Eine Kollegin war bis vor zwei Tagen unkollegial zu einer anderen Kollegin wie es schlimmer nicht geht. Aber nur hinter ihrem Rücken. Die ahnt da nicht das geringste von.
z.b. Lügengeschichten erzählen um sie schlecht zu machen vor Kollegen und Kunden, in Sachen der Kollegin rumschnüffeln die sie nix angehen, dem Chef irgendwelche Unwahrheiten petzen u.s.w…
Zur Zeit ist zwar wieder Ruhe, aber der Chef glaubt ja jetzt, die würde nur Mist machen, obwohl das gar nicht stimmt.
Ich würde der Kollegin ja gerne davon erzählen. Ich komme wegen ihrer Selbstgerechtigkeit und Verlogenheit auch nicht mit ihr klarkomme.
Ich sitze mit der unkollegialen Tante in einem Zimmer, darum kriege ich etwas mehr mit wie die andere Kollegin.
Ist es nun kollegial von mir wenn ich der Kollegin die von nix eine Ahnung hat davon erzähle?
Oder ist es nicht kollegial, weil man dann selber eine Petze ist?
Am kollegialsten wäre es natürlich, dem Chef zu erzählen, daß die nur Mist erzählt, aber der will von nichts wissen, und wenn man sich da die Köpfe einschlagen würde, es wäre ihm egal.
Also soll die Kollegin jetzt davon erfahren oder sollte man sich da besser raushalten?
trefft ihr drei nicht alle mal zusammen? Dann kannst du doch mal die Betroffene ganz"doof" ansprechen und die Lügenerzählerin muss sich dann outen!
Manu
hm, ich würde ihr wahrscheinlich erstmal lieber nichts davon erzählen. das würde die situation bestimmt nur verschärfen. erst wenn die lästerei wieder anfängt und schlimmere ausmaße annimmt, und wenn sich das ganze eventuell negativ auf ihre arbeit auswirkt (benachteiligung durch den chef, oder so), würde ich mit ihr darüber reden.
mit dem chef reden und sie ihn schutz zu nehmen ist auch schwierig; da könnte der chef vielleicht denken, dass du nur die andere schlecht machen willst.
vielleicht wäre es das beste wenn du das „lästermaul“ selbst daraufhin ansprichst…
auf Tratsch gibt es nur eine Antwort: „Warum erzählen Sie mir das?“ bzw auf Verleumdungen: „Wenn Sie an der Kollegin was stört, dann sagen Sie es bitte ihr statt mir“. Klappt prima, sorgt schlagartig für rote Köpfe.
das habe ich auch schon gemacht. Das entscheidende Wort ist „doof“, und zu Anfang meiner Berufstätigkeit war ich manchmal wirklich so doof, dass ich nicht verstanden habe, was da abläuft. Mit dem Resultat, dass das Intrigenspinnen in meiner Gegenwart ziemlich gefährlich wurde, weil man ja nie wusste, womit ich wem gegenüber rauskomme.
Ansonsten habe ich das bewusst genutzt, einmal auch in dem einzigen Fall sexueller Belästigung, mit dem ich je konfrontiert worden bin: Da schwatzte mir einer meiner zahlreichen Vorgesetzten (wir hatten viel mehr Häuptlinge als Indianer) einmal spät am Abend, als wir noch allein im Büro waren, die Hucke voll wegen irgend welcher Sexualhormone, bei deren Verkauf ich besonders vorsichtig sein müsse, die würden nämlich zu Pillen für Bodybuilder verarbeitet, die sich damit solche Muskeln und _ solch einen _ Penis züchten würden. Dann ging er mit einer Miene und Gründlichkeit darauf ein, dass mir unbehaglich wurde. Ich sagte ihm also mit steinerner Miene, durch den Konsum von Androgenen würde sich nur das weibliche Genitale vergrößern, bei Männern hingegen käme es zu einem Rückbildungsprozess. Das schien ihn dann zumindest zu amüsieren, und ich konnte gehen.
Am nächsten Tag erzählte ich das allen Kollegen: "Wisst ihr was, der hat geglaubt, durch Einnahme von Testosteron könnte ein Mann… " etc. Saublöd eben. Aber kein Wort davon, dass ich ein ganz anderes Gefühl von seinen Absichten gehabt hatte. Nie wieder hat einer was bei mir versucht.
Aber wenn du die „blöd“-Masche machst, überleg dir vorher genau wie: Deine intrigante Kolleginn muss noch einen ehrenhaften Ausweg haben, wo sie ihr Gesicht wahren kann. Sonst gibt’s unter Umständen Krieg total.
Gruß, Claudia
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Also soll die Kollegin jetzt davon erfahren oder sollte man
sich da besser raushalten?
In einer solchen Situation solltest du ganz einfach deinem Gerechtigkeitssinn folgen .
Ich war selbst mal in dieser attackierten Position und war dankbar für den Hinweis einer Kollegin . Ich hatte nichts bemerkt und dem intrigierenden Kollegen sogar vertraut …
Wenn du die intrigante Kollegin stumm machst, verstopfst du nur einen Informationskanal . Natürlich wärst du dann fein aus der Nummer raus .
Aber bitte denke mal ein Stück weiter: der attackierten Kollegin widerfährt nun irgend ein Ungemach/Kündigung/u.s.w. , und du hast gewusst und nichts unternommen . Wie fühlt sich das an ?
Ist das nicht genau die Zivilcourage, von der jeder spricht ,
einzugreifen, wenn ich eine Ungerechtigkeit gegen Dritte verhindern kann ?
Oder dem Prinzip „Was du nicht willst das man dir tu , …“ nach :
was würdest du dir wünschen, wenn du in der attackierten Position wärest ?
Sich einfach nur rauszuhalten würde meinem Gerechtigkeitsgefühl widersprechen, das für mich ein sehr stark motivierender Wert ist .
Gehe in dich und vertausche mal die Rollen im Rotationsprinzip, dann spürst du schon was du zu tun hast .
Vergiss nicht, mit deinem Gewissen gehst du abends allein ins Bett, dann hilft dir niemand mehr …
Hoffentlich findest du die für dich richtige Entscheidung
wenn du mitmischst, bist du automatisch mit drin, mit allen Konsequenzen. Möchtest du das? Manchmal ist Schweigen wirklich Gold, vorallem dann, wenn auch ohne dein Zutun die Sprüche deiner Bürogenossin wirkungslos bleiben.
Wenn deine geschädigte kollegin aufgrund der üblen Nachrede mit Ansehensverlust zu kämpfen hat, dann kannst du immer noch ungefragt deine Einstellungen und Richtigstellungen abgeben, mit der dazugehörigen konsequenz der Parteiergreifung.
viele Grüße
claren