rex und Co.

werde ich mir anschauen!
vielen dank fuer den tipp!

liebe gruesse
india

http://www.bol.de/is-bin/INTERSHOP.enfinity/eCS/Stor…
Für mich das beste und verständlichste Hundebuch.

Tanja

Hallo India,

„schwierige“ oder dominate hunde wie hirtenhunde, wolfshunde,
dobermanns, etc gehoeren in SEHR erfahrene haende!

…und beim Chihuahua habt ihr Euch durch die Größe täuschen lassen :smile:. Diese Hunde sind meist sehr dominant.
(Dobermänner sind zwar sehr bewegungsfreudig doch entgegen der landläufigen Meinung meist eher zurückhaltend und sehr selten dominanter als andere „normale“ Hunde)

es gibt nun mal ein unterschied zwischen einem goldie und
einem tschechischen wolfshund. ein anfaenger der sich ein
wolfshund zu tut - das kann bitter enden…

Die Bilanz der letzten zwei Jahre: 2 mit einem Blasrohr betäubte und anschließend wegen übersteigerter Aggressivität getötete Golden Retriever, 3 Border Collies, die mit sehr viel Training in erfahrene Hände vermittelt werden konnten (auch mit ihnen wurden ihre Menschen nicht mehr fertig) und div. andere kleinere Hunde, die ins Tierheim kamen, weil sie unterschätzt wurden und keine ordentliche Erziehung genossen hatten.
Das waren allein die Hunde, von denen ich in meinem „Einzugsbereich“ weiß. Ich möchte damit nur verdeutlichen, daß es nicht allein an der Rasse hängt, ja, daß gewisse Charaktereigenschaften durch die Massenzucht und fehlende anständige Sozialisation auch einfach verlorengehen können.
Im Prinzip hast Du Recht, wenn du sagst, daß ein Anfänger mit einen Wolfshunf überfordert wäre, doch heißt das nicht, daß das mit einem Retriever nicht genausogut passieren kann.

hunde wie auch pferde reagieren auf die koerpersprache des
menschen. bei den tieren hat das akzeptieren eines leittieres
sehr viel mit koerpersprache zu tun.

Diese Körpersprache können bereits Kindergartenkinder erfolgreich erlernen - traue Deinen Sohn ruhig etwas zu! :smile:

ich habe bereits mit 12
Jahren mit meinem Tibet Mastiff erfolgreich die Hundeschule
besucht und war dort damals nicht die einzige in meinem Alter.

ich bezweifle dass ein kind bei einem schwierigen hund wie zb
einem kangal durchsetzen kann. da haben die meisten erfahrenen
erwachsenen schon ihre liebe muehe.

Hm, die Charaktereigenschaften eines Tibet Mastiff sind denen eines Kangal sehr ähnlich… - doch wir beide waren ein super Team :smile:
Der mittlerweile 3-jährige Sohn einer Freundin lebt mit 1 Rottweiler und 2 Pitbulls zusammen - wenn der Kleine „Sitz“ schreit, dann sitzen die Hunde. Sie hat natürlich sehr viel Erfahrung, doch ist das das Optimum, was anzustreben ist.

Viele Grüße und alles Gute mit Eurem kleinen Wolf :wink:

Tanja

Hallo India,

es ist ja schon viel auf Dein Posting hin geschrieben worden, daher nur noch ein paar Ergänzungen.

Es ist ziemlich schwierig, ohne Erfahrung die Signale eines Hundes richtig zu verstehen. Knurren kann Dominanz, Spiellaune, Wohlgefühl1 und noch einiges anderes ausdrücken, abhängig von der Situation, der sonstigen Körpersprache, dem Klang des Knurrens usw.

Wedel mit der Rute bedeutet auch nicht immer Freude, auch das hängt von weiteren Signalen und Rahmenbedingungen ab.

Um die Signale eines Hundes wirklich zu verstehen, muss man seine Lautäußerungen, die Ohrenstellung (hochgestell, angelegt etc.), die Rute (hoch, geklemmt, wedelt …), das Fell (gesträubt, wo gesträubt), die Mundwinkel (spitz, rund), die Augen (Blick wohin, normal oder weit aufgerissen), die Zunge (züngelt er?) und seine gesamte Körperhaltung mit einbeziehen.

Hierzu empfehle ich das Buch „Hundepsychologie, Wesen und Sozialverhalten“ von Dr. Dorit Feddersen-Petersen, einer der führenden Verhaltensforscherinnen bei Caniden (ISBN 3-440-05589-2 Buch anschauen).

Im vorliegenden Fall gehe ich aufgrund der Umgebungsvoraussetzungen schon davon aus, dass das Knurren hier tatsächlich eine Verteidigungsäußerung war, allerdings bei einem Welpen möglicheweise auch ohne Ernstbezug, d.h. es war spielerischer Natur. Wenn ich mit unseren Hunden spiele , knurren sie mich auch an, das würden sie aber außerhalb des Spiels niemals tun.

Wenn es ein ernst gemeintes Signal war, solltest Du so etwas als Rudelführer unterbinden (Schnauzengriff, von oben die Schnauze umfassen, klares entschiedenes „NEIN!“). Ganz wichtig ist aber hier das Timing. Wenn er knurrt, und Du machst das zehn Sekunden später - vergeblich. Die Reaktion muss sofort kommen, innerhalb von einer Sekunde, zwei sind eher schon zu lang. Das gilt übrigens auch für Bestärkungen.

