„Vor allem Umwelteinflüsse haben laut Stadtverwaltung der 1971
gebauten Konstruktion in den vergangenen Jahren enorm zugesetzt.
„Durch die geringe Betondecke um den Stahl hatten Kohlendioxid und
Wasser leichtes Spiel, das Bauwerk anzugreifen“, schilderte Steppan.
Eine komplette Sanierung sei aus Sicht der Planer unwirtschaftlich.“
Seit wann hat Kohlendioxid etwas mit der Korrosion von Eisen zu tun, ich dachte eigentlich, dasss der Suaerstoff dafür verantwrotlich ist?
Kohlenstoffdioxid bildet in Verbindung mit Wasser Kohlensäure, die schwach dissoziiert ist. Das Säureanion knabbert an allem was unedel genug ist, nicht nur der Sauerstoff, der in trockener Atmsphäre dem Stahl nix tut. Normalerweise wird die Armierung in Stahlbeton erst in 5cm Abstand zur Aussenluft angesetzt, um zu vermeiden, dass Wasser mit Carbonationen den Stahl erreicht. Im Zementanteil des Beton ist normalerweise genug Calcium drin, um das CO2 zu Kalk zu fällen. Wenn die Mantelschicht nicht ausreicht, so wird das Moniereisen zu sog. Blätterteigrost umgewandelt, der den Beton sprengt, so dass noch schneller Wasser eindringen kann. Frost im Winter beschleunigt die Betonzerstörung noch weiter.
Was landläufig als Rost bezeichnet wird ist ein ganze Palette von Oxiden und Hydroxiden des Eisens:
Fe(OH)3
FeOOH
FeO
Fe2O3
und nur sehr selten als Neubildung auch Fe3O4.
Bei dünnen Spannbetonkonstruktionen mit viel Eisen und den fehlenden Abstandhaltern aus Kunststoff oder keramischem Material kommt es vor, dass Baustahl an der Oberfläche liegt und so dem Oxidieren ausgesetzt ist; wenn dieser Prozess erst mal angefangen hat, ist eine umfangreiche Betonsanierung fällig, das angerostete Zeug muss komplett rausgestemmt und abgetrennt werden, sonst geht der Prozess bei oberflächlicher Kosmetik im Inneren weiter.