Kollegin frech und unkollegial

Guten Tag,

ich habe bis vor kurzem in einem befristeten Arbeitsverhältnis gearbeitet, wurde leider nicht verlängert und habe eine Kollegin, die meine Arbeit übernehmen sollte, freiwillig eingearbeitet. Mit freiwillig meine ich: Sie bat mich um Informationen, ein Gespräch zum Stand meiner Arbeit, Kollegen meinten ich hätte das nicht nötig, mein Chef ordnete es auch nicht an, ich tat es dennoch aus Gefälligkeit. Im Rahmen dieses Gespräches bat sie mich um meine tel, falls sie mal Fragen hätte, sie gab mir ihre. Ich hatte meine neue tel nicht im Kopf und versprach meine Nr. auf ihrem AB zu hinterlassen. Leider war ihre Nr. nicht korrekt. Danach war sie in Urlaub. Über unsere Sekretärin lies ich ihr nun meine Nr. ausrichten und stellte ein paar sachliche Fragen wie es ihr ginge dazu und wünschte ihr weiterhin beruflichen Erfolg… wie man das so macht.
Nun fand ich gestern einen Anruf auf meinem AB, den sie von der Dienststelle aus getätigt hat (wahrscheinlich vom Sekretariat aus, so dass Leute zuhören konnten). O-Ton: Sie glaubt zwar nicht mir die falsche Nr. gegeben zu haben, aber sie hinterlässt sie mir nochmal, zu meinen Fragen folgende Antworten, ein Punkt sei ihr unklar (hatte ich ihr aber im damaligen Einführungsgespräch explizit erklärt), erkundigte sich kurz nach mir und beendete dann ihren Anruf.
Ich finde diesen Anruf frech und überlege, wie ich mich am besten verhalte. Gern würde ich denken: Ignorieren, lass dich nicht auf das Niveau herab, du hattest gute Arbeit dort geleistet (der Chef sprach damals von „Bereicherung“, die ich ich für die Firma wäre und von „hervorragender Arbeit“), andererseits hat sie einen Punkt erwähnt, der ihr unklar ist und ich will nicht, dass sie im Nachhinein schlecht in der Firma spricht (was aber auch nicht sein muss).
Ich ärgere mich auch ein wenig über mich selbst bzw. ziehe daraus (vielleicht) die Lehre, was ich nicht tun muss, das tue ich künftig auch nicht: also, wenn ich nicht einweisen muss, lasse ich es, nur höflich professionell sein, bringt es auch nicht. Andererseits möchte ich manchmal zum Hörer greifen und in höflichen, aber bestimmten Worten, erklären, dass ich mich für ihren Anruf bedanke, ihre Irritation so und so aufzuklären ist, ich ihr das damals mitteilte und ihr weiterhin viel Erfolg wünsche …
… ärgerlich, ärgerlich, ärgerlich.
Was sagt ihr im Umgang mit Kollegen?
Grüße an alle

Übergabeprotokoll?
Hallöchen,

ohne im Detail auf Deinen Artikel einzugehen.
Bei uns im Unternehmen gibt es sehr oft „fliegende Wechsel“, d.h. ein Kollege X übernimmt ab morgen die Aufgabe von Kollege Y, da sich Y anderen Aufgaben zuwendet.
Es gibt hierzu stets sog. Übergabeprotokolle, in denen Y spezifisch auflistet, welche Aspekte seiner Tätigkeit für X relevant sind und wo diesbezüglich Informationen zu finden sind und worauf zu achten ist.

Dieses Protokoll enthält auch Kontaktinformationen für Rückfragen.
Y schickt es per Mail an X mit CC den jeweiligen Vorgesetzten, damit jener sich auch sicher sein kann, dass beim Wechsel von Y auch nichts „hängenbleibt“.

Es geht hierbei nicht ums „Menschliche“ zwischen X und Y, sondern um die Wahrung der Unternehmensinteressen.

Und zurück zu Deiner Situation:

Wenn Du ein Übergabeprotokoll bereit stellst wird Dein ehem. Vorgesetzter dies wohlwollend zur Kenntnis nehmen, da er sicher sein kann dass Du alles getan hast um den Übergang dem Unternehmen so einfach wie möglich zu gestalten.

