Habe vor nächsten Urlaub in Kolumbien zu verbringen.
Nun hab ich gehört daß dort ein Italiener von rechten Paramilitärs entführt und getötet wurde.
Möchte ganz gerne wieder lebend zurückkommen…
War schon jemand dort in Urlaub? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?
also ich selber war noch nicht dort (das vorab), am besten liest du zunächst mal, was das Auswärtige Amt dazu sagt:
_ Das Auswärtige Amt rät dringend von allen Individualreisen, aber auch von Gruppenreisen über Land ab.
Die bewaffneten Auseinandersetzungen im ganzen Land und die Gefahr terroristischer Anschläge halten an. Es muss mit Bombenanschlägen und Angriffen auf Ziele wie öffentliche Gebäude, aber auch Touristenhotels, Clublokale, Restaurants, Supermärkte, Parkplätze sowie öffentliche Verkehrsmittel gerechnet werden.
Es besteht zudem landesweit eine ernstzunehmende Gefahr von Entführungen durch die illegalen bewaffneten Gruppen und durch kriminelle Banden, die häufig für Lösegeld oder politische Forderungen auch Ausländer mitunter jahrelang als Geiseln festhalten. Kolumbien ist weltweit das Land mit den meisten Entführungen.
Die Kriminalitätsrate und insbesondere die allgemeine Gewaltbereitschaft sind im gesamten Land sehr hoch. Hiervon sind auch Viertel der Hauptstadt Bogotá betroffen, in denen sich Ausländer üblicherweise bewegen._
Wenn man dann noch im Kontext sieht, dass das AA (aus diplomatischen Gründen) bei Reisewarnungen eher zurückhaltend als übervorsichtig ist, dann würde ich an deiner Stelle ein anderes Ziel anpeilen…
auch ich war noch nie in Kolumbien, aber man hört nur das Schrecklichste. Die Zustände müssen wohl absolut gewalttätig sein. Ich habe mal mit einem kolumbianischen Autoren geredet, den ich für eine Veranstaltung eingeladen hatte und der Gast der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte war. Das war zu Schills Zeiten, in denen ja die Kriminalität in Deutschland/Hamburg hochstilisiert wurde. Er hat sich nur gewundert, weil er gerade die sicherste Zeit in seinem ganzen Leben erlebte…
sowas musst du in einem Suedamerikaforum fragen, z.b. in dem des Loose-Verlages.
Das Auswaertige Amt uebertreibt oft, da es sich nichts vorwerfen lassen will.
Beispiel: Seuchenwarnung fuer Thailand (absoluter Schwachsinn) oder Reisewarnung fuer Bali nach dem Anschlag in Kuta.
Hier im Forum wurde auch schon vor Eritrea gewarnt, obwohl es eines der sichersten Laender der Welt ist.
Ich lese da ganz gerne nach - man muss halt lesen wie einen Beipackzettel - es steht halt alles drinnen, was passieren kann.
Soweit ich das gelesen habe, ist Kolumbien verhältnismäßig gefährlich zu bereisen, wobei ich auch Leute kenne, die Kolumbien als Rucksacktouristen bereist haben und keine Probleme hatten.
Wenn aber das Außenministerium definitiv von einer Reise abrät, dann würde ich den Rat schon befolgen. Man übertreibt zwar dort gerne ein wenig, aber wenn definitiv abgeraten wird, dann würde ich mich zur eigenen Sicherheit dann doch daran halten.
Auszug aus „Profitip“, einem Nachschlagewerk für Reisebüros:
"Das Auswärtige Amt rät generell dringend von allen Individualreisen aber auch Gruppenreisen über Land ab.
AKTUELLER HINWEIS:
Nach heftigen, tagelangen Regenfällen in der Region Santander (im Nordosten des Landes) hat es dort Erdrutsche und Überschwemmungen gegeben. In dieser Region ist mit unterbrochenen Straßenverbindungen zu rechnen.
Die bewaffneten Auseinandersetzungen im ganzen Land und terroristische Angriffe halten an. Es muss mit Bombenanschlägen unter anderem auf öffentliche Gebäude, Touristenhotels, Clublokale, Restaurants, Supermärkte, Parkplätze und öffentliche Verkehrsmittel gerechnet werden.
Es besteht landesweit eine ernst zu nehmende Gefahr von Entführungen durch illegale bewaffnete Gruppen und allgemein kriminelle Banden, die häufig für Lösegeld oder politische Forderungen auch Ausländer zum Teil jahrelang als Geiseln festhalten. Kolumbien ist weltweit das Land mit den meisten Entführungen.
Die Kriminalitätsrate und besonders die allgemeine Gewaltbereitschaft sind im gesamten Land sehr hoch. Hiervon sind auch Viertel der Hauptstadt Bogotá betroffen, in denen sich Ausländer üblicherweise bewegen.
Sofern eine Reise nach Kolumbien angetreten werden soll und nicht ausschließlich touristischen Zwecken dient (enge Auslegung!), besteht Visumspflicht. Dies gilt auch für Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationen, Experten, Journalisten, Kulturschaffende u.a. Der bisher bei der Einreise erteilte Stempel ist ausschließlich als Touristenvisum gültig und für andere Aufenthaltszwecke nicht ausreichend. Nichtbeachtung kann zu Schwierigkeiten bis hin zur Verhaftung und Ausweisung führen.
Der seit dem 12.08.2002 geltende Ausnahmezustand wurde durch Beschluss des Verfassungsgerichts mit Wirkung ab 30.04.2003 aufgehoben. Die in seinem Zusammenhang erlassenen Reisebeschränkungen innerhalb Kolumbiens haben keine Gültigkeit mehr. Nichtsdestoweniger kann es aufgrund der Konfliktintensität und der hohen Militärpräsenz weiterhin zu tatsächlichen Beschränkungen der Bewegungsfreiheit in Kolumbien kommen. Das Auswärtige Amt empfiehlt, frühzeitig vor der geplanten Reise die kolumbianische Botschaft in Berlin um verbindliche Auskunft über die aktuell zu befolgenden Bestimmungen zu bitten. Daneben steht die deutsche Botschaft in Bogotá für Informationen zur Verfügung."
Ich war schon mehrfach in Kolumbien, Bogota. Aus meiner Erfahrung und Aussagen der Einwohner ist es recht einfach zu klassifizieren, grosse Städte sicher, kleine Städte gefährlich, im „Dschungel“ tödlich.
Ich bin in Bogota abends alleine ohne Begleitung durch Kneipengegenden gegangen (habe natürlich vorher Einheimische gefragt). Natürlich gibt es dort auch Viertel, die zu meiden sind.
Überlandreisen sind extrem gefährlich. Die Banden sind nicht mehr so organisiert, es geht auch nicht mehr um den Klassenkampf, sondern sind simple Räuber, die sich einen paramilitärischen Anstrich geben. (OK, etwas übertrieben und vereinfacht)
Jedenfalls fühle ich mich in Bogata sicherer als in Buenos Aires, Caracas oder Lima.