Hallo Rainer,
ich finde es toll wenn auch Jungen, in diesem Alter, sich für das Kochen interessieren. Daraus zu schliessen, daß man eine Berufung erkennen kann dürfte falsch sein.
Heute hat mein Sohn, 13 Jahre alt, Putengeschnetzeltes mit
Champingnons und Spätzle gekocht. Ich will ihm hier einmal ein
Lob ausstellen und euch aber auch gleichzeitig fragen, soll
ich das fördern, wenn er an diesem Beruf Interesse zeigt?
Bin mal gespannt auf eure Meinung.
Hallo Rainer, und auch dir Frohe Ostern.
Woraus schließt du, daß er an dem Beruf Interesse hat? Das
geht aus deinem Text nämlich nicht hervor.
Sollte er aber wirklich Interesse an einem gastronomischen
Beruf haben, wäre es sehr empfehlenswert, ihn mal während der
Ferien in ein Praktikum zu schicken, damit er selber
entscheiden kann, ob der Streß ihm gefällt.
In welchem Saftladen hast Du diese Erfahrung gemacht? Es gibt viele Küchen in denen dizipliniert und ohne Streß hervorragende Arbeit geleistet wird.
Dann aber bitte nicht in eine kleine Dorfkaschemne, die 3 Essen
in der Woche verkauft werden
Du scheinst Dich aber gut auszukennen - 3 Essen in der Woche und dann ausbilden? Wo lebst Du?
sondern eher in ein 5*Hotel, wo’s auch mal heiß hergeht und 500
Essen am Tag keine Seltenheit sind.
Na diese Betriebe kann man an 5 Fingern abzählen
Käme er damit klar, wenn der Chef ihn zusammenscheißt, weil
die Deko 2 Millimeter zu weit nach rechts liegt? Würde er die
Welt noch verstehen, wenn der Küchenchef, der ihn eben
fürchterlich angeschriehen hat, eine halbe Stunde später auf
ein Bier einlädt?
Solche Rabauken gibt es in jedem Beruf, aber grade in der Küche
kommt es auf die Kleinigkeiten an. Jemand der nicht bereit ist etwas anzunehmen und Anweisungen zu befolgen findet hier keine berufliche Zukunft.Bereits in der Lehrzeit trennt sich der Weizen vom Streu.
Lehrjahre sind keine Herrenjahre
Gruß
Sticky
Jemand der sich für diesen Beruf entscheidet muß mit den schlechteren Bedingungen, Sonn und Feiertagsarbeit, Wechselschichten, schwerste körperliche Belastung u.v.a. umgehen können.
Trotzalledem einer der schönsten, kreativsten Berufe die man ergreifen kann.
In einem Praktikum wird er mit Sicherheit kein Gemüse schälen, Fleisch ausbeinen, Töpfe schruppen oder ähnliches machen müssen.
Er soll sich einen Überblick über die verrichtenden Arbeiten verschaffen können aber keine Hilfsarbeiten ausführen.
In diesem Alter werden die Weichen für die Zukunft gestellt. Weicheier haben in diesem Beruf keine Chanche.
Ich würde ihm empfehlen ein Praktikum, zeitlich nicht begrenzt, bei einem Bäcker, Metzger, Koch und allen ähnlichen Berufen nach Möglichkeit auszuüben.
Auch die Bezahlung, wie es unten weiter steht, liegt teilweise je nach Können in der Liste der Bestverdienenden.
Kopf hoch für den Jungen er wird schon seinen Weg gehen.
Gruß Georg