Gruss,
Michael

Hallo Michael,
vielen Dank für deine Antwort. In besagter Firma gibt es so etwas wie Übergabeprotokolle nicht - aber die Idee ist interessant, ich denke darüber nach. Weil es so etwas eben in keinster Weise dort gibt, meinten auch Kollegen, so eine Einführung für die neue Kollegin wäre nicht nötig.
Mein Problem ist auch weniger die Übergabe, sondern der AB-Anruf der Kollegin bzgl. der Kontaktdaten. Sie hatte um meine Tel.nr. bzgl. ev. Rückfragen gebeten (dazu bin ich nicht verpflichtet in der Firma gewesen), ich wollte sie ihr aber gern geben (da ich eine sauberen Übergang in dem Unternehmen wollte - Arbeit dort war für mich genial), hatte sie aber nicht parat, wollte sie ihr auf ihrem AB hinterlassen. Sie gab mir falsche Nr. und so leitete ich ihr meine Nr. über das Sekretariat weiter. Auf meinem AB dann die Nachricht: Glaubt nicht mir die falsche Nr. gegeben zu haben, hat einen Hinweis von mir nicht verstanden (obwohl er ausführlich erklärt worden war) etc.
Das regt mich auf, das finde ich frech, ich hatte mehr getan als nötig.
Nun überlege ich, wie ich am besten auf diesen AB-Anruf reagiere: gar nicht, bestimmt/direkt aber freundlich, nur freundlich.
Liebe Grüße

Mahlzeit,

Nun überlege ich, wie ich am besten auf diesen AB-Anruf
reagiere: gar nicht, bestimmt/direkt aber freundlich, nur
freundlich.

Meine Wahl wäre: gar nicht. Und ich würde auch keine Anfragen mehr von ihr beantworten. Weder per mail, noch per Telefon.

Ich kenne diese Situation durchaus, mache Abwesenheits- (also für meine Abweseneheit im Urlabs- oder Krankheitsfall) Übergaben seit einiger Zeit nur noch so wie Michale schrieb (inklusive Gegenzeichnen der Vertretung). Es gibt eine detaillierte Beschreibung, was an meinem Arbeitsplatz abgeht und es steht explizit drin, was eine Vetretung im Notfall mindestens tun muss; diese „Anleitung“ wird ständig aktuell gehalten.

Das ist meiner Meinung nach das einzige, was Du aus der für Dich enttäuschenden Situation für Lehren ziehen kannst. Denke ich.

Grüße
Demenzia

Hallo,

ich schließe mich Demenzias Meinung an: Lass es.

Das ist vorbei und offensichtlich will da jemand, dem du den kleinen Finger reichen wolltest, deine ganze Hand.

Dem muss man einen Riegel vorschieben. Und wenn da schlecht über dich geredet wird: Kratzt es dich? Du bist da fort und selbst wenn man dich (Chefseitig) mit hohem Lob verabschiedet hat, verabschiedet hat man dich.

Auf zu neuen Ufern!

Gruß und viel Glück
Nita

Hi Kreasie,

eines vorneweg: ich hatte ziemlich Probleme, Deinen Textwust zu lesen, hättest Du den einen oder anderen Absatz eingefügt, wäre das ganze etwas leichter gewesen zu lesen :smile:

Und was ich nicht so ganz verstehe: Warum empfindest Du das Telefonat als frech? Weil sie Dich überhaupt angerufen hat? Weil sie Dich - wie Du vermutest - vom Telefon der Sekretärin aus angerufen hat? Weil sie Dich was gefragt hast, was Du ihr schonmal erklärt hast? Weil sie sich nur „kurz“ nach Dir erkundigt hat? Weil Du den Tonfall „danben“ fandest? Wegen der Verwirrlichkeiten mit der Telefonnummer?

