Servus,
was stört Dich an diesem Satzanfang?:
Und er und seine Leute…
Ich vermute, das „Und“?
Nu, das darf da so stehen, isch schwör! Vgl. Dazu „Duden - Die Grammatik“, § 1759ff „Kopulative Konnektoren“.
Hierzu:
Ich finde selbst die Autoren halten sich nicht wirklich an die
Regeln, oftmals war ich selbst erschrocken über den Ausdruck.
darf angemerkt werden, daß Deutschland wegen seiner starken Verspätung in der Bildung eines Nationalstaates (1870, als die ernster zu nehmenden Mitbewerber das alles schon in trockenen Tüchern hatten) zwar extreme Nachteile in Kauf nehmen musste (keine ordentlichen Kolonien, Hitlerfaschismus und Folgen zweier verlorener Angriffskriege etc.), aber auch einen enormen Vorteil: Die deutsche Standardsprache ist viel besser entwicklungsfähig als z.B. das Französische unter der Fuchtel der Académie, weil sie eben seit etwa 1521 davon lebt, daß ihre Pfleger dem Volk aufs Maul schauen - und nicht ebendiesem Volk z.B. einen Schand-Sabot um den Hals hängen, wenn da ein Wort Gallo rausrutscht.
In so einer Entwicklung können ganz neue Sprachen entstehen, beobachtbar u.a. am US-Amerikanischen; oder einige hundert Jahre früher am Französischen, Italienischen, Spanischen, Rumänischen etc. Ob sie „richtiger“ oder „falscher“ sind als ihre Mütter, bleibt dem Einzelnen überlassen.
Du hast also gute Chancen, daß „Alda, muss Du endkrass viel Kebap fresse bis Du das peils, isch schwör!“ noch zu Deinen Lebzeiten richtiges Standarddeutsch geworden sein wird.
In der Zwischenzeit empfehle ich, damit zu leben, daß bis auf weiteres die Sprachabweichungen von Arno Schmidt als „persönlich, aber eigentlich schon richtig“ und die von Bülent Ceylan als „lustig, aber eigentlich trotzdem falsch“ gewertet werden.
Übrigens: Mit der Problematik, daß das Standarddeutsche als vergleichsweise sehr junge Sprache an vielen Ecken und Enden nicht so fein zwischen „richtig“ und „falsch“ unterscheidet, ist jeder einzelne Deutschlehrer im Rahmen seines Studiums konfrontiert worden. Es ist also nicht bloß erlaubt, sondern auch hie und da durchaus erwünscht und auch nützlich, einzelne Bewertungen von „Fehlern“ aufzugreifen und in Frage zu stellen. Ich wage die Vermutung, daß es nicht wenige Lehrer gibt, die freudevoll aufjauchzen werden, wenn jemand aus der amorphen Masse, mit der sie tagtäglich kämpfen, sich dazu aufrafft.
Schöne Grüße
MM