Kollabierte Laserdioden?

Moin!

Für eine projizierende Anzeige habe ich gerade versucht acht parallel geschaltete Laserdioden auszurichten. Dabei könnte ich einen Kurzschluss verursacht haben. Jedenfalls leuchten jetzt auf einmal ALLE ACHT Laserdioden nurnoch mit einem Bruchteil ihrer ursprünglichen Leuchtkraft. Was zum Kuckuck ist da passiert?
Ich hätte es ja verstanden wenn es nur eine Diode getroffen hätte. Aber warum gleich alle acht?
Kann mir das jemand bitte erklären?
Danke, Axel.

Weitere Informationen:
Die Laserdioden entstammen billigen fernost Laserpointern, der Siliziumkristall ist ungeschützt. Spannung kam aus einem Netzteil, Vorwiderstände waren vorhanden. Kriechstrom/Kurzschluss kann ausgeschlossen werden, da das Modul in zwei Teile aufgetrennt werden kann und beide Teile nur noch schwach leuchten.

Da staunt der Laie …
… und der Fachmann wundert sich !!!

Hallo Axel !!

Für eine projizierende Anzeige habe ich gerade versucht acht
parallel geschaltete Laserdioden auszurichten. Dabei könnte
ich einen Kurzschluss verursacht haben. Jedenfalls leuchten
jetzt auf einmal ALLE ACHT Laserdioden nurnoch mit einem
Bruchteil ihrer ursprünglichen Leuchtkraft. Was zum Kuckuck
ist da passiert?
Ich hätte es ja verstanden wenn es nur eine Diode getroffen
hätte. Aber warum gleich alle acht?
Kann mir das jemand bitte erklären?

Tja vieleicht wäre dir zu helfen, wenn man wüsste wie das Ganze verschaltet ist und was da mit was kurzgeschlossen wurde !!!

Mit den von dir gegeben Vorgaben kann ich dir auf jeden Fall nur bestätigen, dass da was nicht in Ordnung ist !!!

MfG Peter(TOO)
(Dessen Kristallkugel immer noch im grossen Service ist)

Hallo Axel,

sieh Dir die Kennlinie einer beliebigen Laserdiode an. Da gibts in Flußrichtung (auf der x-Achse) einen Kniestrom. Die opt. Ausgangsleistung auf der Y-Achse ist noch nahe Null. Dann aber steigt innerhalb eines sehr kleinen Stromes di die Ausgangsleistung des Lasers steil an. Innerhalb dieses winzigen Strombereiches muß die Laserdiode betrieben werden. Dummerweise ist der Kniestrom nicht konstant, sondern heftig temperaturabhängig. Die Chiptemperatur ist wiederum von der Umgebungstemperatur, aber insbesondere vom gerade vorliegenden Arbeitspunkt abhängig.

Langer Rede, kurzer Sinn: Ein Dauerstrichlaser ist ohne Regelung nicht betreibbar. Dafür beinhalten cw-Laserdioden eine Monitordiode. Das ist eine Pindiode, also ein optischer Empfänger mit bekannter Empfindlichkeit in mA/W opt. An der Monitordiode läßt sich ein Signal als Istwert für eine Regelung des Stromes durch die Laserdiode gewinnen.

Einfach mit Vorwiderstand betrieben, stirbt die Laserdiode einen schnellen lautlosen Tod.

Gruß
Wolfgang

sind tot
Hallo,
Laserdioden sind leider extrem sensible Bauelemente.
Einmal schief angeguckt und schon sind sie gestorben.
Das sage ich auch aus eigener, teilweise leidvoller Erfahrung.

Das äußert sich auf alle Fälle so, daß beim normalen Laserstrom,
der bei einfachen roten Laserdioden typabhängig so bei
40…60mA liegt, plötzlich keine Lichtleistung mehr rauskommt.
Außerdem hat der Laserstahl plötzlich seltsame Formen und
oft auch so lustige Löcher (wie Blasen).
Kontroliere also mal den Laserstrom.

Laserdioden sterben bei vielen Anlässen. Man darf die Dinger
keinesfalls anfassen, wenn man nicht sauber geerdet ist und
darf niemals ohne entsprechende Vorkehrungen dran löten.
Ein ESD-Impuls oder Kriechströme vom Netzlötkolben
schädigen die Diode sofort.

Der Laserstrom darf niemals über den zulässigen Grenzstrom
steigen (auch nicht für paar us), weil sonst die Lichtleistung
wegen der exponentiellen Kennlinie zu hoch wird und die
Facetten am Chip verbrennen (wie gesagt, das geht superschnell).
Außerdem sind Laserdioden ziehmlich temperaturempfindlich,
wobei es inzwischen schon rote LD-Typen gibt, die bis 70°C
spezifiziert sind.

Was da nun bei Dir passiert ist, kann man schlecht sagen.
Falls Du den Kurzschluß nur an den externen Spannungsanschlüssen
fabriziert hast, und die Laserdioden über eine
Kontantleistungsregelung betrieben werden, sollte da nichts
passieren (vorausgesetzt, die schaltung arbeitet korrekt).
Wenn Du die LD nur über Vorwiderstände betreibst (was durchaus
machbar ist) kann es natürlich auch sein, daß Dein Netzteil nach
einem Kurzschluß einen heftigen Überschwinger hatte und deshalb
die LD gestorben sind.
Gruß Uwi

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Danke
Moin!
Danke erstmal allen die geantwortet haben.
Ich werd jetzt zusehen dass ich mir bessere Laserdioden mit Monitordiode hole. Das was mich nochmal interessiert:
Bei Reichelt gibt es diese Steuerungsplatine. Die ist für den Dauerbetrieb ausgelegt. Ich würde jetzt aber meine Laser mit einem ca 50 Hz Signal an und ausschalten. Machen die Steuerungsplatinen soetwas mit oder muss ich mir da eine eigene Schaltung zusammenstricken?

Bis dann Axel

Hallo,
die meisten billigen Lasersteuerungen sind nur für den
statischen Betrieb ausgelegt. In solchen Fällen könnstet Du also
max. durch Ein-/Auschalten der Betriebsspannung eine Modulation
erreichen. Bei ca. 50Hz kann das evtl. gerade noch klappen.
Man kann in einer solchen Schaltung den Blockkondensator am
Betriebsspannungs-Eingang minimieren, dann sollte es gehen.

Es gibt natürlich auch Lasersteuerungen mit einem
separaten Schalteingang.
Je nach Auslegung kann man damit mindestens einige KHz
schalten.

Falls Du wenig Erfahrung mit Laserdioden hast, empfehle ich
Dir was fertiges zu kaufen. Die Entwicklung einer solchen
Schaltung ist nicht ganz trivial und Du wirst noch mehr
Lehrgeld bezahlen müssen.
Auch die Inbetriebnahme ist problematisch.
Du kannst Die Schaltung schlecht ausprobieren, denn wenn
etwas nicht in Ordnung ist, merkst Du das nach max. 50us und
dann ist die Laserdiode wieder kaputt.

Allerdings kann man für die Laserdiode eine Ersatzschaltung
einsetzen, die sowas verhindert.

Ich empfehle Dir, einfache Laserpointer auszuprobieren.
Falls Du etwas Budget hast, sind Kaufkollimatoren
mit Steuereingang eine gute und schnelle Lösung.

Ich biete auch ab und zu Lasersteuerungen bei Ebay an.
Die gehen meist für knapp 20€ weg.
Gruß Uwi

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