Kognition vs. Emotion

Hallo!

Im Rahmen des GSK (Gruppentraining sozialer Kompetenzen von Hinsch und Pfingsten) wird ausdrücklich darauf verwiesen, dass man den Klienten den Unterschied zwischen Kognition und Emotion klar deutlich machen soll.
So vage habe ich ja auch eine Vorstellung davon, nur so ganz klar definieren kann ich diese beiden Begriffe nicht.
Wäre toll, wenn mir jemand weiterhelfen könnte!

Vielen Dank und liebe Grüße,
Anna

Hallo!

Legt man das aktuelle akademische Verständndnis beider Begriffe zugrunde, sind sie zwar deutlich unterscheidbar, lassen sich aber dennoch nicht voneinander trennen. Kognitive Prozesse sind stimmungsabhängig (Hot Cognition) und Emotionen werden (auch) von kognitiven Bewertungsprozessen ausgelöst.
Wenn den im Rahmen eines SKT der Unterschied zwischen Kognition und Emotion verdeutlicht werden soll, dann geht es vermutlich eher darum die durch Emotionen wie Angst, Wut oder Trauer induzierten Kognitionen von den Kognitionen im stimmungsneutralen Zustand zu unterscheiden.
Ist diese Deutung mit den Darlegungen, auf die du dich beziehst vereinbar?

Viele Grüße
Falk

Ergänzung
Ich verstehe es so, dass stimmungsbasierte Gedanken und Urteile von solchen Unterschieden werden sollen, die auf Fakten beruhen. Ein Beispiel: Wenn man Angst hat (Emotion) wirkt vieles bedrohlich, das bei nüchterner Betrachtung (Kognition ohne entscheidenden Einfluss von Emotion) überhaupt nicht bedrohlich erscheint. Es soll vermutlich gelernt werden, das eigene Denken und Handeln rationaler beherrschen zu können, so dass dieses nicht zum Spielball der eigenen Stimmung wird.
Dazu die genauen Definitionen von Emotion und Kognition einzusetzen erscheint mir nicht zweckdienlich, weil die einfache Formel „Kognition ist rational“ falsch ist.

Falk

Hi Anna,

Emotion [lat. emovere = herausbewegen, erschüttern], E. ist gleichbedeutend mit Gefühl, jedoch im engl. Sprachgebrauch eher Affekt.

Kognition [engl. cognition] ist eine nicht wahrheitsgemäße Annahme. K. ist ein Sammelname für alle Vorgänge oder Strukturen, die mit dem Gewahrwerden und Erkennen zusammenhängen, wie Wahrnehmung, Erinnerung (Wiedererkennen), Vorstellung, Begriff, Gedanke, aber auch vermutung, Erwartung, Plan und Problemlösen.

(vgl. Dorsch - Psychologisches Wörterbuch)

Viele Grüße,

Hilmar

Hallo Anna,

auf der S. 16 und den folgenden des Manuals steht sehr sehr ausführlich, was das ist.

Beste Grüße und viel Spass,
Bernie

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