Ich persönlich würde sagen, dass Du entweder „gerne“ hilfst und ihr die Frage (auch wenn sie schonmal angesprochen war) beantwortest oder Du hast Dich über Tonfall / Art / was-auch-immmer so doll geärgert, dass Du nimmer hilfst. Dann lass et. Aber tu eines von beidem, ein Mittelweg (ärgern und trotzdem helfen) ist nicht so ne richtig coole Idee :smile:

*wink*

Petzi

Ich nehme an, es war der Tonfall den du als frech empfunden hast. Es ist zwar nervig, dass sie was du erklaert hast nicht verstanden hat, aber durchaus legitim nachzufragen. Ohne Zweifel haette sie es geschickter formulieren koennen und nicht sagen sollen, dass sie nicht glaubt, dir die falsche Nr. gegeben zu haben. Sie war wohl genervt, dass du so lange nicht erreichbar warst.

Ich entnehme deinem OP dass du ihr nicht selbst angeboten hast, nach Jobende erreichbar zu sein, sondern sie dich gefragt hat. Ich glaube keiner haette das abgelehnt und eigentlich sollte man dann dazu stehen. Dem entgegen steht ihre ungeschickte Nachricht auf deinem AB.

Ich wuerde abwaegen, nachdem du sie ja schon kennengelernt hast, ob ihre Nachricht entschuldbar ist oder nicht und sie dann entweder ein letztes Mal anrufen oder es sein lassen.

Vielleicht… ein wenig o.T.
Hallo,

an sich finde ich das, was da gelaufen ist, gar nicht so dramatisch. Vermutlich ist wirklich der Ton blöd aufgelaufen.

Und vielleicht war sie auch angegriffen…

…weil das ganze in dieser Form über die Sekretärin gelaufen ist?
Ich stelle mir vor, ich habe ein neues Aufgabengebiet von einem ausscheidenden Mitarbeiter übernomme. Mit dem habe ich geklärt, dass ich bei Fragen noch mal auf ihn zukommen darf. Er wird mir die Nummer auf den AB hinterlassen. Die ist da aber nicht drauf.

Nun kommt irgendwann die Sekretärin auf mich zu und erzählt mir, dass ich eine falsche Nummer angegeben habe. (Sprich, dass ich zu dusselig bin, mir meine eigene Nummer zu merken bzw. die weiterzugeben). Und so eine Dusseligkeit (ob es nun so war oder nicht) läuft dann auch noch an so zentraler Stelle wie im Sekretariat auf. Vielleicht bin ich auch noch neu im Unternehmen?

Netter hätte ICH es empfunden, wenn man mir die Nummer stumpf mailt, faxt oder eben telefonisch hinterlässt. Dies geht auch ohne Erklärung oder man könnte auch sagen „ich habe die Nummer wohl falsch verstanden“. Oder warten, bis der MA wieder aus dem Urlaub zurück ist.

VG
Monroe

Danke!
Hallo an alle,
vielen Dank für eure Antworten!!! Hinweise zur besseren Gestaltung meines Eintrages (Absätze setzen, so wie es Petzi (ich hoffe der Name ist jetzt richtig geschrieben) meinte) werde ich das nächste Mal berücksichtigen - ich mache das hier zum ersten Mal.

Sicherlich ist die Sache insgesamt unglücklich gelaufen, vielleicht auch von meiner Seite, da es nun über die Sekretärin gehen musste (wie schon Monroe anmerkte). Eine Anmerkung: Die Sekretärin gab einen Anhang weiter, den ich direkt an die Kollegin richtete; der Sekretärin selbst hatte ich den Vorfall nicht geschildert, sondern nur um Weitergabe des Dokuments an die Kollegin gebeten (das ist dort in der Firma so). Ich hatte das nicht geschrieben damit mein Eintrag nicht zu lang wird …

… also vielen Dank. Ich bin überrascht wie toll und hilfreich so eine Frage in einem online-Forum beantwortet wird.

Wie ich mich weiterverhalten werde, überlege ich noch mal kurz. Ich denke Kollegialität behalte ich bei und werde mich bei ihr kurz melden.

Viele Grüße an alle und eine gute Zeit weiterhin!!

PS: Es war definitiv frech von der Kollegin im Tonfall und auch in der Wortwahl, da haben einige in der Antwort durchaus recht. Das spricht nicht für Professionalität, da stimme ich zu. Man kann immer sachlich bleiben. :smile: Und ich denke, das ist die beste Art im Job mit Schwierigkeiten umzugehen, wie groß diese auch immer sein mögen. Also nochmals Dank für die Gedankenspiele von Euch!