Für die Festlegung der Rangordnung ist es nicht nötig, den Hund dauernd zu unterwerfen oder „runterzudrücken“, viel wichtiger und effektiver ist, stets und immer darauf zu achten, dass man als Rudelführer agiert und nicht reagiert , d.h. man darf sich niemals von seinem Hund steuern lassen. Einen dominanten Hund streichelt man, wenn man ihn streicheln will, nicht dann, wenn er ankommt und gestreichelt werden will. Er bekommt sein Fressen, wenn man es ihm geben will, nicht, wenn er danach verlangt. Sobald der Hund die Erfahrung macht, dass er seinen oder seine Menschen steuern kann, in der Hand hat, ist die Rangordnung gestört.

Der Empfehlung, eine Hundeschule zu besuchen, kann ich mich nur anschließen. Ich habe seit 20 Jahren Hunde und bilde mich immer noch weiter, man lernt immer noch dazu. Leider ist es nicht einfach, eine gute Hundeschule als solche zu erkennen, wenn man selbst noch wenig Ahnung hat. Auf jeden Fall sollte dort mit wenig Zwang und viel Motivation und Bestärkung (Lob, Spiel, Leckerli) gearbeitet werden.

Die in meinen Augen beste Herangehensweise für eine positive und erfolgreiche Hundeerziehung habe ich jetzt kürzlich kennengelernt. Sie nennt sich „Lind-art“ nach Ekard Lind (http://www.lind-art.de/). Sie bedient sich in erster Linie der Primärmotivation (Freude am Tun) durch artgerechtes Spielen und Verwendung einer arttypischen Körpersprache, in zweiter Linie der Sekundärmotivation (Belohnung) und nur dann, wenn es unvermeidbar ist, der Meidemotivation (Vermeidung von negativem Feedback). Insofern ist das noch ein deutlicher Schritt weiter als die Erziehung vorwiegend durch Bestärkung, die ja auch schon sehr positiv zu sehen ist.

Hier muss zunächst erst einmal der Hundeführer richtig ausgebildet werden, bevor man das richtig anwenden kann, aber es lohnt sich. Lind-art Hunde sind mit so viel Freude bei der Sache, das ist fantastisch. Ein Lind-art-Könner macht mit fremden Hunden, die er noch nie gesehen hat, die tollsten Sachen, ohne ein Wort zu sprechen, nur mit Körpersprache, Gestik, Mimik, Lauten etc., ich hab’s selbst gesehen.

Auch bei Lind-art ist die Einhaltung der Rangordnung ein wichtiges Thema. Die drei Säulen der Mensch-Hund-Beziehung: Vertrauen, Kommunikation und Rangordnung.

Ekard Lind arbeitet übrigens auch mit Frau Dr. Feddersen-Petersen (siehe oben) zusammen.

So, ist ganz schön lang geworden, sorry, aber speziell über Lind-art könnte man stundenlang schreiben.

Grüße
Sebastian

1 Unsere Hündin (6 Monate) knurrt wie ein Tiger, wenn man sie knuddelt und massiert, und zwar aus Wonne.

Hai, india,

ich kann mich eigentlich nur anschließen: geh’ mit Deinem Viech und Deinem Sohn zur Hundeschule! Dein Sohn muß lernen, sich gegenüber dem Hund durchzusetzen. Das Bett gehört Deinem Sohn und der Hund muß das lernen - sonst schläft der Junge eines Tages im Hundkörbchen und als nächstes kommt die „Eroberung“ Eures Bettes dran.
Laß Dich nicht dadurch täuschen, daß Euer Fifi so klein ist - wenn ich das richtig mitgekriegt habe, habt ihr ‚nen Chiahua? Die wurden ursprünglich zur Ratten-Jagd gezüchtet… auch die anderen kleinen sind immernoch genug Wolf, um nach Rangordnung zu leben und da gibt’s nur oben und unten, kein nebeneinander.
Wenn Du Dir kein Tetanus-Abo für Deinen Bengel zulegen willst, erzieh‘ den Hund wie einen Hund, unabhängig von der Größe (mal abgesehen davon, daß unerzogene Klein-Hunde auch gegenüber Fremden ganz schön krötig werden können und nicht jeder Passant lässt sich ungestraft anknurren oder gar beissen - wenn er dann 'ne Dogge tritt, wird dem Tier nicht so viel passieren, aber so’n Zwerg?)
Nochmal (ich kann’s gar nicht oft genug wiederholen): erzieh den Hund richtig; laß Deinen Sohn den Hund aus dem Bett werfen; laß auf garkeinen Fall zu, daß der Hund sich einem Menschen gegenüber überlegen fühlt - auch wenn der Kleine doch so süüüß ist - es ist ein Raubtier!!!
Gruß
Sibylle
(die so’n Teil mal am Knöchel zu hängen hatte und dann vom Frauchen angezeigt wurde und Tierarztkosten zahlen sollte, weil der blöde Köter sich an ihrem Schuh 'n Zahn ausgebissen hatte…)
PS: übrigens mag ich Hunde, hab aber keinen mehr, weil ich keine Dauer-Dominanz aufrecht erhalten kann.

vielen dank fuer all die antworten!
vielen dank fuer die vielen hilfreichen antworten!
ich werde mir alle zu herzen nehmen.

liebe gruesse
india