Hallo,
hoffentlich bin ich hier im Brett richtig. Gibt es eigentlich Menschen, die zwar nicht sprechen, also im Sinne von Worte formulieren, wohl aber summen oder auf Vokalise singen können, vielleicht auf Grund einer psychischen Krankheit oder aus biologischen Gründen? Wenn ja, wüsste ich gerne Näheres, - auch, ob und wie man das therapiert.
Gruß,
lynndinn
Auch Hallo,
ich sag einfach mal " Ja".
Vor etwa 3 Jahren hatte ich einen Kollegen, der hat im normalen Leben fast kein Wort rausgebracht. Wenn wir aber völlig allein waren, ist er auf die Singstufe gestiegen. War die ersten zwei Tage gewöhnungsbedürftig für mich, aber es ging.
cu
Zeulino
Hi,
es gibt den sogenannten Mutismus, oder auch selektiver Mutismus.
Guckst du hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Mutismus
LG IA
Hallo,
die Frage ist nicht eindeutig zu beantworten. Der Grund liegt darin, dass es eine Menge verschiedener Ursachen für Stummheit gibt. Bei physiologischen Ursachen, wie etwa dem Fehlen oder der Funktionsunfähigkeit der Stimmbänder, wird sicherlich auch kein Summen möglich sein.
Bei psychischen Störungen, wie dem elektiven Mutismus, bei dem Menschen das Sprechen verweigern, obwohl sie es eigentlich könnten, bei gewissen geistigen Behinderungen oder einer Stummheit, die durch Taubheit verursacht wird, ist Summen hingegen durchaus möglich.
Ebenso vielfältig sind auch potentielle Therapieansätze. Eine (recht humorvolle) Idee findest du hier:
http://blog.stuttgarter-zeitung.de/fundstucke/2011/0…
Schöne Grüße,
Jule
Hallo Jule und IrisAntonia,
vielen Dank für den Hinweis auf den selektiven Mutismus. Ich habe mir den Wikipedia-Beitrag mal angeschaut. Für mich sehr aufschlussreich. Gibt es denn auch die Möglichkeit, dass der Mutismus auftritt, weil die Person keine Konsonanten v.a. Explosivlaute aussprechen kann bzw. aus einer psychischen Störung heraus nicht will, was sie im Vokalisensingen oder im Summen zu kompensieren versucht? Oder sind wir dann eher auf der Ebene der Stimmphysiologie?
Bin auf eure Antworten gespannt,
lynndinn
PS
das Video ist wirklich genial!
Hallo,
was den elektiven Mutismus betrifft, ist es wohl so, dass keine Sprachstörungen vorliegen. Der Betreffende trifft einfach die Entscheidung nicht zu sprechen. Meist bezieht sich diese Verweigerung nur auf bestimmte Personen/ Situationen/ Orte. Es gibt z.B. Kinder, die zuhause quasseln wie ein Wasserfall, aber im Kindergarten komplett das Sprechen verweigern.
Ein Ausweichen auf Singen ist zumindest für den Mutismus eher ungewöhnlich.
Summen ist mir eher bekannt aus dem Bereich der geistigen Behinderungen, wo es vielfältige Zwecke erfüllt und beispielsweise dem Beruhigen/ Abbau von Spannungen dient.
Man weiß von Stotterern, dass sie singend manchmal stotterfrei artikulieren können (abhängig vom Grund des Stotterns).
Ich selbst nütze Singen, um Kindern beim Theaterspielen sowohl das Textlernen zu erleichtern als auch zu trainieren, klar und mit Ausdruck zu sprechen. Das geht auf eine Melodie einfacher und birgt nicht die Gefahr des Leierns, wie es bei auswendig gelernten Texten leicht auftritt.
Wenn es dir explizit um Vokalisen geht, kann ich dir allerdings nicht weiterhelfen.
Schöne Grüße,
Jule
Hallo,
Ebenfalls.
was den elektiven Mutismus betrifft, ist es wohl so, dass
keine Sprachstörungen vorliegen. Der Betreffende trifft
einfach die Entscheidung nicht zu sprechen.
Was ist das denn für ein Quatsch? Ich habe ca. 20 Jahre gestottert. Meinst Du wirklich, ich habe das gewollt?
Meist bezieht sich
diese Verweigerung nur auf bestimmte Personen/ Situationen/
Orte. Es gibt z.B. Kinder, die zuhause quasseln wie ein
Wasserfall, aber im Kindergarten komplett das Sprechen
verweigern.Ein Ausweichen auf Singen ist zumindest für den Mutismus eher
ungewöhnlich.
Bei mir war es nicht nur „Singen“, sondern mein freiwilliges „Englisch“ lernen. Da hatte ich nie „tonisch-klonische“ Spannungen.
Summen ist mir eher bekannt aus dem Bereich der geistigen
Behinderungen, wo es vielfältige Zwecke erfüllt und
beispielsweise dem Beruhigen/ Abbau von Spannungen dient.
Ach??
Man weiß von Stotterern, dass sie singend manchmal stotterfrei
artikulieren können (abhängig vom Grund des Stotterns).
Ja,ja. Habe ich gerade erst
erwähnt.
Ich selbst nütze Singen, um Kindern beim Theaterspielen sowohl
das Textlernen zu erleichtern als auch zu trainieren, klar und
mit Ausdruck zu sprechen. Das geht auf eine Melodie einfacher
und birgt nicht die Gefahr des Leierns, wie es bei auswendig
gelernten Texten leicht auftritt.
Das finde ich gut.
Wenn es dir explizit um Vokalisen geht, kann ich dir
allerdings nicht weiterhelfen.
Joo. Das glaube ich Dir.
Schöne Grüße,
Jule
MfG
Chatta
Hallo Chatta,
Was ist das denn für ein Quatsch? Ich habe ca. 20 Jahre gestottert. Meinst Du wirklich, ich habe das gewollt?
Selektiver Mutismus und Stottern haben nichts miteinander zu tun. Meine Aussage bezog sich aber ausschließlich auf selektiven Mutismus. Da hast du wohl was missverstanden
.
Schöne Grüße,
Jule
Schlaganfall, Parkinson,Stottern usw
Menschen, die aufgrund von Schlaganfall, Alzheimerdemenz, Parkinson oder starkem Stottern nicht oder kaum sprechen können, können auch oft singen. Teils nur Vokale oder Silben, Teils auch mit Text.
Melodie und Rhythmik aktivieren andere Gehirnareale, so können Ausfälle in den Sprachzentren teilweise vorübergehend überwunden werden.
Hallo bixie,
das klingt interessant. Woher weißt du das? Also ich meine: Kennst du vielleicht Literatur oder Internetangaben dazu, wo ggf. das Erscheinungsbild, der Verlauf und die Therapie an Hand von Beispielen näher beschrieben werden?
Gruß,
lynndinn